Warum kennt kein Mensch in Deutschland die Bibel oder die Gebrueder Grimm?

Man kann sich, wenn man sich mit seinem Wirrwarr auseinandersetzt, sicherlich etwas zusammenreimen, was dann auch einen Sinn ergibt. Allerdings klappt das ebenso gut bei den Grimmschen Märchen, der Bibel und Nostradamus.
Ob sich das lohnt, kann man leider erst hinterher sagen.
Die Gebrüder Gebrinn verwendeten einen perfekten Sprachstil - jeder Lehrer würde da Ausdruck, Inhalt und Grammatik 1+ vergeben! Da ist nichts mit erst den Sinn verstehen (außer du sprichst nur unzureichend Deutsch), das die Deutsche Sprache perfekt angewendet. Nicht vergleichbar mit so Klopapierlektüre über Bohlen und sein verhunztes Leben. ;)
 
Ich frage mal umgekehrt, weil Einige hier behauptet haben, sie würden die Bibel kennen:
Sagt Gott oder Jesus: Wer Gott ablehnt hat Stress mit sich selbst?
Und in welchem Märchen wird das Thema mit Lösung gezeigt in der Grimm Sammlung: Unzufriedenheit mit sich selbst oder überfordert mit sich selbst?
 
Sagt Gott oder Jesus: Wer Gott ablehnt hat Stress mit sich selbst?
Wen interessiert der Bibel-Schmarn? :p

Und in welchem Märchen wird das Thema mit Lösung gezeigt in der Grimm Sammlung: Unzufriedenheit mit sich selbst oder überfordert mit sich selbst?
Schwer zu sagen, aber der Fischer und seine Frau würde mir mal so noch einfallen (hatte ich damals gern von Kassette gehört). :D
 
Aber Du kannst nicht den Focus Deines Glaubens beweisen: Gott/Allah/Manitu/... selbst. Für Deinen Glauben wird im Jahr 2008 wohl niemand mehr einen Beweis verlangen, weil es eigentlich niemanden mehr interessiert, an was Du glaubst und an was nicht. Das ist Dein Privatspaß.

Die Wissenschaft sagt auch keineswegs zu irgendetwas "Zufall". Weil es de facto keine Zufälle auf der Welt gibt. Wirf einen Würfel und das Ergebnis wird als "zufällig" bezeichnet. In Wahrheit ist es ein äußerst kompliziertes Zusammenspiel zwischen Wurfrichtung und aufgewandter Kraft. Dazu Erdanziehung und Erdrotation, Luftverhältnisse und Materialbeschaffenheit. Könnte man ein Gerät bauen, dass fast bis auf atomarer Ebene diese Faktoren berechnen und umsetzen könnte, könnte man bei jedem Wurf exakt das vorher gewünschte Ergebnis erzielen. Im Gegenteil sagt die Wissenschaft wenigstens ehrlich, dass sie eine Sache noch nicht verstanden hat und/oder noch nicht beweisen kann. Eine Religion denkt sich einfach etwas aus und das wird dann zum Dogma. Das ist der Unterschied.


Naja, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass innerhalb der letzten 2000 Jahre jemand das Rote Meer wiederholt geteilt hat. Wenn ein Mann 1 Woche auf einen Berg klettert, mit 2 Steintafeln wiederkommt und danach behauptet, dass ihm die Worte Gott persönlich geflüstert hat, dann kannst Du es glauben oder Du kannst es sein lassen.

Für mich ist die ganze Genesis eine Geschichte voller Magie und Zauberei. Da kommt Gott von [irgendwo] daher und baut einen Ball. Dann macht er Pflanzen, Tiere, Flüsse, Berge und Licht. Dann greift er in die Erde und formt aus Lehm (im Nahen Osten ein häufiges Bauelement) Adam. Adam ist langweilig, er schneidet ihm eine Rippe raus und baut daraus Eva. Die beiden poppen wie irre und so sind die Menschen entstanden. Sagt die Bibel.

Die 3 Hochasen (Odin, Vili und Ve) laufen am Strand spazieren, finden 2 leblose Baumstämme, eine Esche und eine Ulme (typische Baumarten in Europa). Odin gibt Leben und Atem, Ve (auch Lodur/Loki) gibt Blut und Farbe, Vili (auch Hoenir) gibt Empfindung und Bewusstsein. Die beiden poppen wie irre und so sind die Menschen entstanden. Sagt die Edda.

