Warum kennt kein Mensch in Deutschland die Bibel oder die Gebrueder Grimm?

Also lohnt es sich doch mit den Antworten von hbss genauer auseinander zu setzen? Für mich klang es bisher immer so, als würde er im leicht bis stark alkoholisierten Zustand schreiben. Teils tiefsinnig, teils zusammenhanglos. Teils hoch philosophisch, teils Thema verfehlt.

Aber auch mir dauert es zu lange, immer Tage, Wochen oder Monate auf eine Antwort zu warten. Bis dahin habe ich ja längst vergessen, worum es überhaupt geht ;)

Gruß,
Photon

Das liegt an Dir. Für die User lohnen sich jedenfall Grimm und Bibel nicht, keiner kennt sie und dann kommt bestimmt noch AT und NT würden sich widersprechen, weil ja Jesus das AT gut findet oder so. Wenn Du gern trinkst, dann ein Prost, heute soll wieder Fussball sein und die spielen dann im Dunkeln mit Lampen. Da Grimm und Bibel zusammenhanglos sind aus Eurer Sicht, kann ich Deinen Beitrag einordnen. Weil ich hier am meisten schreibe, muss auf mich am längsten gewartet werden und weil ich die meisten Beiträge mache kommt jetzt der Vorwurf, zu wenig geschrieben und zu wenige Posts. Darauf Dir ein Prost.
So ein Mist, die Bibel ist schon 2000 Jahre alt, deswegen längst vergessen.
 
[...] Da Grimm und Bibel zusammenhanglos sind aus Eurer Sicht, kann ich Deinen Beitrag einordnen. [...]
Kannst Du nicht.

Du kannst immer 2 Dinge auf dieser Welt miteinander vergleichen und sogar Zusammenhänge finden. Es ist eine Frage des Aspektes. Und so passiert es halt auch, dass beispielsweise das Kamasutra und die Bibel mindestens eine Parallele haben: Es sind Bücher mit sehr alten Weisheiten. Beide kommen nicht aus dem deutschen/germanischen Raum, sondern dem Nahen Osten.

Ok, vergleichen wir einen Schlüpfer mit einem Schaufelbagger. Beide sind baryonische, anorganische Materie und haben eine Masse. Beide Dinge wurden von Menschenhand in Folge von Intelligenz entwickelt und haben beide einen Mehrwert, damit einen praktischen Nutzen.

Und was hat nun die Bibel mit den Grimm's Märchen zu tun? Beide Bücher haben Märchen gesammelt und niedergeschrieben. Diese Märchen sind zumeist Lebensweisheiten, die man sich aneignen kann oder man kann es sein lassen. Beide Bücher dienten/dienen der Erziehung von Kindern und können gelegentlich vielleicht auch als Leitfaden für Erwachsene herhalten.

Mehr Parallelen kann ich leider nicht erkennen.

Gruß,
Photon
 
[...] Das Argument das die Bibel schon nicht mehr das ist, was sie Ursprünglich war wurde bereits von einem Atheisten im 18 Jhd. wiederlegt. [...]
Bereits im ersten Konzil wurden schon einige Evangelien in Frage gestellt oder gar entfernt, was ja immer wieder neuen Stoff für Verschwörungstheoretiker liefert. Aber darauf will ich gar nicht hinaus.

Ich habe ja schon einiges im Leben gesehen, aber noch nie jemandem zum Himmel auffahren. Auch niemanden, der Wasser zu Wein machen konnte, Lahme gehend, Blinde sehend oder Leute, die ganze Meere teilen konnten. Ich für meinen Teil will diese Geschichten aber nicht als Lügen abtun, sondern als schlicht maßlose Übertreibungen. Kann gut sein, dass Moses seine Juden durch die Ebbe geführt hat. Gut möglich, dass Jesus ein vortrefflicher Taschenspieler war. Egal, was es nun war oder nicht war. Aber wenn ich mir die Bibel so durchlese, dann gehe ich davon aus, dass die wahren Worte Jesus vielleicht auch etwas anders übermittelt wurden, als er sie sprach. Oder anders übersetzt wurden. Und selbst wenn das nicht zutreffend sein sollte (was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann), dann wurde die Bibel auch stets sehr phantasievoll von der Kirche interpretiert.

Du willst noch mehr differenzieren? Wozu? Alle Richtungen beziehen sich auf die gleiche Geschichte, auf die gleichen Leute, die zur gleichen Zeit unter gleichem Namen gelebt haben. Auch wenn "Jude" für einen Moslem eine Beleidigung sein mag - für mich sind das Judentum, Christentum und der Islam nichts anderes als unterschiedliche Interpretationen der gleichen Geschichte.

Was juckt es mich, wer sich wann noch abspalten musste, weil er mit irgendeiner Reform nicht klar kam? Später sich sogar deshalb die Köppe einschlagen. obwohl ich ja eher der Ansicht bin, dass Menschen immer ein Feindbild brauchen um sich zu identifizieren, damit abgrenzen und somit existieren können. Wenn sie das wenigstens friedlich hinbekommen würden, ist dagegen auch nichts zu sagen. Aber leider leider...

[...] Problem ist das sie ihre eigene Lehre ihrer Tradition und nicht der Bibel angepasst haben.
Sie haben eine neue Art gefunden, die Bibel zu interpretieren. Und damit haben sie nicht mehr zu ihrer "Gemeinde" gepasst.

Welche Kirche? Katholische, Evangelische, Freikirchen, Orthodoxe, Deutsche Kirche, Bekennde Kirche, Pfingstkirche, Anglikanische Kirche, differenziere bitte.
Ich habe nichts zu differenzieren. Such' Dir eine aus.

Du kennst dich eher schlecht aus mit den Verschiedenen Kirchen, oder? [...]
Ehrlich gesagt ja. Weil ich auch Heide bin, daher beschränke ich mich darauf, das Notwendigste zu wissen.

Gruß,
Photon
 
Ich habe ja schon einiges im Leben gesehen, aber noch nie jemandem zum Himmel auffahren. Auch niemanden, der Wasser zu Wein machen konnte, Lahme gehend, Blinde sehend oder Leute, die ganze Meere teilen konnten. Ich für meinen Teil will diese Geschichten aber nicht als Lügen abtun, sondern als schlicht maßlose Übertreibungen. Kann gut sein, dass Moses seine Juden durch die Ebbe geführt hat. Gut möglich, dass Jesus ein vortrefflicher Taschenspieler war.

Ich hatte damals einen hervorragenden Religionslehrer (Erzbischöfliches Gymnasium, kann ich nur empfehlen), mit dem ich stundenlang über die Bibel diskutiert habe damals. Dieser hat damals gemeint, dass zB die Brotvermehrung zwar statt gefunden hat, aber eben nur so dass das Brot, die Fische etc. damals schon vorhanden waren. Recht viele Jünger hatten vielleicht ein Stück Brot, Fisch oder Fleisch in der Tasche, aber ehrlich gesagt würde ich das auch nicht hervorholen wenn um mich rum ein Mob von dutzenden hungernden verdreckten Leuten lungert. Jesus ist also vorangegangen und hat sein Brot geteilt. Charismatisch wie der gute Herr halt war, konnte er damit ein paar Leute anstecken. Und so legten immer mehr Menschen ihr Essen dazu - und am Ende hat es wie schon so schön geschrieben steht, nicht nur für alle gereicht sondern es blieb noch etwas übrig.
Lass daraus zB eine wundersame Brotvermehrung werden, lass Moses' Wasserteilung ein Tsunami gewesen sein (die es damals schon gab und wohl auch genau in dem Zeitraum dort stattgefunden haben wie einige Wissenschaftler behaupten - zurückzuführen auf einen Meteoreinschlag in der Zeit), bei dem wie wir wissen das Wasser erst zurückgeht und danach verheerend zurückschlägt (und wohl die Römer mitgerissen hat).

