Agora - Die Säulen des Himmels

DVD / Blu-ray / iTunes / Trailer :: Website :: IMDB (7,2)
Original: Agora
Regie: Alejandro Amenabar
Darsteller: Rachel Weisz, Max Minghella
Laufzeit: 126min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Geschichte (Spanien)
Filmstart: 11. März 2010
Bewertung: 5,0 (2 Kommentare, 1 Vote)
Im Jahr 391 nach Christus ist das stolze Alexandria wie die gesamte Provinz Ägypten Teil des Römischen Weltreichs. An der berühmten Bibliothek der nordafrikanischen Metropole lehrt die ebenso schöne wie kluge Hypatia (Rachel Weisz) Philosophie, Astronomie und Mathematik. Im Unterrichtssaal beschreibt sie den Kreis als die vollkommenste Form im Universum und lässt ihre Schüler Überlegungen darüber anstellen, welche geheimnisvolle Kraft die Dinge, allen voran die mächtigen Himmelskörper, an ihrem Platz hält. Mit im Saal ist auch Hypatias junger Sklave Davus (Max Minghella), der die gelehrten Diskussionen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Dass Orestes (Oscar Isaac), einer der Schüler, seine Herrin nach dem Unterricht mit zärtlichen Worten umschmeichelt, beobachtet Davus mit finsterer Miene. Gemeinsam mit ihrem Vater, dem Philosophen und Bibliotheksleiter Theon (Michael Lonsdale) amüsiert sich Hypatia über Orestes’ forsche Annäherungsversuche. Zu Hause arbeiten Vater und Tochter an mathematischen Studien, sie sind ein eingespieltes Team. Am Abend nimmt Hypatia ein Bad. Davus, immer in ihrer Nähe, ist auch fürs Abtrocknen zuständig. Der Sklave genießt diese intimen Momente mit seiner Herrin – und weiß doch, dass seine Liebe hoffnungslos ist. In den Straßen Alexandrias wimmelt es von Menschen. Auf der Agora, dem großen Versammlungsplatz im Zentrum, kommt es an einem Feuer zu Ehren einer Gottheit zum Streit zwischen einem Heiden und dem Mönch Ammonius (Ashraf Barhom), der verkündet, er werde zum Beweis der Existenz Gottes durch die Flammen gehen. Ammonius durchquert das Feuer unter den erstaunten Blicken der Umstehenden, zu denen auch Theon gehört, unbeschadet. Dann fordert er, unterstützt von einem zweiten Mönch, der wie er zur christlich-militanten Bruderschaft der Parabolani gehört, seinen Widersacher auf, es ihm zu Ehren seiner Götter nachzutun. Die beiden Männer stoßen den sich heftig wehrenden Mann brutal in die Flammen. Theon verfolgt den Vorfall mit Entsetzen. Theon stellt seine Sklaven zur Rede. Er hat ein Kreuz, das Symbol der Christen, in seinem Haus gefunden und fordert den Besitzer auf, sich zu erkennen zu geben. Schließlich tritt eine Sklavin ängstlich weinend hervor. Bevor sich Theons Zorn auf sie entladen kann, bekennt Davus, ebenfalls an Christus zu glauben und bittet seinen Herrn, die Strafe gegen ihn zu richten. Theon nimmt die Bestrafung selbst vor: Er peitscht Davus aus. Hypatia hat Mitleid mit ihrem Diener. Sie geht ins Sklavenquartier, um seine Wunden zu versorgen. Dabei entdeckt sie voller Überraschung eine erstaunliche Holzkonstruktion, die Davus gebaut hat: das geozentrische Weltmodell von Ptolemäus. Hypatia begreift, dass auch Davus ihr Schüler ist. Davus darf sein Weltenmodell am nächsten Tag in der Klasse vorführen. Dass Sonne und Mond, Planeten und Sterne die Erde auf perfekten Kreisbahnen umlaufen, dabei aber selbst noch eigene Kreisbahnen beschreiben sollen, veranlasst Orestes zu lästerlichen Bemerkungen über die Kompliziertheit und Unvollkommenheit der Schöpfung. Davon fühlt sich Synesios (Rupert Evans), ein Christ, herausgefordert. In Gottes