Artemis 2: Der nächste Schritt der Nasa zurück zum Mond
Die Nasa steht kurz davor, mit ihrer "Artemis 2"-Mission erneut Geschichte zu schreiben. Zum ersten Mal seit über 50 Jahren sollen Menschen wieder in die Nähe des Mondes reisen. Das Raketensystem wird am 17. Januar aus der Werkshalle zum Startplatz transportiert, gefolgt von einem unbemannten Bodentest Ende des Monats. Dieser sogenannte "Wet Dress Rehearsal" simuliert alle Startprozesse ohne den eigentlichen Raumflug.
Die Besatzung dieser Mission setzt sich aus den erfahrenen US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen zusammen. Für Koch bedeutet dies nicht nur ihren zweiten Weltraumflug, sondern auch, als erste Frau an einer Mondmission der Nasa teilzunehmen. Glover wird der erste nicht-weiße Mensch auf einer solchen Reise sein und Hansen ist der erste Kanadier in der Geschichte der Mondmissionen. "Artemis 2" ist als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Mars konzipiert.
Der Start der Mission ist für die erste Jahreshälfte 2026 vorgesehen, mit einem Startfenster zwischen dem 6. Februar und 6. April. Das Startsystem "Space Launch System" wird die Astronauten in die Umlaufbahn bringen, um den Mond in einem zehntägigen Flug zu umrunden. Dabei werden die Astronauten mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen, mit einem maximalen Abstand von 370.000 Kilometern von der Erde. Die "Orion"-Kapsel übernimmt einen Großteil der Steuerung automatisch, wird aber auch manuell von der Besatzung bedient, um Systeme zu überwachen und wissenschaftliche Experimente durchzuführen.
Die Kosten des "Artemis"-Programms sind erheblich und sollen bis 2025 auf 86 Milliarden Dollar steigen, mit allein vier Milliarden Dollar für "Artemis 2". Rückblickend war das "Apollo"-Programm fast zehnmal günstiger, inflationsbereinigt. Neben den USA beteiligen sich Kanada, Japan, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Esa an der Artemis-Initiative. Das europäische Engagement spiegelt sich im Beitrag zu verschiedenen Bestandteilen wie dem "Orion"-Servicemodul wider.
Die Zukunft des "Artemis"-Programms umfasst weitere ambitionierte Ziele, darunter eine bemannte Mondlandung ("Artemis 3") im Jahr 2027 und der Aufbau der lunaren Station "Gateway", die als Ausgangspunkt für zukünftige Mond- und Marsmissionen dienen soll. Die Rückkehr zum Mond ist nicht nur für wissenschaftliche Erkenntnisse von Bedeutung, sondern auch als strategisches Zeichen technologischer Führerschaft im globalen Wettlauf um den Weltraum.

