Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht.

„Der Mensch dachte – Gott lachte“ / „Der Mensch denkt – Gott lenkt“
Bedeutung: Das menschliche Planen ist oft vergebens, weil eben meistens alles ganz anders kommt als geplant.

Herkunft: Beide Redewendungen kommen von dem alten jüdischen Sprichwort: „Der Mensch denkt und Gott lacht.“
 
Warum heißt der Samstag auch Sonnabend?
Für jeden Tag der Woche haben wir einen Namen: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonnabend und Sonntag. Aber wenn man hier mitgezählt hat – dann kommt man auf acht Tage in einer Woche. Was für uns so normal ist, daß es gar nicht auffällt ist für Leute, die erst Deutsch lernen müssen öfter schwerer zu begreifen.

Der „doppelte“ Tag" in der Woche hat eine längere Geschichte. Der offizielle Name lautet „Samstag“. Dieser Name ist denn auch am weitesten verbreitet. Der Name Sonnabend ist vor allem in Norddeutschland gebräuchlich.

Der „Samstag“:
Der „Samstag“ ist der ältere Name. Er leitet sich vom griechischen „sabbaton“ ab. Der „Sabbaton“ wiederum geht auf das hebräische „Sabbat“ zurück. Der „Sabbaton“ wurde über „Sambaton“ zu „Sambaztac“ (altdeutsch), später dann zu „Sameztac“ (Mittelhochdeutsch) und schließlich zu „Samstag“.

Der „Sonnabend“:
Der „Sonnabend“ ist ein sehr alter „Anglizismus“: Wohl jeder kennt aus dem Geschichtsunterricht den Missionar „Bonifatius“ (672-754), der zur christlichen Bekehrung „die heilige germanische Eiche“ fällte. Dieser englische Missionar setzte von seiner englischen Heimat zu den heidnischen Germanen über, um sie zu bekehren. Die römischen Gebiete Gallien (etwa das heutige Frankreich und Gebiete im Süddeutschen Bereich (heutige Städte, wie Mainz, Frankfurt, Stuttgart, Regensburg, Passau, Linz …) waren schon „zivilisiert“ und nutzten gerne die römischen Vorteile, wie Thermen, das Geldwesen, den Schutz durch das Militär, das Schriftwesen, „fließend Wasser“ … Auch das Christentum hatte sich im römischen Reich mit den eingenommenen germanischen Gebieten unter Konstantin (306-337) durchgesetzt.
Bonifatius, wirkte in Friesland, Hessen, Thüringen und Bayern zum Christentum zu bekehren. Dabei brachte er das altenglische Wort „sunnanaefen“ mit, das zu Anfang nur den Abend, bald aber schon den ganzen Tag vor dem „sunnandaeg“ (Sonntag) bezeichnete. Vor allem im norddeutschen und im mitteldeutschen Raum setzte sich so der Sonnabend durch. Ironischerweise hat sich in Bonifatius‘ englischer Heimat der „heidnischer“ Name für den Samstag gehalten: Der Tag des Saturn, lateinisch „saturni“ wurde im Englischen zu Saturday. Die Westfriesen wollten sich nicht bekehren lassen und erschlugen Bonifatius unweit von Dokkum. Den „Sonnabend“ haben sie folglich auch nicht übernommen, und so heißt es in den Niederlanden auch heute noch „zaterdag“.
In Deutschland haben wir es Bonifatius zu verdanken, daß wir die Wahl zwischen Samstag und Sonnabend haben. Dabei besitzt der „Samstag“ zwei unbestreitbare Vorteile: Der Name ist kürzer – und bleibt auch in noch kürzerer Form, nämlich als Abkürzung, unverwechselbar: Mo, Di, Mi, Do, Fr, Sa, So.
 
„Hinter dem Mond leben“
Bedeutung: Man ist nicht auf dem neuesten Stand. Man hat die aktuellen Entwicklungen verpasst, ist Rückständig. Man ist „provinziell“ und uninformiert.

