Regie: Tarsem Singh
Darsteller: Lee Pace, Catinca Untaru
Laufzeit: 116min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Abenteuer, Drama, Fantasy (Griechenland, Indien, USA)
Verleih: Capelight Pictures
Roy Walker (Lee Pace) ist ein gebrochener Mann. Buchstäblich. Denn ein waghalsiger Sprung von einer Eisenbahnbrücke auf ein Pferd hat den Stuntman schwer verletzt. Von der Hüfte an abwärts gelähmt liegt er nun in einem Krankenhaus in Los Angeles. Es ist das Jahr 1915. Roy Walker wird nie wieder laufen können. Und auch sein Herz ist gebrochen: Seine Freundin hat ihn gerade für den Hollywood-Star Sinclair (Daniel Caltagirone) verlassen.
Roy Walker ist kein Mann, der eine Zukunft als Pflegefall für sich akzeptiert. Er will sterben. Doch wie tötet man sich, wenn man das Bett nicht verlassen kann? Die Antwort naht in Gestalt des kleinen Mädchens Alexandria (Catinca Untaru). Das fröhliche und aufgeweckte Kind steht eines Tages an seinem Bett, um einen Brief, der durchs Fenster in sein Zimmer geweht ist, zurückzuholen. Alexandria stammt aus ärmlichen Verhältnissen, arbeitet mit ihren Eltern auf einer Orangenplantage und hat sich bei der Ernte den Arm gebrochen. Roy beginnt, dem Mädchen ein abenteuerliches Märchen zu erzählen, in dem er auf überlebensgroße, magische Art sein eigenes Elend spiegelt.
Roys Geschichte handelt von einer Gruppe edler Banditen, die auf der Suche nach Vergeltung durch ein mystisches Reich ziehen. Anführer der Bande ist der maskierte Schwarze Bandit (Lee Pace), der sich geschworen hat, seinen Erzfeind, den sinistren Gouverneur Odius (Daniel Caltagirone) zu töten. Zu seinen Verbündeten zählen der sanftmütige Schmetterlings-Forscher Charles Darwin (Leo Bill), ein Sprengstoffexperte, ein ehemaliger Sklave sowie ein kluger, kleiner Affe.
Als der Schwarze Bandit eines Tages die Kutsche des Gouverneurs überfällt, entführt er die schöne Prinzessin Evelyn (Justine Waddell). Diese wurde eigentlich dem Gouverneur als Ehefrau versprochen. Aus der Geiselnahme wird schon bald Liebe, doch bevor er mit der Schwarze Bandit mit Frau seiner Träume das Glück finden kann, muss er erst seinen Rivalen vernichten.
Gebannt lauscht die kleine Alexandria Roys abenteuerlicher Erzählung. Jeden Tag kommt sie zu ihm, begierig zu hören, wie es weitergeht. Roy ist für das Mädchen bester Freund und Vaterersatz geworden. Sie vertraut ihm. Und so stiehlt sie für ihn auch das Morphium aus der Apotheke, nicht ahnend, dass sie Roy damit auf ewig zu verlieren droht. Doch Alexandria gibt Roy nur drei Schmerztabletten, die anderen wirft sie weg. Roy ist wütend und am Boden zerstört. Aber er erzählt die Geschichte weiter. Sie ist allerdings nicht mehr dieselbe: In dem Maße, in dem seine Verzweiflung stärker wird, wird auch seine Ballade immer finsterer und hoffnungsloser. Auf Alexandrias Wunsch bindet er das Mädchen in sein Märchen ein, als Alexandria die Große, Tochter des schwarzen Banditen. Doch das macht die Geschichte für das Kind nur noch schrecklicher, denn Roy kann seine Lebensmüdigkeit, seine Wut und Verzweiflung nicht mehr kontrollieren. Nach und nach tötet er fast alle Protagonisten seiner Geschichte.
Alexandria ist in Tränen aufgelöst und fleht Roy um ein Happy End an, bevor er auch den maskierten Banditen sterben lässt. Doch Roy ist fest entschlossen, sein Märchen (und sein Leben) zu zerstören. Er ahnt allerdings nicht, dass die Liebe und das Vertrauen eines Kindes mächtige Waffen sein können – stärker als die Trauer. Die kleine Alexandria wird am Ende die Heldin sein. Im Märchen und im wahren Leben.