Aktienmarkt zwischen Zentralbankentscheiden und Handelsgesprächen
Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Montag von den jüngsten Signalen einer Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China wenig bewegt. Vor den Zinsentscheiden der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie zahlreichen Unternehmensberichten auf beiden Seiten des Atlantiks hielten sich Investoren zurück.
Der Dax notierte am Nachmittag mit einem leichten Minus von 0,13 Prozent bei 24.209 Punkten. Während die Commerzbank-Aktien mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent am Index-Spitzenplatz rangierten, mussten MTU-Anteilseigner mit einem Rückgang von 2,2 Prozent am Index-Ende zurechtkommen.
Analyst Frank Sohlleder von ActivTrades prognostizierte einen unentschlossenen Marktverlauf bis zu den Zentralbankentscheidungen. Erst die Maßnahmen der EZB und Fed könnten eine Richtung für den Dax weisen – sei es in Form eines Aufschwungs zu neuen Rekordhöhen oder einer möglichen Abwärtskorrektur.
Im MDax verzeichneten die Werte ein Minus von 0,39 Prozent auf 30.174 Punkte, während der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone leicht um 0,2 Prozent anzog.
Trotz einer vorläufigen Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA, die Li Chenggang vom chinesischen Handelsministerium bestätigte, blieb der Inhalt der Einigung diffuser Natur. Auch US-Finanzminister Scott Bessent hob die positiven Verhandlungen hervor, die als Vorbereitung für das anstehende Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping in Südkorea dienen sollen.
Das deutsche Wirtschaftsklima hellte sich im Oktober laut Ifo-Geschäftsbericht leicht auf und übertraf die Erwartungen, konnte den Dämpfer aus dem September jedoch nur teilweise ausgleichen.
Bei Gerresheimer stieg der Aktienkurs um 4 Prozent, nachdem eine Kanzlei im Auftrag des Unternehmens eine Prüfung der Bafin-Ermittlungsergebnisse zu problematischen Konzernbuchungen positiv interpretiert hatte. Der Verdacht auf Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften hatte bereits Einfluss auf den Kurs genommen.
Nicht zuletzt litten die Gewinne von Porsche AG in den ersten drei Quartalen des Jahres massiv unter den hohen Ausgaben für die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren - die Aktien konnten dennoch um 2,5 Prozent zulegen.
Unterdessen freuten sich Investoren der Evotec über einen Kursgewinn von 4,3 Prozent, bedingt durch Fortschritte in der Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb.

