Allzeithochs für Gold und S&P500; Kryptomärkte bleiben im Minus – Was sind die Ursachen?
Die Kryptomärkte stehen vor erneuten Herausforderungen, trotz eines kurzen Aufschwungs nach der Zinssenkung der US-Notenbank, die Bitcoin (BTC) zunächst wieder in Richtung der Marke von $120.000 trieb.
In dieser Woche ist Bitcoin jedoch an das untere Ende seiner etablierten Konsolidierungsrange gefallen und schwankt zwischen $110.000 und $115.000. Analysten von The Bull Theory haben mehrere Faktoren identifiziert, die zu diesem Rückgang beitragen.
Wie die Fed-Politik und QT den Kryptomarkt beeinflussen
Einer der Hauptgründe für die aktuelle Situation ist der anhaltende Kapitalfluss zugunsten traditioneller Vermögenswerte. Nach Zinssenkungen neigen institutionelle Investoren dazu, ihre Mittel zuerst in Aktien und Gold zu investieren, da diese als hochliquide Vermögenswerte mit einer bewährten Erfolgsbilanz gelten.
Im Gegensatz dazu stehen Kryptowährungen, insbesondere Altcoins, oft am Ende der Liquiditätspipeline. Sie verzeichnen in der Regel nur dann Kurssteigerungen, wenn die Risikobereitschaft der Anleger deutlich zunimmt.
Darüber hinaus bleibt die Liquidität im Kryptobereich trotz der jüngsten Maßnahmen der Fed angespannt. Zwar hat die Notenbank im September die Zinsen gesenkt, doch andere Variablen schränken den Kapitalfluss in Kryptowährungen ein.
Quantitative Straffung (QT) wird weiterhin umgesetzt, da die Fed aktiv ihre Bilanz reduziert. Darüber hinaus absorbiert das US-Finanzministerium Liquidität durch die Auffüllung des Treasury General Accounts (TGA), und Geldmarktfonds halten derzeit über 7,7 Billionen US-Dollar in bar, die weitgehend ungenutzt bleiben.
Diese mangelnde Liquidität bedeutet, dass jede Überlaufwirkung auf den Kryptomarkt begrenzt sein wird, was zu einer langsameren Rotation des Kapitals in digitale Vermögenswerte führt.
Zyklische Trends deuten auf potenzielle Erholung hin
Die im September 2024 beobachteten makroökonomischen Muster tauchen auch wieder auf. Im vergangen Jahr stieg nach einer Zinssenkung Bitcoin über $60.000, während Ethereum (ETH) und andere Altcoins erhebliche Gewinne verzeichneten. Dies wurde jedoch von einem starken Rückgang gefolgt, wobei Bitcoin um 11% fiel und Ethereum einen noch stärkeren Rückgang erlebte.
In ähnlicher Weise schwankte Bitcoin in diesem September um $112.000, nachdem er kurzzeitig $118.000 erreicht hatte, während Ethereum von $4.600 auf etwa $4.100 gesunken ist.
Dieses zyklische Muster deutet darauf hin, dass der Kryptomarkt für eine Erholung bereit sein könnte, jedoch erst nach einer Konsolidierungsphase und Bestätigung. Darüber hinaus sorgt das bevorstehende Verfallen von Optionskontrakten für Bitcoin und Ethereum für eine weitere Volatilität im Markt.
Bewegung von Stablecoins und institutionelle Zuflüsse
Ein weiterer Faktor, der den Markt beeinflusst, ist das Angebot und die Umlaufgeschwindigkeit von Stablecoins. Während das Gesamtangebot von Stablecoins von 204 Milliarden im Januar auf 308 Milliarden im September gestiegen ist – ein Allzeithoch – bleibt die Umlaufgeschwindigkeit dieser Vermögenswerte hinterher.
Die Analysten haben festgestellt, dass ein Großteil dieses Kapitals inaktiv bleibt, entweder ruhend, überbrückt oder außerbörslich genutzt. Solange die Umlaufgeschwindigkeit von Stablecoins nicht zunimmt, wird der Preiseffekt auf Kryptowährungen wahrscheinlich gedämpft bleiben.
In der Zukunft deuten historische Trends darauf hin, dass Kryptowährungen obwohl sie kurzfristig hinterherhinken, oft den traditionellen Anlagen folgen und signifikante Gewinne erzielen, sobald sich der Markt stabilisiert.
Nach den Allzeithochs an den Aktienmärkten hat Bitcoin zuvor im Durchschnitt eine Steigerung von 12% innerhalb von 30 Tagen und bemerkenswerte 35% über 90 Tage erzielt. Insbesondere nach den Allzeithochs der Nasdaq stieg Bitcoin um beeindruckende 46% im gleichen 90-tägigen Zeitraum.
Damit die Kryptomärkte ihren Schwung wiedererlangen, sind eine aktive Bewegung von Stablecoins sowie eine Abkühlung des Derivatehandels und umfangreiche Käufe durch institutionelle Anleger und börsengehandelte Fonds (ETFs) erforderlich.

