Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht.

„Sich als Bumerang erweisen“
Bedeutung:
Auf einen zurückfallen. Diese Redewendung sagt aus, daß die Mittel, die man gegen etwas eingesetzt hat, sich nun für einen selbst nachteilig auswirken

Herkunft: Natürlich geht diese Redewendung auf den australischen „Bumerang“ zurück. Hier handelt es sich um eine traditionelle Wurfwaffe, die bei dem Verfehlen des Ziels zum Werfer zurückkehrt.
 
„Lieber heute als morgen“
Bedeutung:
Am liebsten sofort, möglichst schnell.

Herkunft: Genau, wie „Was Du heute kannst besorgen – das verschiebe nicht auf morgen“ und das Gegenstück dieser Redewendung: „Morgen, morgen, nur nicht heute sagen alle faulen Leute“ sagt man aus, daß es besser ist, Dinge, die man erledigen muß, lieber sofort erledigen sollte – anstatt es ständig zu verschieben. Diese Dinge immer auf dem letzten Zeitpunkt zu machen. Es könnte immer etwas dazwischen kommen – wodurch dieses Vorhaben dann unmöglich wird.
 
„Mehr Schein als Sein“
Bedeutung:
Etwas Besseres / Größeres vortäuschen, als es in Wirklichkeit ist. Besser erscheinen, als es ist. „Fassade“, „Blendwerk“.

Herkunft: Das Wort "scheinen" besitzt im Germanischen schon früh die Bedeutung "strahlen, leuchten, glänzen". Daraus entwickelte sich die Bedeutung "sichtbar werden, zum Vorschein kommen" (erscheinen). Der "Schein" war dementsprechend ursprünglich "Glanz, Strahl", woraus sich im 15. Jahrhundert die Bedeutungen "äußeres Aussehen, Trugbild" und - im Sinne von "vorzeigen, einen sichtbaren Beweis erbringen" (bescheinigen) - "Banknote, Dokument, Beleg" entwickelten. Im Sinne der Redensart ist der Schein eine Täuschung, ein Trugbild - also nicht die Realität, sondern was wir von der Realität wahrnehmen. Der Begriff "scheinbar" ist aus dieser Bedeutung abgeleitet.
 
„Mehr schlecht als recht“
Bedeutung:
Nicht besonders gut / mangelhaft

Herkunft: "Schlecht" hatte ursprünglich die Bedeutung gerade, glatt, weich (daher das Verb schleichen = weich auftreten), aber auch die Nebenbedeutung normal, natürlich. Ursprünglich ist "schlecht und recht" also eine Zwillingsformel, die zwei Begriffe mit gleicher Bedeutung (schlecht = normal, und recht = richtig / normal) verbindet. Allmählich wurde die Bedeutung von schlecht aber negativer, und zwar über die Bedeutungsstufen einfach, gewöhnlich, gering, unbedeutend, minderwertig. Als Ersatz für die alte Bedeutung von "schlecht" wurde im 17. Jahrhundert das Adjektiv "schlicht" (einfach) gebildet. Da "schlecht und recht" nunmehr einander bedeutungsmäßig widersprachen, konnte die alte Formel nicht mehr recht befriedigen, sodass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das "logischere" "mehr schlecht als recht" entstand.
 
„Mehr Glück als Verstand haben“
Bedeutung:
Unwahrscheinliches Glück haben“

Herkunft: Das Glück wird redensartlich sehr unterschiedlich behandelt. Während einerseits der Aspekt erkennbar ist, dass man es durch Anstrengungen beeinflussen kann (jeder ist seines Glückes Schmied), wird andererseits häufig die Blindheit des Glücks und seine Unbeeinflussbarkeit betont. Gegen seine intellektuelle Manipulierbarkeit sprechen neben der Redensart auch Sprichwörter wie: "Der dümmste Bauer erntet die größten Kartoffeln". Die Redensart ist seit 1720 belegt und geht auf ein älteres Sprichwort von 1604 zurück: "Das Glück die Weisen verjagt, den Narren nichts versagt!"
 
„Mehr Schulden als Haare auf demKopf haben“
Bedeutung:
Hohe Schulden haben.

