Original: 1408
Regie: Mikael Hafström
Darsteller: John Cusack, Samuel L. Jackson
Laufzeit: 94min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Thriller, Horror, Drama (USA)
Filmstart: 13. September 2007
Bewertung: 6,2 (9 Kommentare, 9 Votes)
Es gießt in Strömen. Die Straße verschwimmt. Inmitten eines wahren Wolkenbruchs versucht Mike Enslin (John Cusack), die richtige Abzweigung zu finden. Nach einer zermürbenden nächtlichen Irrfahrt kommt der Bestseller-Autor schließlich ans Ziel: Er checkt in einem Hotel abseits der Straße ein. Aufgeregt begrüßen ihn der Manager und seine Frau und bestürmen ihn sofort mit wüsten Gruselgeschichten. Ein Zimmermädchen soll sich in Zimmer 1408 erhängt haben und ihr Geist nun dort sein Unwesen treiben.
Müde, aber gelassen bezieht Mike Zimmer 1408. Zum Schlafen wird er dennoch kaum kommen: Er arbeitet am letzten Kapitel eines neuen Buchs, das sich wieder so gut verkaufen wird wie „10 Haunted Hotels“: denn Mike ist ein bekannter Horror-Schriftsteller. Seine Arbeitsweise bei der Vor-Ort-Recherche ist immer die gleiche: Er verbringt eine Nacht in einem Haus, Hotel oder auf einem Friedhof, untersucht das Objekt mit strikt wissenschaftlichen Methoden und lässt die beklemmende Atmosphäre auf sich wirken. Er selbst glaubt überhaupt nicht an paranormale Phänomene und auch seine Untersuchungen konnten bislang deren Existenz nicht bestätigen. Und auch in dieser Nacht in Zimmer 1408 geschieht… nichts.
Bei einer Signierstunde von „10 Haunted Hotels“ stellt sich Mike geduldig den Fragen der wenigen interessierten Leser. Auch hier erweist sich der Autor, der sein Geld mit Gruselgeschichten verdient, einer jungen Frau gegenüber als eingefleischter Skeptiker: Er vertritt die Theorie, dass die Gespenstergeschichten der Hotels nur Gäste anlocken sollen: „Einen Geist habe ich dort noch nie gesehen!“
Einige Tage später erholt sich Mike am Strand seines Wohnorts im sonnigen Kalifornien beim Surfen. Lange hält es ihn allerdings nicht auf seinem Board: Eine riesige Welle reißt ihn unter Wasser, und die Strömung lässt ihn nicht an die Oberfläche. Mike verliert das Bewusstsein und erwacht erst wieder am Strand als sich ein besorgter Surfer über ihn beugt und fragt, ob er in Ordnung sei. Benommen beendet Mike für heute seinen Ausflug ans Meer und fährt zum Postamt. In seinem Postfach findet er neben den üblichen Briefsendungen eine mysteriöse Postkarte. Sie zeigt das Dolphin Hotel in New York, und auf der Rückseite steht nur ein Satz: „Betreten Sie nicht Zimmer 1408“.
Diese Warnung reicht aus, um Mikes Neugier zu wecken. Er beginnt über das Dolphin Hotel zu recherchieren und findet heraus, dass sich in Zimmer 1408 etliche Todesfälle ereignet haben. Kurze Zeit später sitzt der Schriftsteller im Büro seines Verlegers Sam (Tony Shalhoub) in New York. Mike ist sich sicher, dass das geheimnisvolle Zimmer 1408 im Dolphin Hotel ihm den Stoff für das letzte Kapitel seines Buches liefern wird. Allerdings zweifelt Sam daran, dass es eine gute Idee von Mike war, ausgerechnet in New York zu arbeiten: Der Tod von Mikes Tochter Katie (Jasmine Jessica Anthony) hat eine tiefe Wunde in die Seele des Schriftstellers gerissen. Mit seiner Frau Lilly (Mary McCormack) konnte Mike diesen Verlust nie richtig verarbeiten – obwohl sich die beiden immer noch lieben, ist Lilly in New York zurück geblieben, während Mike nach Kalifornien gezogen ist.