Am Ende wird man nicht jede Geschichte der Bibel erklären können, will man ja auch gar nicht. Es bleibt, dass wir mittlerweile wissen dass Jesus wohl wirklich gelebt hat, eine charismatische Aura und viel Vertrauen in seine Überzeugungsfähigkeit hatte, und seine Geschichten mythifiziert wurden, aufgeschrieben und überliefert. Märchen sollten schon immer dazu dienen, Kinder zu erziehen. Vielleicht kann man die Parallele dazu ziehen, dass die Evangelien die Gläubigen erziehen sollten, wer weiß. Unterhaltungswert haben beide Bücher. Wörtlich nehmen sollte man davon keins.
 
noch kein Freitag ;)

Und wo sind die ganzen tollen alten hin? :(

Und wenn ich mir diesen Thread hier so anschaue.. Der hat ja wohl nichts mehr mit Eiern und Kindergarten zu tun.. Wobei, irgendwie ists ja auch doch wieder lustig wenn welche in einem solchen Thread eine ernsthafte Diskussion anfangen.. :biggrin:
 
Bereits im ersten Konzil wurden schon einige Evangelien in Frage gestellt oder gar entfernt, was ja immer wieder neuen Stoff für Verschwörungstheoretiker liefert. Aber darauf will ich gar nicht hinaus.
Du meinst als man den Kanon abgeschlossen hat? Du, da gab es 80 Evangelien, von denen waren über 40 reine Kopien. Und der rest war tatsächlich großenteils stark verfälscht, so hat man mal ein paar figuren hineingefügt die es so nie gab. Ich persönlich verstehe nicht, warum man 4 Evangelien in die Bibel gemacht hat. Eines hätte gereicht. Aber damit es glaubwürdiger ist, hat man eben 4 Quellen genommen. Vieleicht hätte man auch 8 brauchbare nehmen können, aber dennoch hätte sich die Botschaft nicht verändert.
Du willst noch mehr differenzieren? Wozu?
Ganz einfach, weil es viel zu große unterschiede gibt zwischen den einzelenen.

Was juckt es mich, wer sich wann noch abspalten musste, weil er mit irgendeiner Reform nicht klar kam? Später sich sogar deshalb die Köppe einschlagen. obwohl ich ja eher der Ansicht bin, dass Menschen immer ein Feindbild brauchen um sich zu identifizieren, damit abgrenzen und somit existieren können. Wenn sie das wenigstens friedlich hinbekommen würden, ist dagegen auch nichts zu sagen. Aber leider leider...
Die Welt ist nicht Schwarz-Weis und die gründe warum diese oder jene Kirche Existiert sind extrem vielschichtig. Die Russische Auslandskirche gibts auch weniger wegen Inhaltlicher Unterschiede. Und dir ist hoffentlich bewusst das der 30Jährige Krieg bspw. reines Machtinteresse war.

Sie haben eine neue Art gefunden, die Bibel zu interpretieren. Und damit haben sie nicht mehr zu ihrer "Gemeinde" gepasst.
Genau das ist es ja, hätten sie manche stellen einfach nur anders interprätiert, hätte ich überhaupt kein Problem mit der Katholischen Kirche. Sie hat aber Sachen ohne jegliche Biblische Grundlage zum Dogma erhoben. Bspw. die Leibliche Aufnahme Marias in den Himmel. Der Schriftbeweis heißt dann "Der Beweis ist in der Schrift verborgen". Sprich dem konnte keiner entdecken. Ist also frei erfunden.
Ich habe nichts zu differenzieren. Such' Dir eine aus.
Ok, dann nehme ich mal die "Bekennende Kirche" Das war eine Bewegung im Dritten Reich, die auch von diesem Verfolgt wurde und versuchte so gut es ging gegen den Nationalssozialismus voruzugehen. Du siehst, die Kirche kam schlecht mit den Herrschenden aus. Willst du vielleicht doch leiber Differenzieren?

Ehrlich gesagt ja. Weil ich auch Heide bin, daher beschränke ich mich darauf, das Notwendigste zu wissen.


Gruß,
Photon
Das interessiert mich jetzt, du bis Heide. Hängst du mehr den germansichen Göttern an oder bspw. mehr den Keltischen?
 
Du meinst als man den Kanon abgeschlossen hat? Du, da gab es 80 Evangelien, von denen waren über 40 reine Kopien. Und der rest war tatsächlich großenteils stark verfälscht, so hat man mal ein paar figuren hineingefügt die es so nie gab. Ich persönlich verstehe nicht, warum man 4 Evangelien in die Bibel gemacht hat. Eines hätte gereicht. Aber damit es glaubwürdiger ist, hat man eben 4 Quellen genommen. Vieleicht hätte man auch 8 brauchbare nehmen können, aber dennoch hätte sich die Botschaft nicht verändert.
Um die Botschaft geht es uns, geht es der Kirche und geht es den Machthungrigen. Denn es gibt ja nicht "die eine Botschaft", sondern eigentlich ist die Bibel eine Sammlung von Geschichten. Und diese Geschichten kann man nun interpretieren und schließlich zu einer Botschaft machen. Und wie sie interpretiert wurde und wird, ist noch sehr viel mehr vielschichtig, als es Kirchen gibt.

Und das Schöne daran ist, dass eine Interpretation immer frei ist. Nehmen wir doch nur mal das Beispiel der Genesis. Wieviele Jahrhunderte hat man den Bauern genau das erzählt und wurde geglaubt? Heute ist es eine Metapher für die einen, nach wie vor eine Begebenheit für die anderen - völlig egal, was die Wissenschaft dazu sagt. Das ist eine Seite und versteh' mich nicht falsch - jeder soll glauben, an was er mag.

Die andere Seite ist der Nutzen, den eine psychische Abhängigkeit so mit sich bringt. Und diesen Nutzen hat die Kirche stets auszupressen gewusst. Und ok, ich lasse mich sogar darauf ein, dass eine Splitterkirche gibt oder gab, die das nicht getan hat, von mir aus. Aber schon allein die Christianisierung birgt ja genug Sünden bis zur nächsten Steinzeit.

[...] Ok, dann nehme ich mal die "Bekennende Kirche" Das war eine Bewegung im Dritten Reich, die auch von diesem Verfolgt wurde und versuchte so gut es ging gegen den Nationalssozialismus voruzugehen. Du siehst, die Kirche kam schlecht mit den Herrschenden aus. Willst du vielleicht doch leiber Differenzieren?
Nein, möchte ich eigentlich noch immer nicht. Denn es widerspricht sich nicht, dass sich sich auch eine Bewegung abspaltet, den dem Strom nicht mitschwimmt. Letztlich ist aber auch die Zeit nach der Industrialisierung und Aufklärung gar nicht mehr so das Problem. Die Kirche hat seitdem massiv an Macht und Einfluss verloren, was sich bis heute fortgesetzt hat. Wenn heute der Papst nochmal einen Kreuzzug ausrufen würde, dann kämen vielleicht tatsächlich noch ein paar Landeier mit Mistgabeln in der Hand angewatschelt. Aber schon allein die Protestanten würden den Spuk nicht mitmachen und etliche weitere Splittergruppen auch nicht.

Wir reden auch irgendwo aneinander vorbei, habe ich den Eindruck. Ich will doch gar nicht auseinander bauen, welche Kirche nun gut, böse oder weniger gut und weniger böse ist. Ist mir doch wurscht. Sie haben allesamt einen Ursprung, eine Geschichte, einen Gott und einen Glauben. Ob nun der eine sagt, dass Maria gen Himmel fuhr oder nicht, mag für diese Leute ein Grund zur Abspaltung sein, für mich ist es Kosmetik.

Das interessiert mich jetzt, du bis Heide. Hängst du mehr den germansichen Göttern an oder bspw. mehr den Keltischen?
Passt zwar hier nun gar nicht mehr her, aber uns Ásatrú geht es nicht primär um die Gottheiten oder die Interpretation der Edda. Neuheide zu sein ist mehr eine Lebensart, ein Gefühl. Während beispielsweise im Christentum der Mensch der zentrale Punkt ist, versteht sich ein Heide als Teil der Natur und seiner Umwelt. Ein Mensch ist in dieser Weltanschauung nichts besonderes und nicht mehr wert als der Baum oder das Tier neben ihm. So gesehen hatte H****r seinerzeit schon "das Thema verfehlt". Aber egal.

