AMS-Osram streicht 2000 Stellen und verschärft den Umbau
Neues Sparprogramm „Simplify“
Das Programm mit dem Namen „Simplify“ soll bis 2028 zusätzliche Kosteneinsparungen von 200 Millionen Euro bringen. Rund die Hälfte der Stellenstreichungen entfällt auf Europa, der Rest auf Asien. Insgesamt beschäftigt AMS-Osram derzeit etwa 19.000 Mitarbeiter.
Vorstandschef Aldo Kamper begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu schärfen. Zusammen mit dem angekündigten Verkauf von Teilen des Sensor-Geschäfts wolle man finanzielle Spielräume zurückgewinnen, um gezielt in künftiges Wachstum investieren zu können.
Verkauf von Geschäftsteilen als strategischer Hebel
Bereits in der Vorwoche hatte AMS-Osram den Verkauf von Unternehmensteilen an Infineon bekannt gegeben. Zusätzlich gehen weitere Aktivitäten an den japanischen Lichttechnik-Konzern Ushio. Der Konzern trennt sich damit konsequent von Randaktivitäten, um Kapitalbindung und Komplexität zu reduzieren.
Der Umbau folgt einer klaren Logik: Fokussierung auf margenträchtige Kernbereiche, Entlastung der Bilanz und Stabilisierung der Ertragskraft in einem volatilen Halbleitermarkt.
Operative Zahlen: Licht und Schatten
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Umsatz um drei Prozent auf 3,32 Milliarden Euro. Hauptbelastungsfaktor war der schwächere US-Dollar. Bereinigt um Währungseffekte wuchs das Chip-Kerngeschäft allerdings um sieben Prozent.
Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich um sechs Prozent auf 608 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge stieg von 16,8 auf 18,3 Prozent. Unter dem Strich blieb dennoch ein Verlust von 129 Millionen Euro – deutlich geringer als im Vorjahr, als noch ein Minus von 785 Millionen Euro angefallen war.
Im vierten Quartal bewegten sich die Umsätze mit 874 Millionen Euro am oberen Ende der Erwartungen.
Ausblick 2026: Vorsicht statt Euphorie
Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen nach den Verkäufen an Infineon und Ushio mit einem moderaten Umsatzrückgang. Das bereinigte Ebitda dürfte durch Einmaleffekte sowie steigende Edelmetallpreise belastet werden.
Für das erste Quartal stellt AMS-Osram einen Umsatz zwischen 710 und 810 Millionen Euro in Aussicht. Die bereinigte Ebitda-Marge soll zwischen 13,5 und 16,5 Prozent liegen – deutlich unter dem Niveau des Gesamtjahres 2025.
Ein Konzern im Dauerumbau
Die jüngste Sparrunde zeigt: Die operative Erholung allein reicht dem Management nicht aus. AMS-Osram befindet sich weiterhin in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Kostenkontrolle, Portfoliofokussierung und Bilanzstärkung stehen im Zentrum – auch um den Preis erheblicher Einschnitte bei der Belegschaft.
Für Investoren ist das ein zweischneidiges Signal. Kurzfristig erhöhen Einsparungen und Verkäufe die finanzielle Stabilität. Langfristig wird entscheidend sein, ob der Konzern aus dem verschlankten Portfolio nachhaltiges Wachstum und stabile Margen generieren kann.


