AWS startet europäische Cloud-Initiative mit Fokus auf Datenschutz
Amazon Web Services (AWS), der bekannte US-amerikanische Internet-Riese, hat eine unabhängige Cloud speziell für Europa ins Leben gerufen und nimmt damit eine Pionierstellung in Sachen Datenschutz und technologische Souveränität ein. Die neuen Rechenzentren von AWS werden sich in Brandenburg befinden, wie das Unternehmen im Rahmen einer Veranstaltung am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam mitteilte. Diese Entscheidung reflektiert die Bemühungen von AWS, den Anforderungen und Bedenken in Bezug auf Datenschutz und Einfluss der US-Regierung unter Donald Trump entgegenzutreten, insbesondere in Hinblick auf mögliche Datenzugriffe und unerwünschte Dienstabschaltungen.
Investitionen in Milliardenhöhe sind für die Entwicklung dieser europäischen Cloud vorgesehen: AWS plant, rund 7,8 Milliarden Euro in Brandenburg zu investieren. Zu Beginn wird die Nutzung bestehender Rechenzentren angestrebt, gefolgt von der schrittweisen Errichtung eigener Einrichtungen, unter anderem in der Nähe Berlins und in Südbrandenburg. Die "European Sovereign Cloud" richtet sich vornehmlich an den öffentlichen Sektor, Betreiber kritischer Infrastrukturen und Unternehmen mit hohem Datenschutzbedarf, wie Banken. Diese Cloud-Umgebung soll sicherstellen, dass die strengen Richtlinien der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und anderer EU-Vorgaben eingehalten werden können, ohne Kompromisse bei der Leistungsfähigkeit.
Ein zentraler Punkt ist die vollständige Kontrolle durch EU-Personal und die garantierte Speicherung von Daten innerhalb der EU, ergänzt durch ein fortschrittliches Verschlüsselungssystem, das auch vor unerwünschten Zugriffen von US-Behörden schützt. AWS-Manager Stéphane Israël unterstrich die Bedeutung des Zugangs zu Spitzen-Technologie im Bereich Cloud und Künstliche Intelligenz für das Wachstum europäischer Kunden. Digitalminister Karsten Wildberger betonte den Gewinn für die digitale Infrastruktur Deutschlands und die Beweisführung, dass das Land ein attraktiver Investitionsstandort sei.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller sieht darin eine große Chance für sein Bundesland, das sich als digitaler Innovationshub etablieren könnte. Er prognostiziert, dass in den kommenden Jahren Investitionen von bis zu 30 Milliarden Euro nach Brandenburg fließen könnten, was die Region zunehmend in den Fokus der Hochtechnologie rückt. Bisher galt die Rhein-Main-Region um Frankfurt als das Zentrum für Rechenzentren in Deutschland, insbesondere durch den großen Internetknoten DE-CIX.