Werk gebe es nichts Unvollkommenes. Bevor die Streithähne aneinander geraten können, schlichtet Hypatia: Wenn zwei Dinge sich gleich zu einem dritten verhielten, so seien sie auch zueinander gleich. Sie alle verbinde viel mehr, als sie trenne, ermahnt sie ihre Schüler: „Wir sind Brüder“. Wieder spricht Ammonius auf der Agora zu den Leuten. Voller Inbrunst erzählt er vom Königreich Gottes. Als er den aufmerksam zuhörenden Davus in der Menge bemerkt, spricht er ihn an und nimmt ihn mit, um ihm ein „Wunder“ zu zeigen. Davus sieht Theophilos (Manuel Cauchi), den Bischof von Alexandria, bei einer Predigt und lernt von Ammonius, wie viel Freude es bringt, wenn man mit den Armen und Hungernden sein Brot teilt. Ammonius erklärt sichtlich zufrieden, dass Davus ein guter Parabolano-Soldat wäre. Im Amphitheater amüsieren sich Theon und Hypatia bei einer Aufführung, als plötzlich Orestes die Bühne erklimmt und Hypatia eine öffentliche Liebeserklärung macht. Während Hypatia der Vorfall sehr unangenehm ist, betet Davus am Abend heimlich zu Gott, dass kein anderer Mann Hypatia je besitzen möge. Am nächsten Tag erklärt Hypatia vor ihrer Klasse, dass sie ein Geschenk für Orestes habe. Dessen Lächeln versteinert, als sie ihm ein Tuch überreicht – getränkt mit dem Blut ihrer Menstruation. So wenig perfekt sei sie, erklärt Hypatia, so sehr weiche sie von dem Idealbild ab, das Orestes sich von ihr mache. Während Orestes erbost aus dem Saal stürmt, ruft ein Diener Hypatia und ihre Schüler zu Olympius (Richard Durden). Als der Saal leer ist, hebt Davus das weggeworfene blutige Tuch auf – und dankt Gott. Die Christen seien in der Agora und verhöhnten die Götter, berichtet Olympius aufgebracht und fordert von Theon eine Entscheidung. Hypatia argumentiert vehement gegen ein gewaltsames Vorgehen, doch Theon erklärt, dieser Frevel müsse vergolten werden. Es kommt zu blutigen Kämpfen zwischen Heiden und Christen mit Opfern auf beiden Seiten. Auch Theon wird schwer verletzt. Als die Parabolani erscheinen, werden die Heiden in die Tempelanlage des Serapeums zurückgedrängt. Es gelingt ihnen gerade noch, das riesige Tor vor den heranstürmenden Massen zu verriegeln. Einige Christen sind mit eingeschlossen worden, doch Orestes stellt sich schützend vor sie. Hypatia und Orestes pflegen den schwer verletzten Theon. Nachts flieht Synesios mit den anderen Christen aus dem Tempel, nicht ohne sich von der schlafenden Hypatia liebevoll zu verabschieden. Davus, der die Szene beobachtet hat, genießt in der schützenden Dunkelheit die Nähe zu seiner Herrin und wagt es, zärtlich ihren Fuß zu berühren. Am nächsten Tag diskutieren die Heiden im immer noch belagerten Serapeum, wie es weitergehen soll. Theon, der ahnt, dass er seine Verletzungen nicht überleben wird, sorgt sich um seine Tochter. Hypatia besänftigt ihn und sagt, sie sei frei. Nachts betrachtet sie die Sterne. Ihr wird klar, dass Orestes’ Lästereien gegen das Weltmodell berechtigt sind. Die Mechanismen des Kosmos müssen einfacher sein, als Ptolemäus glaubte. Auch das heliozentrische Weltbild des Aristarchos wird in dieser Nacht diskutiert, aber das, so einer der Philosophen, sei völlig abwegig. Dennoch grübelt Hypatia weiter. Vielleicht sei die Erde ja auch in Bewegung? Am nächsten Tag verliest ein Bote vor dem Tor die Entscheidung des römischen Präfekten: Die Unruhen müssen sofort beendet werden, erklärt er unter dem Jubel der Heiden. Doch dann fährt er fort: Das Serapeum und die