Herkunft: Der Mond dreht sich genauso schnell, daß er von der Erde aus gesehen immer nur die selbe Ansicht zeigt. Dadurch ist die Rückseite des Mondes ist permanent von der Erde abgewandt („The dark side oft he moon“). Jemand, der „hinter dem Mond lebt“, kann also die Erde nicht sehen, hat keinen Kontakt. (Bei den "Apollo-Missionen brach der Funkkontakt immer ab, sobald sich die Kapsel hinter dem Mond befand.) Der theoretische Bewohner auf der Rückseite des Mondes bekommt die aktuellen Entwicklungen auf der Erde nichts mit. Er ist rückständig uninformiert.

Der englische Begriff „the dark side oft the moon“ ist dabei eigentlich falsch – die Rückseite des Mondes bekommt sehr wohl genügend Sonnenlicht ab. Gemeint ist dabei eher, daß Rückseite (bis zur Raumfahrt des 20. Jahrhunderts) unerforscht und unbekannt war.

Erwähnenswert: Früher sprach man bei unerforschten Gebieten auf der Erde von „weißen Flecken“ (die Landkarte war nicht mit den Flüssen, Bergen, Seen, Wäldern ... ausgefüllt - das Papier blieb eben "weiß"). Bei dem Mond hingegen redet man (bis zur Raumfahrt) bei der unbekannten Seite von der „dunklen Seite“.
 
„Quatsch mit Soße“
Bedeutung: Dieser Spruch ist abwertend. Der Sinn, daß etwas völliger Unsinn (ohne Sinn – eben „Quatsch“) ist wird durch den Anhang „mit Soße“ noch einmal verstärkt.

Herkunft: Diese Formulierung stammt von der Speisekarte „Pudding mit Vanillesauce“ oder „Braten mit Sauce“ herrühren. Der Zusatz „Soße“ macht das Essen eben geschmackvoller, „rundet das Essen ab“.
 
„Die Arschkarte“
Bedeutung: Wenn eine Person die Arschkarte gezogen hat – dann ist einem etwas Unangenehmes passiert, diese Person hat Pech gehabt.

Herkunft: Der Ursprung dieser Formulierung findet sich beim beliebten Fußball: 1970 wurden hier die gelben und roten Karten als Symbole eingeführt. Der Platzverweis wurde mit der roten Karte angezeigt – die Verwarnung mit der gelben Karte.
Im Jahre 1970 hatte aber längst nicht jeder Haushalt einen Farbfernseher. Das Farbfernsehen wurde schließlich erst am 25. August 1967 eingeführt. Farbfernseher waren zu jener Zeit noch purer Luxus. Selbst viele Spielfilme wurden noch in Schwarz-Weiß gedreht und ausgestrahlt. Damals gab es noch nicht in jedem Haushalt einen Farbfernseher. Die Meisten hatten lediglich für die ganze Wohnung einen kleinen Schwarz-Weiß-Fernseher und konnten noch stolz darauf sein. Viele schauten sich zu jener Zeit noch „ihr Fußballspiel am Wochenende in ihrer Kneipe an. Für heutige jugendliche Zuschauer zu Zeiten von „Smart-TV“, „HD“, „LED“, „Flachbildschirm“ und „Großbildschirm“ unvorstellbar.
Wenn man zu Hause ein Fußballspiel vor seinem kleinen Schwarz-Weiß-Fernseher schaute, war es natürlich schwierig zu erkennen, welche Karte der Schiedsrichter bei einem Fouls gezogen hat.
Damit deutlich zu sehen war, welche der beiden Karten gezogen wurde bewahrte der Schiedsrichter diese Karten in unterschiedlichen Taschen auf. Die gelbe Verwarnungs-Karte zog man aus der Brusttasche. Die rote Platzverweis-Karte kam aus der Tasche am Allerwertesten. Das hatte aber auch den Vorteil, daß der Schiedsrichter die Karten nicht vertauschen und versehentlich die falsche Karte ziehen konnte.
 