Prometheus stieg vom Himmel hinab, weil er meinte, dass der Erde ein vernunftbegabtes Wesen fehlte und von Zeus entthront wurde. Er nahm Wasser und Ton und formte daraus ein Ebenbild der Götter. Er nahm die Seelen der Tiere und schloss sie in das Gebilde ein. Die Gattin Zeus', Athene, hauchte diesen Gebilden dann Leben ein. Daraus entstand das Menschengeschlecht auf Erden. Sagten einst die Griechen.

In allen 3 Fällen glaubst Du es oder Du lässt es bleiben. Also ich empfinde das schon als Magie, wenn übersinnliche Wesen Leben aus Ton, Lehm oder toten Baumstämmen erschaffen. Die Wissenschaft ist da nüchterner und liest sich weniger spannend: Man teilt die Evolution in chemische und biologische Evolution. Aus anorganischen Stoffen wie Methan, Ammoniak, Wasser,... und unter Einwirkung von Wärme und Blitzen entstehen organische Moleküle. Die biologische Evolution setzt mit dem ersten einzelligen Lebewesen ein. Und dieser kleine, aber sehr wichtige Sprung ist noch nicht geklärt. Weil es eben noch unklar ist, stellt es eine riesige Hürde dar in der Erklärung, wie das eigentliche Leben auf der Erde entstanden ist. Klingt irgendwie trotzdem nicht nach Magie.

Jeder kann nun für sich entscheiden, an was er glauben möchte. Wenn jemand krank ist und gesund werden möchte, dann kann er an Gott glauben, zu ihm beten und hoffen, dass er ihn heilt. Manchmal klappt das sogar, wenn der Glaube Berge versetzt. So gab es wohl schon Fälle, da ist ein Krebsgeschwür im Körper einfach wie von selbst verödet. Man kann es ein Wunder nennen, man kann aber auch sagen, dass man das Zusammenspiel von Körper und Geist wissenschaftlich noch nicht genug untersucht hat. Man kann auch an die Wissenschaft glauben und hoffen, dass noch vor dem eigenen Tod eine Heilmethode zur Verfügung steht, die wenigstens 50% Erfolgsaussichten hat. Man kann aber auch an Harry Potter glauben, der dann auf einem Besen vorbeigeflogen kommt, den Besen in den Arsch steckt und die Krankheit wegzaubert.

Völlig egal, an was ein Mensch glaubt. Jedem Gläubigen geht es besser, er ist zufriedener und insgesamt glücklicher. Und nur das zählt. Wenn jemand statt an die Märchen der Bibel lieber an die Märchen der Grimms glaubt, dann sei ihm das gegönnt. Ich würde an Deinerstatt lieber beklagen, dass immer mehr Menschen heute nur noch an die Macht des Geldes glauben und damit niemals glücklich und zufrieden werden können.

Gruß,
Photon





Glaube ist beweisbar. Es gibt weder Magie oder Zauberei. Das was Du meinst, dass sind Illussionen und

Tricks. Prometheus ist etwas völlig anderes. Gerade wer krank ist schimpft auf Gott, aber er glaubt nicht an

Gott. Das ist richtig. Kein Mensch interessiert sich für Mitmenschen oder Glauben. Das deutsche Ehepaar spricht 10 Worte miteinander. Darüber ist natürlich die Fernsehindustrie begeistert. Es gibt keine Zufälle. Keine Religion denkt sich etwas aus. Der fremdgehende Ehepartner denkt sich etwas aus. Du kannst nicht an "was" glauben. Das was Du schreibst, hat nichts mit Glauben zu tun. Kein Mensch glaubt an Geld. Das was zu beklagen wäre ist die Schadenfreude, Deutsche haben zb Spass daran Kranke oder Behinderte oder Alkoholiker auszulachen. Das hat aber nichts mit Glauben zu tun.
 
Glaube ist beweisbar.
Leg' los.

Es gibt weder Magie oder Zauberei. Das was Du meinst, dass sind Illussionen und Tricks.
Illusionen und Tricks? Du, ich rede nicht von Copperfield, sondern von Hochasen, olympischen Göttern und dem jüdischen Gott. Die bedienten sich Illusionen und Tricks?