Wenn Du mich fragst, ob ich an Odin und seine Sippschaft glaube, die mich einstmals in Empfang nehmen, so sage ich mal so viel: Ich warte es ab. Aber germanische Götter erwarten nicht, dass man auf Knien vor ihnen kriecht und Beichte ablegt. Sie erwarten, dass man über sich hinaus wächst und ihnen so ähnlich wie möglich wird. Sie sitzen zu Festen an der gleichen Tafel wie ich und erwarten nur ihren Anteil als Gäste bei Freunden. Und sie erwarten, dass man ihrer Schöpfung Achtung entgegen bringt und sich nicht zum Herren über die restliche Natur aufspielt.

Aus dieser Sicht ist es eigentlich völlig egal, ob wir nun über germanische, keltische oder indianische Gottheiten sprechen, die Quintessenz ist jeweils die Gleiche. Und wenn wir das Gefühl noch etwas weiter strecken, zählt sogar noch der Hinduismus mit hinein. Und diese Götter lebten schon lange vor den Leuten hier, die Geschichten aus fernen Landen herbrachten und sie gewaltsam unter das Volk mischten.

Aber wir kommen extrem weit vom Thema weg, denn der Vergleich von Bibel und Edda wurde hier schon nicht aufgegriffen... ;)

Gruß,
Photon
 
Ok, jetzt weiß ich was mich stört an deiner Argumentation. Du interprätiesrst die Bibel auch und zwar als ein Buch der völligen unterwerfung zu Gott. Im Bereich des Islam hättest du auch völlig recht. Schon der Stamm des Wortes meint Unterwerfung. Aber der Koran ist nicht die Bibel und auch keine schlechte Abschrift der Bibel.

Nun interprätiere ich die Bibel etwas anders als Du. Für mich ist es die größtmögliche Freiheit. Die Einschränkungen sind klein und eigentlich für ein menschliches Zusammenleben unerlässichlich.

Die Kirche hat seitdem massiv an Macht und Einfluss verloren, was sich bis heute fortgesetzt hat.

Jetzt mußt du dich doch etwas entscheiden, hat die Kirche nun viel macht oder nicht. Und auch wieder welche? Die Katholische Kirche hat Macht verloren, besonders in Europa das stimmt. In Asien wächst und wächst die Katholsiche Kirche insbesondere, wie das Christentum allgemein. In China gibt es dann auch wieder die Staatstreuen Kirchen und die nicht Staatstreuen Kirchen. Von Abspaltung kann aber auch eigentlich keine Rede sein.

Trotzdem mag ich die gleichmacherei nicht. Einerseits ist es schön das du uns als eine Einheit wahrnimst, da ist dann das Wort des Paulus erfüllt der anmahnte das wir eins sein sollen. Trotzdem, wir haben uns leider, und das tut mir weh, zu unterschiedlich entwickelt, als das du uns in einen Topf schmeißen kannst. Nur in den Topf Christen, dann sprich aber bitte von Christen und nicht der Kirche. Diese ist einfach zu vielfältig für einen Topf. Christen, Juden und Moslems kannst du nur in den Topf Monotheisten stecken. Sonst sind die Unterschiede einfach zu groß.

Und diese Götter lebten schon lange vor den Leuten hier, die Geschichten aus fernen Landen herbrachten und sie gewaltsam unter das Volk mischten.
Das stimmt Glücklicherweise nur teilweise. Klar, gab es früher schon Religion. und diese Religionen aber Facetten Gottes erfasst, die das Christentum nicht kennt. Und leider wurde oft genug das Christentum Gewaltsam verbreitet. Paradebeispiel Sachsen. Aber es gibt auch genug beispiele aus den selben Zeiten ganz in der Nähe in denen das friedlich ging.
 
Ok, jetzt weiß ich was mich stört an deiner Argumentation. Du interprätiesrst die Bibel auch und zwar als ein Buch der völligen unterwerfung zu Gott. [...]
Ich interpretiere die Bibel gar nicht. Die Bibel ist für mich eine Sammlung von Geschichten aus fernen Landen. Ähnlich wie Märchen sind sie durch viele Münder gegangen und wurden schließlich nieder geschrieben. Was davon wahr, was erfunden und was eine Mischung aus beidem ist (das wird wohl das allermeiste sein), kann ich de facto genauso wenig sagen, wie Du. Du glaubst es eben, ich nicht, aber der Kirche ist es natürlich absolut wichtig, dass Du glaubst. Und zwar an ihre Version der Interpretation. Und dabei ist es dann schon entscheidend, welcher Kirche man angehört, klar. Aber - um beim Thema zu bleiben - ich kenne keine 2 Lesezirkel, die sich wegen unterschiedlicher Interpretation von Grimms Märchen gegenseitig abgeschlachtet hätten.

[...] Nun interprätiere ich die Bibel etwas anders als Du. Für mich ist es die größtmögliche Freiheit. Die Einschränkungen sind klein und eigentlich für ein menschliches Zusammenleben unerlässichlich.
Die Bibel ist für ein menschliches Zusammenleben unerlässlich? Oder die Einschränkungen, die man als Christ hinnehmen muss? Oder meinst Du die Gebote der Bibel, an die sich sowieso niemand hält? Ich weiß jetzt nicht, wie herum ich das verstehen soll.

Jetzt mußt du dich doch etwas entscheiden, hat die Kirche nun viel macht oder nicht. Und auch wieder welche?
Ich muss mich doch nicht entscheiden?! Die Kirche hat Macht über ihre Gläubigen, ja. Die Zahl derer wird immer weniger, ja. Also nimmt die Macht der Kirche stetig ab, ja. Die Macht über den Einzelnen ist hoch, ja.

Die Kirche hat keine Macht über mich. Die Kirche hat längst nicht mehr so viel Einfluss, wie noch vor 200 oder 1000 Jahren. Die Kirche bewegte sich langsam von einem monopolistischen Unternehmen, dem die Kunden ausgingen, zu einem karitativen Unternehmen hin, das sich über mehr oder weniger freiwillige Spenden finanziert. Über den Sinn und Nutzen brauchen wir uns auch nicht streiten. Für einen Christen ist eine Kirche die Wurzel und das Zentrum seines Glaubens, für mich nette Architektur und Mahnmal.

[...] Trotzdem mag ich die gleichmacherei nicht. Einerseits ist es schön das du uns als eine Einheit wahrnimst, da ist dann das Wort des Paulus erfüllt der anmahnte das wir eins sein sollen. Trotzdem, wir haben uns leider, und das tut mir weh, zu unterschiedlich entwickelt, als das du uns in einen Topf schmeißen kannst. Nur in den Topf Christen, dann sprich aber bitte von Christen und nicht der Kirche. Diese ist einfach zu vielfältig für einen Topf. Christen, Juden und Moslems kannst du nur in den Topf Monotheisten stecken. Sonst sind die Unterschiede einfach zu groß.
Sehen wir es doch mal nüchtern. Ob Du Katholik, Protestant, ein Zeuge Jehovas oder Scientologe bist: In dem Augenblick, in dem Du glaubst, Gleichgesinnte suchst und in einer Instanz mit Oberhaupt auch findest, bist Du schon manipulierbar. Je nach Ausprägung Deines Glaubens und eigener mitgebrachter Intelligenz eben mehr oder weniger.

Es ist dann nur noch die Frage, wie und ob das die Kirche für sich nutzbar macht. In der Vergangenheit hat sie es sehr intensiv und ausführlich getan. Heute wahrscheinlich nur noch unterschwellig, obwohl das wohl auch von Land zu Land und Region zu Region unterschiedlich ist. Und natürlich finden wir heute Kirchen, die interpretieren die Bibel (oder Abschnitte daraus) wieder anders als andere und müssen sich deshalb separieren. Ich halte das zwar für Firlefanz, aber ok, geht mich auch nix an. Im Endeffekt war jede Kirche einstmals eine Sekte, die durch massiven Mitgliederzuwachs zur Kirche wurde. Und diese Kirche hat dann sehr wohl macht, auch ohne einen Kreuzzug auszurufen. Wäre im Jahr 2008 auch albern, wo wir uns über die Jünger des Dschihad aufregen...

