Das Konklave

DVD / Blu-ray / Trailer :: IMDB (6,5)
Original: The Conclave
Regie: Christoph Schrewe
Darsteller: Nora Tschirner, Peter Guinness
Laufzeit: 100min
FSK: ???
Genre: Drama, Geschichte (Deutschland, Kanada)
Filmstart: 01. November 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Man schreibt das Jahr 1458. Fünf Jahre nach dem Fall von Konstantinopel, liegt Pabst Calixtus III. – ein Spanier – im Sterben. Sein Neffe, Kardinalvizekanzler Rodrigo Borgia (Manu Fullola) wird in den Vatikanspalast gerufen. Dort eingetroffen, können Rodrigo Borgia und sein Bruder Pedro Luis (Lolo Herrero), Generalhauptmann der vatikanischen Armee, nur noch Abschied nehmen. Schon am Sterbebett sehen sich die Brüder mit den Intrigen und dem Hass am päpstlichen Hof konfrontiert. So droht Erzbischof Latino Orsini (Peter Guiness) den Brüdern unverhohlen und rät ihnen, Rom so schnell wie möglich zu verlassen. Den Spaniern droht Gefahr, nicht zuletzt von Seiten der Orsini-Familie, die 5.000 Bewaffnete vor den Toren Roms stationiert haben. Sie alle wollen Rache. Zum einen für die dreijährige katalanische Unterdrückung, zum anderen für den Affront, dass der verstorbene Calixtus III. entgegen der Tradition seinen eigenen Neffen Pedro Borgia zum Generalhauptmann machte, statt einen Vertreter des Orsini-Clans. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion beschließen die Rodrigo-Brüder zu fliehen, mit 10.000 Golddukaten im Gepäck machen sie sich auf den Weg, um über Ostia per Schiff nach Spanien zurück zu kehren. Im letzten Moment macht Rodrigo einen Rückzieher, versteckt sich kurzer Hand im römischen Untergrund als Bettler und Aussätziger und überbrückt so das Warten bis das Konklave – die Wahl des neuen Papstes – beginnt. Nach und nach pilgern die 18 mächtigsten Kirchenmänner nach Rom, um an der Wahl teilzunehmen, unter ihnen befinden sich Guillaume d’ Estouteville (James Faulkner), Aeneas Sylvius Piccolomini (Brian Blessed), Latino Orsini, Pietro Barbo (Richard Donat), Juan de Mella (Brian Downey), Kardinal Bessario (Rolf Kanies), Kardinal Calandrini (John Dunsworth), Prospero Colonna (Nicholas Irons), Alain d’ Avignon (Holger Kunkel) sowie Rodrigo Borgia. Im römischen Quirinalspalast werden die Fenster vernagelt, die Türen verriegelt, während des Konklaves ist der Kontakt zur Außenwelt strengstens verboten. Noch ehe das Konklave offiziell eröffnet wird, wiederholt Latino Orsini seine Drohung und ermahnt Rodrigo Borgia die Wahl werde auch über seine eigene Zukunft entscheiden. Ebenso feindselig begegnet ihm Guillaume d’ Estouteville, der den jungen Papstneffen abschätzig auf dessen Pflichten während des Konklaves erinnert: Den Statuten zu Folge ist es Aufgabe des Kardinalvizekanzlers das Konklave gemäß den Regeln und Traditionen zu leiten. Diplomatisch geschickt gibt Rodrigo Borgia die Leitung an den dienstältesten und somit an Erfahrung reicheren Kardinal, an Guillaume d’ Estouteville ab. Das Konklave kann beginnen. Der erste Wahlgang wird auf die Stunde nach dem Mittagessen angesetzt. Zuvor ziehen sich die Kardinäle zu stillen Gebeten zurück. Das Intrigenspiel beginnt. Schnell werden die unterschiedlichen Interessengruppen innerhalb des Konklave sichtbar: Die eine Gruppe, ist politisch und diplomatisch an der Macht des Papststuhls interessiert, der zweiten geht es in erster Linie um Geld und weltliche Privilegien, die dritte, hofft durch den neuen Papst auf Unterstützung bei der Befreiung