ADRA will soziale Ungleichheiten in Mosambik verringern
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland plant mit einem neuen Projekt Frauen in Mosambik zu helfen, soziale und wirtschaftliche Hürden zu überwinden und ihre Widerstandskraft zu stärken

21. November 2024, 10:10 Uhr · Quelle: LifePR
ADRA setzt sich in Mosambik für die Verringerung sozialer Ungleichheiten durch Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft, berufliche Weiterbildung und die Gründung dörflicher Spargruppen ein, um Frauen und Jugendliche zu unterstützen. Das Projekt fördert finanzielle Eigenständigkeit und soziale Teilhabe, insbesondere in der Region Nampula.

Weiterstadt bei Darmstadt, 21.11.2024 (lifePR) - Das soll zunächst durch Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung geschehen. Aber auch mit dörflichen Spar- und Darlehensgruppen und beruflicher Weiterbildung. So sicherten Frauen ihre Existenz langfristig und könnten ihre Familien ernähren. „ADRA fördert die finanzielle Eigenständigkeit und stärkt die soziale Teilhabe der Frauen, gerade auch derjenigen Frauen mit Behinderung, in der Region Nampula. Das ist ein entscheidender Schritt zur Überwindung struktureller Ungleichheiten", beschreibt Sophie Haufe, die zuständige Referentin bei ADRA Deutschland.

ADRA setze sich weltweit für die Rechte der Frauen ein und helfe ihnen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. In Mosambik arbeite ADRA Deutschland gemeinsam mit der mosambikanischen Hilfsorganisation „Livaningo“ an diesem Ziel. In einem neuen Projekt in der Region Nampula, im Norden Mosambiks, unterstütze ADRA 1.240 Frauen, Frauen mit Behinderungen und Jugendliche dabei, ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren und damit auch ein gutes Einkommen zu erzielen. Parallel sorgten Ausbildungen in verschiedenen Berufen dafür, dass die Teilnehmerinnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Mit einem finanziellen Zuschuss und fachlicher Beratung könnten die Frauen zudem Kleinstunternehmen gründen.

Soziale Ungleichheit durch den Klimawandel

Soziale Ungleichheiten und die Folgen des Klimawandels würden Menschen in Mosambik besonders hart treffen, vor allem Frauen in ländlichen Regionen. 90 Prozent der Frauen arbeiteten in der Landwirtschaft. Andere Beschäftigungsmöglichkeiten blieben ihnen aufgrund ihres Geschlechts oft verwehrt. Der Klimawandel treffe damit vor allem genau das Erwerbsfeld der Frauen. Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürme führten zu Ernteausfällen. Die veränderten Klimabedingungen erschwerten die Feldarbeit und die Wasserquellen würden immer weniger.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, engagiere sich ADRA Deutschland zusammen mit der lokalen Organisation „Livaningo“ in einem Projekt, das speziell auf die Bedürfnisse und Potenziale von Frauen in der Region Nampula zugeschnitten wäre. Ziel sei laut Sophie Haufe, die soziale und wirtschaftliche Teilhabe zu fördern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den extremen klimatischen Veränderungen zu stärken.

Soziale Ungleichheit durch Mangel an Bildungschancen

In Mosambik lebten viele Menschen in Armut. Insbesondere Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts nur begrenzten Zugang zu Bildung, Land und finanziellen Ressourcen hätten. Diese Ungleichheit hindere sie daran, ein eigenes, stabiles Einkommen zu erwirtschaften und ihre Familien zu unterstützen. Deshalb komme das Projekt ausschließlich weiblichen Personen in den Landkreisen Ribaué und Mogovolas in der Provinz Nampula zugute.

Anpassung an den Klimawandel mit Hilfe der Agrarökologie

Ein zentraler Baustein des Projekts sei die Vermittlung nachhaltiger und an den Klimawandel angepasster Anbaumethoden nach den Prinzipien der Agrarökologie. In praktischen Schulungen lernten die Teilnehmerinnen Landwirtschaftstechniken, welche die Bodengesundheit fördern und erhalten und die Anfälligkeit für Wetterextreme verringern. Dazu gehörten einfache und bewährte Methoden wie die Herstellung von Kompost und natürlichen Pflanzenschutzmitteln. So würden nicht nur die Ernteerträge gesteigert, sondern auch die Klimaanpassung unterstützt. Saatgut wie Mais, Maniok oder Erdnüsse würden in neu angelegten Saatgutbanken vermehrt und für die nächste Saison aufbewahrt, um langfristig den Anbau und die Ernährung zu sichern.

Parallel würden gemeinsam Strategien zur Vermarktung von Ernteüberschüssen erarbeitet, um damit ein Einkommen zu erzielen, ergänzt Sofie Haufe. Zudem erhielten Frauen Schulungen zur beruflichen Weiterbildung, um ihre Möglichkeiten auf dem lokalen Arbeitsmarkt zu verbessern.