Herkunft: Diese Redensart arbeitet mit dem Aspekt der hohen Anzahl der Haare, die man normalerweise besitzt.
 
„(Sie) Nicht (mehr) alle auf der Latte haben“
Bedeutung:
leicht verrückt sein, spinnen. Nicht recht bei Verstand sein.

Herkunft: Die seit etwa 1900 gebräuchliche Redensart bezieht sich wohl auf die auf der Dachlatte liegenden Dachziegel.
 
„Sie nicht (mehr) alle auf dem Christbaum haben“
Bedeutung:
Leicht verrückt sein, etwas Unverständliches tun.

Herkunft: Der Christbaum ist eine andere Bezeichnung für den mit Lichtern geschmückten Weihnachtsbaum. Das Licht wiederum gilt als Symbol des wachen Verstandes. Vgl. franz. "le siècle des lumières" = das Zeitalter der Aufklärung. Diese Wendung bezieht sich auf das Fehlen eines derartigen, klaren Verstand signalisierenden Lichts "im Kopf" eines Menschen. Christbaum ist erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts belegt, während "Weihnachtsbaum", der wohl gegen Mitte des 16. Jahrhundert im Elsass als Weihnachtsbrauch aufkam, seit 1642 namentlich erwähnt ist.
 
„Vorbeugen ist besser als auf die Schuhe kotzen“
Bedeutung:
Es ist besser, vorzusorgen.

Herkunft: Diese Redewendung ist umgangssprachlich, wird seltener verwendet. Sie ist salopp bis derb / scherzhaft. Das Wortspiel mit der Doppelbedeutung des Wortes "vorbeugen": vorbeugen = vorsorgen, Vorkehrungen treffen und sich vorbeugen = seinen Körper nach vorne beugen. Man merkt die Herkunft mit der Redewendung „großkotzig sein“ für den neuen Inhalt, „Vorzusorgen“.
 
„Großkotzig sein“
Bedeutung:
Sich wichtig machen, prahlen, protzen.

Herkunft: „Großkotzig“ entstammt dem Jiddischen. Hier steht "kozin" für "Reicher". Im Rotwelsch wurde daraus das verständlichere "Kotze" (Erbrochenes) gebildet, das mit dem Zusatz "groß" verstärkt wurde und die heutige Bedeutung annahm.
 
„Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei“
Bedeutung:
Wenn man das Richtige sagt, dann heißt das nicht, dass man sich auch durchsetzen kann; Auch wenn man in einem Streitfall im Recht ist, dann heißt das nicht, dass man (z. B. vor Gericht) auch gewinnt

Herkunft: Jeder Richter hat bei der Entscheidungsfindung einen Ermessensspielraum. Da er zudem nicht selbst dabei war, muss er sich auf die oft widersprüchlichen Aussagen der Beteiligten stützen. Diese Umstände führen dazu, dass man nicht immer Recht bekommt, auch wenn man im Recht ist.
Wir finden den Spruch schon Ende des 19. Jahrhunderts: "Recht haben und Recht bekommen ist zweierlei; denn wer Recht hat, muß darthun können, daß er Recht hat"

Es gibt noch weitere Abwandlungen mit dem selben Inhalt:
„Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Dinge“
„Recht haben und Recht bekommen sind zwei Paar Schuhe“
„Recht haben und Recht bekommen ist nicht das Gleiche“
„Recht haben und Recht bekommen ist häufig nicht dasselbe“

Treffend hat Dieter Hildebrandt den Sinn der Redewendungen formuliert:
„Es reicht nicht, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen.“
 
„Der Prophet im eigenen Land ist nichts wert“
Bedeutung:
Ein großer Denker wird in der Fremde mehr geschätzt als im eigenen Land (z. B. weil ihn heimatliche Kleingeister oder Neider ablehnen)

Herkunft: Wie so oft – diese Redewendung stammt bereits aus der Bibel:
"Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause."
Das Evangelium nach Matthäus (Mt 13,54-58 )

Weitere Abwandlungen:
„Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland“
„Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande“
 
„Auf fremdem Arsch ist gut durchs Feuer reiten“
Bedeutung:
Diese Formulierung sagt man, wenn jemand auf Kosten anderer Vorteile erlangt oder wenn jemand einen anderen empfiehlt, ein Risiko auf sich zu nehmen.

