Du, solang man immer noch der Vorstellung hinterher hängt, einmal Dachdecker - immer Dachdecker, wird wman das Problem nie lösen können.

gruss kelle!
 
Aber doch nur, weil immer weniger zu kurz einzahlen um die immer länger dauernde Rente von immer mehr Menschen zu bezahlen.
Meiner Meinung sollte man hier ansetzen. Warum zahlen denn immer weniger Leute in die Rente ein? 1955 hatte man noch 5 Arbeitnehmer auf 1 Rentner. Aktuell sind es 3,25 (Tendenz fallend).
Und wenn man sich die aktuellen Geburtenraten anschaut, muss man sich nicht wundern. Und da sollte die Politik mal ansetzen, und eine Familienpolitik betreiben, die auch für Familienbildungen sorgt. Aber Familien mit 3 Kindern werden häufig schon schräg angeguckt.

anddie
 
Am Ende hat jeder den schwersten Job, ich weiß. Aber das sollte sich doch halbwegs objektiv klassifizieren lassen.
Und dann musst du das noch differenzieren. Nicht jeder arbeitet sein Leben lang in ein und dem selben Job; manch einer wechselt sogar häufig. Dann gibt es natürlich wiederum Sonderfälle, z.B. gesundheitsbedingter Wechsel in einen einfacheren Job. Wenn's da Minuspunkte gibt, käme das ja einer Bestrafung gleich. Und dann steht man wieder mit einem bürokratischen Monster da, der einen vermutlich an HartzIV erinnert.
Letztendlich interessanter Ansatz, aber ich glaube, es ist nicht praxistauglich.
 
Du, solang man immer noch der Vorstellung hinterher hängt, einmal Dachdecker - immer Dachdecker, wird wman das Problem nie lösen können.
Richtig, aber ein Anspruch "Die ersten 20 Jahre Dachdecker und danach Bankkaufmann" wird wohl nicht durchsetzbar sein.

Erwerbsbiographien sind und bleiben nun mal meist linear.

Und wenn man sich die aktuellen Geburtenraten anschaut, muss man sich nicht wundern. Und da sollte die Politik mal ansetzen, und eine Familienpolitik betreiben, die auch für Familienbildungen sorgt.
Das ist einfach, wenn wir mehr Kinder wollen -> in Afrika gibt es genug, die verhungern... Haben wir dann auch später Arbeit für die alle?

In Zeiten von Überbevölkerung halte ich zusätzliche Geburtenanreize für nicht richtig.

Und dann musst du das noch differenzieren. Nicht jeder arbeitet sein Leben lang in ein und dem selben Job; manch einer wechselt sogar häufig.
Und ein Punktesystem kann man doch problemlos danach ausrichten. 1 Jahr Dachdecker = 3 Punkte, 1 Jahr Pförtner im Finanzamt = 0,5 Punkte...

Dann gibt es natürlich wiederum Sonderfälle, z.B. gesundheitsbedingter Wechsel in einen einfacheren Job. Wenn's da Minuspunkte gibt, käme das ja einer Bestrafung gleich.
Heute gibt es dann weniger Gehalt und weniger Rente, wo ist der Unterschied?

Und dann steht man wieder mit einem bürokratischen Monster da, der einen vermutlich an HartzIV erinnert.
Heute bekomme ich auch schon Punkte, nämlich beitragsabhängig. Mit mehreren Nachkommastellen, jedes Jahr aktualisiert nach dem Durchschnittseinkommen... Der Beruf ist dem Amt eh bekannt, den Job als Multiplikator sollte ein EDV-System nicht zusätzlich belasten.

Marty
 
In Zeiten von Überbevölkerung halte ich zusätzliche Geburtenanreize für nicht richtig.
Naja, von Überbevölkerung kann man in Deutschland nicht wirklich reden. Lt. https://www.tagesspiegel.de/politik...es-jahr-200-000-weniger-deutsche/8447894.html gibts es jährlich ca. 200.000 Geburten weniger, als Todesfälle.

Und wie hat die ver.di-Chefin von BaWü vor 3 oder 4 Wochen bei "hart aber fair" gesagt: "Wem nützt es eigentlich, wenn die Oma mit 70 noch arbeitet und die Enkelin deshalb keine Chance auf einen Job hat?"
Und genau das ist eines der Probleme in der heutigen Zeit.
Hinzu kommt, dass man mit über 55 beim Arbeitsamt schon als "schwer bis gar nicht vermittelbar" zählt. Und ob man dann vom Arbeitsamt oder der Rentenkasse das Geld bekommt, ist eigentlich egal.

