Regie: Frieder Wittich
Darsteller: Max Riemelt, Dieter Mann
Laufzeit: 102min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Komödie (Deutschland)
Filmstart: 07. Januar 2010
Bewertung: 7,0 (2 Kommentare, 2 Votes)
Der Tag der Prüfung. 6 Jahre Studium hat Momo (Max Riemelt) mit allen Irrungen und Mühen hinter sich gebracht und wartet jetzt vor der Tür auf den Moment, von dem alles abhängt. Doch anstatt bei mathematischen Formeln sind seine Gedanken weit weg, in einer Zeit, die schon kaum mehr wahr ist, im elterlichen Restaurant in der Brandenburger Provinz. „Wirtschaftsmathematik“ in Darmstadt schien Momo damals eine glasklare Alternative zu Gastwirtschaft in Brandenburg. Also bricht er gemeinsam mit Jugendfreund Dirk (Robert Gwisdek) in seinem altersschwachen Golf auf.
Doch so einfach, wie er sich das vorstellt, ist der Neuanfang nicht. In der Wissenschaftsstadt Darmstadt gibt es zwar viele Studenten, doch der Wohnraum, zumal der bezahlbare, ist knapp. Nur Dirk findet auf Anhieb ein Zimmer bei seinem Kommilitonen mit dem Spitznamen Käthe (Daniel Zillmann). Nach einigen Begegnungen der dritten Art hat auch Momo schließlich ein Zimmer gefunden, in einer extravaganten Wohnung mit Garten, aber damit auch einen Mitbewohner, Bernd (Alexander Fehling), der mit allen Wassern gewaschen ist. Das mit dem Zimmer hat gerade noch so geklappt, doch seine Traumfrau Kerstin (Claudia Eisinger) verliert der etwas schüchterne Momo in der ersten Runde an den selbstbewussten Bernd. Aber es gibt immer eine zweite Chance…
Das Studium ist harte Arbeit. Als Momo nach einer Woche Skiurlaub auf seine Lerngruppe trifft, ist diese bereits mit dem anstehenden Vordiplom beschäftigt. Momo hat vergessen, sein Teilgebiet der Numerik vorzubereiten und wird sanft aber deutlich aus der Lerngruppe geworfen. Nun steht er mit einem Haufen illegal aus der Bibliothek entliehener Bücher allein da, und alles, was ihm fehlt, ist Zeit oder eine passende Lerngruppe. Da erinnert sich Momo an Aswin (Amit Shah), den indischen Kommilitonen, der die deutsche Sprache zwar nur mäßig, die Mathematik aber glänzend beherrscht. Doch der Lichtblick trübt sich, als Momo Aswin zu einem Kneipenabend überredet. Der eigentlich abstinente Aswin übernimmt Momos Lebensstil in radikaler Form und aus der erfolgversprechenden Lerngruppe wird eine absturzgefährdete Kneipengemeinschaft. Momo vermasselt die Prüfung und verordnet sich mehr Disziplin. Nach dem im zweiten Anlauf bestandenen Vordiplom gönnt er sich eine Auszeit in Australien. Auch dort läuft nicht alles nach Plan, doch lassen sich schöne Geschichten daraus generieren, für die, die nicht dabei waren.
Zurück in Darmstadt trifft Momo Kerstin im Waschsalon wieder. Sie reden lange und ausgelassen und Momo lädt sie für denselben Abend zum Essen ein. Mit seinen Kochkünsten, so glaubt er, wird er auch ihr Herz gewinnen. Bis es dazu allerdings kommt, stehen noch einige unvorhersehbare Abenteuer bevor. Je besser es in seinem Privatleben läuft, desto mehr verliert er sein Studienziel aus den Augen. Das BAFöG läuft aus, die Regelstudienzeit neigt sich dem Ende zu und ein Abschluss ist nirgends in Sicht. Stattdessen arbeitet Momo mit Bernd in einer Frankfurter Tankstelle. Dort trifft er eines Abends seinen alten Freund Dirk wieder, der inzwischen, von einem Großkonzern bezahlt, an seiner Diplomarbeit schreibt. Statt Urlaub zu machen hat er die Semesterferien für diverse Praktika genutzt.
Der Wiedereinstieg in das Studium gelingt, trotz einiger Hürden, doch was bleibt, ist Momos Finanzproblem. Da entschließt er sich, das Seifenprodukt all-u-need zu vertreiben, nach der Methode eines Kettenbriefes. Am Schluss sollen die anderen arbeiten und Bernd und Momo nur noch verdienen. Natürlich kommt es anders. 60 zitronengelbe Kartons und einige Streits mit Kerstin später ist Momo von einem erfolgreichen Studentenleben weiter entfernt als je zuvor. Der Job in der Tankstelle ist weg, Kerstin ebenso und Bernd ist kurz davor alles hinzuschmeißen.
13 SEMESTER ist ein Film über Momos Studium, der in neunzig Minuten fünf Minuten erzählt, die sechseinhalb Jahre erzählen.