Arbeitsplatzsorgen drücken auf deutsche Konsumlaune
Der aktuelle Konsumklima-Indikator, ermittelt vom Marktforschungsinstitut GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), zeigt einen weiteren Rückgang des Verbrauchervertrauens. Der Indikator sank im September um 1,9 Punkte auf minus 23,6 und damit auf den niedrigsten Stand seit April. Die Analystenerwartungen lagen zuvor bei minus 21,5 Punkten.
Steigende Arbeitslosigkeit und gesunkene Einkommenserwartungen tragen maßgeblich zu diesem Abwärtstrend bei. Verbraucher sind zunehmend vorsichtig bei größeren Anschaffungen, was nicht zuletzt auf die Angst vor Jobverlust zurückzuführen ist.
Die Wirtschaftsflaute setzt dem Arbeitsmarkt zu, wie auch das Münchner Ifo-Institut bestätigt. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer verzeichnete einen leichten Rückgang, was auf vorsichtige Personalplanungen der Unternehmen hindeutet.
Dennoch gibt es auch positive Anzeichen: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) meldet einen erneuten Anstieg seines Arbeitsmarktbarometers, das mit 100,7 Punkten erstmals seit längerer Zeit im positiven Bereich liegt. IAB-Experte Enzo Weber sieht hierin ein Signal, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt werden könnte.
Am Freitag steht die Veröffentlichung der aktuellen Arbeitslosenzahlen durch die Bundesagentur für Arbeit an. Experten erwarten, dass die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit einem Jahrzehnt die Drei-Millionen-Marke überschreiten wird. Im Juli waren es noch 2,979 Millionen Menschen.

