BASF drosselt Investitionen und passt Jahresziele an
Der Chemiegigant BASF hat angekündigt, seine Investitionen erheblich zu reduzieren, was auch den Wachstumsmarkt China betrifft. Der neue Verbundstandort in Zhanjiang, Südchina, wird nun mit Investitionen von 8,7 Milliarden Euro kalkuliert, 1,3 Milliarden Euro weniger als ursprünglich geplant. Bis Ende des Jahres soll diese Anlage vollständig in Betrieb genommen werden. Im selben Zuge verzeichnete die BASF-Aktie einen Anstieg um 2,7 Prozent und notierte bei 44,19 Euro zur Mittagszeit.
Trotz der Anpassungen bleibt das Projekt in Zhanjiang wichtig, da der chinesische Markt weiterhin wächst, während Europa stagniert. Allerdings sind aktuell überversorgte Märkte in China der Grund dafür, dass die Ergebnissteigerungen langsamer als erwartet erfolgen. In Europa zeigt sich hingegen eine rückläufige Nachfrage, die über das gesamte dritte Quartal hinweg zu spüren war.
Die Umsätze von BASF gingen im dritten Quartal um 3,2 Prozent auf 15,23 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um das inzwischen verkaufte Lacke-Geschäft sank der Umsatz um 3,3 Prozent auf 14,33 Milliarden Euro. Auch das bereinigte Ebitda fiel um 4,8 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro.
BASF hat in Reaktion auf diese Entwicklungen sein Gewinnziel angepasst. Für 2025 wird nun ein Ergebnis zwischen 6,7 und 7,1 Milliarden Euro erwartet. Außerdem plant das Unternehmen, die Investitionsausgaben ab 2026 deutlich zu reduzieren.
Der Verkauf des brasilianischen Bautenanstrich-Geschäfts an Sherwin-Williams für 1,15 Milliarden US-Dollar ist abgeschlossen, und das Lacke-Geschäft findet mit Carlyle einen neuen Käufer. BASF wird 40 Prozent der Sparte behalten, und der Verkauf soll dem Unternehmen liquide Mittel von 5,8 Milliarden Euro vor Steuern bescheren.
Während das Sparprogramm in Ludwigshafen weiter voranschreitet, sind betriebsbedingte Kündigungen nicht geplant. Die Gespräche zur Standortsicherung des Stammsitzes sind herausfordernd, jedoch auf einem positiven Weg. Ende September zählte BASF weltweit 110.709 Beschäftigte, was einem Rückgang von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