Das stimmt Glücklicherweise nur teilweise. Klar, gab es früher schon Religion. und diese Religionen aber Facetten Gottes erfasst, die das Christentum nicht kennt. Und leider wurde oft genug das Christentum Gewaltsam verbreitet. Paradebeispiel Sachsen. Aber es gibt auch genug beispiele aus den selben Zeiten ganz in der Nähe in denen das friedlich ging.
Ja, wenn es nicht friedlich gegangen wäre, hätte es gewaltsam gehen müssen.

Machen wir uns doch mal nichts vor. Die Christianisierung war der größte Genozid in der Menschheitsgeschichte. Heidnische Stätten wurden nicht nur entweiht oder geschändet, sie wurden zerstört und an ihrer Stelle Kirchen errichtet. Menschen wurden gefoltert, verbrannt, zerstückelt, gekreuzigt, gepfählt und sonstwie zu Tode gebracht, wenn sie nicht schnell genug konvertierten. Angst und Schrecken war der Grundpfeiler, nicht das Wort Gottes / Jesu. Der Bibel selbst mache ich keinen Vorwurf, wohl aber den Menschen, die sie interpretierten. Und das war vor allem nicht irgendein Wanderprediger, sondern ein straff organisierter monopolistisch-feudalistischer Konzern.

Das ist die Kirche heute nicht mehr, aber wohl kaum aus freien Stücken. Vielmehr hat die Aufklärung die Macht ausgedünnt. Menschen haben ihr Leben riskiert und gelassen, um ketzerische Forschungen betreiben zu können.

Wie gesagt: Soll jeder glauben, an was er will. Von mir aus auch an Bibi Blocksberg, ist mir völlig egal. Aber der Kirche als Institution kann ich keinerlei Sympathien abgewinnen, egal, wie sie heißt und welchen Teil der Bibel sie anders interpretiert, als ihre Nachbarkirche...

Gruß,
Photon
 
Ich interpretiere die Bibel gar nicht. Die Bibel ist für mich eine Sammlung von Geschichten aus fernen Landen. Ähnlich wie Märchen sind sie durch viele Münder gegangen und wurden schließlich nieder geschrieben. Was davon wahr, was erfunden und was eine Mischung aus beidem ist (das wird wohl das allermeiste sein), kann ich de facto genauso wenig sagen, wie Du. Du glaubst es eben, ich nicht, aber der Kirche ist es natürlich absolut wichtig, dass Du glaubst. Und zwar an ihre Version der Interpretation. Und dabei ist es dann schon entscheidend, welcher Kirche man angehört, klar. Aber - um beim Thema zu bleiben - ich kenne keine 2 Lesezirkel, die sich wegen unterschiedlicher Interpretation von Grimms Märchen gegenseitig abgeschlachtet hätten.
Du interpretierst die Bibel nicht, sagst aber das seien alles Geschichten aus fernen landen, ähnlich den Märchen. Für mich ist das eine Interpretation. Aber das ist eine Spitzfindigkeit. Da es in meiner Kirche verschiedene Interpretationen(Feministische oder eher Sozialistische bspw.) gibt kann ich gar nicht an "ihre" Interpretation glauben. Nur an meine eigene. Und an die Interprätation die alle Christen teilen, die Grundthesen.
Und die Germanen haben sich mittels Ihrer Religion auch schön öfter bekriegt. Also da kommt das Christentum nicht wirklich schlechter weg.
Die Bibel ist für ein menschliches Zusammenleben unerlässlich? Oder die Einschränkungen, die man als Christ hinnehmen muss? Oder meinst Du die Gebote der Bibel, an die sich sowieso niemand hält? Ich weiß jetzt nicht, wie herum ich das verstehen soll.
Vor allem die Gebote. Und an 9 der 10 Gebote halten sich die allermeisten. Egal ob Christ oder nicht.

Ich muss mich doch nicht entscheiden?! Die Kirche hat Macht über ihre Gläubigen, ja. Die Zahl derer wird immer weniger, ja. Also nimmt die Macht der Kirche stetig ab, ja. Die Macht über den Einzelnen ist hoch, ja.
Falsch, noch nie gab es so viele Christen wie heute. Und auch noch nie so viele Moslems. Hat die Christenheit jetzt so viel macht wie noch nie?

Die Kirche hat keine Macht über mich. Die Kirche hat längst nicht mehr so viel Einfluss, wie noch vor 200 oder 1000 Jahren. Die Kirche bewegte sich langsam von einem monopolistischen Unternehmen, dem die Kunden ausgingen, zu einem karitativen Unternehmen hin, das sich über mehr oder weniger freiwillige Spenden finanziert. Über den Sinn und Nutzen brauchen wir uns auch nicht streiten. Für einen Christen ist eine Kirche die Wurzel und das Zentrum seines Glaubens, für mich nette Architektur und Mahnmal.

Wie gesagt, noch nie verkaufte sich das Produkt besser, um mal bei deiner Sprache zu bleiben.

Sehen wir es doch mal nüchtern. Ob Du Katholik, Protestant, ein Zeuge Jehovas oder Scientologe bist: In dem Augenblick, in dem Du glaubst, Gleichgesinnte suchst und in einer Instanz mit Oberhaupt auch findest, bist Du schon manipulierbar. Je nach Ausprägung Deines Glaubens und eigener mitgebrachter Intelligenz eben mehr oder weniger.
Ok, da ist was dran. Bist du als Neu-Heide nicht auch manipulierbar? Ich glaube den Vorwurf muss sich jeder Religiöse Mensch gefallen lassen.

Und diese Kirche hat dann sehr wohl macht, auch ohne einen Kreuzzug auszurufen.

Bei deinen Kreuzzügen vergiss bitte nicht, das die Orhtodoxen, also die ca. andere Hälfte der damaligen Christenheit, zum Opfer werden konnte und das teils auch wurde. Nach deiner Lesart hat dann die Kirche gegen sich selbst Krieg geführt. Was aber nur im Sinne der Christenheit stimmt. Was machst du eigentlich mit den Christen die keiner Kirche angehören. Oder den Freikirchen, die sich auf eine kleine Gemeinde beschränken. Was haben die für Macht? Irgendwie denke ich, du hast Angst wir würden dir unseren Willen/Glauben aufzwingen. Und teilweise gibt es solche Leute. Vor denen habe ich auch Angst. Nur weiß ich das diese wenige sind, und deren Macht tatsächlich weiter schwindet. Und je besser es mit der Ökumene läuft, desto mehr wird sie schwinden.

Ja, wenn es nicht friedlich gegangen wäre, hätte es gewaltsam gehen müssen.
Das kommt eben ganz drauf an, wer es versucht hat. Genau diese Einstellung hat es gegeben, ebenso gab es die einstellung das man eben in Frieden alles versuchen muss. Gewalt durfte nicht angewandt werden, sonst hätten sie sich selbst verraten. Eben weil es so viele Verschiedene Gruppen gibt und gab, kannst du sie nicht einfach alle über einen Kamm scheren. Das wäre genauso, wie wenn ich sage: Alle Neu-Heiden sind Nazis und verprügeln Ausländer.

Machen wir uns doch mal nichts vor. Die Christianisierung war der größte Genozid in der Menschheitsgeschichte.
Der größte Genozid in der Menschheitsgeschichte dürfte immernoch der massenhafte Judenmord gewesen sein. Wenn man religöse und politische überzeugungen nimmt, dürfte das Mao Tze Tung gewesem sein gefolgt von Stalin.

Angst und Schrecken war der Grundpfeiler, nicht das Wort Gottes / Jesu.
Für manche Kirchen stimmt das, aber nicht für alle!

Das ist die Kirche heute nicht mehr, aber wohl kaum aus freien Stücken. Vielmehr hat die Aufklärung die Macht ausgedünnt. Menschen haben ihr Leben riskiert und gelassen, um ketzerische Forschungen betreiben zu können.
Ähm, lebte Luther nicht vor der Aufklärung? Nur so als Beispiel!