Grundsätzlich stimme ich aber mit dir überein, dass das Rentensystem mal grundlegend überarbeitet gehört. Allerdings ist da die Schwierigkeit, wie man mit den bisherigen Daten dabei umgeht.

anddie
 
Meiner Meinung sollte man hier ansetzen. Warum zahlen denn immer weniger Leute in die Rente ein? 1955 hatte man noch 5 Arbeitnehmer auf 1 Rentner. Aktuell sind es 3,25 (Tendenz fallend).

Wir können ja mal wieder zwei Weltkriege veranstalten und die Medizin auf Niveau "Hier hast Du was gegen Schnupfen, Dein gebrochenen Arm kriegen wir auch noch heile." zurückdrehen.

Nur mal kurz nach der Lebenserwartung (Männer) geschaut:
1890 ca 40 Jahre
1955 ca 65 Jahre
2010 ca 78 Jahre

D.h. wir haben die Lebenserwartung bezogen auf die Einführung der Rente mal eben verdoppelt.

Und wenn ich grad in mein familiäres Umfeld schaue:
Wenn Oma noch ein bisschen weiterlebt, wonach es zum Glück ausschaut, zahlen ich und meine Geschwister nicht nur für die Großelterngeneration Rente, sondern auch noch für meine Eltern.

Und ich glaube nicht, dass beim alten Bismarck vorgesehen war, dass zwei Rentengenerationen existieren.

Richtig, aber ein Anspruch "Die ersten 20 Jahre Dachdecker und danach Bankkaufmann" wird wohl nicht durchsetzbar sein.

Erwerbsbiographien sind und bleiben nun mal meist linear.

Ja, nur müssen wir da irgendwie rauskommen.
Es muss ja auch nicht von der Baustelle in die Bank sein.
Ich denke da eher an sowas, dass heutzutage durchaus nen 25jähriger mit nem LKW die Ziegeln anliefert, die der 30jährige mit nem Kran aufs Dach bugsiert, wo sie von nem 55jährigen Dachdecker verlegt werden.

Das zu ändern wäre ja "nur" ein altersgerechter Arbeitsplatz, aber selbst da klemmt es ja heutzutage schon.

Aber da muss irgendwo der Staat, Die Rentenversicherung wie auch immer Möglichkeiten vorsehen und unterstützen, wie man berufsbegleitend köprerlich schwer arbeitende Menschen weiterbildet, so dass sie mit der Zeit die Belastungen durch Weiterentwicklung im Job reduzieren.

Ob das jemand annimmt, ist dann eine ganz andere Frage.

gruss kelle!
 
Und ein Punktesystem kann man doch problemlos danach ausrichten. 1 Jahr Dachdecker = 3 Punkte, 1 Jahr Pförtner im Finanzamt = 0,5 Punkte...

So einfach ist es leider nicht machbar, Du vergisst die problematik das nicht jeder in einem Beruf der 3 Punkte bringt arbeiten kann, erstens gibt es nicht genügend 3 Punkte Jobs, zweitens vergisst Du die Menschen die aufgrund körperlicher oder geistiger Behinderung solche Jobs garnicht ausüben können.

Oder sollten diese Menschen solange arbeiten bis sie sterben?

Sicherlich, unser jetziges Rentensystem wird so nicht mehr lange funktionieren, aber das wussten die Politiker bereits vor mehr als 60 Jahren.
 
So einfach ist es leider nicht machbar, Du vergisst die problematik das nicht jeder in einem Beruf der 3 Punkte bringt arbeiten kann
Oder nicht will. Und was macht das für einen Unterschied?

erstens gibt es nicht genügend 3 Punkte Jobs, zweitens vergisst Du die Menschen die aufgrund körperlicher oder geistiger Behinderung solche Jobs garnicht ausüben können.
Wieso habe ich die vergessen? Hatte ich hier die Aufgabe, eine umfassende, alle Belange bedienende Rentenreform zu erarbeiten? Dann hätte ich etwas länger gebraucht. :D

Oder sollten diese Menschen solange arbeiten bis sie sterben?
Nein.

Sicherlich, unser jetziges Rentensystem wird so nicht mehr lange funktionieren, aber das wussten die Politiker bereits vor mehr als 60 Jahren.
Herr Blüm war vor nicht mal 30 Jahren noch anderer Meinung. Und der war immerhin der zuständige Minister.

