Alarmierende Leere in Chicagos Einzelhandelsadern: Immigration und Kälte sorgen für Umsatzeinbruch
Der zweitbelebteste Einzelhandelskorridor Chicagos, bekannt für seine mexikanischen Restaurants und Lebensmittelgeschäfte, steht in diesen Tagen still. Grund dafür sind Berichte über bevorstehende Einwanderungsrazzien unter der neuen Präsidentschaft von Donald Trump, die Ängste unter Bewohnern und Geschäftsleuten schüren. Die Traurigkeit auf dieser geschäftigen Meile, die in den letzten Tagen Menschenmengen vermisste, vervollständigt sich durch die kalten Temperaturen, die die Einwohner dazu bewegen, daheim zu bleiben.
Jennifer Aguilar, Vorsitzende der örtlichen Handelskammer, berichtet von einem massiven Rückgang des Fußgängerverkehrs auf der 26th Street in Little Village – in einigen Bereichen um beeindruckende 50%. Trump hat bereits Maßnahmen angekündigt, um die Geburtsort-Staatsbürgerschaft zu beenden und die Grenzkontrollen zu intensivieren. Zusätzlich wurde die CBP One App deaktiviert, was viele in Mexiko wartende Migranten enttäuscht.
Besonders betroffen ist das Viertel Little Village, eine kulturelle Oase, die für Chicago von enormer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Diese Lage erlangte überregionale Aufmerksamkeit, als bekannt wurde, dass das Trump-Team umfassende Razzien plant. Ehemalige wie aktuelle gewählte Beamte und Vertreter von Gemeinwesen erarbeiten in aller Eile Strategien, um über Rechte und Notfallpläne aufzuklären.
Ernesto Ruiz, langjähriger Gastronom und nun US-Bürger, steht vor einer nie dagewesenen Herausforderung: Der Betrieb seiner Restaurants wird durch das Ausbleiben seiner Angestellten und Kunden gefährdet. Seine persönlichen Erfahrungen und die seiner Gemeinschaft geben Kraft, der Bedrohung zu widerstehen.
Währenddessen haben sich politische Vertreter wie der Abgeordnete Jesús 'Chuy' García und andere Aktivisten zusammengeschlossen, um rechtlichen Beistand zu bieten und Informationen zu verbreiten. Die lokale Community erhält dadurch eine wichtige Stütze.
Selbst Unterstützer von Trumps Politik in der Geschäftsführung, wie Sam Sanchez, richten sich auf mögliche negative Auswirkungen ein. Trotz einer gewissen Sympathie gegenüber den angestrebten Einwanderungsreformen bleibt die Sorge vor Kollateralschäden bestehen, da in der Praxis auch lange Zeit integrierte Einwohner betroffen sein könnten.