Aber der Kirche als Institution kann ich keinerlei Sympathien abgewinnen, egal, wie sie heißt und welchen Teil der Bibel sie anders interpretiert, als ihre Nachbarkirche...
Die Frage hab ich schonmal gestellt, was machst du mit solchen, die eben keiner Kirche angehören, aber dennoch Christen sind. ODer den Freikirchen(Freikirchen = Unabhänige kleine Kirchen, meist nur eine Gemeinde, finanzieren sich aus sich selbst, ziehen nicht über staatliche Stellen Steuern ein.)
 
Du interpretierst die Bibel nicht, sagst aber das seien alles Geschichten aus fernen landen, ähnlich den Märchen. Für mich ist das eine Interpretation.
Nein. Eine Interpretation wäre es, wenn ich versuche, in einer niedergeschriebenen Geschichte eine Metapher zu erkennen, die für mein Leben im Lahre 2008 nützlich oder hilfreich ist.

[...] Da es in meiner Kirche verschiedene Interpretationen [...] gibt kann ich gar nicht an "ihre" Interpretation glauben. Nur an meine eigene. Und an die Interprätation die alle Christen teilen, die Grundthesen.
Gut, das kannst Du auch ohne eine kirchliche Instanz. Du kannst Dir eine frei verkäufliche Bibel kaufen, sie lesen und nach Deinen Maßstäben interpretieren. Wozu die Kirche aus Holz, Stein, Gold und Prunk?

Und die Germanen haben sich mittels Ihrer Religion auch schön öfter bekriegt. Also da kommt das Christentum nicht wirklich schlechter weg.
Wegen ihrer Religion? Wäre mir nicht bekannt.

Germanen lebten in Stämmen zu maximal 2000 Leuten. Das könnte den Grund haben, da ein Mensch (egal, wieviel soziale Intelligenz er besitzt) nicht mehr als höchstens 2000 emotionale Bindungen gleichzeitig unterhalten kann. Der durchschnittliche Mensch kann nicht mehr als 500 emotionale Bindungen unterhalten. Ein Ältestenrat, der sich zum Thing traf und dort über das Wohl und Wehe seiner Leute befinden musste, hatte zu seinen Leuten also eine emotionale Bindung. Das kann man von unseren heutigen Politikern nicht mehr sagen bei 80 Millionen Menschen. Schon die Römer konnten es nicht, die haben nur noch mit Zahlen hantiert, weil es auch gar nicht anders ging.

Germanen haben sich so gesehen wie im alten Schottland "Clankriege" geliefert, die aber mit der Religion herzlich wenig zu tun hatten. Da ging es nicht darum, ob nun Thor wirklich da und dorthin gefahren ist oder nicht. Selbst als es einen großen Umschwung vom Tyr- zum Odin-Kult und später vom Odin- zum Thor-Kult gab, ist mir nichts bekannt, dass sich die Anhänger des Tyr blutige Schlachten mit den Anhängern des Odin geliefert hätten, weil Tyr älter und kriegerischer war oder sonstwas. Denn der zentrale Punkt des Heidentums ist nämlich nicht der Krieg oder Gottesfurcht, sondern die Natur.

Vor allem die Gebote. Und an 9 der 10 Gebote halten sich die allermeisten. Egal ob Christ oder nicht.
Ja, weil sie im Gesetzbuch stehen - zumindest 3 von 10 (stehlen, morden, falsch Zeugnis ablegen).

Und an die anderen 7 halten sich die meisten? Soso:


  • Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine fremden Götter haben neben mir. Du sollst Dir kein Bildnis machen.
  • Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.
  • Gedenke, dass du den Sabbat heiligst.
  • Du sollst Vater und Mutter ehren.
  • Du sollst nicht ehebrechen.
  • Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau oder Haus

Also wenn sich alle Menschen über das Stehlen, Morden und diffarmierende Lügen hinaus daran gehalten hätten, wäre die Welt ein großes Stück weit schöner, ja. Haben sie die letzten 5000 Jahre nicht getan, tun sie heute noch immer nicht.

Falsch, noch nie gab es so viele Christen wie heute. Und auch noch nie so viele Moslems. Hat die Christenheit jetzt so viel macht wie noch nie?
Stimmt. Und es gab noch nie so viele Menschen auf der Erdkugel wie heute. Dazu kommt, dass eben nicht mehr der Papst als Oberhaupt von allen anerkannt wird. Nicht mal die Katholiken folgen dem Papst geschlossen lammfromm, sondern kritisieren ihn wegen einiger seiner Meinungen. Das wäre vor einigen hundert Jahren undenkbar gewesen. Hier also auch die moderne Aufklärung. Und natürlich auch die Reform der Kirche an und für sich. Wie gesagt: Inzwischen hat sie mehr einen karitativen Charakter angenommen, als einen weltherrschaftsanstrebenden. Das dämmt den Mitgliederschwund natürlich ein, denn vielen Leuten geht es nach wie vor dreckig.

Natürlich besitzt sie immer noch Macht, vor allem die katholische Kirche. Wie viel Macht der Glaube hat, kann man doch ganz vortrefflich in den USA sehen. Als Kurzversion kann doch gut das Lied von Genesis herhalten: "Jesus he knows me". Heute kann man mit solchen Leuten nicht mehr punkten wie einst, aber im kleinen Rahmen funktioniert das. Und warum? Weil der Mensch glauben will. Er hat keinerlei Interesse daran sich einzugestehen, dass er ein Haufen verwässerter Kohlenstoffmoleküle ist. Er will nichts davon hören, dass er aus dem gleichen Material besteht wie das, was er da auf dem Teller hat. Der Mensch will nichts davon hören, dass er nichts weiter als ein organischer Durchlauferhitzer ist - ebenso wie sein Hund oder sein Schaf. Er will glauben, er sei was Besonderes und von einer omnipotenten Macht zu etwas großartigem Erkoren.

Wie gesagt, noch nie verkaufte sich das Produkt besser, um mal bei deiner Sprache zu bleiben.
"Noch nie" ist natürlich nicht wahr. Es verkauft sich heute noch immer gut, so lange es Menschen schlecht geht. Und das ist in Großstädten beispielsweise gar nicht schwer, wo man ganz schnell in die Anonymität abrutscht und dadurch seine sozialen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen kann. Da tut es gut, einen imaginären Freund an seiner Seite zu haben, der auch noch omnipotent ist. Oder eben seine Vertretung auf Erden, der mir notfalls auch Suppe gibt und sich um mich sorgt. Schlimm wird es erst, wenn die Kirche dann Loyalität einfordert, statt sie dankend anzuerkennen...

Ok, da ist was dran. Bist du als Neu-Heide nicht auch manipulierbar? Ich glaube den Vorwurf muss sich jeder Religiöse Mensch gefallen lassen.
Ich wüßte nicht, von wem. Ich habe hier keinen Druiden oder Schamanen sitzen, der mir Worte ins Ohr flüstert. Ich gehe nicht einmal zu Winter- oder Sommersonnenwendfeiern. Ich kenne ein paar Leute, die meinen Glauben teilen, aber viel mehr, die mein Gefühl der Naturverbundenheit teilen, sich aber als Atheisten bezeichnen. Gut, sollen sie Atheisten sein, ich missioniere niemanden. Nur muss man diesen Leuten erstmal beibringen, dass das Heidentum nicht etwa "Ungläubig" bedeutet, wie es die Kirche im Zuge der Christianisierung als Lüge verbreitet hat. Dass sogar "Heide" zum Schimpfwort wurde und ein "Heidenspaß" eigentlich nicht wirklich lustig ist. Aber ich komme schonwieder vom Thema ab, menno...

[...] Was machst du eigentlich mit den Christen die keiner Kirche angehören. Oder den Freikirchen, die sich auf eine kleine Gemeinde beschränken. Was haben die für Macht?
Ich mache mit denen gar nichts. Wie gesagt: Jeder kann glauben an was er will. Ich habe auch kein Problem damit. Kleine Kirchen haben natürlich keine erwähnenswerte Macht. Kirchen oder die Kirche wird heute ja auch nicht mehr benötigt, um das Volk gefügig zu halten.