[...] Gerade wer krank ist schimpft auf Gott, aber er glaubt nicht an Gott.
Das kenne ich genau umgekehrt. Die größten und verbissensten Atheisten sind spätestens auf dem Totenbett gläubig geworden.

[...] Das deutsche Ehepaar spricht 10 Worte miteinander.
Das nennt sich "Alltag". So ist das nunmal, wenn man jeden Tag und Tag für Tag für sein täglich' Brot arbeiten gehen muss, meist mehr als 8 Stunden. Dann geschafft vom Tag nach Hause kommt und nur noch seine Ruhe haben will. Und am Wochenende dann den ehelichen Pflichten nach kommt. Ist zwar schade und vielleicht bedauerlich, aber verständlich und normal.

[...] Keine Religion denkt sich etwas aus.
Sondern dokumentiert was?

[...] Das was zu beklagen wäre ist die Schadenfreude, Deutsche haben zb Spass daran Kranke oder Behinderte oder Alkoholiker auszulachen. [...]
Das ist ein deutsches Attribut? Und wenn es eines ist, dann bin ich wohl undeutsch. Vielleicht mit Ausnahme des Alkoholikers, der trägt an seinem Schicksal selbst schuld und ist damit im Sinne des Spottes vogelfrey - für mich zumindest.

So, nun hast Du ganz vortrefflich gegen fast alles geredet, was ich geschrieben habe. Das wäre völlig ok, wenn Du denn wenigstens Gegenargumente gebracht hättest. Davon lebt so eine Diskussion ;)

Ich habe Dir ja schon genug Fragen gestellt. Vielleicht zum Abschluss noch eine oben drauf: Was ist für Dich Glaube?

Gruß,
Photon
 
Mal an alle Bibel-Leser und Liebhaber in diesem Thread, lest doch mal was aus diesem Jahrhundert. Mein Tipp "Wer 's glaubt wird seelig" von Dieter Nuhr. Wenn ihr das gelesen habt, können wir gerne nochmal zur Bibel kommen.

Ich hoffe die folgende Frage wird nicht falsch verstanden. Zuvor muss ich aber noch gestehen, ich hab die Bibel nicht gelesen (hab es eigentlich auch nicht vor). Jaja ich weiß, das deklassiert mich eigentlich schon für eine wirkliche Diskussion..., aber ich will es dennoch wissen. Und zwar ist meine Frage, wenn zig Leute schreiben, dass sich die Bibel an x Stellen widerspricht (besonders schlimm soll dies zwischen dem alten und neuen Testament sein), wie kann man dann dieses Buch als allgemein in irgendeiner Weise als Orientierung nehmen? Ich kauf mir doch auch kein Duden wo einige Wörter falsch geschrieben drin stehen. Und wenn das Buch angeblich von niemand ausgedacht wurde, sondern von "Gott" geschrieben und er ja angeblich unfehlbar sei, ist dies ja eigentlich ein Widerspruch in sich. Wie lässt sich die Bibel dann aber eigentlich als heiliges Buch etc. noch wirklich als richtungweisendes oder haltgebendes Buch verstehen? - Also die Frage interessiert mich wirklich und soll jetzt nicht als Kritik verstanden werden, ich möchte wirklich versuchen zu verstehen.
 
[...] Undwenn das Buch angeblich von niemand ausgedacht wurde, sondern von "Gott" geschrieben und er ja angeblich unfehlbar sei, ist dies ja eigentlich ein Widerspruch in sich.
Das Buch wurde nicht von Gott geschrieben. Es ist im Grunde eine Sammlung von Ankedoten, wie sie sich einstmals zugetragen haben sollen. Eigentlich genau das Gleiche wie das germanische Äquivalent, die Edda. Es werden Kurzgeschichten erzählt, wie sich sich vor einigen tausend Jahren zugetragen haben mögen. Manche greifen ineinander, andere sind für sich zu betrachten.

Die Bibel taugt, wie die Edda, vor allem dazu, sich Lebensweisheiten anzunehmen, wie sie schon vor langer Zeit Gültigkeit hatten. Man kann es auch sein lassen und nur die Geschichten aus Interesse lesen. Gott spielt in der Bibel natürlich eine zentrale Rolle, aber für Dich Ungläubigen könnten ja trotzdem die Geschichten an sich interessant sein.

