Baubranche im Aufwind: Trendwende und Wachstumsprognosen bis 2027
Die deutsche Baubranche, zuletzt durch steigende Zinsen und Kosten im Zuge des Ukraine-Kriegs stark unter Druck, befindet sich laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auf dem Weg der Erholung. Die ersehnte Trendwende zeichnet sich insbesondere beim Wohnungsbau ab, der damit auch den Druck von den Mietmärkten in den Städten nehmen könnte.
Für 2026 prognostiziert das DIW eine preisbereinigte Zunahme des Bauvolumens um 1,7 Prozent, gefolgt von einem Anstieg um 3,4 Prozent im Jahr 2027. Diese Erholung wird vor allem durch den öffentlichen Bau angetrieben, der von staatlichen Investitionen in Infrastrukturprojekte wie Straßen und Brücken profitiert. Hierbei zeigt sich besonders im Tiefbau ein deutlicher Aufstieg, der die Talsohle der Baukonjunktur laut Studienautorin Laura Pagenhardt durchbrochen hat.
Auch der Wohnungsbau, der in den vergangenen Jahren durch fehlende Investitionen und hohe Zinsen gelitten hat, erfährt einen positiven Impuls. Für das Jahr 2026 wird ein Anstieg um 2,4 Prozent erwartet, mit einem weiteren Zuwachs von 6,1 Prozent im Jahr darauf. Diese Entwicklungen könnten die angespannten Wohnungsmärkte entlasten, indem sie das Angebot erweitern und so den Mietanstieg dämpfen.
Allerdings warnen Experten vor den Risiken, die mit den umfangreichen staatlichen Fördermaßnahmen einhergehen. Insbesondere könnte ein Anstieg der Baupreise drohen, sollten die Kapazitäten der Bauwirtschaft ausgelastet werden, wozu Martin Gornig vom DIW eine produktivitätssteigernde Taskforce vorschlägt. Das Ziel müsse sein, die Investitionen effektiv zu koordinieren, damit die Bauwirtschaft nachhaltig von der Aufschwungphase profitiert und die Konjunktur in Deutschland gestärkt wird.