Bibliothek müssen freigegeben werden, die Christen haben ab sofort freien Zugang. Diesmal sind sie es, die jubeln. Die Philosophen wissen, was das bedeutet: Verzweifelt versuchen sie, so viele Schriftrollen wie möglich vor dem Mob zu retten, der bereits dabei ist, das Tor aufzubrechen. Davus sorgt sich um die Sicherheit seiner Herrin, doch Hypatia verliert die Nerven und herrscht ihn an, er sei ein Idiot, der nie da sei, wenn er gebraucht werde. In letzter Sekunde räumen sie die Bibliothek. Kurz darauf bricht das Tor auf und die Christen strömen herein. Davus, der mit einem Messer in der Hand zurückgeblieben war, um sich den Angreifern zu stellen, begreift, dass niemand etwas von ihm will: Die Christen akzeptieren Sklaven als ihresgleichen. Gemeinsam mit Ammonius lässt er seinem Hass gegen seine Herren freien Lauf und stürzt eine Statue um. Binnen weniger Minuten haben die Christen die weihevolle Atmosphäre der Bibliothek und das gesammelte Wissen von Jahrhunderten zerstört. Am Abend erfährt Hypatia, die sich in die Sicherheit ihres Hauses gerettet hat, vom Tod ihres Vaters. Wenig später steht plötzlich der bewaffnete und verwirrt wirkende Davus vor ihr. Er bedrängt Hypatia, küsst sie gegen ihren Willen, lässt dann aber weinend von ihr ab und reicht ihr sein Messer, damit sie ihn tötet. Hypatia wirft die Waffe weg und erklärt, Davus sei frei. Er läuft davon. Nach dem Abebben der Gewalt kehrt wieder Ruhe in Alexandria ein. Die Christen gehen als klare Sieger aus den Kämpfen hervor. Neue Gesetze der römischen Regierung gegen die Heiden werden verkündet. Viele von ihnen konvertieren daraufhin zum Christentum. Für einige Jahre erlebt Alexandria eine Phase des friedlichen Miteinanders. Das ändert sich, als Theophilos, das Kirchenoberhaupt Alexandrias, stirbt und sein Neffe Kyrill (Sammy Samir) sein Nachfolger wird. Schon bald kommt es im Amphitheater zu einer Steinwurfattacke der Parabolani auf jüdische Zuschauer. Die Juden sind das neue Ziel der Parabolani im Kampf um die Vorherrschaft in der Stadt. Orestes, der inzwischen zum Präfekten Alexandrias aufgestiegen und zum Christentum konvertiert ist, diskutiert mit seinen Beratern besorgt die Situation. Hypatia und Orestes, die einander immer noch freundschaftlich verbunden sind, machen einen gemeinsamen Schiffsausflug vor der Küste. Hypatia hat ein Experiment vorbereitet. Vom Mast des Schiffes lässt ein Diener einen Sandsack fallen. Dass er genau senkrecht fällt, wertet sie als weiteres Indiz dafür, dass am geozentrischen Modell etwas nicht stimmt. Orestes beeindruckt die Vorführung nicht. Die Welt sei nun mal nicht perfekt, aber sie funktioniere, erklärt der ewige Pragmatiker. Hypatia lässt sich nicht beirren. Mit ihrem Assistenten Aspasius (Homayoun Ershadi) forscht sie weiter. Die Spirale der Gewalt kommt wieder in Gang: Diesmal sind es die Parabolani, die in eine Falle gelockt und mit Steinen attackiert werden. Wieder gibt es viele Opfer. Am nächsten Tag hetzt Kyrill gegen die Juden. Unter dem Jubel der Massen erklärt er, es sei Gottes Wille, dass sie für immer verflucht seien und aus der Stadt verbannt werden müssten. Ein furchtbares Massaker an den Juden erschüttert Alexandria in den folgenden Tagen. Hypatia fordert von Orestes, einzuschreiten. Der Präfekt erklärt, als Christ könne er sich nicht gegen Christen stellen. Hypatia hält ein leidenschaftliches Plädoyer für Vernunft und Frieden. Bisher, so stellt sie fest, sei der neue Gott keinen Deut besser als