„Das geht ab wie Schmitz Katze“
Bedeutung: Bei diesem Sprichwort geht etwas besonders schnell oder auch besonders einfach zu.

Herkunft: Genau wie „Fischer“, „Koch“, „Müller“, „Becker“ (Bäcker), „Radmacher“, „Wagner“ … ist der Name Schmidt / Schmitt oder Schmitz ein Hinweis auf den Beruf. Hier – bei dem Namen „Schmitz“ ist die Quelle der Schmied. Da es in einer Schmiede auch Mäuse und andere Schädlinge gab hielt man sich gerne Katzen.
Die Katzen haben jedoch ein sehr feines Gehör. Selbst für uns Menschen ist das lautstarke Hämmern beim Schmieden sehr unangenehm. Für Katzen jedoch sind diese Laute sogar schmerzhaft. Da Katzen auf kleinste Geräusche reagieren müssen (das leise Tapsen der Mäuse mit ihren Pfoten oder ds rascheln im Stroh) ist das, als würden wir mit unserem unempfindlicheren Gehör neben uns einen Schuß mit einer Flinte abgeben. Sobald der Schmied seine Esse anfeuerte - noch bevor der Schmied auf seinem Amboss das Metall mit seinen Hammer bearbeitete machte sich die Katze blitzartig aus dem Staub.
 
„Leben wie Gott in Frankreich“:
Bedeutung: Bei dieser Redensart geht es darum, daß Menschen ihr Leben völlig unbeschwert und sorgenfrei im puren Luxus genießen.

Herkunft: Es war bei den absoluten Monarchen schon immer so, daß die Adeligen in „Saus und Braus“ lebten, während das Volk es mit den Steuern finanzieren mußte. Selbst als die Monarchien abgeschafft wurde gab es immer noch die „Bonzen“, denen es besser ging, als den Arbeitern, die den Luxus der Adeligen und der „oberen Zehntausend“ mit ihrer Arbeit finanzieren mußten und noch heute müssen. Selbst bei dem Sozialismus (Vorform des Kommunismus), bei dem Lenin, Stalin & Co die Autos und Yachten des Zaren nutzten, Maßanzüge trugen, in den Villen und Palästen des ermordeten Zaren lebten, während das Volk hungerte. Auch im Faschismus, als H****r und seine „Goldfasane“ (Bonzen) in „Saus und Braus“ lebten. Als die Bonzen am Ende des Krieges in den Bunkern feierten, während an der Front das letzte Aufgebot (der Volkssturm) verblutete (Tanz auf dem Vulkan).
Auch heute noch, wo feiernde Neureiche und „Protzer“ ihren Champagner versprühen, anstatt ihn zu genießen – während arme Senioren Regals einräumen und vom Flaschenpfand leben, anstatt ihre Rente und ihren Lebensabend genießen zu können. Wo Reiche in mehreren Villen leben, Luxusautos sammeln, Schmuck und Kunstwerke sammeln. Während wenige Glückliche auf der Straße leben. Während Reiche "zu wenig Geld" besitzen, um Arme und hungernde Menschen auf der Welt helfen zu können. Soll doch der "Pöbel" Hilfsbedürftigen helfen und spenden! Frei nach dem Motto: „… dann sollen die Armen doch arbeiten gehen“! Wo ist da noch der Unterschied zu: „Wenn sie kein Brot haben sollen sie doch Kuchen essen.“

In Frankreich – vor der Revolution – konnte sich das Volk oft nicht einmal das Brot leisten, während der Adel am Hofe des Königs im unvorstellbaren Luxus lebte. Der Ursprung für ein angebliches Zitat, daß Marie-Antoinette nie ausgesprochen hatte: „Wenn sie kein Brot haben sollen sie doch Kuchen (eigentlich 'Brioche') essen.“ Man ließ sich aus der ganzen Welt den besten Schmuck, das beste Essen, die besten Kunstwerke, die beste Kleidung … kommen. Der Preis war egal. Andere Monarchen schauten neidisch auf den französischen Hof – auf den Prunk und die ganze Lebensart des Adels. Jeder König versuchte diese Lebensart nachzuahmen. Versailes – der Königs-Palast des französischen Königs wurde oft nachgeahmt. Eines der besten Beispiele: das preußische Schloss Sanssouci in Potsdam (Friedrich II)


Kurz formuliert: Der Sinn von „Leben wie Gott in Frankreich“ ist: Wenn es dem Adel in Frankreich schon so gut geht, daß der andere Adel der Welt nur neidisch dort hinschauen kann – wie würde es dann erst Gott dort ergehen?
 
