Adidas-Aktie im Tiefflug: Keine Zielanhebung trotz solider Ergebnisse
Adidas-Anleger zeigten sich enttäuscht, nachdem der Sportartikelriese seine Jahresziele nicht nach oben korrigierte. Die Aktie setzte ihren Abwärtstrend fort, rutschte kurz nach Handelsbeginn unter die 180-Euro-Marke und markierte damit ihren tiefsten Stand seit April. Damals sorgten potenzielle Zollszenarien unter US-Präsident Donald Trump an den Börsen für Unruhe.
Ein leichter Erholungsversuch konnte den Kursverlust von 7,8 Prozent auf 182,35 Euro nicht aufhalten. Seit Jahresbeginn büßte die Adidas-Aktie fast ein Viertel ihres Wertes ein und gesellt sich somit zu den schwächsten DAX-Werten, einschließlich Porsche.
Analysten erkannten in den vorgelegten Zahlen von Adidas eine robuste Ergebnisbasis, trotz nicht erreichter Umsatzerwartungen. Volker Bosse, Analyst bei der Baader Bank, machte unerwartet hohe negative Wechselkurseffekte für diese Enttäuschung verantwortlich.
Chiara Battistini von JPMorgan bemerkte, dass Adidas im Europageschäft hinter den Erwartungen zurückblieb. Hier wuchs der Umsatz - ohne Berücksichtigung der Yeezy-Verluste - lediglich um 7 Prozent, während ein Anstieg um 13 Prozent erwartet worden war. Andere Regionen zeigten hingegen zweistelliges Wachstum, was auf eine starke Marktperformance hinweist.
Marktteilnehmer hatten angesichts der stetigen Ergebnisentwicklung auf eine Anhebung des Jahresziels gehofft, die jedoch ausblieb. Vorstandschef Björn Gulden unterstrich die bestehenden Prognosen und verwies auf allgemeine Marktschwankungen und Unsicherheiten als Begründung.
"Das Jahr hat für uns hervorragend begonnen, normalerweise wären wir nun sehr zuversichtlich", erklärte Gulden. Aufgrund der globalen Volatilität sei dies jedoch nicht ratsam. Er fügte hinzu, dass erhöhte Zollkosten in den USA die Kosten im Jahresverlauf um bis zu 200 Millionen Euro steigern könnten.
Diese Prämissen sind im Ausblick berücksichtigt, betonte Adam Cochrane von der Deutschen Bank positiv. Trotz dieser Herausforderungen könnten das operative Jahresergebnis übertroffen werden, sofern sich die wirtschaftlichen Bedingungen und das Verbrauchervertrauen verbessern.