Ich glaube, ich muss das mal klar stellen: Ich bin kein Antichrist. Ich teile den Glauben nicht, mich interessiert er nicht mal weiterführend. Für mich ist die Bibel ein Märchenbuch aus dem Orient, die Grimm'sche Sammlung ein Märchenbuch aus meinen Landen. Wer an Aschenputtel glaubt, ist mir ebenso willkommen, wie ein Christ. Wer zum Lesezirkel geht ist mir ebenso lieb wie jemand, der sonntags in die Messe rennt. Und wenn irgendwann der Grimm'sche Lesezirkel eine massive Mitgliederzahl erreicht hat und meint, dass nur die Grimms die einzig wahren Märchensammler waren und keine anderen neben sich dulden, spreche ich auch in dem Fall von "Gefahr". Besonders, wenn sie dann anfangen zu töten, foltern und verstümmeln und sich einige hundert Jahre später dafür noch immer nicht entschuldigt haben.

Irgendwie denke ich, du hast Angst wir würden dir unseren Willen/Glauben aufzwingen. Und teilweise gibt es solche Leute. Vor denen habe ich auch Angst. Nur weiß ich das diese wenige sind, und deren Macht tatsächlich weiter schwindet. Und je besser es mit der Ökumene läuft, desto mehr wird sie schwinden.
Nein, diese Angst habe ich nicht. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es heute immer noch Missionare gibt, natürlich. Aber es ist erstaunlich, wie hartnäckig diese Leute sein können. Eine Zeit lang hat bei mir an der Tür etwa alle 2 Wochen ein Nonnenpärchen geklingelt und mich gefragt, ob ich wüßte, wie mir Jesus in meinem Leben helfen könnte. Ich gab jedes Mal zur Antwort, dass ich Heide bin und mit Jesus nichts am Hut hätte. Selbst die beiden schienen nicht zu wissen, dass Heidentum nichts mit "Ungläubigkeit" zu tun hat. Oder sie kamen genau deshalb so oft bei mir vorbei á la: "Was vor 1000 Jahren funktioniert hat, funktioniert auch heute. Steter Tropfen höhlt den Stein..." :D

Aber kurz: Ich habe keine Angst vor 2 älteren Damen in schwarzen Mänteln und weißem Stirnband. Ich habe auch keine Angst mehr vor der Kirche, weil inzwischen die Staatsgewalten weit mächtiger sind und auch der Papst selbst keine Narrenfreiheit mehr genießt. Dennoch ist die Kirche nach meinem Verständnis nach wie vor ein kapitalistisch orientiertes Unternehmen, dass noch auf dem Weg zur karitativen Einrichtung ist. Wenn sie dort einstmals angekommen ist, klappt es vielleicht auch ohne den Kirchenzehnt...

[...] Alle Neu-Heiden sind Nazis und verprügeln Ausländer.
Das wäre ja auch die Unwahrheit, weil sicher kein einziger Nazi ein Neuheide ist ;) Die bedienen sich uralter Symboliken aus politischen, nicht aus religösen Motiven. Damit sind sie Feinde des Heidentums, denn sie ziehen altehrwürdige Symbole durch den Dreck und missbrauchen sie. Wie eben im übertragenen Sinne der Wunderheiler, der 1000 Dollar fordert, um das Krebsgeschwür zu heilen, weil er von Jesus persönlich gesegnet wurde...

Der größte Genozid in der Menschheitsgeschichte dürfte immernoch der massenhafte Judenmord gewesen sein.
Leider nein. Der Christianiserung sind über die Zeit weit mehr Menschen zum Opfer gefallen. Allein bei der Besiedlung Amerikas (die letzte große Christinanisierung) sind viele Millionen Menschen gestorben. Danach dürfte die Christen-/Judenverfolgung der Römer kommen. Anschließend vielleicht noch das mongolische Reich unter Dschinghis Khan, Assyrer und Ägypter haben im Laufe ihrer Zeit auch mehrere Millionen Menschen getötet bekommen. Irgendwann schlägt dann auch mal Adolf zu Buche. Aber um politisch korrekt zu bleiben: H****r hält zumindest den Rekord, die meisten Menschen in einem Zeitraum von nur 12 Jahren ermordet zu haben.

Ähm, lebte Luther nicht vor der Aufklärung? Nur so als Beispiel!
Ja, sicher. Und vor ihm? Luther war der erste und einzige, der wirklich die Macht der Kirche ins Wanken brachte. Vor ihm niemand, nach ihm ist das Abspalten zur Mode verkommen. Luther ist nicht "nur ein Beispiel", sondern eine zentrale Figur in der christlichen Religionsgeschichte. Schon nach Luther hatte die Kirche massiv an Macht eingebüßt, schließlich begehrten danach die "weltlichen Herrscher", also Könige und Fürsten erstmals gegen die Macht der Kirche auf, statt mit ihr zusammen zu arbeiten.

Kommen wir noch mal ganz kurz zum Thema des Threads zurück: Warum kennt niemand mehr die Bibel [...]? Vielleicht auch, weil man heute nicht mehr verbrannt wird, wenn man sie nicht liest?

Gruß,
Photon
 
Kommen wir noch mal ganz kurz zum Thema des Threads zurück: Warum kennt niemand mehr die Bibel [...]? Vielleicht auch, weil man heute nicht mehr verbrannt wird, wenn man sie nicht liest?
Falsch, Zeitweise war es dem "gemeinen" Volk verboten die Bibel zu lesen, selbst wenn sie latein konnten, ja sogar besser konnten als die Priester.

Wozu die Kirche aus Holz, Stein, Gold und Prunk?
Also ich sehe das mehr als eine Art versamlungsraum. Einen Kölner Dom bräuchte es nun wirlich nicht. Aber lass mal eine Kirche verkünden mangels Geld wird die Kirche nicht mehr instand gehalten. Gabs zu DDR-Zeiten. Da sind dann die Leute sehr aktiv die Kirche zu retten, selbst Atheisten. Frag am besten die Atheisten warum es die Kirchgebäude braucht. Mir würde eine kleine Kapelle reichen.

Und an die anderen 7 halten sich die meisten? Soso:

* Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine fremden Götter haben neben mir. Du sollst Dir kein Bildnis machen.
* Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.
* Gedenke, dass du den Sabbat heiligst.
* Du sollst Vater und Mutter ehren.
* Du sollst nicht ehebrechen.
* Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau oder Haus

Das erste Gebot halten die wenigsten. Das 2. ist diskutabel, ist: "Oh mein Gott" wirkliche ein Missbrauch?
Die meisten Leute pflegen den Sonntag schon ganz gut.
Vater und Mutter ehren, bei den meisten geht das, aber du hast recht viele nicht.
Ehebruch, nun ja eigentlich ist scheidung eine Art Ehebruch, da muss ich tatsächlich auf 8 reduzieren. Obwohl es trotzdem immernoch eher die ausnahme ist, als die regel.
Und wer strebt denn danach seiner Nächsten Frau oder Eigentum zu nehmen?

Nur muss man diesen Leuten erstmal beibringen, dass das Heidentum nicht etwa "Ungläubig" bedeutet, wie es die Kirche im Zuge der Christianisierung als Lüge verbreitet hat
Ok, da bin ich wohl etwas gebildeter, mir war immer klar, das Heidentum und Atheismus ein unterschied ist. Wichtig ist mir sowieso das jemand an etwas glaubt.

"Noch nie" ist natürlich nicht wahr. Es verkauft sich heute noch immer gut, so lange es Menschen schlecht geht. Und das ist in Großstädten beispielsweise gar nicht schwer, wo man ganz schnell in die Anonymität abrutscht und dadurch seine sozialen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen kann. Da tut es gut, einen imaginären Freund an seiner Seite zu haben, der auch noch omnipotent ist. Oder eben seine Vertretung auf Erden, der mir notfalls auch Suppe gibt und sich um mich sorgt. Schlimm wird es erst, wenn die Kirche dann Loyalität einfordert, statt sie dankend anzuerkennen...
Noch nie verkaufte sich das so gut war quantitativ gemeint.

