Auf dem diplomatischen Parkett: Selenskyj trifft Trump unter geopolitischen Spannungen
Im Vorfeld eines hochkarätigen Treffens mit US-Präsident Donald Trump hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eindringlich an die westlichen Verbündeten appelliert, ihre Sanktionen und den politischen Druck auf Russland aufrechtzuerhalten. Die anhaltenden russischen Angriffe auf die Ukraine zeigten unverblümt, dass keine Friedensabsichten bestehen, so Selenskyj über die Plattform X. Allein diese Woche seien über 2.100 Drohnen, 800 Gleitbomben und 94 Raketen auf ukrainisches Gebiet abgefeuert worden, vor allem gegen die lebenswichtige Energieinfrastruktur.
Kurz vor dem hoch antizipierten Treffen mit Selenskyj führte Trump ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, von dem er auf Truth Social berichtete, dass es "gut und sehr produktiv" verlaufen sei. Details des Gesprächs blieben allerdings unklar. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump unmittelbar vor Gesprächen mit Selenskyj auch Putin konsultiert. Bereits im Oktober vor dem Treffen im Weißen Haus erfolgte ein solches Vorgehen. Damals verwehrten die USA der Ukraine die Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern.
Trotz der Ambitionen, den russischen Angriffskrieg zu beenden, ist aufgrund der Abwesenheit russischer Vertreter bei dem Treffen in Trumps Residenz Mar-a-Lago nicht mit einer substanziellen Einigung zu rechnen. Selenskyj plant, Trump die Unannehmbarkeit einer Kapitulation oder einer vom Kreml diktierten Lösung darzulegen und bittet um mehr westliche Unterstützung in Form von Flugabwehrsystemen. Im Zuge seiner USA-Reise verhandelt der ukrainische Präsident ebenfalls mit europäischen Partnern um Sicherheitsgarantien.
Selenskyj, der um internationale Unterstützung für einen 20-Punkte-Friedensplan wirbt, sieht die Frage der Gebietsabtretungen als zentralen Streitpunkt. Er lehnt Trumps ebenso wie Putins Forderungen nach Zugeständnissen in der Region Donezk ab. Neben Friedensverhandlungen ist der Wiederaufbau der Ukraine ein zentrales Thema, das bis zu 800 Milliarden US-Dollar an Investitionen erfordern könnte.
Derweil zeigte sich der russische Präsident Putin in Uniform und äußerte über angebliche russische Eroberungen in der Ukraine. Sowohl die Übernahme der Stadt Myrnohrad als auch Huljajpole werden von Russland als Erfolge verbucht, obwohl diese Behauptungen nicht unabhängig bestätigt werden konnten. Die russische Offensive scheint unvermindert anzuhalten, während die Ukraine mit westlicher Unterstützung standhält.

