Wir sagen Du! Schatz.

DVD / Blu-ray / Trailer :: Website :: IMDB (7,2)
Original: Wir sagen Du, Schatz!
Regie: Marc Meyer
Darsteller: Nina Kronjäger, Samuel Finzi
Laufzeit: 97min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Komödie (Deutschland)
Filmstart: 15. November 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Oliver Eckstein ist allein. Gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, wo die Einsamkeit am Unerträglichsten ist. Dabei sehnt Oliver sich nach nichts mehr als nach einer Familie. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Bewaffnet mit einer Flasche Chloroform zieht er also kurzentschlossen los und klaut sich in der Stadt zusammen, was ihm selber so sehr fehlt: eine Familie! Die Frau und "Mutti" steht schon fest, das wird die Frau seines Chefs, SOFIA (Nina Kronjäger). Ein BABY holt er sich aus der Babyklappe, einen SOHN (Ennio Incannnova) direkt vom Spielplatz; der 9-jährige Ennio wurde hier offensichtlich vergessen. Die OMA (Margot Nagel) wird aus dem Altersheim gekidnappt, inklusive einer französischen Knautschdogge namens Cleo. Als Oliver die bewusstlose Sofia in seine Wohnung trägt - die 18. Etage eines leergemieteten Plattenbaus - trifft er auf die Streunerin MAYA (Anna Maria Mühe). Maya freut sich über einen warmen Platz zum Schlafen und fragt nicht weiter nach. Oliver vereinnahmt das pubertierende Mädchen sogleich als Tochter. Stark verkatert erwachen die neuen Familienmitglieder am nächsten Morgen an dem fremden Ort und suchen nach Orientierung. Überall in der Wohnung stehen Kühlschränke und Paletten voller Lebensmittel. Der Frühstückstisch ist gedeckt: Oliver hat Pfannkuchen gemacht. In väterlicher Ruhe wickelt er Baby MÄTZCHEN und erklärt die Familienregeln. Diese stehen in großen Buchstaben an der Küchenwand. "Wenn wir die einhalten, gibt es keinen Streit", verspricht der selbst ernannte "Papa". Sofia und Edna sind entsetzt. Doch der spontane Fluchtversuch endet an einer massiven Mauer im Treppenhaus: Oliver hat alle Ausgänge zugemauert. Es gibt kein Entkommen. Die 16-jährige Maya arrangiert sich als Erste mit der Situation, die für sie wie "Häuser besetzen" ist. Bei dem Versuch, ihren eigenen Wohnraum zu erweitern, reißt sie eine Wand ein und legt unerwartet Horst (Harald Warmbrunn) frei: der 74-jährige Rentner und Altsozialist sitzt auf seinem Sofa und bewacht seine Wohnzelle mit einem Revolver - "gegen Spekulanten", wie er sagt. Selbst Oliver hat nicht bemerkt, dass er nicht der einzige Bewohner der Etage war. So hat er Horst unfreiwillig mit eingemauert. Kurzerhand wird Horst von Oliver als "Opa" im Kreis der Familie willkommen geheißen. Zur allgemeinen Sicherheit schwatzt Oliver Horst noch den Revolver ab und hat so ein geeignetes Druckmittel, damit alle die Familienregeln einhalten und pünktlich zum Essen erscheinen. Doch schnell muss Oliver feststellen, dass man das ideale Familienleben nicht erzwingen kann. Diese Familie ist ganz anders, als Oliver sie sich vorgestellt hat: Sohn Ennio hat eine Hausstauballergie und kann nicht in geschlossenen Räumen sein. Oma Edna entpuppt sich als Leiterin des Seniorenheimes und empfindet es als Beleidigung, eine "Oma" zu sein. Sie verlang ihren Stundenlohn von 22 Euro 85 für ihre "Arbeit". Opa Horst ist ein besserwisserischer Nörgler und wartet nur darauf, dass er wieder an seine Pistole kommt. Und selbst Maya, die Olivers Aktion "eigentlich cool" findet, hat auf alles Lust, nur nicht auf Gemeinschaft. Am Schlimmsten aber: Sofia hasst Oliver. Sie beleidigt und verweigert sich ihm, wo es nur geht und macht sich über seine Liebe zu ihr lustig. Sofia will nur eines: zurück zu ihrem "richtigen" Mann. Obendrein hasst sie Kinder und weigert sich, das "gemeinsame“ Baby zu wickeln. Dafür trinkt sie gerne und viel, was auch nicht unbedingt Olivers Bild von einer idealen Frau und Mutter entspricht. Doch Oliver gibt nicht auf: Er glaubt an seine Idee vom gemeinsamen Glück, auch wenn seine Familie alles andere als perfekt ist. Oliver erkennt, dass er jeden Menschen so lassen muss, wie er ist. Also wird Ennio am offenen Fenster angebunden, damit er immer Frischluft hat. Oma Edna bekommt Olivers ganzes Geld, damit sie mitmacht. Opa Horst darf weiter in seiner muffigen Stube herumgrummeln und Sofia ihre aussichtslosen Fluchtversuche unternehmen. Nur die Familienregeln müssen weiter eingehalten werden: Ehrlichkeit untereinander und pünktliches, gemeinsames Essen. Als Oliver am Abend dann wieder allein am reich gedeckten Abendbrottisch sitzt, rastet er schließlich aus. Am nächsten Morgen