25 Tote bei Beschuss eines Marktes in Donezk
Bei einem Angriff auf einen Markt in der von russischen Truppen besetzten ostukrainischen Stadt Donezk sind nach Angaben örtlicher Behörden mindestens 25 Menschen getötet worden. Der Chef der von Russland annektierten Region Donezk, Denis Puschilin, gab außerdem bekannt, dass es 20 Verletzte gibt. Zuvor war von 13 Toten und 10 Verletzten die Rede gewesen. Eine Reaktion von ukrainischer Seite steht noch aus, und unabhängige Stellen konnten die Angaben bisher nicht überprüfen. Den Berichten zufolge wurde der Markt am Sonntagmorgen beschossen, als sich viele Menschen auf ihren Sonntagseinkäufen befanden.
Im Internet kursieren auch Fotos und Videos von dem verwüsteten Markt, die von einigen ukrainischen Medien verbreitet wurden. Das russische Staatsfernsehen zeigte zudem Aufnahmen einer schweren Explosion. Obwohl die Echtheit dieser Aufnahmen bisher nicht verifiziert werden konnte, waren auch Menschen auf der Straße liegend zu sehen. Unter den Schwerverletzten befinden sich nach Aussage von Puschilin auch zwei Kinder. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.
Der Bürgermeister von Donezk, Alexej Kulemsin, bezeichnete den Angriff als "barbarische Attacke" auf einen zivilen Bereich der Stadt durch die ukrainischen Streitkräfte. Laut Behörden handelte es sich um Artillerieschläge mit großkalibriger Munition.
Die ukrainischen Streitkräfte hatten zuvor erklärt, das von russischen Truppen besetzte Gebiet zurückerobern zu wollen. Die kontrollierte Region Donezk ist zwischen russischen und ukrainischen Truppen aufgeteilt. Die Kämpfe dauern bereits seit 2014 an, als sich moskautreue Separatisten nach dem Sturz des russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch von Kiew abspalteten. Die neue prowestliche Regierung in Kiew versuchte daraufhin vergeblich, die Kontrolle über Donezk und andere Ortschaften im Donbass durch einen militärischen Einsatz zurückzugewinnen.
Im Februar 2022 erkannte der russische Präsident Wladimir Putin zunächst die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten an und begann anschließend unter dem Vorwand des Schutzes russischer Staatsbürger seinen Krieg gegen die Ukraine. Im Herbst 2022 annektierte Putin die Regionen zusammen mit den ebenfalls teils besetzten Gebieten Cherson und Saporischschja und gliederte sie in die Russische Föderation ein. (eulerpool-AFX)