„Arschloch“
Bedeutung: Einfach nur eine vulgäre Beleidigung, die wohl jeder schon im Leben benutzt hat. Der Sinn der Abwertung ist leicht erraten: Bei dem kommt „einfach nur `Scheiße´ raus“.

Herkunft: Der Kraftausdruck „Arschloch“ steht umgangssprachlich für den Anus. Das Wort wird hauptsächlich als Schimpfwort gebraucht. Der Wortbestandteil Arsch findet sich in allen germanischen Sprachen (alts., altn., schwed., ahd., mhd. und frnhd. ars; altenglisch ærs, neuenglisch arse, vor allem im amerikanischen Englisch auch ass; Niederländisch aars; niederdeutsch ors, auch nors, mors) und erlaubt die Rekonstruktion des urgermanischen Nomens *arsaz. Wahrscheinlich ist eine Verwandtschaft mit altgriechisch ὄρρος (órros) „Schwanz“, das ebenfalls als Kraftausdruck für das Gesäß gebraucht und daher in gehobener Sprache vermieden wurde. Zu einer möglichen urindogermanischen Nomen *h₁ors- werden auch air. err „Schwanz“ und hethitisch arraš „Gesäß“ gerechnet.

Der Begriff Loch ist althochdeutschen Ursprungs und bedeutet Öffnung. Die Kombination dürfte frühmittelalterlich sein, da sie inhaltsgleich sowohl im Englischen als auch im Deutschen vorkommt. Im Althochdeutschen ist für den Anus dagegen primär der Ausdruck Darm, Derm zu finden, der später auf das Intestinum übertragen wurde.
 
„Arschgeige“
Bedeutung: Hat wohl jeder schon einmal benutzt. Das sagt man, wenn man sich über einen anderen ärgert. Dieser Kraftausdruck ist gewissermaßen eine Steigerung von „Du Arsch! “

Herkunft: Obwohl beinahe jeder den Ausdruck schon einmal benutzt hat weiß wohl kaum einer die eigentliche Bedeutung dieser „Nettigkeit“. Der vulgäre Kraftausdruck kommt aus dem 19. Jahrhundert (ca. 1850). Die „Arschgeige“ kommt ursprünglich aus dem Bereich der Homosexualität. Die Bezeichnung „Arschgeige“ ist eine Anspielung auf den passiven Partner eines homosexuellen Paares. Das Wort „Geige“ kommt vom umgangssprachlichen Ausdruck „geigen“ – dem „koitieren“ (den Geschlechtsakt vollziehen), der im 19. Jahrhundert in Anlehnung an die Hin- und Herbewegung des Geigenbogens geprägt wurde.
 
„Schweinepriester“
Bedeutung: Mit dem deftigen Kraftausdruck „Schweinepriester“ bezeichnet man Personen, für die man Ablehnung und Verachtung empfindet. In dem Wörterbuch der Gebrüder Grimm wir zu dem Wort „Schweinpriester oder Schweinepriester“ ein unreinlicher oder unflätiger Mensch bezeichnet.

Herkunft: Die Herkunft ist nicht so ganz geklärt. Das Wort ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Heute nimmt man an, daß der „Schweinepriester“ möglicherweise ursprünglich Schweinehirten im „Klosterdienst“ gemeint sein konnten. Diese kastrierten unter anderem auch die Ferkel. Nach einer anderen Theorie stammte der Befriff aus der Studentensprache. Hier bezeichnete der „Schweinepriester“ die Personen, die unverdientes Glück („Schwein“) hatten.
 