Konstantinopels und auf einen neuen Kreuzzug. Die vierte Gruppe wird von religiösen und gottesfürchtigen Motiven geleitet. In der Unsicherheit vor dem ersten Wahlgang vergrößert Latino Orsini den Druck auf den jungen Borgia. Unverhohlen droht er ihm, lässt ihm nur die Wahl zwischen einem Leben als Vasall im Dienste der Familie Orsini oder dem sicheren Tod nach dem Konklave. Auch zwischen den anderen Anwesenden wird der Ton schärfer. Zu einem ersten lautstarken Disput kommt es beim Mittagsessen – provoziert durch den jungen und vorlauten Kardinal Rospero Colonna. Alle Anwesenden sind sich einig, der neue Papst wird nicht aus Spanien kommen; zu stark ist der Hass, zu groß sind die Vorbehalte. Ebenso sicher scheint es, dass nur derjenige die Papstwahl gewinnen kann, der sich entweder der Unterstützung des Orsini- oder des Colonna-Clans gewiss sein kann. Die zwei einflussreichsten Familien Italiens sind verfeindet, würden niemals denselben Papstanwärter unterstützen und schlimmer noch, auch mit kriegerischen Mitteln ihren Machtanspruch bekräftigen. Letztendlich obsiegt jedoch bei beiden Fraktionen nur die Macht- und Geldgier. Die Vertreter der griechischen und russischen Kirche rechnen sich zwar keine ernsthaften Chancen auf den Heiligen Stuhl aus, ihre zwei wertvollen Stimmen werden sie aber nur der Fraktion geben, die einen neuen Kreuzzug verspricht. Nicht zu unterschätzen ist die Rolle von Guillaume d’ Estouteville. Von adliger Herkunft, wohlhabend und unter den anwesenden Kardinälen der mit der größten Erfahrung in der Politik des Heiligen Stuhls, kann sich d’ Estouteville zudem der Unterstützung des französischen Königs Karl VII. (1422 – 1461) sicher sein. All dies macht ihn zu einem der Favoriten für die Wahl zum neuen Papst. Nominiert wird er von seinem getreuen Fürsprecher, dem Kardinal d’ Avignon. Den Gegenpart zu Kardinal Estouteville bildet Aeneas Sylvius Piccolomini. Lautstark plädiert der sieneser Kardinal für die Wahl eines Mannes, der das „Werk des Herren verrichtet, sich nicht um politische Interessen kümmert oder zum Wohle eines Königs agiert“. Kurzerhand nominiert sich Piccolomini selbst. Noch vor dem ersten Wahlgang beginnt das Intrigenspiel, der Handel um Interessen, das Feilschen um Geld, Versprechungen und Zusagen werden gemacht, Drohungen ausgesprochen. Sowohl Estouteville als auch Piccolomini versuchen sich die Stimmen der Kardinäle bereits im Vorfeld zu sichern. So verspricht Estouteville dem jungen Borgia den Schutz der französischen Armee vor den Orsinis und lockt den ehrgeizigen Kardinal zudem mit dem Versprechen, das Amt des Kardinalvizekanzlers auch während der Regentschaft Estoutevilles weiter bekleiden zu dürfen. Der erste Wahlgang beginnt – neun Kardinäle stimmen für Guillaume d’ Estouteville, sechs wählen Piccolomini, zwei Stimmen gehen an Latino Orsini und der unentschlossene Kardinal Kalandrini stimmt für sich. Nur wer mindestens zwölf Stimmen für sich gewinnen kann, kann Papst werden. Siegesgewiss legt Estouteville den zweiten Wahlgang auf die Stunde nach dem Abendessen. In einer geheimen Absprache beraten Guillaume d’ Estouteville, Kardinal d’ Avignon, Rodrigo Borgia und Rospero Collona wie die fehlenden drei Stimmen gewonnen werden können. Augenscheinlich konnte Piccolomini die Traditionalisten hinter sich vereinen. Fieberhaft werden alle Kardinäle auf ihr Potential analysiert: Kardinal Piedro Babo gilt als käuflich, wenn der Preis