Arbeitgeberpräsident fordert tiefgreifende Reformen: "Deutschland droht Dauerkrise"
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht in der aktuellen Wirtschaftslage Deutschlands den dringenden Bedarf für umfassende Reformen seitens der Bundesregierung. Laut Dulger sei das Land in die tiefste Krise seit der Gründung der Bundesrepublik geraten, was ohne entschlossene Maßnahmen in eine anhaltende Dauerkrise münden könnte. Die wirtschaftlichen Vorhersagen sind trüb: Nach Rezessionsjahren werden für 2025 bestenfalls minimale Wachstumsraten erwartet, und ein spürbarer Aufschwung ist fürs kommende Jahr nicht in Sicht.
Dulger betont, dass sich Deutschland parallel zur rasant verändernden Welt bewegen müsse, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Unterstützung erhält er von Bundeskanzler Friedrich Merz, der bei einem Treffen im November bereits von einem globalen "Epochenbruch" sprach, ausgelöst durch geopolitische Spannungen und wirtschaftspolitische Herausforderungen. Beide sehen diese Umstände als Motivation, Bürokratie abzubauen und den Sozialstaat zu reformieren.
Dulger formuliert klare Forderungen: Ein Abbau der Bürokratie und mehr Netto für die Bürger sollen Unternehmen und der Bevölkerung mehr Entwicklungsspielraum bieten. Er pocht auf Sozialstaatsreformen, die insbesondere die Sozialausgaben effizienter gestalten. Ziel ist es, die Attraktivität Deutschlands sowohl für inländische als auch ausländische Investoren zu steigen. Kanzler Merz hat bereits Reformvorhaben auf den Weg gebracht, darunter eine Rentenkommission, die bis 2026 neue Vorschläge, einschließlich eines möglichen späteren Renteneintrittsalters, präsentieren soll.