Interessant sind solche Bücher wie die Bibel oder die Edda allemal, zumal sie viel von der Lebensart und den Sitten der damaligen Kulturen preis geben. Auch von der Art, wie man die Welt sehen und verstehen wollte. Wenn Du schon nicht glauben willst oder kannst, dann nimm' es als interessanten Blick in die Geschichte ;)

Gruß,
Photon
 
Das Buch wurde nicht von Gott geschrieben. Es ist im Grunde eine Sammlung von Ankedoten, wie sie sich einstmals zugetragen haben sollen. Eigentlich genau das Gleiche wie das germanische Äquivalent, die Edda. Es werden Kurzgeschichten erzählt, wie sich sich vor einigen tausend Jahren zugetragen haben mögen. Manche greifen ineinander, andere sind für sich zu betrachten.

Die Bibel taugt, wie die Edda, vor allem dazu, sich Lebensweisheiten anzunehmen, wie sie schon vor langer Zeit Gültigkeit hatten. Man kann es auch sein lassen und nur die Geschichten aus Interesse lesen. Gott spielt in der Bibel natürlich eine zentrale Rolle, aber für Dich Ungläubigen könnten ja trotzdem die Geschichten an sich interessant sein.

Interessant sind solche Bücher wie die Bibel oder die Edda allemal, zumal sie viel von der Lebensart und den Sitten der damaligen Kulturen preis geben. Auch von der Art, wie man die Welt sehen und verstehen wollte. Wenn Du schon nicht glauben willst oder kannst, dann nimm' es als interessanten Blick in die Geschichte ;)

Gruß,
Photon

Ich sags mal offen, ich hab immer ein Problem mit sowas wie einer höheren Kraft (wie im Christentum Gott). Ich hoffe dass ich diesmal meine Ansicht nennen darf ohne das gleich wieder jemand negativ bewertet, ist ja schlimm wie einige sofort am Knöbbel für schlechts Renomee sind.
Also ich glaube, dass viele Menschen Angst davor haben ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich deshalb einer fiktiven höheren Person unterordnen wollen. Oder etwas weiterführend, viele wollen nicht für die damit zusammenhängenden Folgen verantwortlich sein. Ein höhere Kraft ermöglich es sich dieser Verantwortung zu entziehen. Mein klassisches Beispiel (ist sicher etwas weit hergeholt) ist dafür eine typische Klassenarbeit in der Schule. Soll ja auch Menschen geben, die bei sowas für eine gute Note beten. Ich seh das eher pragmatisch, die Chance eine gute Note zu bekommen ist höher wenn ich lerne. Also wäre die Konsequenz, wenn ich eine schlechte Note bekomme, ich hab nicht richtig gelernt. Bei einer Religion kann man danach einfach sagen "Gottes Wege sind unergründlich" und so nach dem Motto, meine Schuld war es nicht.
Bei christlichen Gottesdiensten finde ich auch etwas skurril, wenn ein jugendlicher Raser gegen einen Baum gerast ist (so tragisch es ist) und dabei tötlich verunglückt, der Priester aber am ende meint, Gott hat diesen Weg vorgesehen. Also dass ein riskanter Fahrstil mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich enden kann ist simple Mathematik und Physik, hier eine Interpretation zu einer Person wie Gott zu wagen ist in meinen Augen mehr als unglücklich.

Natürlich gibt es Sachen die man als Mensch nicht beeinflussen kann, wobei ich glaube, dass es weniger als 10% sind. Alles andere kann man direkt oder indirekt kontrollieren. Und ein Beziehen auf eine höhere Macht ist meinen Augen eher ein Leugnen der eigenen Verantwortung.

Ich möchte zum Abschluss aber nochmal sagen, ich will die Religionen nicht schlecht machen, nur ich versteh einfach nicht den Sinn einer Religion oder besser gesagt, deren Anwendung. Und ich will halt zumindest versuchen es nachvollziehen zu können.
 
