Aufruf zur Versöhnung: Irans Präsident mahnt bei Filmfestivalsveranstaltung
Inmitten der Nachwehen blutiger Unruhen hat der iranische Präsident Massud Peseschkian dazu ermuntert, die gesellschaftlichen Gräben des Landes zu überwinden. Bei der Verleihung der Fadschr-Filmfestspiele appellierte er an die Bürger, alte Wunden zu heilen, anstatt sie weiter zu vertiefen. Er betonte die Notwendigkeit, auf Versöhnung zu setzen und sich nicht den äußeren Feinden zu ergeben. Dabei zeigte sich der Präsident von den jüngsten Ereignissen schwer bedrückt und gestand, aufgrund der tragischen Entwicklungen schlaflose Nächte zu durchleben.
Die Resonanz auf seine Rede war jedoch verhalten, da zahlreiche Künstler und Preisträger aus Protest gegen die staatliche Gewalt gegenüber Demonstranten der Veranstaltung fernblieben. Offizielle Stellen berichten von über 3.000 Todesopfern während der Unruhen zwischen Ende Dezember und Anfang Januar. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA schätzt die Zahl der Toten weitaus höher ein, während einige ausländische Nachrichtenkanäle von Zehntausenden sprechen.
Die Regierung in Teheran sieht die Schuld bei ausländischen Söldnern und Terroristen und lehnt diese Vorwürfe ab. Obwohl die Unruhen abgeflaut sind, bleibt der gesellschaftliche Druck hoch. Die Wirtschaftsprobleme, die die Proteste ursprünglich auslösten, sind nach wie vor ungelöst, und die Furcht vor einer militärischen Konfrontation mit den USA und Israel schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Land. Das Szenario könnte eintreten, sollte die Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA scheitern.