Aber es ist gut zu sehen, dass es auch hier eine ganze Menge Kritiker gibt, die jeden Ansatz eines Vorschlags totreden können und immer mit dem Gedanken schliessen "Es muss sich was ändern, aber doch so nicht, wie Du das vorschlägst"... Nur eigene Vorschläge vermisse ich dabei.

Was würdest Du denn vorschlagen zur Lösung? Damit ich auch mal totreden kann.

Marty
 
Oder sollten diese Menschen solange arbeiten bis sie sterben?

Sicherlich, unser jetziges Rentensystem wird so nicht mehr lange funktionieren, aber das wussten die Politiker bereits vor mehr als 60 Jahren.

Was spricht so wesentlich dagegen, auch im Alter noch sinnvollen Tätigkeiten nachzugehen, so lange man dazu körperlich in der Lage ist? Das muss ja nicht ein ultrastressiger Job nach heutigem Angestellten-Muster sein, aber so lange man eine Aufgabe hat ist auch das Leben für viele Menschen sinnbehafteter.

Das Rentensystem funktioniert genau dann wieder, wenn nicht nur ein Bruchteil der arbeitenden Bevölkerung einzahlt sondern alle - (Beamten, Politiker, Ärzte,) mE auch z.B. Menschen, die ihren LEbensunterhalt durch Zinseinnahmen bestreiten. Ausbezahlt wird nur bis zu einer Maximalrente. Wer mehr bekommen möchte muss privat vorsorgen.

Und dann sollten noch die "Versicherungsfremden Leistungen" gestrichen werden, dann ist auch wieder genügend Geld in der Kiste.
 
Herr Blüm war vor nicht mal 30 Jahren noch anderer Meinung. Und der war immerhin der zuständige Minister.



Was würdest Du denn vorschlagen zur Lösung? Damit ich auch mal totreden kann.

Was Blümchen gesagt hat stimmt nicht, derjenige Kanzler der das jetzige System eingeführt hatte hat damals schon gesagt das es zusammenbrechen wird und fügte hinzu das es Ihm aber egal sei da er dann nicht mehr leben würde.

Wenn ich eine Lößung hätte dann hätte ich die auch gepostet ;)

Wenn wir bei dem jetzigem System bleiben muss mehr Geld in die Rentenkasse.

Wie das klappen könnte hatte der User "smailies" im Ansatz schon beschrieben.

Mehr Geld könnte man zusätzlich noch reinbekommen wenn man Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit besser bekämpft würde und es einen anständigen Mindestlohn gäbe.

Aber selbst wenn das gelingen würde währe es nur ein aufschub bis zum zusammenbruch.
 
Erstaunlicherweise gibt es in dem Sektor aber mehr Burn Outs als bei körperlich anstrengenden Jobs... :ugly:

Das finde ich nun überhaupt nicht erstaunlich, wenn Du mal am Schreibtisch gesessen hast und Dich von Deadline zu Deadline gehangelt hast weißt Du auch warum. Bei körperlich anstrengenden Arbeit ist man eigentlich eher schön fertig am Abend und hat den Kopf frei und schläft daher gut und zufrieden - das macht schon viel aus ;)
 
Ja, nur müssen wir da irgendwie rauskommen.
Aber nicht, indem man die Verantwortung nur auf die Arbeitnehmer abwälzt. Da sind auch die Unternehmen und die gesamte Gesellschaft gefragt.
Eine Ursache sind meiner Meinung nach auch diese ganzen Zeitarbeitsverträge. Die sorgen nämlich dafür, dass deutlich weniger Geld in die Rentenkassen kommt.

anddie
 
Eine Ursache sind meiner Meinung nach auch diese ganzen Zeitarbeitsverträge. Die sorgen nämlich dafür, dass deutlich weniger Geld in die Rentenkassen kommt.
und das ganz geziehlt mit sehr merkwürdigen methoden.

Da werden Menschen als Bauhelfer in Teilzeit eingesetzt ( wobei es den Firmen egal ist was das Gesetz über einsatz von Zeitarbeitern in der Baubranche sagt ) und dazu gibt es noch einen "Lohn" von sage und schreibe 8,19 Euro.