Mike jedoch lässt sich von diesen düsteren Gedanken nicht beirren: Er will seinen Recherchen beenden und checkt im Dolphin Hotel ein. Allerdings kann Mike Zimmer 1408 nicht so einfach beziehen, wie er sich das vorgestellt hat: Denn Hotelmanager Olin (Samuel L. Jackson) versucht mit allen Mitteln, den Schriftsteller zu überreden, auf keinen Fall die Nacht in 1408 zu verbringen. Mike reagiert amüsiert und spöttisch auf Olins kleine Bestechungsversuche und Gruselgeschichten. Als er nach dem Grund fragt, warum Olin so interessiert daran ist, das Zimmer nicht zu vermieten, erwidert der nur trocken: „Ich will hinterher die Schweinerei nicht beseitigen müssen.“ Und dann argumentiert der Manager mit erschreckenden Zahlen: Allein während seiner Amtszeit gab es vier Tote in 1408. Zusammen mit den als natürliche Todesursachen geführten Fällen sind insgesamt 56 Menschen in dem Zimmer gestorben – sie begingen Selbstmord oder erlitten Herzinfarkte, einige sind sogar ertrunken. Olin vertritt eine ganz klare, eigene Meinung über 1408: „Es ist ein verdammt böses Zimmer!“
Dennoch lässt sich Mike nicht von seinem Vorhaben abbringen. Er besteht darauf, die Nacht in 1408 zu verbringen. Resigniert überreicht Olin ihm den Schlüssel und lässt ihn gehen. Gedankenverloren schlendert Mike durch schier endlose Hotelflure und steht schließlich vor dem mysteriösen Raum. Vorsichtig steckt er den Schlüssel ins Schloss…
Der erste Eindruck ist ernüchternd – ein Hotelzimmer eben. Ansprechend, aber austauschbar eingerichtet, wie Millionen anderer Zimmer in Tausenden anderer Hotels. Er untersucht den Raum, die Möbel, die Lampen, das Badezimmer, sogar das Toilettenpapier. Nichts Ungewöhnliches. Die Bilder an den Wänden – ein Schiff auf rauer See, eine Dame, die Kindern eine Geschichte vorliest und die Szenerie einer Fuchsjagd – sind eher kitschig als angsteinflößend. Mike kommt zu einem ersten Schluss: „Das einzig Gruselige hier sind die Preise der Minibar.“
Kurze Zeit später stellt Mike allerdings erste seltsame Ereignisse fest. Plötzlich liegen Schokoladentäfelchen auf seinem Kopfkissen, das Radio springt wie von selbst an, die Klimaanlage spielt verrückt, die Bilder hängen plötzlich schief an den Wänden und das Toilettenpapier ist wie von Geisterhand gefaltet. Noch nimmt er diese Geschehnisse allerdings mit Humor – vielleicht ist der Geist ja hier als Zimmermädchen angestellt. Unbeirrt untersucht er das Zimmer weiter, schaut in jede Ecke. Aber er findet… nichts.
Der Hotel-Techniker, den Mike zur Reparatur der Klimaanlage herbeigerufen hat, weigert sich, Zimmer 1408 zu betreten. Von der Zimmertür aus dirigiert er Mike, der mit wenigen Handgriffen den Thermostat selbst reparieren muss – und sofort ist der Handwerker wieder verschwunden. Gerade als sich Mike über den Angsthasen wundern will, springt der Radiowecker erneut an. Doch auf einmal zeigt er nicht die Uhrzeit, sondern einen Countdown: 60 Minuten abwärts…
Von nun an überstürzen sich die Ereignisse: Mike klemmt sich die Hand im Fensterrahmen ein, als sich das Fenster wie von selbst schließt. Im Bad wird er anschließend von heißem Wasser verbrüht, obwohl er das kalte Wasser aufgedreht hat. Und das Radio springt erneut an – wieder spielt es den gleichen Song.
Angst und Panik steigen in Mike auf. Zum ersten Mal wird der Schriftsteller von mysteriösen Vorkommnissen überwältigt. Und er ist sogar so verstört, dass er aufgeben will. Doch das Zimmer scheint andere Pläne mit ihm zu haben: Als Mike das Zimmer verlassen will, ist die Tür verschlossen, der Schlüssel bricht im Schloss ab. Panisch und wild gestikulierend ruft Mike aus dem Fenster um Hilfe – und entdeckt im Haus gegenüber etwas, das ihn ungläubig erschaudern lässt. Der Mann, der dort am Fenster steht und ihm mit exakt den gleichen Gesten zu antworten scheint, ist er selbst. Doch das ist nicht alles: Plötzlich greift eine geisterhafte Erscheinung nach Mike. Der Schriftsteller beginnt vor Angst zu zittern: Bildet er sich all das nur ein? Oder sitzt er wirklich in einem Zimmer voller Dämonen und Gespenster?