Papst selbst keine Narrenfreiheit mehr genießt.

Du weißt gar nicht wie sehr mich das freut. Aber vieleicht ahnst du es ;)

Das wäre ja auch die Unwahrheit, weil sicher kein einziger Nazi ein Neuheide ist Die bedienen sich uralter Symboliken aus politischen, nicht aus religösen Motiven. Damit sind sie Feinde des Heidentums, denn sie ziehen altehrwürdige Symbole durch den Dreck und missbrauchen sie. Wie eben im übertragenen Sinne der Wunderheiler, der 1000 Dollar fordert, um das Krebsgeschwür zu heilen, weil er von Jesus persönlich gesegnet wurde...

Und genauso Unwahr ist es, das sich alle Kirchen solcher Methoden bedienen. Also bitte differenziere.

Leider nein. Der Christianiserung sind über die Zeit weit mehr Menschen zum Opfer gefallen. Allein bei der Besiedlung Amerikas (die letzte große Christinanisierung) sind viele Millionen Menschen gestorben. Danach dürfte die Christen-/Judenverfolgung der Römer kommen. Anschließend vielleicht noch das mongolische Reich unter Dschinghis Khan, Assyrer und Ägypter haben im Laufe ihrer Zeit auch mehrere Millionen Menschen getötet bekommen. Irgendwann schlägt dann auch mal Adolf zu Buche. Aber um politisch korrekt zu bleiben: H****r hält zumindest den Rekord, die meisten Menschen in einem Zeitraum von nur 12 Jahren ermordet zu haben.

Ach komm, die Indianer sind doch eher ermordet worden weil sie im weg standen.

Ja, sicher. Und vor ihm?

Franziskus, der war kurz davor eine katholische Kirche zu schaffen die in völliger Armut lebt. Bspw.
 
[...] Also ich sehe das mehr als eine Art versamlungsraum. Einen Kölner Dom bräuchte es nun wirlich nicht. Aber lass mal eine Kirche verkünden mangels Geld wird die Kirche nicht mehr instand gehalten. Gabs zu DDR-Zeiten. Da sind dann die Leute sehr aktiv die Kirche zu retten, selbst Atheisten. Frag am besten die Atheisten warum es die Kirchgebäude braucht. Mir würde eine kleine Kapelle reichen.
Ich empfinde diese Gebäude nicht als störend, weil sie (leider) auch ein Teil meiner Geschichte sind. Sie sind prunkvoll, von Baumeistern alter Handwerkskunst erschaffen und schön anzuschauen. Diese Gebäude sehe ich nicht als christliche Gebäude an und ich habe mich sogar schon häufiger in eine Kirche gesetzt. Natürlich nicht zum Beten, sondern um die Ruhe zu genießen. Und in einer Kirche ist das Flair einfach schöner als in einer Bibliothek. Insofern sollen die Kirchen ruhig stehen bleiben, es stört mich nicht im Geringsten.

Das erste Gebot halten die wenigsten. Das 2. ist diskutabel, ist: "Oh mein Gott" wirkliche ein Missbrauch?
Die meisten Leute pflegen den Sonntag schon ganz gut.
Vater und Mutter ehren, bei den meisten geht das, aber du hast recht viele nicht.
Ehebruch, nun ja eigentlich ist scheidung eine Art Ehebruch, da muss ich tatsächlich auf 8 reduzieren. Obwohl es trotzdem immernoch eher die ausnahme ist, als die regel.
Und wer strebt denn danach seiner Nächsten Frau oder Eigentum zu nehmen?
Also Du hast wirklich eine sehr freie Interpretationsweise :) Ok, dann nochmal Punkt für Punkt.

Wer den Namen Gottes missbraucht, war vor allem die katholische Kirche der Vergangenheit und einige Sekten der Gegenwart. Denn ein Kreuzzug war ganz sicher nicht euren Gottes Wille. Und euer Gott kann auch mit meinem ganzen weltlichen Besitz nichts anfangen, wozu also einer Sekte all mein Vermögen geben? Aber das ist Missbrauch in seiner Reinform.

Sonntag heiligen die meisten Leute? Viele, die ich kenne, müssen an diesem Tag arbeiten. Andere gehen zum Eishockey oder Fussball, nur 3 aus meinem gesamten Bekanntenkreis suchen sonntags die Kirche auf. Also das kann wohl mit "heiligen" nicht gemeint sein.

Vater und Mutter ehren. Daher sind auch die Altenheime so überfüllt, nicht wahr? Und deshalb sind auch so viele alte Menschen am Lebensabend vereinsamt und verarmt. Die breite Masse scheißt auf Mutter und Vater und betet zu Gott Mammon...

Scheidung ist kein Ehebruch. Ehebruch ist Fremdpoppen. Und das ist ja die ganz große Mode. Wegwerfgesellschaft eben. Du warst gestern noch interessant, aber heute bist Du schonwieder langweilig. Schnell, ein neuer Schwanz oder eine neue Dose her, bevor mich die Langeweile des Alltags verzehrt. So läuft es heute - ich möchte sagen "flächendeckend". Statistisch ist in Deutschland mindestens jedes 10. Kind von einem fremden Schwanz erpoppt worden. Ärztezeitschriften reden von bis zu 70.000 Kindern pro Jahrgang. Das ist des Ehebruchs wohl überreichlich :D Treue, Ehre und Liebe sind Worte, die irgendwie heute keinerlei Bedeutung mehr haben. Und bevor Du mir mit gegenbeispieligen Einzelfällen kommst: Ja, vereinzelt und selten gibt es auch noch Menschen, die darauf etwas geben. Aber die Zahl derer ist einfach zu gering, um überhaupt ins Gewicht zu fallen...

Der letzte Punkt betrifft nicht nur das Weib oder das Heim des Nachbarn, sondern umfasst den Punkt "Neid". Euer Gott mag Neid nicht, weil Neid die Wurzel für die übelsten Taten ist. Aber auch der begegnet uns tagtäglich. Ob es nun der Kollege ist, der Dich anscheißt beim Chef, weil Du zu spät gekommen bist, nur weil Du ein paar Groschen mehr verdienst. Oder der Nachbar, der Dir einen Kratzer in Deinen neuen Benz macht, weil er selbst nur einen BJ 90 Fiesta fährt. Oder der Lügner, der es nicht ertragen kann, dass Deine Frau den runderen Arsch hat und deshalb kreuz und quer erzählt, dass Du ein Zuhälter wärst und Deine Alte auf den Strich geht - natürlich unter Zwang von Dir. Es spielt keine Rolle, was es ist: Neid ist in der Gesellschaft Teil und Triebfeder.

[...] Ach komm, die Indianer sind doch eher ermordet worden weil sie im weg standen.
Ja, die Heiden standen einst auch im Weg ;) Der weiße Mann kam, sah, mordete und siegte. Und brachte das Christentum nach Amerika. Es war ein Genozid im Namen eures Gottes gegen die gottlosen Ureinwohner. Aber gut, wir können uns auch anderer Beispiele bedienen. Wie kommt es eigentlich, dass in Afrika die meisten Leute katholisch sind? Fanden sie den jüdischen Gott nun besser oder potenter als ihre eigenen und wurden friedlich während der Kolonialzeit überzeugt? Aber ach, bleiben wir einfach nur in Europa. Ich glaube, allein auf heutigem deutschen Boden hat die Kirche genug Schandtaten begangen, die für 3 Zeitalter der Erde reichen ;)

Gruß,
Photon
 
Wer den Namen Gottes missbraucht, war vor allem die katholische Kirche der Vergangenheit und einige Sekten der Gegenwart. Denn ein Kreuzzug war ganz sicher nicht euren Gottes Wille. Und euer Gott kann auch mit meinem ganzen weltlichen Besitz nichts anfangen, wozu also einer Sekte all mein Vermögen geben? Aber das ist Missbrauch in seiner Reinform.
Stimmt, bloß gut das ich Evangelisch bin.

