Bagdad auf der Suche nach neuen Energiequellen: Gasdeal mit Turkmenistan gescheitert
Der Plan des Irak, seine chronische Stromknappheit durch Gaslieferungen aus Turkmenistan, die durch das benachbarte Iran fließen sollten, zu lindern, ist unter dem Druck der USA gescheitert. Dies zwingt Bagdad dazu, fieberhaft nach Alternativen zu suchen, um die Energieversorgung des Landes zu sichern. Seit der US-geführten Invasion 2003 kämpft das ölreiche Land damit, eine stabile Energieversorgung für seine Bevölkerung sicherzustellen. Viele Iraker sind auf teure, private Generatoren angewiesen, was wirtschaftliche Belastungen und gesellschaftliche Unruhen hervorruft.
Ein kürzlich vorgeschlagener Vertrag sah vor, dass Turkmenistan Gas nach Irak exportiert, wobei Iran als Transitland fungiert. Dies hätte jedoch möglicherweise gegen US-Sanktionen gegenüber Teheran verstoßen und benötigte die Zustimmung Washingtons. Letztere blieb jedoch aus. Die Trump-Administration intensivierte ihren Druck auf Iran und lehnte Vereinbarungen ab, die dem Land zugutekommen könnten, trotz Iraks Bemühungen, die Sanktionseinhaltung zu gewährleisten. Infolgedessen steht Bagdad nun vor einer heiklen Balanceakt zwischen seinen Verbündeten in Washington und Teheran.
Der Ausfall der Gaseinfuhr aus Iran führte bereits zu einem erheblichen Rückgang der Stromerzeugung, was insbesondere in den Hitzeperioden des Jahres schwerwiegende Folgen für die Versorgung der Bevölkerung hatte. Die Furcht vor weiteren Sanktionen und der Herausforderung, Gaskraftwerke ohne die geplante Gaslieferung aufrechtzuerhalten, treibt Bagdad dazu, die Energieversorgung zu diversifizieren. Eine Möglichkeit besteht in der Nutzung von verflüssigtem Erdgas aus Katar. Irak verfolgt zudem unterschiedliche internationale Projekte mit großen Ölkonzernen, um seinen Energiebedarf langfristig zu decken.
Durch die Unterzeichnung von Verträgen mit TotalEnergies, BP und Chevron will das Land seine Gasprojekte beschleunigen. Diese Vereinbarungen versprechen eine Erweiterung der Öl-, Gas- und Energieproduktion und unterstreichen den dringenden Bedarf Iraks an neuen Energiequellen. Die Regierung hat dafür Pläne in Gang gesetzt, eine Finanzierung für alternative Energieprojekte sicherzustellen.

