Analystenblick auf deutsche Anleihemärkte: Trump sorgt für Kurskorrekturen
Die Kurse deutscher Staatsanleihen verzeichneten am Dienstag einen Rückgang. Der Euro-Bund-Future, welcher als richtungsweisender Indikator gilt, verzeichnete einen Rückgang um 0,35 Prozent auf 129,66 Punkte. Parallel dazu stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,68 Prozent, was die Attraktivität des deutschen Anleihemarktes im aktuellen Umfeld widerspiegelte.
Analystin Sophia Oertmann von der DZ Bank merkte an, dass diese Entwicklungen in engem Zusammenhang mit der Anstiegsbewegung der Renditen in den USA stehen. Auch andere europäische Anleihemärkte zeigen ähnliche Tendenzen. Da für die verbleibende Woche keine bedeutenden Datenveröffentlichungen geplant sind, wird der Fokus auf der politischen Szenerie der USA liegen.
Präsident Donald Trump verschob jüngst einen wichtigen Termin für die Einführung neuer Zölle vom 9. Juli auf den 1. August und eröffnete somit weiteren Verhandlungsspielraum. Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei der Privatbank Berenberg, führte aus, dass jede Verlängerung der Fristen für bestehende Zölle die Gelegenheit böte, den Einfluss dieser auf die Endverbraucherpreise in den USA zu verstärken.
Laut Schmieding könnte die US-Inflation von 2,4 Prozent im Mai auf 3,2 Prozent im dritten und 3,4 Prozent im vierten Quartal 2025 steigen. Diese unliebsamen Auswirkungen auf die Inflation könnten Trump zunehmend unter Druck setzen, Handelsabkommen zu forcieren. Trotz der Zusicherung, dass eine weitere Verschiebung des Zolltermins am 1. August nicht mehr erfolgen werde, sind unvorhersehbare Kehrtwendungen des US-Präsidenten nicht auszuschließen.