„Wuchtbrumme“:
Bedeutung: "Wuchtbrumme" steht heute umgangssprachlich abwertend für eine korpulente, meist sehr dicke, oft auch schwerfällige Frau.

Herkunft: Früher wurde das Wort „Wucht“ als Synonym für „wow“ (top) benutzt. Das Sprichwort „… Du bist eine Wucht“ spiegelt den ursprünglichen Sinn eines Kompliments wieder. Dabei darf man icht vergessen, daß das heutige „schlank“ als Schönheitsmerkmal der Modells in früheren Zeiten eher „mollig“ war. Alle Bilder aus der Zeit des „Barocks“ (z.B. Rubens) zeigen vor allem mollige Frauen. Diese Modeerscheinung spiegelt meistens die Lebenslage der Menschheit wieder. In Zeiten der Not werden eher mollige Frauen verehrt – in Zeiten des Wohlstands werden eher schlanke Frauen bevorzugt. Heute wird „Wuchtbrumme“ eher negativ für „Fett“ und „Dick“ verwendet.

Der Wortteil „Brumme“ kommt wohl ursprünglich aus dem Bereich der Insekten. Da denkt man zuerst an die fleißigen brummenden Bienen und der Hummel. Aber gleichzeitig erinnert das Brummen an die fette große „Schmeißfliege“ (fett, häßlich) – wohl der Ursprung für die negative Bedeutung.

Danach kam durch das brummende Geräusch der Geschosse die Verwendung „Brumme“ für die Mörser (bei er mittelalterlichen Belagerung einer Festung). Bald darauf wurde Brummer allgemein für die schwere Artillerie verwendet. Nicht zu vergesen, daß der „Brummi“ in der Neuzeit eine freundliche Bezeichnung für den LKW ist.
https://www.brummi.de/brummi-geschichte/


Bei der „Wuchtbrumme“ ist die „Brumme“ ist das weibliche „Gegenstück“ zum „Brummer“. Eine männliche „Wuchtbrumme“ wäre somit ein „Wuchtbrummer“.
 
„Salz verstreuen“ (im Sinne von versehentlichen „umkippen“, „verschütten“)
Bedeutung: Wenn einem der Salzstreuer umkippt, wenn man beim Salzen das Salz versehentlich verschüttet und auf dem Tisch verteilt bringt es angeblich Unglück …

Herkunft: Salz (Natriumchlorid) ist lebenswichtig. Der Körper braucht zum Überleben täglich eine kleine Dosis Salz. Auf einen Natriummangel (lateinisch Hyponatriämie) reagiert der Körper sehr empfindlich. Ein Natriummangel schädigt das Gehirn und die Muskeln. Denn das Natrium leitet die Impulse der Nervenbahnen an Zellen im ganzen Körper weiter.
Salzmangel macht sich durch Müdigkeit, Erbrechen, Schwindel, Verwirrung, Kopf- und Muskelschmerzen bis hin zu Desorientiertheit bemerkbar. Ein akuter Mangel kann sogar zu einem Kreislaufkollaps führen.

In einer Zeit ohne Kühlschränke benötigte man Salz auch zum Haltbarmachen von Lebensmitteln. In einigen Ländern war Salz sogar so bedeutend, daß es als Zahlungsmittel diente. Etliche Städte und Gebiete wurden durch die Herstellung und den Handel mit Salz sehr vermögend.

Wenn man versehentlich das teure Salz verstreute – dann brachte das Unglück. Die einzige Methode, das Unglück abzuwenden war, eine kleine Menge des verschütteten Salzes über die linke Schulter zu werfen, um den Teufel abzuwehren.

