Teuflisch

DVD / Blu-ray / iTunes / Trailer :: IMDB (5,9)
Original: Bedazzled
Regie: Harold Ramis
Darsteller: Brendan Fraser, Orlando Jones
Laufzeit: 90min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Komödie (USA)
Filmstart: 18. Januar 2001
Bewertung: 7,0 (1 Kommentar, 1 Vote)
Elliot Richards würde es gerne jedem recht machen; den verärgerten Kunden, die ihn als technischen Support seiner Firma am Telefon beschimpfen; den genervten Kollegen, die mit ihm ein Großraumbüro teilen; vor allem aber der attraktiven Alison Gardner, in welche er sich zwar unsterblich verliebt hat, die ihn jedoch in vier Jahren Firmenzugehörigkeit noch nicht einmal bemerkte. Kein Wunder, Elliot fehlte ja bislang der Mut, sie überhaupt anzusprechen. Wie sollte er das auch bewerkstelligen? Hat der Tollpatsch doch neben seiner Gefallsucht enorme Probleme mit der zwischenmenschlichen Kommunikation. Diese sind sogar so gravierend, dass jeder, der ihn auf sich zusteuern sieht, sofort Reißaus nimmt. Dementsprechend geht auch sein erster ungeschickter Annäherungsversuch gegenüber Alison nach hinten los. In seiner Verzweiflung bittet er: „Oh Gott, ich würde alles geben, um mit ihr zusammen zu sein.“ Und sein Wunsch wird erhört. Zwar nicht von Gott, dafür aber von einer äußerst erotischen Schönheit, die sich ihm als Teufel vorstellt und ein verführerisches Angebot macht: Elliots Seele gegen die Erfüllung von sieben Wünschen. Sein anfängliches Misstrauen wird ein wenig gemildert, nachdem sie ihm vorab schon einmal einen „Probewunsch“ – einen Big Mac nebst Cola – erfüllt. Also folgt er der attraktiven Versucherin in ihr satanisches Domizil, wo die Teufelin Elliot eine Zukunftsvision vor Augen führt, der er einfach nicht widerstehen kann: Elliot und Alison an einem Traumstrand in inniger Umarmung. Der liebestolle Naivling schmilzt dahin und unterschreibt das etwa 3000 Seiten dicke Vertragswerk, ohne dem Kleingedruckten weitere Beachtung zu schenken. Zu dumm, denn schnell bekommt Elliot noch einen Beeper für den Fall einer Wunschreklamation in die Hand gedrückt und schon geht es an die Erfüllung seines ersten Traumszenarios: reich, einflussreich und mit Alison verheiratet sein. Das ist er denn auch. Leider hat die Sache nur mehrere Haken. Erstens beruht sein Reichtum auf Drogengeschäften im kolumbianischen Dschungel, zweitens betrügt ihn Alison mit ihrem Englischlehrer und drittens reicht sein Einfluss gerade mal so weit, wie es der zungenfertige Liebhaber seiner Frau erlaubt. Als dieser mit Waffengewalt das Kommando über die Koksfabrik an sich reißt, greift Elliot in letzter Minute zum Beeper ... Um seinen nächsten Wunsch besser planen zu können, schleust ihn die gerissene Teufelin in Alisons Schlafzimmer, wo sie in deren geheimem Tagebuch lesen. So erfahren die beiden, dass sich Elliots Angebetete nach einem sensiblen Mann sehnt – und schon findet sich Elliot als rothaariger, sommersprossiger Poet beim ergreifenden Sonnenuntergang am Strand wieder. Neben ihm Alison, die ihm hingebungsvoll lauscht. Als Elliot jedoch gar nicht mehr aufhören will, schluchzend rührselige Oden an Delphine zu trällern, zieht sie mit der ersten Biernase von dannen, die ihr verspricht, schnell zur Sache zu kommen. Und wieder tritt der Beeper in Aktion ... Nun weiß Elliot die Lösung. Statt schwächlich und sensibel will er nun doch lieber groß und sportlich sein. Sprich, ein zweieinhalb Meter großer NBA-Star, der die Harlem Globetrotters noch das Ballspielen lehren kann. Kurz, die Antwort auf Dennis Rodman. Und tatsächlich ist die Sportreporterin Alison an einem besonders privaten und intimen Interview mit diesem überaus mächtigen Sportler interessiert. Als sie jedoch sieht, dass Elliots geistige Größe sowie seine Ausstattung unterhalb der Gürtellinie weit hinter ihren Erwartungen zurück bleiben, ergreift sie rasch die Flucht. Und wieder muss der Beeper her ... Jetzt entscheidet sich Elliot zur Abwechslung für die intellektuelle Variante. Als erfolgreicher Schriftsteller doziert er in Bandwurmsätzen über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichsten Körperteile und ihrer Funktionen. In dem Moment jedoch, als er mit Alison, einer begeisterten Anhängerin seiner Werke, endlich im Schlafzimmer landet, wird er dort bereits erwartet. Von seinem männlichen Lebenspartner. Wo ist der Beeper? Aller Illusionen beraubt, wünscht sich Elliot nun nichts sehnlicher, als anderen Menschen zu helfen und sich für seine guten Werke ein Denkmal zu setzen – schon ist er Präsident Lincoln auf dem Weg ins Theater ... Hilfe, der Beeper! Völlig verzweifelt flüchtet Elliot in eine Kirche, um sich dort himmlischen Rat zu erbitten, da er um seine Seele bangt. Doch der anwesende Gottesdiener ruft vorsichtshalber lieber die Polizei, um ihn in eine Ausnüchterungszelle stecken zu lassen. Elliots Zellengenosse jedoch, scheinbar ein Taugenichts und Landstreicher, hat plötzlich erstaunliche Ratschläge für Elliot in petto. Seine Seele, so meint er, könne man gar nicht verkaufen, weil sie Gott gehöre. Der Teufel versuche nur ab und an, die Menschen vom rechten Weg abzubringen. Doch man müsse nur Herz und Geist öffnen, dann werde sich schon alles von alleine regeln. Aus dem Gefängnis entlassen, sucht Elliot umgehend die Teufelin auf, fest entschlossen, unter allen Umständen seinen Vertrag zu kündigen. Diese aber besteht auf die Erfüllung der Vereinbarung und verlangt von ihm, endlich seinen allerletzten Wunsch auszusprechen. Also wünscht er resigniert Alison ein glückliches Leben. Die Teufelin bricht zusammen. So etwas ist ihr in ihrer 6000-jährigen Berufspraxis noch nie untergekommen. Jemand gibt tatsächlich seinen letzten Wunsch für das Wohl eines anderen auf. Damit aber ist der Vertrag null und nichtig und Elliots Chancen auf ein normales, aber glückliches Leben um einiges gestiegen. Besonders, da in ihm einige Veränderungen vorgegangen sind. So lädt er Alison, als er sie das nächste Mal trifft, zum Kaffee ein. Die aber muss ihm leider absagen, da sie einen festen Freund hat, und vertröstet ihn freundlich auf ein andermal. Doch als Elliot nach Hause kommt, steht plötzlich eine neue Nachbarin vor ihm, die Alison sonderbarerweise irgendwie ähnlich sieht ...

Kommentare

1frosch6602. März 20237/10
ein guter Film