[...] Also ich glaube, dass viele Menschen Angst davor haben ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich deshalb einer fiktiven höheren Person unterordnen wollen.
Darum geht es beim Glauben nicht. Oder vielleicht auch "nicht mehr". Glaube bedeutet nicht, dass Dich die Kirche in Gehorsam halten will oder dass jemand zu feige ist, sein Leben selbst zu gestalten. Es ist eher ein psychologischer Trick, mit Situationen umzugehen, in die man unverschuldet geraten ist und meint, allein keinen Ausweg zu finden.

Die germanischen Götter beispielsweise lehnen es ab, wenn man sie ständig um Hilfe bittet oder wenn man ihnen demütig dankt. Sie wollen, dass die Menschen ihnen nacheifern, denn nur an großen Herausforderungen wächst der Mensch. Die germanischen Götter würden auch nur dann zu Hilfe eilen, wenn sie der Ansicht sind, dass Du allein die Last nicht Tragen oder die Herausforderung allein nicht bewältigen könntest. Kannst Du es doch, wird Dein Ansinnen ignoriert. Ist wohl ähnlich wie der Spruch: "Hilf' Dir selbst, dann hilft Dir Gott".

[...] Mein klassisches Beispiel (ist sicher etwas weit hergeholt) ist dafür eine typische Klassenarbeit in der Schule. Soll ja auch Menschen geben, die bei sowas für eine gute Note beten.
So ein Blödsinn wird sicher niemand tun ;)

[...] Bei christlichen Gottesdiensten finde ich auch etwas skurril, wenn ein jugendlicher Raser gegen einen Baum gerast ist (so tragisch es ist) und dabei tötlich verunglückt, der Priester aber am ende meint, Gott hat diesen Weg vorgesehen.
Das ist wohl eher ein gut gemeinter Trost für die Familie, die auch die sinnbefreite Frage stellt: "Warum ausgerechnet unser Sohn/Bruder?". Einem gläubigen Menschen hilft es dagegen sehr, wenn er weiß, dass der gütige Gott ihn nun zu sich geholt hat. Ich glaube nicht, dass es Dich trösten würde, wenn Dir jemand die physikalischen Zusammenhänge erläutert, weswegen das Hirn über das Armaturenbrett verteilt wurde.

[...] Ich möchte zum Abschluss aber nochmal sagen, ich will die Religionen nicht schlecht machen, nur ich versteh einfach nicht den Sinn einer Religion oder besser gesagt, deren Anwendung. Und ich will halt zumindest versuchen es nachvollziehen zu können.
Religion ist aus meiner Sicht einstmals ein Wissenschaftsersatz gewesen. Gott/Götter war/waren gewissermaßen ein Universalersatz für alles, was man nicht erklären konnte. Später hat man die Religion zur Machtausübung missbraucht und das hat ja auch 1000 Jahre lang ganz gut funktioniert. Heute ist Religion mehr so etwas wie ein Anker oder gar ein Hafen, wenn man im Leben auf rauher See unterwegs ist und kein Land sieht. Eben halt ein seelischer Anker.

Aber das ist nur meine Sicht der Dinge, muss auf Dich nicht zutreffen...

Gruß,
Photon
 
Darum geht es beim Glauben nicht. Oder vielleicht auch "nicht mehr". Glaube bedeutet nicht, dass Dich die Kirche in Gehorsam halten will oder dass jemand zu feige ist, sein Leben selbst zu gestalten. Es ist eher ein psychologischer Trick, mit Situationen umzugehen, in die man unverschuldet geraten ist und meint, allein keinen Ausweg zu finden.[...]
Ok, soweit hab ich alles verstanden, aber jetzt hab ich prinzipiell ein Problem, wieso sich ein Papst einmischt und meint er müsse Regeln fest setzen. Ich mein in gewisser Weise setzt da ja dann wieder mein Punkt an, die Leute wollen keine Verantwortung übernehmen, sondern lieber klare Aufgaben. Ich bezieht sich zwar nur auf die katholische Kirche, aber ich tippe mal, bei Evangelium gibt es auch irgendwen der da sagt, "ihr sollte dies und jenes achten".
 
