62% der Krypto-Pressemitteilungen stammen von Hochrisiko- oder Betrugsprojekten: Chainstory

Eine Mehrheit der Pressemitteilungen, die auf Krypto-Nachrichtenseiten veröffentlicht werden, stammt von Projekten, die als hochriskant oder betrügerisch eingestuft werden.
In einem neuen Bericht analysierte das Krypto-Kommunikationsunternehmen Chainstory 2.893 Krypto-Pressemitteilungen, die zwischen dem 16. Juni und dem 1. November 2025 veröffentlicht wurden. Dabei stellte sich heraus, dass etwa 62% von Projekten stammen, die entweder als Hochrisiko oder als bestätigte Betrugsfälle klassifiziert sind. Diese Einstufung basiert auf Indikatoren wie anonymen Teams, unrealistischen Renditeversprechen und Abgleich mit rechtlichen und Verbraucher-Betrugsdatenbanken.
Geringe Auswirkungen der Mitteilungen
Krypto-spezifische Pressemitteilungsdienste arbeiten nach einem „Pay-to-Play“-Modell, das es Projekten ermöglicht, garantierte Platzierungen auf Partner-Medienseiten zu kaufen und dabei die traditionelle redaktionelle Bewertung zu umgehen. Im Gegensatz zu traditionellen Diensten, die Mitteilungen zur Bewertung durch Journalisten verteilen, verkaufen viele Krypto-Dienste die direkte Veröffentlichung an das Publikum mit minimalen Compliance-Prüfungen. Dies macht die Platzierung von Artikeln effektiv zu einer bezahlten Ware.
Chainstory stellte fest, dass jedes Krypto-Projekt mit ausreichendem Budget Sichtbarkeit auf anerkannten Nachrichtendomains erlangen kann, unabhängig von dessen Glaubwürdigkeit.
Die Analyse ergab, dass der Großteil der Inhalte aus Mitteilungen mit geringer Auswirkung besteht, die normalerweise von Redakteuren ignoriert würden. Fast die Hälfte aller Mitteilungen, oder 49%, konzentrierte sich auf routinemäßige Produkt- oder Funktionsupdates, während weitere 24% Börsennotierungen und Handelsaktionen behandelten. Token-Starts und Änderungen in der Token-Ökonomie machten 14% der Mitteilungen aus.
Im Gegensatz dazu bezogen sich nur 58 Mitteilungen, etwa 2% des Datensatzes, auf traditionell berichtenswerte Ereignisse wie Finanzierungsrunden, Fusionen und Übernahmen oder bedeutende Unternehmensfinanzaktivitäten.
Werbliche Übertreibungen dominieren Krypto-Mitteilungen
Chainstory untersuchte auch Ton und Sprache und stellte fest, dass werbliche Darstellungen die Krypto-Pressemitteilungen dominieren. Nur etwa 10% waren in einem neutralen, sachlichen Stil verfasst, während ungefähr 54% als „übertrieben“ und weitere 19% als offen werblich kategorisiert wurden. Der Bericht beobachtete, dass die in der Marketingkommunikation häufig verwendete übertriebene Sprache in bezahlten Mitteilungen unangefochten bleibt, selbst wenn ähnliche Behauptungen in journalistischen Berichten bearbeitet oder hinterfragt würden.
Die Risikoprofilierung der Herausgeber zeigte eine starke Neigung zu fragwürdigen Projekten. Hochrisiko-Herausgeber machten 35,6% aller Mitteilungen aus, während bestätigte Betrugsfälle 26,9% ausmachten. Niedrigrisiko- und etablierte Projekte waren nur für etwa 27% der Pressemitteilungen verantwortlich, was darauf hindeutet, dass glaubwürdigere Unternehmen weniger auf bezahlte Verbreitung angewiesen sind und eher organische Berichterstattung erhalten. In Sektoren wie Cloud-Mining stammten fast 90% der Pressemitteilungen von Projekten, die als hochriskant oder betrügerisch eingestuft wurden.