Ein Mittel gegen böse Geister war neben dem Lärmmachen zu Silvester (Rasseln, Böller …), dem sich „bekreuzigen“, … auch das Salz. Neben Knoblauch, Silber, der Bibel, einem Kreuz … konnte auch Salz böse Geister, Dämonen und schwarze Magie vertreiben – der Ursprung für die Tradition für das Überreichen von Brot und Salz.
https://www.klamm.de/forum/f5/wisse...stimmt-nie-braucht-481123-23.html#post8190324

Da Hexen mit Geistern zu tun hatten und hierfür auch Salz verwendeten geriet man also sogleich unter Generalverdacht, man habe das Salz "absichtlich" umgekippt um einen bösen Zauber zu machen.

Es war also gleich doppel schlimm, wenn man Salz verschüttete: Einmal brachte es Unglück – und zweitens kam man zu den Zeiten der Inquisition schnell in Verruf, mit dem Teufel einen Pakt als Hexe / Hexer eingegangen zu sein.

Heute, nach der Zeit der Aufklärung und in der Zeit der Wissenschaft ist der Aberglaube weitgehend abgeschafft. Einige glauben zwar noch an Glücksbringer und Unglück bringende Situationen und Vorgänge – aber im Großen und Ganzen gilt das Verschütten von Salz nur noch als ein Fall von Ungeschicklichkeit.
 
„Der Koch ist verliebt“
Bedeutung: Ist das Essen versalzen, dann ist die Köchin / der Koch „verliebt“.

Herkunft: Diese Redewendung ist eigentlich nur eine Floskel – eine nichtssagende Redewendung. Der inhaltliche Gedankengang: Ein verliebter Koch ist mit seinen Gedanken woanders und achtet nicht genügend darauf, wie viel Salz er in das Essen gibt.

Schon in der Antike wurde das Salz als „Aphrodisiakum“ benutzt. Die Griechen glaubten, daß zu wenig Salz die männliche Potenz beeinträchtige.
 
„Salz in die Wunde streuen“
Bedeutung: Etwas schmerzhaftes / unangenehmes verstärken. Wenn man versucht etwas zu vergessen oder darüber wegzukommen und eine Person weiter darauf hinweist. Die Sache schlimmer macht, als so schon ist.

Herkunft: Die Herkunft ist offensichtlich: Wenn man sich verletzt hat – und der Schmerz gerade nachläßt – und dann jemand Salz auf die Wunde gibt. Dann kommt der Schmerz stark verstärkt zurück.
 
„Jemandem in die Suppe spucken“
Bedeutung: Das Vorhaben einer Person zu durchkreuzen.

Herkunft: Die Quelle ist leicht abzusehen: Man muß das Sprichwort lediglich „wörtlich“ nehmen. Wenn man dem Koch in die Suppe spuckt kann der Koch es vergessen, die Suppe für den Gast herauszugeben. Das Vorhaben des Koches – eine Suppe zu verkaufen - ist durchkreuzt.
 
„Jemandem die Suppe versalzen“
Bedeutung: Genau wie bei „Jemandem in die Suppe spucken“: Der Plan einer Person wird durchkreuzt.

Herkunft: Auch hier ist die Quelle ist leicht abzusehen: Wenn eine Person dem Koch in die gut abgeschmeckte Suppe noch weiter Salz hineingibt – dann ist die Suppe verdorben. Auch hier: Das Vorhaben des Koches – die Suppe zu verkaufen - ist durchkreuzt.
 
„Ahl Jeeße lecke och jern Salz“
Bedeutung: In der rheinischen Mundart gibt es dieses Sprichwort. Ins Hochdeutsche übersetzt heißt das: „Alte Ziegen lecken auch gern Salz.“ Gemeint ist, dass auch ältere Menschen gern in den Arm genommen werden. Daß man sich um sie kümmert. Das ist für sie genau so lebenswichtig, wie Essen, Schlaf und eine Unterkunft. Ohne Liebe kann keiner leben. Eine Zuwendung ist für ältere Leute genauso wichtig, wie das Salz für Ziegen.

