Aktienturbulenzen: Der Dax erlebt Atemlosigkeit nach Kurssprung
Nach dem kräftigen Aufschwung des Vortags scheint dem Dax die Luft auszugehen. Bereits im frühen Handel verzeichnete der Leitindex am Donnerstag einen Rückgang um 0,63 Prozent und pendelt bei 22.532,59 Punkten. Noch am Mittwoch hatte er zwischenzeitlich satte zwei Prozent zugelegt, jedoch das Tageshoch nicht erreicht.
Auch der MDax der mittelgroßen Unternehmen zeigte Schwäche und fiel am Vormittag um 1,13 Prozent auf 28.361,51 Zähler. Doch nicht nur der deutsche Markt steht unter Druck: Der EuroStoxx 50 verlor parallel rund 0,3 Prozent. Laut Jochen Stanzl von CMC Markets bleibt der Dax seit einer Woche in einem kurzfristigen Abwärtstrend, da Anleger bei steigenden Kursen geneigt sind, Gewinne mitzunehmen. Hinzu kommen politische Unwägbarkeiten in Berlin und Spannungen im Handel mit den USA, die selbst erfahrene Anleger abschrecken.
Unternehmensberichte stehen weiterhin im Fokus. Der Düngemittelhersteller K+S verzeichnete einen Gewinnrückgang und erwartet für das laufende Jahr ein schwankendes operatives Ergebnis. Die Aktien fielen im MDax um 6,2 Prozent.
Hannover Rück hingegen will seine Aktionäre mit einer deutlich höheren Dividende erfreuen, nachdem ein Rekordgewinn erzielt wurde. Die Papiere legten als Spitzenreiter im Dax um 0,9 Prozent zu. Bei Hugo Boss führt ein gesunkener Gewinn zur Hoffnung auf ein verbessertes operatives Ergebnis bis 2025, jedoch ohne Versprechen auf Umsatzwachstum. Die Anteilsscheine fielen um 4,5 Prozent.
Daimler Truck geriet ebenfalls ins Straucheln. Die Aktien des Lkw-Herstellers notierten zeitweise 9 Prozent im Minus, nachdem die US-Regierung über härtere Emissionsgrenzen nachdenkt, was die Nachfrage nach sauberen Lkw beeinträchtigen könnte.
Im Übernahmepoker um Gerresheimer scheint ein Konsortium rund um Warburg Pincus und KKR als Favorit hervorzugehen. Andere Bieter haben das Rennen offenbar verlassen, was die Aktien um 1,3 Prozent fallen ließ. Die Papiere von Grenke erlebten einen Einbruch von über 17 Prozent, da für 2025 ein Übergangsjahr infolge gestiegener Insolvenzen und entsprechender Risikovorsorge erwartet wird.