stimmt, Kardinal Juan de Mella soll von seinem Neffen Rodrigo Borgia überzeugt werden. Das Hauptargument ist zukünftige Zugehörigkeit des Königreichs Neapel, die im Interesse von Spanier gelöst werden soll. Auf die Stimme Kardinal Calandrinis baut Estouteville aufgrund der Tatsache, dass ein Bologneser Kardinal niemals einen Mann aus Siena wählen würde. Auf die Stimme von Latino Orsini muss der machtbesessene Estouteville verzichten, dieser hat sich auf die Seite Piccolominis geschlagen. Mit großer Spannung wird die zweite Wahl erwartet. Das Ergebnis: Zehn Stimmen für Estouteville, acht Stimmen für Piccolomini. Die Anspannung steigt, die Stimmung wird aggressiver. Estouteville ist zunehmend besessen von der zum Greifen nahe erscheinenden Papstkrone. Immer weniger kann er sich mit der Tatsache zufrieden geben, dass nicht jeder der Anwesenden bestechlich zu sein scheint. Die Situation scheint verfahren. Estouteville verliert die Selbstkontrolle, verrennt sich und beginnt den Kardinälen offen zu drohen. Von Machthunger getrieben zeigt er nach und nach sein wahres Gesicht, verliert zunehmend die Contenance, macht Versprechungen die er nicht bereit ist zu halten, spricht Drohungen aus und zeigt wozu er im Stande ist. Auch vor Simonie (Austausch geistlicher Werte gegen weltlichen Besitz) schreckt er nicht zurück: 200 Golddukaten hat er im Namen des Königs von Frankreich Kardinal Pietro Barbo versprochen und tarnt dies als „Bezahlung für einen diplomatischen Dienst“. In der Zwischenzeit befällt Rodrigos Bruder Pedro, der mit seinen Gefolgsleuten in Ostia auf ein Schiff nach Spanien wartet, ein Fieber. Geschwächt wird er zu einem leichten Opfer von Orsinis Männern, die ihn kaltblütig ermorden. Rodrigo erfährt während des Konklaves von dem Tod seines Bruders. Gehässig flüstert Latino Orsini ihm die Neuigkeit zu, denn er kennt Mittel und Wege sich mit der Außenwelt und seinen Gefolgsleuten auch während des Konklaves auszutauschen. Der dritte Wahlgang beginnt und soll die Entscheidung bringen. Die Stimmung unter den Anwesenden ist angespannt. Immer und immer wieder zählt Estouteville ungläubig die Stimmzettel durch und verkündet schlussendlich frustriert das Ergebnis: 10 Stimmen wurden für ihn selbst abgegeben, 8 Stimmen für Piccolomini. Aufgebracht und empört stürmt Piccolomini selbst zur Wahlurne, zählt nach und kommt zu einem anderen Ergebnis. Gullaume d’ Estouteville hat sich verzählt. Tatsächlich besteht eine Pat-Situation, den beide Anwärter haben je neun Stimmen erhalten. Ein offener Schlagabtausch zwischen den Kontrahenten beginnt in dem auch der Vorwurf der Simonie an Kardinal Estouteville erhoben wird. Entnervt plädiert schließlich der Vertreter der griechischen Kirche dafür, das Wahlverfahren zu ändern. Da die Stimmauszählung zu keinem Ergebnis zu führen scheint, soll die die Entscheidung nun per Akzess (diejenigen, die gegen jemanden gestimmt haben können ihre Wahl überdenken) getroffen werden. Jeder Kardinal kann seine Entscheidung noch einmal überdenken. Nach längerem Zögern fasst sich Rodrigo Borgia ein Herz und wechselt das Lager. Es folgt Kardinal Barbo. Die entscheidende zwölfte Stimme erhält Piccolomini von Prospero Collonna, der somit aus Aeneas Sylvius Picolomini zum neuen Papst macht. Das Konklave ist beendet, der neue Kirchenvater heißt Papst Pius II. und aus dem Palast schallen die Worte an das Volk: HABEMUS PAPAM.

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