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Alt 21.11.2020, 07:30:33   #331
raptor230961
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„Berliner“ (Gebäck)
Bedeutung: Der „Berliner Pfannkuchen“ (kurz: „Berliner“) ist ein etwa faustgroßes Siedegebäck, das schwimmend in Fett ausgebacken wird, aus süßem Hefeteig mit einer Füllung aus Konfitüre besteht und meist mit feinem Zucker bestäubt oder mit einer Glasur überzogen wird.

Herkunft: Erste Vorstufen dieser „Krapfen“ tauchen schon im Altertum auf. In Schmalz gebackene „Hefeballen“ sind im norddeutschen Raum seit dem 16. Jahrhundert belegt. Im Gegensatz u den „Berlinern“ waren sie aber unregelmäßig geformt und blieben ohne die Konfitüre-Füllung. Zudem waren sie nicht im Fett frittiert – sie wurden im Ofen gebacken. Hier und in Dänemark gibt es noch heute die diversesten Varianten dieser „Förtchen“.

Nach einer populären Legende nach wurden „Berliner Pfannkuchen“ im Jahr 1756 von einem Berliner Zuckerbäcker kreiert. Dieser wollte eigentlich als Kanonier unter Friedrich dem Großen dienen. Leider erwies er sich als wehruntauglich. Durch seinen Beruf durfte er aber beim Regiment als „Feldbäcker bleiben. Als Dank entwickelte er die ersten „Berliner Pfannkuchen“. Er gab den Hefeteigstücken die runde Ballenform von Kanonenkugeln. Da kein Backofen zur Verfügung stand, garte er seine „Berliner Pfannkuchen“ über dem offenem Feuer in mit heißem Fett gefüllten Pfannen.

Die Verbreitung der Berliner Pfannkuchen in ganz Deutschland folgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Mit dem Aufstieg Berlins Hauptstadt des neu gebildeten Deutschen Reiches setzte sich der „Berliner“ durch.

Eine Tradition während des Karnevals / Fastnacht und zu Sylvester sind „Berliner Pfannkuchen“. Man setzt seinen Gästen einige dieser „Berliner“ vor – von denen einer oder zwei falsch gefüllt sind: Zum Scherz werden teilweise „Berliner Pfannkuchen mit Senf oder früher mit Sägespänen statt der Konfitüre gefüllt, ohne daß man es von außen erkennen kann.
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Alt 22.11.2020, 09:48:51   #332
raptor230961
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„viele Köche verderben den Brei“
Bedeutung: Wenn zu viele Menschen an derselben Sache arbeiten, dann kann man davon ausgehen, daß nichts Vernünftiges dabei herauskommt.


Herkunft: Das Problem ist, daß bei zu vielen Köchen jeder meint, „seinen Senf“ hinzuzufügen müssen. Beim Salzen gibt jeder die vorgesehene Menge Salz in das Essen – ohne daß es die Kollegen mitbekommen. Die Folge: Das Essen ist total versalzen.
Jeder Koch hat seine Vorstelllungen, wie man es am Besten machen soll. Jeder will, daß „sein Rezept“ genommen werden muß. Daß das Gericht nur auf die Art hergestellt werden darf, wie er es gelernt hat.

Auf eine allgemeine Arbeit übertragen ist das „kulinarische Problem“ wie folgt: Je mehr Leute an einer Arbeit eigene Ansichten haben – desto schwerer ist es, eine Linie zu finden. Jeder will, daß seine Ansicht genommen wird, wie man das Projekt anfangen soll. Sehr schnell kommt es zum Streit – Kompetenzgerangel, wer am Besten geeignet ist zu entscheiden, zu geringer Austausch der wirklichen Inormationen zu dem Projekt und Widersprüche führen dazu, daß die Arbeit zu langsam vorankommt oder im schlimmsten Fall ganz ausfällt. Im Volksmund sind da vor allem die „politische Entscheidungen“ und das „Beamtentum“ betroffen. (Flughafen "BER", "Stuttgard 21", ... unverständliche und sinnlose Gesetze, Vorschriften, Formulare ...)
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Alt 23.11.2020, 07:48:17   #333
raptor230961
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„Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen“
Bedeutung: Man sollte nicht an anderen Menschen herum kritisieren, wenn man selber nicht viel besser ist.
Im Prinzip wie „Man sollte sich selber an die Nase fassen.“ Eine weitere Redewendung: „Wer mit dem Finger auf andere Leute zeigt – auf dem zeigen zur selben Zeit drei Finger auf sich selbst“ …