Verlangt werden aber 40 Stunden, die differenz des Lohnes gibt es dann "unter der Hand"

So werden die Kassen auf jeden Fall NICHT gefüllt, und da meine ich NICHT nur die Rentenkasse
 
Das finde ich nun überhaupt nicht erstaunlich, wenn Du mal am Schreibtisch gesessen hast und Dich von Deadline zu Deadline gehangelt hast weißt Du auch warum.
Dann klingelt auch noch dauernd das Telefon; Kollegen stehen auf der Matte und meinen, ihr Anliegen sei gaaaanz wichtig. Und natürlich muss man bei klamm auch noch regelmäßig vorbeischauen. :mrgreen:
 
Das Rentensystem funktioniert genau dann wieder, wenn nicht nur ein Bruchteil der arbeitenden Bevölkerung einzahlt sondern alle - (Beamten, Politiker, Ärzte,)
Dann muss man aber zweierlei noch beachten: Diese Berufsgruppen erhalten dann später auch eine Rente und zusätzlich muss bei Beamten noch beachtet werden, dass ihr Einkommen bei der Einführung um den Betrag niedriger angesetzt wurde als die eines Angestellten. Die Einkommen der Beamten müssten dann dementsprechend erhöht werden, das muss auch jemand zahlen.

mE auch z.B. Menschen, die ihren LEbensunterhalt durch Zinseinnahmen bestreiten.
Jedes Einkommen als Grundlage für die Beitragszahlung zu nehmen wäre sinnvoll, da stimme ich zu.

Vergessen darf man aber dabei auch nicht, dass jeder Steuerzahler derzeit die Rentenversicherung mitunterstützt, und das ohne dafür Leistungen zu erhalten. Die Zuschüsse aus Steuergeldern betragen heute schon 80 Mrd. pro Jahr, das zahlen auch Selbstständige und Beamte, ohne dafür Leistungen zu erhalten.

Marty
 
Dann klingelt auch noch dauernd das Telefon; Kollegen stehen auf der Matte und meinen, ihr Anliegen sei gaaaanz wichtig. Und natürlich muss man bei klamm auch noch regelmäßig vorbeischauen. :mrgreen:

Naja ich habe meinen Bürojob ja an den Nagel gehängt, ausser das Gehalt vermisse ich nix, auch nicht die Besuche bei Klamm :ugly:
 
Vergessen darf man aber dabei auch nicht, dass jeder Steuerzahler derzeit die Rentenversicherung mitunterstützt, und das ohne dafür Leistungen zu erhalten. Die Zuschüsse aus Steuergeldern betragen heute schon 80 Mrd. pro Jahr, das zahlen auch Selbstständige und Beamte, ohne dafür Leistungen zu erhalten.
Da drehen wir uns im Kreis. Beitragszahler werden ebenfalls damit belastet, und zwar ohne mehr dafür zu bekommen.
 
Das Rentensystem funktioniert genau dann wieder, wenn nicht nur ein Bruchteil der arbeitenden Bevölkerung einzahlt sondern alle - (Beamten, Politiker, Ärzte,) mE auch z.B. Menschen, die ihren LEbensunterhalt durch Zinseinnahmen bestreiten. Ausbezahlt wird nur bis zu einer Maximalrente. Wer mehr bekommen möchte muss privat vorsorgen.

Das ist doch ein gern genommener Trugschluss.
Zahlen mehr ein, kriegen auch mehr raus.
Durch Einmaleffekte hast Du zwar eine starke Entlastung, aber das grundlegende Problem wird nicht gelöst.

Es sei denn, Du bekommst es hin, dass man zwar eine Maximalrente bekommt, aber unbegrenzt Beiträge zahlt.
Nur dann geht das Exempel auf.

Aber nicht, indem man die Verantwortung nur auf die Arbeitnehmer abwälzt. Da sind auch die Unternehmen und die gesamte Gesellschaft gefragt.

Zweifelsohne.
Und das wird haarig.

Eine Ursache sind meiner Meinung nach auch diese ganzen Zeitarbeitsverträge. Die sorgen nämlich dafür, dass deutlich weniger Geld in die Rentenkassen kommt.

Die Vertragsart als solche ist doch erstmal irrelevant, da die den gleichen Rentengesetzen unterliegen.
Und die Vergütungshöhe ist dort auch zweitrangig, weil wer wenig einzahlt, bekommt auch wenig raus.

gruss kelle!
 
Da drehen wir uns im Kreis. Beitragszahler werden ebenfalls damit belastet, und zwar ohne mehr dafür zu bekommen.
Verstehe ich nicht. Wie meinst Du das? Jemand in der Rentenversicherung bekommt doch etwas für seine Beiträge. Der Steuerzahler für die Zuschüsse nicht. oder meinst Du das anders?

Marty
 
Das meine ich ja auch. Nur das auch der Beitragszahler nicht von den Steuermitteln profitiert, die in die Rentenkasse fließen. Er bekommt dadurch ja nicht mehr Rente. Demnach sind Diese für alle zu gleichem Mass ein Nachteil. ;)