Bauernproteste führen zu Verkehrschaos in Frankfurt
Aufgrund der Bauernproteste gegen die Sparpläne der Bundesregierung erwartet das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt am kommenden Donnerstag ein Verkehrschaos. Laut der Behörde sollen ca. 1500 Traktoren 'aus jeder Himmelsrichtung' für eine Sternfahrt und eine Kundgebung in die Mainmetropole einfahren. Bereits ab 9 Uhr werden Staus auf fünf zentralen Zufahrtsstraßen erwartet. Des Weiteren werden die Theodor-Heuss-Allee und die Autobahn 648 stadteinwärts gesperrt.
Aufgrund der Proteste wird auch der öffentliche Nahverkehr beeinträchtigt sein. Die städtische Verkehrsgesellschaft rechnet mit Einschränkungen im Bus- und Straßenbahnverkehr. Zusätzlich könnte es aufgrund der Schlepperkolonne zu Störungen im U-Bahn-Betrieb kommen. Da sich bereits ein bundesweiter Bahnstreik angekündigt hat, wird ohnehin eine Überlastung des Straßennetzes erwartet, betont ein Sprecher des Ordnungsamts.
Bereits am Mittwoch versammelten sich mehr als 1700 Menschen vor dem Regierungspräsidium in Kassel. Eine Sternfahrt mit rund 900 Fahrzeugen führte zu erweiterten Straßensperrungen. Allerdings blieben größere Verkehrsbehinderungen zunächst aus, da die Bauernaktion frühzeitig angekündigt wurde.
Am Rande der Proteste in Kassel wurde ein großes Galgenmännchen mit Plastik-Raben in den Farben der Bundesregierung gesichtet. Der Kreisbauernverband Kassel distanzierte sich von Extremisten und betonte die demokratischen Grundlagen der Proteste. Die Polizei sieht bislang keinen Strafbestand.
Auch auf der A66 vor Fulda kam es am selben Tag zu einer genehmigten Schlepperdemo. Ein rund neun Kilometer langer Traktor-Konvoi führte dazu, dass Teile der Autobahn für mehrere Stunden in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden mussten. Trotz des gleichzeitigen Bahnstreiks kam es aufgrund der Sperrung nicht zu einem Verkehrschaos, da sich das Ganze noch in der Ferienzeit abspielte, so ein Polizeisprecher.
Bereits am vergangenen Montag sorgten Traktor-Konvois hessenweit für Staus auf den Straßen. In Wiesbaden blockierten über 2000 Fahrzeuge Teile der Landeshauptstadt.
Die Landwirte protestieren gegen geplante Subventionskürzungen der Bundesregierung. Insbesondere die schrittweise Abschaffung der Steuerbegünstigung auf Agrardiesel stößt auf Widerstand. Der Bundesbauernverband ist der Meinung, dass die Ampelkoalition trotz teilweiser Rücknahme der Kürzungspläne nicht ausreichend auf ihre Forderungen eingeht. (eulerpool-AFX)

