Original: Die Tränen meiner Mutter
Regie: Alejandro Cardenas-Amelio
Darsteller: Rafael Ferro, Erica Rivas
Laufzeit: 93min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Deutschland)
Filmstart: 06. November 2008
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Alex (Fabian Busch) sitzt in einem Taxi, das sich durch den dichten Straßenverkehr von Buenos Aires schiebt. Er ist auf dem Weg ins Krankenhaus zu seinem schwer krebskranken Vater, der ihn noch einmal sehen möchte. Zwar wurde Alex vor über 30 Jahren in der argentinischen Hauptstadt geboren, doch aufgewachsen ist er in Berlin. Währen der Fahrt erinnert er sich an seine Kindheit...
Ende der 70er Jahre mussten seine Eltern vor der argentinischen Militärjunta fliehen: Der Bruder seiner Mutter war verhaftet worden, nun versuchten sie, dem gleichen Schicksal zu entgehen. Der Grafiker Carlos (Rafael Ferro) und die asthmakranke Journalistin Lizzy (Erica Rivas) landen nach ein paar Zwischenstopps in Europa im West-Berlin der 80er Jahre. Alex (Adrian Goessel) fallen zu Anfang vor allem die Hunde auf: Unmengen scheint es von ihnen zu geben, und die deutsche Sprache ähnelt ihrem Gebell. Um Geld zu sparen, ziehen Alex und seine Eltern in eine Fabriketage. Lizzy macht Fernsehbeiträge über die Hausbesetzungen dieser Zeit, Carlos versucht als Straßenverkäufer Touristen seine Zeichnungen der Gedächtniskirche anzudrehen. Alex besucht eine deutsche Schule, am ersten Tag begrüßt ihn die Klasse in Poncho und mit Panflöten, und Alex erfährt, was deutsche Regeln bedeuten.
Obwohl er sich in dem kalten Land am Anfang nicht wirklich wohl fühlt, gewöhnt sich Alex schnell an Berlin: Die große Fabriketage mitsamt bunter Wohngemeinschaft ist für ihn eine warme, heimatliche Insel. Außer seiner Familie wohnen dort noch Micha (Kristian Kiehling), der große blonde Kameramann mit dem Glasauge, der ständig neuen, hübschen Damen das Herz bricht, dann der Fotograf Jürgen (Joachim Paul Assböck), das eigenbrötlerische Punkmädchen Sik (Alice Dwyer), der halbgelähmte, ehemalige Trickbetrüger Günther (Volkmar Kleinert) und sein Pfleger Andreas (Roman Russo). Etwas später zieht Jürgens spanische Freundin Anita (Toni Gomis Chaparro) dazu. Sie essen gemeinsam an einem großen Tisch im riesigen Ess-, Wohn- und Kochbereich ohne Wände und vertreiben sich abends die Zeit zusammen.
Als seine Mutter Alex eines Tages beim Kochen darum bittet, ihr ein Gewürz herüberzureichen, merkt Alex, dass er über telekinetische Kräfte verfügt. Wenn er sich konzentriert, kann er Dinge in die Luft steigen lassen. Streichhölzer bringt er sogar dazu, sich von selbst zu entzünden. Als er seine Fähigkeit in der Schule vorführen will, stellt ihn die Lehrerin und schreibt seinen Eltern einen Brief.
Dieser Brief provoziert einen Streit zwischen seinen Eltern, in dem klar wird, dass sich bei seinem Vater Carlos nach und nach eine gewisse Unzufriedenheit eingeschlichen hat: Er vermisst Argentinien und denkt darüber nach, dorthin zurückzukehren. Lizzy sieht dagegen keine Zukunft in dem immer noch militärregierten Land. Alex beschließt, seine Gabe nur noch im Geheimen zu benutzen.
Als Alex nachts nicht schlafen kann, verspricht sein Vater, ihn irgendwann mit nach Buenos Aires zu nehmen, und vor Alex’ geistigem Auge entsteht ein Zeichentrickfilm, in dem er mit Carlos in Argentinien Motorrad fährt und argentinische Rinder miteinander Tango tanzen. Etwas später melden die Zeitungen, dass in Argentinien Wahlen stattfinden. Doch Lizzy glaubt nicht an eine Demokratie. Alex muss mit seinen Eltern aufs Konsulat, um zu beweisen, dass sie bei den Wahlen nicht in Argentinien waren – Wählen ist dort Pflicht. Abends feiert die WG und Alex schaut zu wie Carlos und Lizzy verliebt Tango tanzen, und die Welt scheint (noch) in Ordnung für ihn.
Nachdem Carlos – zu Lizzys Ärgernis – als Bezahlung für einen Restaurantjob einen alten Filmprojektor bekommen hat, igelt sich die WG noch mehr ein: Abends werden
Stummfilme und kleine selbst gedrehte Werke auf ein Bettlaken projiziert. Alex genießt die harmonischen Stunden, obwohl sich seine Eltern mehr und mehr voneinander entfernen.
Alex’ Mutter Lizzy fährt - mitsamt dem Kameramann - drei Wochen fort, um Fernsehbeiträge über die politische Situation in Schottland zu machen. In dieser Zeit kommen sich Carlos und Anita, die Freundin des Fotografen, langsam näher. Auch nachdem Lizzy zurückkehrt hält diese Situation an, obwohl Alex sogar seine geheimnisvollen Kräfte einsetzt, um es zu verhindern. Gleichzeitig verliebt sich Alex zum ersten Mal: in ein Mädchen aus der Schule, das seine Gefühle zu erwidern scheint.
Doch dann hat einer der WG-Bewohner einen tödlichen Unfall, und danach ändert sich für Alex einfach alles...