Anstieg bei deutschen Staatsanleihen: Märkte analysieren US-Zinspolitik
Am Donnerstag konnten deutsche Staatsanleihen leichte Kursgewinne verzeichnen. Der Euro-Bund-Future, ein bedeutender Indikator, stieg um 0,14 Prozent und erreichte so 129,656 Punkte, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bei 2,68 Prozent notierte.
Die kürzlich getroffene Entscheidung der US-Notenbank bietet weiterhin Diskussionsstoff an den Finanzmärkten. Trotz zweier Gegenstimmen blieb der US-Leitzins unverändert – ein in den letzten 30 Jahren beispielloser Vorgang. Notenbankchef Jerome Powell widerstand erneut dem politischen Druck und verzichtete auf konkrete Hinweise für eine mögliche Zinssenkung im kommenden September.
Analysten der Dekabank betonen, dass eine Zinssenkung im September nicht völlig ausgeschlossen sei. Dennoch wurde die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schrittes am Markt von 65 auf 45 Prozent herabgestuft. Der kommende Arbeitsmarktbericht am Freitag dürfte vor diesem Hintergrund entscheidend für die künftigen Zinserwartungen sein.
Zeitgleich zeigt die deutsche Inflationsrate im Juli Stabilität: Wie im Juni kletterten die Preise für Waren und Dienstleistungen um 2,0 Prozent im Jahresvergleich. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka, signalisiert ein Ende der jüngsten Inflationswelle. Während sich private Haushalte an die gesteigerten Preise anpassen, haben mittlerweile auch die Löhne Schritt gehalten. Die Veröffentlichung der Inflationsdaten für die Eurozone steht am Freitag an.