die alten Götter. Kurz darauf erhält sie Besuch von Synesios, der inzwischen Bischof von Kyrene ist. Die Freundschaft zwischen den beiden hat Bestand, auch wenn der Kirchenmann für den ungebrochenen Wissensdrang Hypatias nur noch wenig Interesse aufbringt. Kyrill kündigt an, die kriegerischen Handlungen zu beenden. Er lädt die römischen Würdenträger zum Gottesdienst in der ehemaligen Bibliothek ein. Orestes und seine Amtskollegen sind dazu bereit, doch Hypatia lehnt ab. Sie glaube einzig an die Philosophie, erklärt sie. Im Gottesdienst liest Kyrill aus der Bibel. Kein Mann solle auf die Worte einer Frau hören, das sei Gottes Wille. Es ist ein offener Angriff gegen die „Hexe“ Hypatia. Erst jetzt begreift Orestes, was gespielt wird. Doch da ist es zu spät: Kyrill lässt alle römischen Würdenträger niederknien, um ihre Loyalität zu demonstrieren. Als Orestes sich weigert und wütend die Bibliothek verlässt, beschimpfen ihn die Parabolani, und Ammonius schleudert einen Stein gegen seinen Kopf. Hypatia erfährt von Kyrills Beschuldigungen. Sie soll zur Sicherheit ihr Haus nicht verlassen. Ammonius, der für seinen Angriff auf den Präfekten getötet wurde, wird von Kyrill zum Märtyrer und Heiligen erklärt. Währenddessen kommt es zwischen dem nur leicht verletzten Orestes und Synesios zur Konfrontation. Zunächst fordert Orestes von seinem alten Freund Loyalität gegen Kyrill. Doch Synesios dreht den Spieß um und erklärt, er könne Orestes nur helfen, wenn dieser sich bedingungslos zu seinem christlichen Glauben bekenne. Schließlich bringt er den innerlich gebrochenen Präfekten dazu, niederzuknien. Davus, der inzwischen zu den Parabolani gehört, hört schweigend mit an, wie die Mönche ihrem Hass auf Hypatia freien Lauf lassen. Doch auch wenn die Philosophin körperlich in ihrem Haus eingesperrt ist: Ihr Geist ist frei. Und so löst sie, unbeirrt davon, dass sich draußen die feindliche Stimmung gegen sie immer mehr hochschaukelt, das größte astronomische Rätsel ihres Lebens: Nicht die Erde, ja noch nicht einmal der unantastbar perfekte Kreis, sind im Kosmos das Maß aller Dinge. Lange vor den Astronomen der Neuzeit entdeckt Hypatia die Mechanik des Sonnensystems! Am nächsten Morgen verlässt Davus das Quartier der Parabolani und rennt los. Er weiß, dass seine frühere Herrin in großer Gefahr ist und will Hypatia warnen. Doch die ist bei Orestes in der Präfektur. Alle Würdenträger sollen getauft werden, heißt es dort. Und auch sie gehöre dazu. Einmal mehr weigert Hypatia sich. Orestes und Synesios versuchen sie gemeinsam umzustimmen und erinnern sie an das Gleichheits-Argument aus ihrer Vorlesung. Hypatia macht ihren Freunden unmissverständlich klar, dass sie als Philosophin zum Zweifeln verdammt sei und deshalb niemals glauben könne. Orestes ist bestürzt, denn er weiß, dass er sie nun nicht länger schützen kann. Hypatia verabschiedet sich von ihm und geht davon, eine Schutzeskorte lehnt sie ab. Davus läuft durch die Straßen, immer noch auf der Suche nach Hypatia. Doch er kommt zu spät. Die Parabolani haben sie festgenommen und bringen die „Hexe“ unter Schmähungen zur Bibliothek. Hypatia fügt sich erhobenen Hauptes in ihr Schicksal. Nun muss Davus sich entscheiden: Kann er die Frau, die er liebt, noch retten? Oder gehört seine Loyalität den Parabolani?

Kommentare

2dicker216. März 2023
sehr gutes geschichts drama hat mir gut gefallen
1Todesbote02. April 20105/10
typischer historienfilm wenn man sowas mag durchaus sehenswert