Herkunft: Für eine Zucht von Ziegen sind die Mineralstoffe für ihren Stoffwechsel lebensnotwendig. In der Aufzucht verwendet man daher auch häufig Salzlecksteine. Ohne eine gewisse Menge von Salz gehen Ziegen genau so ein (sterben), wie ältere Menschen ohne Zuwendung zu früh sterben. (genau, wie „Du und ich“ ohne Zuwendung vergehen)

Dafür muß man sich nur einmal die Altersheime anschauen.
https://www.express.de/news/-team-w...en-in-manchen-deutschen-altersheimen--3924884
Wenn Leute, die unser Land nach dem Krieg aufgebaut haben schon so behandelt werden … wie werden wir dann im Alter behandelt? Ich denke, da „freut“ sich wohl jeder auf seinen verdienten Lebensabend!
 
„Ich hab einen Schinken bei ihm im Salze“
Bedeutung: Ein alter Streit wurde noch nicht geklärt – ist noch nicht vergessen.

Herkunft: Als es noch keine Kühlschränke gab, wurden früher die Lebensmittel - wie beispielsweise Fleisch - mit Hilfe von Salz konserviert. Bei dieser Redensart steht das „Pökeln“ dafür, daß der alte unaufgearbeitete Streit genau wie ein Schinken „haltbar“ gemacht wurde. Der Streit ist eben noch nicht beigelegt.
 
„Freundschaft ist des Lebens Salz“
Bedeutung: Man kann auch ohne Freunde überleben – aber erst echte Freundschaften, die sich auch in schlechten Zeiten bewährt haben (eben keine „Schönwetterfreunde“) machen das Leben wirklich lebenswert.

Herkunft: Jeder, der schon einmal eine ungewürzte Speise probiert hat weiß, daß erst das Salz und die Gewürze aus einem Essen einen Genuß machen. Früher war Salz ein besonders wertvolles Gut. Der Begriff „Weißes Gold“ verrät heute immer noch den Wert.
… und wie man auch ohne echte Freunde nur „überleben“ kann machen erst Salz und Gewürze – genau wie echte Freunde – aus einem „überleben“ erst eine wirklich lebenswerte genußvolle Existenz. Wirkliche Freunde sind eben das „Salz in der Suppe“.
 
„Ehe du den Scheffel Salz mit dem neuen Bekannten verzehrest, darfst du nicht leichtlich ihm trauen“
Bedeutung: Wieder einmal wird der Wert des Salzes betont. Es geht um „Freundschaft“, um Vertrauen. Ein neuer „Freund“ ist nur ein Bekannter. Die Verszeilen stehen dafür, daß wahre Freundschaft Zeit braucht. Erst, wenn man eine Person wirklich kennt sollte man von einer wirklichen Freundschaft sprechen.

Man kann sehr schnell „Schönwetter-Freunde“ bekommen. Aber einen richtigen Freund erkennt man erst nach einer gewissen Zeit. Wenn es einem gut geht hat man viele angebliche „Freunde“, die gerne mit einem feiern und gut leben. Viele „Freunde“, die mit einem sein „gutes Leben“ genießen. Aber erst wenn man schlechte Zeiten durchlebt – wenn es einem wirklich schlecht geht – erst dann sieht man wie viele Freunde man wirklich hat.
Ob es finanzielle Probleme sind, Arbeitslosigkeit, die Gesundheit, Beziehungsprobleme …

Ich selber habe in Jahrzehnten in „Freundschaften“ viel Arbeit, Geld, Zeit … investiert. Von unglaublich vielen „Freunden“ ist mir nach einigen schlechten Zeiten lediglich eine sehr – sehr kleine Zahl von echten Freunden geblieben. DAS sind Freunde – wirklich ALLE Anderen sind lediglich „Bekannte“.

„Die Freunde, die man um vier Uhr morgens anrufen kann, die zählen.“
(Marlene Dietrich)

Herkunft: Die Redewendung stammt von Goethe. In seinem Epos "Hermann und Dorothea" widmete er sich der Liebesgeschichte zwischen einem reichen Bürger und einer Frau aus einem Flüchtlingstreck. Nach langem Hin und Her klappt es schließlich zwischen den beiden schwer Verliebten.