Abschied aus der Sahelzone: Frankreich zieht Militär aus dem Tschad ab
Frankreich hat mit dem Abzug seiner militärischen Kräfte aus dem Tschad begonnen, nachdem Kampfflugzeuge, die bislang in der Hauptstadt N'Djamena stationiert waren, am Dienstag in die Heimat zurückkehrten. Damit endet eine langjärige Verteidigungskooperation mit dem westlichen Verbündeten, die erst kürzlich am 28. November von der tschadischen Regierung überraschend aufgekündigt wurde.
Wie genau der Abzug gestaltet wird und ob französische Truppen im zentralafrikanischen Land verbleiben, steht noch zur Debatte. Der Rückzug der Mirage-Kampfflugzeuge symbolisiert jedoch den Beginn der Rückführung der in N'Djamena stationierten Ausrüstung. "Dies markiert den Anfang der Heimkehr französischer Ausrüstung," erklärte Armeesprecher Oberst Guillaume Vernet.
Der Schritt erfolgt inmitten einer Reihe von Abzügen französischer Truppen aus Mali, Burkina Faso und Niger, ausgelöst durch Militärputsche und zunehmende anti-französische Stimmung in diesen westafrikanischen Nationen. Mit dem Rückzug aus dem Tschad endet nun auch eine jahrzehntelange militärische Präsenz Frankreichs in der Sahelzone. Gleichzeitig bedeutet dies das Ende direkter französischer Militäroperationen gegen islamistische Milizen in der Region.
Frankreich hat gegenwärtig noch etwa 1.000 Soldaten im Tschad stationiert. Vernet merkte an, dass das Abzugsprotokoll in den kommenden Wochen zwischen beiden Ländern ausgearbeitet würde.