sehen sich die Familienmitglieder mit neuen drakonischen Maßnahmen konfrontiert: Oliver hat das gesamte Essen weggeschlossen, das Wasser abgestellt und das Klopapier und andere Hygieneartikel versteckt. Lediglich Mätzchen, das Baby, wird versorgt. Und für Ennio hat Oliver aus einem Wasserzerstäuber einen Staubbeseitiger gebastelt. Mit dem kann Ennio nun auch in geschlossenen Räumen sich aufhalten und muss nicht auf dem Dach frieren. Gemeinsam streichen Vater und Sohn das Wohnzimmer neu, während der Rest der Familie sich nun überlegen muss, wie sie an Essen, Wasser und Klopapier kommen. In einer Krisensitzung vor der verminten Mauer im Treppenhaus kommen sie zu dem Schluss, dass es am Sinnvollsten ist, Olivers Spiel mitzumachen, solange es keine andere Möglichkeit des Ausbruchs gibt. Bis auf Sofia haben sich auch schon alle an die Situation gewöhnt. Horst schmeckt Olivers Essen. Maya hat eine eigene Bude. Und Edna verdient Geld, was sie freilich niemandem erzählt. Und irgendwie muss man sich ja auch die Zeit vertreiben. In einer großen Gemeinschaftsaktion streicht die Familie die gesamte Wohnung. In Gelb, was nach Olivers Auffassung das "Glücksgefühl" und die "Lebensfreude" steigern soll. Abends, bei einem Hirschragout à la bonne heure, spüren tatsächlich alle so etwas wie ein gemeinsames Glück. Dass der Hund Cleo nicht da ist, fällt zunächst niemanden auf. Außer Sofia, die das Tier an einem Seil aus Bettlaken aus dem Fenster herabgelassen hat. Ausgestattet mit einem Schild um den Hals, soll Cleo draußen Hilfe holen. Drinnen bei Oliver nähern sich die Gekidnappten derweil immer mehr an. Das Familienleben ist zwar noch immer nicht perfekt, aber dafür sehr lebendig: Oma und Opa geraten bei gegenseitigen Frotzeleien immer mehr in die Intimsphäre des anderen. Ennio bekommt vom Opa ein Indianerlager auf dem Dach gebaut. Maya hat sich eine eigene Bude eingerichtet und fühlt sich zumindest in Olivers Nähe sehr heimisch. Als Tochter macht sie Oliver dann auch darauf aufmerksam, dass "zu einer richtigen Ehe Sex gehört". Sie gibt ihn ein paar Tipps in Sachen "Was Frauen wollen" und ermutigt ihn, noch einmal richtig anzugreifen. Bei einer Flasche Champagner kommen sich die Oliver und Sofia tatsächlich näher. Sofia gesteht Oliver, dass sie wegen einer Krankheit keine Kinder kriegen kann und de facto mit Panikattacken reagiert, wenn sie auch nur in die Nähe von Säuglingen kommt. Ein Geheimnis, dass sie bis dahin noch niemanden erzählt hat. Nicht einmal ihrem Mann. Auch Oliver erzählt nun von sich selbst: Dass er immer einsam war und sich nicht erinnern kann, jemals eine Familie gehabt zu haben. Alles was er weiß, weiß er aus Büchern, und alles was er hat, klebt in ein paar Fotoalben, die er sammelt. Nicht mal an seine Eltern erinnert er sich. Es ist, als wäre er aus dem Himmel gefallen oder als müsste er eine Götter-Strafe abarbeiten, so wie Sisyphos, der den Stein so lange auf den Berg rollen muss, bis er oben liegen bleibt. Sofia hält Oliver für verrückt, aber zum ersten Mal fühlt sie sich ihm nahe. Wie nahe Glück und Unglück zusammenliegen, erfährt Oliver bereits beim nächsten Essen. Der Opa kommt nicht, weil man ihm erstens "sein Sofa geklaut hat" und er sich zweitens beleidigt fühlt über die Wahrheit, mit der ihn Oma Edna konfrontiert hat: dass er ein einsamer, verbitterter, alter Mann ist. Ennio ist traurig, weil der Opa ihn plötzlich missachtet. Außerdem ist der Hund weg und da draußen ein sintflutartiger Regen eingesetzt hat, tropft es überall in der 18. Etage der alten Platte durch. Getreu der Regel, dass eine Familie keine Geheimnisse voreinander hat, erzählt Oliver schließlich auch noch von Sofias Unfruchtbarkeit. Das ist zuviel für Sofia: Sie rastet aus und macht alle Anwesenden darauf aufmerksam, in was für einer lächerlichen Lüge sich die "Familie" mittlerweile eingerichtet hat. Alles nur, weil keiner von ihnen "sein Leben da draußen gebacken bekommt" und „weil bei Oliver das Essen schmeckt." Dann fällt sie, aus Panik vor dem schreienden Baby, in Ohnmacht. Wie bereits alle anderen, versteht nun auch Oliver, dass sein Experiment endgültig gescheitert ist. Heiligabend wird zu einem beklemmenden Fest in kleiner Runde: Unter Regenschirmen und in Decken gehüllt versucht man, einen letzten Moment des familiären Glücks zu beschwören. Vergebens. Doch dem Heiligen Abend folgt naturgemäß eine heilige Nacht: Ein jeder zieht seine eigene Lehre aus den gemeinsamen Erlebnissen und am Weihnachtsmorgen folgt ein wundersames Erwachen...

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