Anleihemärkte trotzen schwachen Produktionszahlen – US-Daten im Fokus
Die Kurse der deutschen Staatsanleihen zeigten sich am Donnerstag nahezu unbewegt. Der Euro-Bund-Future, als wichtiger Indikator der Entwicklung an den Anleihemärkten, gab um bescheidene 0,01 Prozent auf 130,12 Punkte nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen verteidigte ihre Position bei 2,65 Prozent. Die aktuelle Trägheit des Anleihemarktes stand im scharfen Kontrast zu den kürzlich veröffentlichten, enttäuschenden Zahlen zur deutschen Industrieproduktion. Diese fiel im Juni auf ihren tiefsten Stand seit Mai 2020 und verzeichnete damit einen stärkeren Rückgang als prognostiziert. Zudem wurden die Produktionsdaten für Mai nachträglich nach unten korrigiert. Vincent Stamer, Volkswirt bei der Commerzbank, kommentierte die Entwicklungen und betonte die zögerliche Erholungsperspektive der Industrie in den kommenden Quartalen. Während langfristig die lockere Geldpolitik und hohe staatliche Ausgaben der Wirtschaft Aufwind verschaffen könnten, bremsen derzeit Unsicherheiten im Außenhandel sowie strukturelle Probleme wie Fachkräftemangel, Bürokratie und hohe Energiekosten. Gegen Nachmittag richteten sich die Augen der Märkte auf Konjunkturdaten aus den USA. Besondere Beachtung fand der zuletzt veröffentlichte schwache Arbeitsmarktbericht, der die Hoffnung auf baldige Leitzinssenkungen befeuert hatte. Die ebenfalls am Nachmittag erwarteten wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe könnten zusätzliche Einblicke in die Dynamik des US-Arbeitsmarkts liefern.