Herkunft: Dieses Sprichwort hat seine Quelle in der Bibel:
Die Zitate werden Jesus von Nazareth zugeordnet:

Matthäus Evangelium: Die Bergpredigt:
Mt 7,3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?
Mt 7,4 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen! – und siehe, ein Balken ist in deinem Auge?
Mt 7,5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen.

Lukas Evangelium: Feldpredigt:
Lk 6,41 Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr?
Lk 6,42a Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge?
Lk 6,42b Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen.

Abwandlungen:
Wer im Glashaus sitzt sollte keine Steine essen.
Wer im Glashaus sitzt, fällt selbst hinein.
Wer im Glashaus sitzt, sollte in den Keller kacken gehen.
Wer im Schlachthaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen.
Wer nicht hören will gewinnt.
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Alt 24.11.2020, 07:45:43   #334
raptor230961
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„Stille Wasser sind tief“
Bedeutung: Man wird von einer Person überrascht. Introvertierte Menschen (intovertiert: schüchtern, zurückhaltend, auf das eigene Seelenleben gerichtet, nach innen gekehrt, verschlossen) sind oft ruhig und überlassen anderen Menschen das Rampenlicht. Manchmal werden sie daher als arrogant oder hochnäsig wahrgenommen, was jedoch meistens gar nicht stimmt. Zur Überraschung der Mitmenschen wissen diese ruhigen Mitmenschen oft sehr viel. Sie trauen sich nur nicht, ihr Wissen mitzuteilen.

Herkunft: Der Ursprung der Formulierung "Stille Wasser sind tief“ kommt aus der Natur:
Hier ist ein Gewässer, wie ein See, den man nicht kennt, auf dem ersten Blick nicht sehr tief. Vielleicht weil der See unscheinbar und klein ist. Doch trotz der ruhigen Oberfläche und der klaren Sicht zum Boden können natürliche Seen durch das klare Wasser sehr tief sein und auch starke Strömungen und Turbulenzen besitzen.

Erst danach kommt die Verwendung des Spruchs aus der Welt des Theaters: Hier verwendete Friedrich Ludwig Schröder (1744 bis 1816) diese Weisheit aus der Natur für sein Lustspiel: "Stille Wasser sind tief" (1786).
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Alt 25.11.2020, 07:43:48   #335
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„Man Soll den Tag nicht vor dem Abend loben“
Bedeutung: Erwarte niemals, daß etwas gut ausgeht, bevor das Ergebnis feststeht. Niemals einer Sache zu sicher sein, denn auch wenn die ersten Ergebnisse positiv aussehen kann noch bis zum Schluß alles verloren sein.

Herkunft: Die Quelle ist wieder ein Mal die Bibel.:
Sprüche 27:1: „Rühme dich nicht des morgenden Tages; denn du weißt nicht, was heute sich begeben mag.

In der Zeit des Rokoko schreibt der Dichter Friedrich von Hagedorn (1708 bis 1754) im Gedicht „Der Zeisig“: „Wisst, sprach er, daß ich schon durch Schaden klüger bin / Man muß den schönsten Tag nicht vor dem Abend loben"
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Alt 27.11.2020, 07:13:37   #336
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„Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“
Bedeutung: Diese Redewendung wird meist abwertend verwendet. Sie steht dafür, daß auch dem Unfähigsten irgendwann einmal etwas gelingen kann. Im Vergleich mit dem blinden Huhn wird der Person unterstellt, daß es ein reiner Glücksfall ist - und nicht auf das Können zurückzuführen ist.