Sonntag heiligen die meisten Leute? Viele, die ich kenne, müssen an diesem Tag arbeiten. Andere gehen zum Eishockey oder Fussball, nur 3 aus meinem gesamten Bekanntenkreis suchen sonntags die Kirche auf. Also das kann wohl mit "heiligen" nicht gemeint sein.

Ach wenn man sich Sonntags nen schönen tag macht, zählt das für mich, da bin ich liberal.

Vater und Mutter ehren. Daher sind auch die Altenheime so überfüllt, nicht wahr? Und deshalb sind auch so viele alte Menschen am Lebensabend vereinsamt und verarmt. Die breite Masse scheißt auf Mutter und Vater und betet zu Gott Mammon...

Hast du mal genauer geguckt was das für leute in den Altenheimen sind? Zumeist leute, bei denen es die Famililie kaum noch schafft, die Pflege zu übernehmen. Zumindest bei den altenheimen die ich kenne ist es so. Und die meisten Familien die ich kenne geben ihre eltern wirklich erst dann in ein altenheim wenn sie eigentlich schon längst überfordert sind und sich dem klar werden. Und für die meisten die ich kenne gilt das wort ihrer eltern auch noch mit 40 etwas. Aber vieleicht kennen wir beide zu untereschiedliche leute, in dem bezug soll es regionale untereschiede geben.

Das mit dem Mammon hab ich ja gesagt, du sollst keine anderen götte neben mir haben, das hält kaum einer ein. Wobei ich mich etwas frage ob jemand der viel geld hat zwangsläufig dem geld dient. Aber nun ja, davon haben wir nicht allzu viele in Deutschland.

Scheidung ist kein Ehebruch. Ehebruch ist Fremdpoppen. Und das ist ja die ganz große Mode. Wegwerfgesellschaft eben. Du warst gestern noch interessant, aber heute bist Du schonwieder langweilig. Schnell, ein neuer Schwanz oder eine neue Dose her, bevor mich die Langeweile des Alltags verzehrt. So läuft es heute - ich möchte sagen "flächendeckend". Statistisch ist in Deutschland mindestens jedes 10. Kind von einem fremden Schwanz erpoppt worden. Ärztezeitschriften reden von bis zu 70.000 Kindern pro Jahrgang. Das ist des Ehebruchs wohl überreichlich Treue, Ehre und Liebe sind Worte, die irgendwie heute keinerlei Bedeutung mehr haben. Und bevor Du mir mit gegenbeispieligen Einzelfällen kommst: Ja, vereinzelt und selten gibt es auch noch Menschen, die darauf etwas geben. Aber die Zahl derer ist einfach zu gering, um überhaupt ins Gewicht zu fallen...

Also wenn 9 von 10 Kindern aus regulär aus der Ehe kommen ist es wohl doch nicht so sehr die Ausnahme. Nach Biblischer sicht ist Scheidung und sich danach eine/n neue/n holen schon ehebruch, deswegen kannst du dich Katholischerseits ja nicht 2 mal trauen lassen. Für mich heißt auch, wenn jeder dritte nen seitensprung macht, das es 2 von 3 nicht tun. Allerdings steht das schon auf der Kippe. In richtung 50/50 da hast du recht. Trotzdem ist es wiederum so, wenn ein Seitensprung auffliegt, das die Beziehung in der Regel vorbei ist. Treue scheint doch noch wichtig zu sein. Auch wenn sie sehr, sehr oft nicht gehalten wird.

Der letzte Punkt betrifft nicht nur das Weib oder das Heim des Nachbarn, sondern umfasst den Punkt "Neid". Euer Gott mag Neid nicht, weil Neid die Wurzel für die übelsten Taten ist. Aber auch der begegnet uns tagtäglich. Ob es nun der Kollege ist, der Dich anscheißt beim Chef, weil Du zu spät gekommen bist, nur weil Du ein paar Groschen mehr verdienst. Oder der Nachbar, der Dir einen Kratzer in Deinen neuen Benz macht, weil er selbst nur einen BJ 90 Fiesta fährt. Oder der Lügner, der es nicht ertragen kann, dass Deine Frau den runderen Arsch hat und deshalb kreuz und quer erzählt, dass Du ein Zuhälter wärst und Deine Alte auf den Strich geht - natürlich unter Zwang von Dir. Es spielt keine Rolle, was es ist: Neid ist in der Gesellschaft Teil und Triebfeder.
Und ich dachte immer ich habe ein pessimistisches Weltbild. Richtig Neid ist erwas schlechtes. Neid heißt, ich gönne es dem anderen nicht. Das wird oft verwechselt mit dem Gefühl das man das was der andere hat auch gerne hätte. So hätte ich gerne das Einkommen von Wendelin Wiederking, auch wenn ich gar nicht weiß wohin damit(Ok, eigene Stiftung, UNICEF, Brot für die Welt und dann wären immernoch ein paar schöne Autos drin zum nett rumfahren. ja tut mir leid, meine schwäche sind die Autos) Aber ich gönne ihm das. Neid gibts leider oft genug. Oft genug zeigen sich aber die Menschen auch ohne jeglichen neid. Und Neid ist geselchaftlich unbeliebt. Auch wenn es situationen gibt wo jeder Neidisch wird.
Ja, die Heiden standen einst auch im Weg Der weiße Mann kam, sah, mordete und siegte. Und brachte das Christentum nach Amerika. Es war ein Genozid im Namen eures Gottes gegen die gottlosen Ureinwohner. Aber gut, wir können uns auch anderer Beispiele bedienen. Wie kommt es eigentlich, dass in Afrika die meisten Leute katholisch sind? Fanden sie den jüdischen Gott nun besser oder potenter als ihre eigenen und wurden friedlich während der Kolonialzeit überzeugt? Aber ach, bleiben wir einfach nur in Europa. Ich glaube, allein auf heutigem deutschen Boden hat die Kirche genug Schandtaten begangen, die für 3 Zeitalter der Erde reichen

Gruß,
Photon
Also in den USA wurde, Einzelfälle lassen wir mal aussen vor, keiner wegen Gott oder im Auftrag der Kirche ermordet. Ein großteil derer die an den Massakern gegen die Indianer beteiligt waren hatten doch eh schon allem Christlichem abgeschworen als sie gen westen gingen. Und du pakst sachen in einen Topf in den sie nicht gehören. Die Kolonianisierung fand nicht auf befehl einer Kirche statt, sonder auf befehl die Könige die mehr land und reichtum wollten. Die haben oft genug auch alles was Christlich war schon früh zu ihren Lebzeiten abgeschworen. Das die Leute die dann nach Afrika gingen ihre Religion mitnahmen kannst du ihnen nicht verübeln. Genausowenig wie ich das heute den Türken verübeln darf. Die Schandtaten der Kathlischen Kirche kannst du gerne der Kathlischen Kirche vorwerfen, das tue ich auch. Und distanziere mich von solchen Vorgehensweisen, so wie das alle Luhteraner oder Reformierten bspw. tun. Ich kann an meine Kirche nicht viel finden, was sie böses getan hat. Allemal kann sie nichts für genozide.


So, warum die Bibel jetzt weniger bekannt ist kommt denke ich daher, das die meisten glauben zu wissen was drin steht. Keine Notwendigkeit also zu lesen. Wobei es sicher noch mehr Gründe hat. Also keine Monokausale Begründung.
 
Ok, da bin ich wohl etwas gebildeter, mir war immer klar, das Heidentum und Atheismus ein unterschied ist. Wichtig ist mir sowieso das jemand an etwas glaubt.
Warum muss man Deiner Ansicht nach unbedingt, im religiösen Zusammenhang, an etwas glauben? Kann man nicht auch ohne Glaube das Leben bestehen? Ich mache es seit fast 27 Jahren und mir schandet es noch an nichts, denke ich zumindest. Und die besten Voraussetzungen hatte ich auch nicht (aber tut jetzt hier nichts zu Sache). Ich denke man kann auch ohne jegliche Form von Glauben, ausser an sich selbst (was ich nicht in einen religiösen Zusammenhang ziehen würde) das Leben meistern. Man muss es meines Erachtens nur wollen. Und das ist bei einigen Menschen leider nicht der Fall, aus welchen Gründen auch immer.