Durch dörfliche Spar- und Darlehensgruppen zur Existenzgründung

Zusätzlich unterstütze ADRA in Zusammenarbeit mit „Livaningo“ die Frauen, eigene Kleinstunternehmen zu gründen. Durch die Mitgliedschaft in dörflichen Spar- und Darlehensgruppen lernten die Frauen, kleine Beträge zu sparen. Das ermögliche ihnen, eigenständig Kleinstunternehmen aufzubauen. Sie erschließen so neue Einkommensquellen und würden unabhängiger von externer Unterstützung. Die dörflichen Spar- und Darlehensgruppen ermöglichten Investitionen in Werkzeuge, Saatgut und andere notwendige Materialien. Die finanzielle Unabhängigkeit stärke das Selbstbewusstsein der Frauen und sie könnten ihre Familien besser unterstützen und ernähren.

Projekt will soziale Ungleichheiten gezielt abbauen

Das Projekt gehe über die Unterstützung der Frauen vor Ort hinaus, betont Sofie Haufe. Es setze sich für langfristige Veränderung der sozialen Strukturen ein und will das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit fördern. Die Frauen in Nampula erhielten damit nicht nur eine Perspektive, sondern würden als wichtige und aktive Akteure in der Entwicklung ihrer Region anerkannt und respektiert.

Die Kolleginnen und Kollegen von „Livaningo“ vor Ort arbeiteten deshalb eng mit den Behörden auf Provinzebene sowie politischen Entscheidern in den Gemeinden zusammen, um diesen sozialen Wandel voranzubringen. Die landwirtschaftlichen Flächen, welche die Frauen bestellen, gehörten ihnen in der Regel nicht, sondern dem Ehemann oder einem Grundbesitzer. Kulturell bedingt verwalte der Ehemann die Einkünfte aus dem Verkauf der Ernten. Das bedeute, dass Frauen kein unabhängiges Einkommen haben. Auch hier setze die Arbeit an mit dem Ziel, die sozialen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu verringern. Das Projekt unterstütze die Frauen dabei, ihre Forderungen und Rechte bei Behörden und Gemeinden aktiv mit einzubringen und voranzutreiben. Das decke sich mit den Bestrebungen der mosambikanischen Regierung, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.

Ausführliche Informationen über dieses Projekt, das bis 2026 läuft, gibt es bei:https://adra.de/projekte/soziale-ungleichheiten-in-mosambik-verringern/

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.

Nachhaltige Fischerei im Maputo-Nationalpark

Die Fischereiwirtschaft Mosambiks, insbesondere die traditionelle, nichtindustrielle Fischerei, sei für die lokale Bevölkerung von unschätzbarem Wert. Sie sichere Ernährung und Einkommen, so Andreas Lerg, Pressesprecher von ADRA Deutschland in einer Pressemitteilung zum Weltfischereitag am 21. November. Gleichzeitig bedrohten unregulierte Praktiken und Überfischung die Lebensgrundlage tausender Menschen und die biologische Vielfalt der Region. Der Maputo-Nationalpark mit seinem einzigartigen Meeresschutzgebiet, das eine beeindruckende Vielfalt an Ökosystemen umfasst – darunter Mangrovenwälder, Seegraswiesen, Wattenmeere, Felsküsten und Korallenriffe – biete Lösungen: Mit Schonzeiten, Schutzgebieten ohne Fischentnahme und der Förderung alternativer Einkommensquellen wie der Aquakultur werde die Balance zwischen Nutzung und Schutz angestrebt. Zu den Schutzmaßnahmen gehörten strenge Fangquotenregelungen, Schonzeiten für bedrohte Arten und Schutzgebiete ohne Fischfang, heißt es in der Pressemitteilung von ADRA Deutschland. Dafür arbeite man mit Partnern wie der Peace Parks Foundation und lokalen Organisationen vor Ort zusammen. Dadurch konnte bisher folgendes erreicht werden:

  • Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern auf über 42 Hektar bis 2023.
  • Einführung nachhaltiger Fischfangmethoden und entsprechende Schulungen in den lokalen Gemeinden.
  • Förderung der Muschel-Aquakultur als zusätzliche Einkommensquelle.
Unterstützt würden diese Maßnahmen durch wissenschaftliche Forschung, Aufklärungsprogramme und internationale Unterstützung, u.a. durch den Blue Action Fund.

ADRA Deutschland

ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet und hat rund 50 Angestellte. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet und von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen wird, aus 108 eigenständigen nationalen Büros besteht und weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durchführt. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“. Informationen:www.adra.de.

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[lifepr.de] · 21.11.2024 · 10:10 Uhr
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