Bankensektor im Nachhaltigkeits-Check: Große Herausforderungen und kleine Vorreiter
Der kürzlich veröffentlichte Bericht des WWF offenbart, dass deutsche Banken noch einiges an Nachholbedarf im Bereich Klimaschutz haben. Das Rating, das insgesamt 15 Institute wie die Commerzbank, Deutsche Bank und ING untersuchte, zeigt klar auf, dass der Klima- und Umweltschutz in Geschäftsprozessen stärker integriert werden muss. "Der deutsche Bankensektor ist zwar auf dem richtigen Weg, aber das Ziel ist noch nicht erreicht", so das Urteil der Umweltschutzorganisation.
David Knewitz, Sustainable-Finance-Experte beim WWF Deutschland, unterstreicht, dass Banken mit jeder Kreditzuteilung über die Zukunft der Wirtschaft entscheiden. Er hebt hervor, dass der Schutz intakter Ökosysteme unabdingbar für wirtschaftliche Stabilität sei, jedoch nur punktuell im Bankwesen gebraucht werde. Obwohl Fortschritte bei der Implementierung von Klimazielen und der Anwendung von Kriterien für klimafreundliche Investitionen erkennbar sind, wird ein flächendeckendes Monitoring über alle Geschäftsbereiche hinweg vermisst.
Das Rating, das gemeinsam mit Deloitte erstellt wurde, identifizierte die ING als einzigen Vorreiter unter den deutschen Banken, wobei die Bestnote "Visionär" von keinem Institut erreicht wurde. Triodos Bank, Deutsche Bank und GLS Bank zählen zur Gruppe der "Verfolger", während zehn Banken wie die Commerzbank, DKB und die Landesbanken durchschnittlich abschnitten. Die Berliner Volksbank bildet das Schlusslicht dieser Bewertung.
Parallel dazu fordern auch die europäischen Aufsichtsbehörden Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit ein. Seit kurzem sind neue Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) in Kraft, die die verpflichtende Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in das Risikomanagement verlangen. Knewitz betont die Notwendigkeit ehrgeiziger und wissenschaftlich fundierter Ziele, die in den Geschäftsstrategien fest verankert sein sollten, um einen wirksamen Klima- und Biodiversitätsschutz zu gewährleisten.

