Regie: Almut Getto
Darsteller: Bastian Trost, Katharina Schüttler
Laufzeit: 88min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Drama, Romanze (Deutschland)
Filmstart: 12. November 2009
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Phillips (Bastian Trost) Leben ist gut. Sein Partner heißt Paul und ist eine Schildkröte. Seinen Tagesablauf regelt die Bügelmaschine mit Zeitschaltuhr. Sein berufliches Spezialgebiet sind Banknotenblüten aus dem mediterranen Raum. Sein Lieblingsgetränk ist Multivitaminsaft.
Sein Therapeut Aaron (Andreas Patton) ist gleichzeitig auch sein bester und einziger Freund. Nur Aaron weiß, dass Phillip insgeheim von seinem großen Durchbruch als Stand up-Pantomime auf der Kleinkunstbühne seines Stammlokals träumt.
Doch statt sich ein Herz zu fassen, drückt sich Phillip lieber in stillen Ecken kleiner Bars herum, wo er prompt über Lina (Katharina Schüttler) stolpert. Oder besser, sie über ihn, denn Lina ist blind und Phillips Hose nach dem Zusammenprall übergossen mit Multivitaminsaft.
„So blind kann doch keiner sein!“
„Doch, ich!“
„Dann sollten Sie vielleicht besser Zuhause bleiben. Sie sind ja gefährlich!“
Doch der Abend endet unerwartet, denn Lina, die sensible Cellistin, aber dafür umso forschere Frau, sucht sich ausgerechnet Phillip als Begleiter für den Nachhauseweg aus. Zu Linas Erstaunen wird daraus aber kein gemütlicher Spaziergang, sondern ein strammer Endspurt. Zu Phillips Überraschung kann Lina spielend mithalten.
Das dicke Ende aber erwartet Phillip in den eigenen vier Wänden: Seine Wohnung wurde fast bis auf die letzte Glühbirne ausgeraubt. Alles ist weg, nur die Bügelmaschine steht noch da. Schlimmer aber wiegt, dass auch Paul verschwunden ist.
In seiner Not, und weil er im Dunklen nicht einschlafen kann, überwindet Phillip seine Scheu vor Menschen und quartiert sich kurzerhand bei Lina ein. Die hat für ihn nicht nur ein weiches Sofa und eine zweite Decke parat, sondern auch ein Lied zum Trost. Für Phillip lässt sie sogar das Licht die ganze Nacht brennen.
Das Dinner aber, zu dem Phillip Lina als Dank einlädt, gerät zum Desaster: Die Arroganz des Kellners (Oscar Ortega Sanchez) bringt Phillip so aus der Fassung, dass er ihm in die Hand beisst. Es ist nur Linas mutigem Einschreiten zu verdanken, dass sie beide ungeschoren und erhobenen Hauptes aus dem Nobelrestaurant entkommen können. Phillip ist schwer beeindruckt von Linas Durchsetzungsvermögen.
Auch Aaron, in seiner Eigenschaft als Therapeut, zeigt sich über den weiblichen Zuwachs in Phillips Bekanntenkreis erfreut.
„Und, wie fühlen Sie sich mit ihr?“
„Gut, glaub ich. Doch, doch, ganz gut.“
„Schön.“
„Ich weiß nicht, zu gut ist ja auch nicht gut.“
„Wieso denn nicht?“
„Naja, wenn’s zu gut geht, ist die Gefahr, dass es bald wieder schlechter geht, größer. Deshalb ist zu gut nicht gut.“
Phillips Lebensphilosophie trägt dann auch bald selbsterfüllende Blüten. Aus Angst, dass alles zu gut wird, versetzt er Lina am Abend darauf im Restaurant und kauft als Entschädigung dafür Sonnenbrillen im Partnerlook. Lina aber ist alles andere als erfreut, glaubt sie doch, Phillip schäme sich für ihre Blindheit.
Als er sie dann auch noch ohne Vorwarnung blindlings in eine Baustelle laufen lässt, platzt ihr endgültig der Kragen. „Weißt du was, du und ich, das kann gar nicht gut gehen!“
So schlecht aber ist es Phillip noch nie gegangen. Was er nun braucht, ist eine wirklich gute Idee. Dabei kommt ihm, dem alle Überraschungen im Leben zuwider sind, ausgerechnet der Zufall zu Hilfe...