Herkunft: Die Wortschöpfung soll von Martin Luther (1483-1546) stammen. Eine Belegstelle wird allerdings nirgends genannt
 
„Etwas als Sahnehäubchen bekommen“
Bedeutung:
Eine extragute Zugabe bekommen.

Herkunft: Das kennt wohl jeder – ein Stück Kuchen ist zwar schon gut – aber das berühmte „Sahnehäubchen“ ist doch die geschmackvollere Zugabe zum leckeren Kuchen.
 
„Etwas ist jemandem (wie) auf den Leib geschneidert“
Bedeutung:
etwas ist ideal bzw. genau passend für jemanden.

Herkunft: Kennt wohl jeder: Ein Anzug, der einem von einem Schneider maßangefertigt wird paßt einfach besser, als ein Anzug von „der Stange“ (aus dem Katalog / vom Internet / aus dem Kaufhaus). Genau so, wie mit dem „Anzug“ ist es auch in anderen Bereichen des Lebens. Es gibt immer Sachen, die besser zu einem passen, als andere Dinge.
 
„Als die Bilder laufen lernten“
Bedeutung:
Die Zeit, in der der Film erfunden wurde.

Herkunft: Als aus den Fotos (Bildern) bewegte Filme wurden ist wohl die bedeutendste Erfindung des ausgehenden 19.Jahrhunderts. Es gibt zwar viele bedeutende Erfindungen – aber für Kinogänger, für Fernsehzuschauer … ist die Erfindung des Filmes doch herausragend: Nicht umsonst heißt es: „Ein Bild ist mehr als tausend Worte“. Was sind dann erst „bewegte Bilder“?

Der erste "Film" der Welt überhaupt wurde am 14. Oktober 1888 von Louis Le Prince gedreht. Er war nur zwei Sekunden lang. Nur vier Personen sind zu sehen, und diese auch nicht in «Action», wie man sie von heutigen Filmen gewohnt ist. Die Rede ist vom ersten Film: «Roundhay Garden Scene».
Die "Stummfilmzeit" mit öffentlichen Vorführungen vor Publikum begann am 01. November 1895 und endete erst 1927 mit dem "Tonfilm".
 
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„Im Gänsemarsch laufen“
Bedeutung:
In einer Reihe hintereinander gehen.

Herkunft: Die Redewendung „Im Gänsemarsch gehen / laufen“ bezieht sich scherzhaft auf das dichte Hintereinander einer gehenden Gänseherde. Das darin früher übliche "Gänsegang" wurde erst im 19. Jahrhundert in der Studentensprache durch "Gänsemarsch" ersetzt.
 
„Ins Geld laufen“
Bedeutung:
Sehr teuer sein, mit der Zeit zu teuer werden. Geld kosten.

Herkunft: Heute eher selten im Gebrauch (eher: "ins Geld gehen"). Die Redewendung ist in der Variante "hoch ins Geld laufen" mindestens seit dem 17. Jahrhundert schriftlich belegt und war noch im 19. Jahrhundert recht häufig in Gebrauch. Früher gab es noch die Variante "ins Geld reißen"
 
„Auf Hochtouren laufen“
Bedeutung:
Intensiv arbeiten, mit maximaler Leistung laufen. Schnell arbeiten.

Herkunft: Diese Wortschöpfung kommt natürlich aus der Welt der Maschinen. (Dampfmaschinen, Motoren, …) Wenn eine Maschine immer nur auf Hochleistung läuft – dann geht er schneller kaputt. Niemand wird auf Dauer eine Maschine nur mit „voller Kraft“ „auf Hochtouren“ laufen lassen, wenn er keinen Maschinenschaden riskieren will.

Genau so ist es, wenn ein Arbeiter nur „auf Hochtouren läuft“. Ohne Pausen und einer Zeit der Erholung wird er nicht lange produktiv sein.