ACC zieht den Stecker: Batteriefabriken in Deutschland und Italien auf Eis gelegt

Das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen Automotive Cell Company (ACC) hat überraschend bekanntgegeben, seine ambitionierten Pläne zur Errichtung von Batteriefabriken in Deutschland und Italien zu stoppen. Die als Vorzeigeprojekte geplanten Standorte in Kaiserslautern und bei Termoli wurden aufgrund gesunkener Rentabilität und der schwachen Elektroauto-Nachfrage in Europa eingestellt. Diese Entscheidung trifft nun die Partnerkonzerne Stellantis, Mercedes-Benz und Total Energies empfindlich.
Das französische Billy-Bercleau/Douvrin wird hingegen weiter bestehen und als "primärer Innovationshub" fungieren. Der Kursverfall der Stellantis-Aktie und die jüngst verkündeten Abschreibungen von 22,2 Milliarden Euro haben das Unternehmen bereits an den Börsen durchgeschüttelt. Die hohen Förderzusagen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro von Deutschland und Frankreich, davon 437 Millionen Euro allein für das deutsche Werk, stehen nun im Vakuum.
Alexander Schweitzer, der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, äußerte sein Bedauern über die Abkehr von den Gigafactory-Vorhaben und betonte die klaren politischen Signale zur Unterstützung des Standortes Kaiserslautern. Auch Gewerkschaftsvertreter aus Frankfurt kritisierten den Rückzug scharf. Jörg Köhlinger von der IG Metall zählte die Entscheidung zu den irrationalen Ansätzen, die keine widerstandsfähigen Lieferketten gewährleisten.
Die Landesregierung bleibt dennoch optimistisch und sucht gemeinsam mit dem Bund nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände. Während ACC Gespräche mit den Gewerkschaften plant, stehen viele Fragen zur Zukunft des Standorts und möglicher neuer Investoren im Raum. Betriebsräte und IG Metall hatten sich lange für die Ansiedlung eingesetzt und stehen nun vor der Herausforderung, kreative Lösungen zur Standortstärkung zu finden.