Herkunft: Die Herkunft ist nicht geklärt. Das Sprichwort ist schon sehr alt und findet sich bereits in der umfangreichen Sprichwort-Sammlung des Theologen Friederich Petri aus dem 16. und 17. Jahrhundert („Der Teutschen Weissheit“) Sie enthält 21.643 Einträge, die aus mündlich überliefertem Material, älteren Sammlungen und Dichtungen alphabetisch zusammengetragen wurden.

Abwandlung:
Auch ein blindes Huhn trinkt mal ein´ Korn
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Alt 28.11.2020, 07:42:14   #337
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„auf keinen grünen Zweig kommen“
Bedeutung: Man bringt es im Leben zu nichts. Man hat kein Glück, keinen Erfolg. Trotz eines Vollzeitarbeit oder trotz mehrerer Jobs bekommt man so wenig Lohn, daß es zwar zum Leben reicht – es aber nicht für Hobbies, Freizeitaktivitäten (Kino, auswärts essen gehen, Urlaub …) oder die einfachsten „Luxusartikel“ reicht.

Herkunft: Es gab in den „heidnischen Zeiten“ in der Antike gewisse Bräuche. Einige dieser Bräuche haben sich hinüber in das Christentum gerettet und wurden zu christlichen Bräuchen: Ostern (die Göttin „Ostara“ bzw. „Eostrae“): der Hase und die Eier (Symbole der Fruchtbarkeit), das Feuerwerk an Sylvester – das „Vertreiben der bösen Geister“ zum Jahreswechsel …

So gab es auch zuerst in dem heidnischen Leben der Germanen und später im Christentum das Symbol des „immergrünen Zweiges“. (Symbol der Fruchtbarkeit – früher, bei einem Leben ohne "Rente" ist eben der Familiennachwuchs die einzige „Altersvorsorge“.) Der Verkäufer überreichte dem neuen Besitzer des Grundstücks oder des Hauses einen „immergrünen Zweig“ (Eibe, Nadelbaumzweig, Mistelzweig*1 …). Die guten Geister, die in diesen Zweigen wohnten zogen mit dem Zweig mit ins neue Heim ein. Wer aber kein eigenes Heim besitzt – der bekommt eben keinen der Zweige überreicht. Ein Mieter, ein Leibeigener, ein Pächter wird „auf keinen grünen Zweig kommen“.

*1: Die Quelle für unsere "Mistelzweig"-Tradition, dem Wiehnachtsbaum und dem Adventskranz.
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Alt 29.11.2020, 09:51:25   #338
raptor230961
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Wo es langsam auf Weihnachten zugeht – „erster Advent“ - hier schon einmal die erste Redensart:

„Der Weihnachtsbaum“
Bedeutung: Wohl jeder kennt den Weihnachtsbaum: Eine Tanne, die ganz nach dem persönlichen Geschmack geschmückt wird – und fast immer durch Lichter beleuchtet ist. Es ist wohl mit dem Weihnachtsmann das bekannteste Symbol für Weihnachten.

Herkunft: Die Redensart „auf keinem grünen Zweig kommen ist die Quelle so einiger Traditionen. So ist in der Adventszeit der der Weihnachtsbaum, der Adventskranz aus Tannenzweigen und der Tannenzweig mit der Kerze eine Abwandlung des Symbols vom „grünen Zweig“. Das Weihnachtsfest ist im Prinzip das römische Fest der Saturnalien. Hier schmückten die Römer ihre Wohnung mit Girlanden oder mit grünen Zweigen, wie Loorbeerzweige.

Wer mehr erfahren möchte und Interesse hat: Infos über dieses Thema: Der Thread „Warten auf den Weihnachtsmann“, der Beitrag „Der lange Weg des Weihnachtsfestes“ – die Überschriften: „Saturnalien“ und „Der Weihnachtsbaum“. Hier der Link: zu dem Beitrag:
https://www.klamm.de/forum/f5/warten...ml#post8046586
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