Plötzlich gefriert Mike endgültig das Blut in den Adern: Er hört die Stimme seiner toten Tochter. Der Fernseher springt an und spielt ein Heimvideo von Mike, Lilly und Katie ab. Währenddessen schweben geisterhafte Gestalten durch das Zimmer und stürzen sich aus dem offenen Fenster. Babygeschrei dringt aus dem Zimmer nebenan, der Vater des Kindes erscheint Mike in Zimmer 1408. Die Wände des verfluchten Zimmers beginnen zu bluten. Mike schüttelt wild den Kopf – verzweifelt versucht er, seine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Hat er Halluzinationen? Albträume? Oder geschieht all dies tatsächlich?
Sein Plan ist, aus dem Zimmer auszubrechen. Todesmutig klettert er aus dem Fenster, steigt auf das Sims an der Hauswand und versucht, nicht nach unten auf die Straße zu sehen. Es gähnt ein Abgrund von 14 Stockwerken. Mit zitternden Knien tastet sich Mike an der Fassade entlang bis zum nächsten Fenster. Doch mit Entsetzen stellt er fest, dass sich die kalte Mauer schier ins Endlose erstreckt. Das Fenster von 1408 ist das einzige an der Fassade. Hektisch klettert Mike zurück und bemerkt, dass 1408 plötzlich wie eingemauert scheint. Fenster und Tür sind durch eine dicke Mauer verschlossen. Mit klopfendem Herzen schließt Mike die Augen – und hat eine Vision seiner todkranken Tochter Katie, die im Krankenhaus liegt. Neben ihrem Bett sitzen Lilly und er selbst.
Mikes Frau Lilly könnte der einzige Ausweg aus diesem Horror-Zimmer sein. Mike schaltet seinen Laptop ein und überträgt per Videochat einen Hilferuf an Lilly. Doch nach einer kurzen Unterhaltung macht die Sprinkleranlage von 1408 dem Chat ein jähes Ende: Mit einem trockenen, elektronischen Knistern verabschiedet sich der durchnässte Computer.
Panisch unternimmt Mike einen neuen Fluchtversuch. Doch auf dem Weg durch das Lüftungssystem glaubt er sich verfolgt – und ehe er sich versieht, endet seine Flucht wieder unsanft in Zimmer 1408. Mike ist dem Wahnsinn nahe. Schreiend wütet er durch den Raum, der ihn nicht gehen lassen will, zertrümmert Möbel und schlägt auf Wände und Türen ein. All dies nützt jedoch nichts. Mike bleibt gefangen in Zimmer 1408.
Plötzlich piepst das Faxgerät im Zimmer und das Nachthemd von Mikes Tochter Katie kommt aus dem Übertragungsschlitz. Gleichzeitig bricht eine eisige Kälte in 1408 aus. Möbel und Wände sind mit Reif überzogen, und Mike versucht verzweifelt, sich zu wärmen. Der Schriftsteller ist am Ende seiner Kräfte: Er halluziniert und brabbelt unzusammenhängende Sätze vor sich hin. Doch ein Ende seines Martyriums ist noch nicht in Sicht…
Mikes Computer springt an. Im Fenster des Videochats ist immer noch Lilly zu sehen, die ihm mitteilt, dass sie die Polizei verständigt habe. Angeblich seien die Beamten gerade im Dolphin Hotel in Zimmer 1408 – dieses jedoch sei leer und unbewohnt. Zu Tode erschrocken bemerkt Mike, dass sich ein weiteres Fenster auf dem Monitor öffnet. Darin sieht er sich selbst, wie er Lilly bittet, ins Hotel zu kommen und ihm zu helfen. Verzweifelt versucht er, seine Frau davon abzuhalten, in diese tödliche Falle zu tappen. Doch vergeblich: Lilly macht sich auf den Weg.
Zimmer 1408 scheint mittlerweile zu kollabieren. Risse erscheinen in den Wänden, die Bilder nehmen bedrohliche Formen an und scheinen zum Leben zu erwachen. Und plötzlich bricht eine gewaltige Wasserwand aus dem See-Gemälde in das Zimmer ein. Mike wird von einem Strudel unter die Oberfläche gerissen und versinkt in einem dunklen Nichts. Ist dies das Ende? Hat 1408 den skeptischen Schriftsteller gebrochen? Oder kann sich Mike doch noch aus dem verfluchten Raum befreien?
Noch ist Zimmer 1408 nicht fertig mit seinem Gast. Bis sich das tödliche Geheimnis des Zimmers lüftet und das Schicksal des Schriftstellers entscheidet, geht Mike Enslin durch die Hölle seiner eigenen Seele…