Ok, soweit hab ich alles verstanden, aber jetzt hab ich prinzipiell ein Problem, wieso sich ein Papst einmischt und meint er müsse Regeln fest setzen. Ich mein in gewisser Weise setzt da ja dann wieder mein Punkt an, die Leute wollen keine Verantwortung übernehmen, sondern lieber klare Aufgaben. Ich bezieht sich zwar nur auf die katholische Kirche, aber ich tippe mal, bei Evangelium gibt es auch irgendwen der da sagt, "ihr sollte dies und jenes achten".
Naja, es gibt Leute (dazu zähle auch ich), die der Ansicht sind, dass beispielsweise seit der Pille wesentlich mehr fremd gegangen wird, als vorher. Fremdgeher gab es schon immer, früher hieß es "Ehebruch" und wurde schon zu Zeiten der Bibel "verboten". Aber egal, was der Papst heute sagt, die meisten Katholiken nehmen es ohnehin nur noch als "Richtwert" und nicht mehr als "Dogma". Abtreibung beispielsweise. Es ist gut, dass Frauen beispielsweise nach einer Vergewaltigung abtreiben dürfen. Aber ansonsten halte ich davon nicht viel. Man muss sich nicht durch die Gegend ficken und sich dann auch noch wundern, dass auf einmal Kinder dabei heraus kommen.

Außerdem ist die Bibel ein antikes Buch aus fernen Landen. Die Gesellschaft vor 2000 und 5000 Jahren war eine ganz andere und die Lebensart damit auch. Außerdem stammt sie auch aus einem völlig anderen Kulturkreis, der mit unserem so rein gar nichts zu tun hat. Deswegen liest sich auch die Bibel ganz anders als die Edda.

Aber wenn man die Bibel/Edda nicht als Dogmensammlung, sondern als Leitfaden versteht, dann kann es sogar ein sehr nützliches Buch sein, völlig egal, ob man an Gott glaubt oder nicht. Und ich denke, so sollte man die Bücher der Religionen im Jahre 2008 auch verstehen: Als Leitfäden und Ratgeber in guten wie in schlechten Zeiten ;)

Gruß,
Photon
 
:clap:

Sehr guter Beitrag!

Wegen Deinem Beitrag trauen sich nun auch wieder mehr User, zu schreiben. Das ist prima. Sonst haben wir stille Leser. Aber es geht hier nicht um Noten oder gut oder sehr gut, sondern um Meinunungen. Und wenn das in Bibel oder Grimm schlecht sein soll, warum wird es nicht gelesen, bevor es bewertet wird?
 
[...] Und wenn das in Bibel oder Grimm schlecht sein soll, warum wird es nicht gelesen, bevor es bewertet wird?
Desinteresse. Zum Einen.

Vorurteile und falsche Analogien zum Zweiten. Die Bibel wird mit der Kriche gleich gesetzt, die Brüder Grimm mit Kindergeschichten. Dabei ist die Kirche nur die weltliche Institution, die die Religion zu ihren Zwecken jahrhundertelang missbrauchte und im Zuge der Aufklärung und Emanzipation immer mehr an Boden verlor. Heute wundert sie sich nur noch über sinkende Mitgliederzahlen, hat aber heute schon weit mehr Gutes bewirkt, als in alle Jahrhunderten vorher. Nur: Ist der Ruf erst ruiniert...

Und die Grimms - naja. Wenn man heute jemanden fragt, wann er zuletzt ein Märchen gelesen oder vorgelesen/erzählt hat, dann wird wahrscheinlich die Antwort kommen: "Ach, das ist schon lange her. Da war ich noch ein Kind..." oder eben "Neulich erst. Da habe ich meinem Sohn/Tochter [Grimm wahlweise] vorgelesen". Immer mal vorausgesetzt, dass es keine Eltern sind, die mittags mit ihren Kindern regelmäßig zu McDonalds gehen und wo die Teletubbies das Gros an Erziehung übernehmen...

Natürlich hat jedes Märchen auch eine Botschaft und die versuchst Du ja auch ins Forum zu transportieren. Aber ich bin mir sicher, dass gleiche oder ähnliche Botschaften in jedem alten oder neuen Buch zu finden sind. Sogar bei Stephen King könnte man während einer Buchbesprechung noch hoch philosophische Botschaften hineininterpretieren, die weit über das übliche blutrünsitge Gemetzel hinaus gehen. Nur liest sich das spannender, als eine seitenlange Genealogie wer wessen Sohn, Frau, sonstwas war...

Gruß,
Photon
 
Ist Fernsehgucken einfacher als Lesen?
was soll das bitteschön?

vorallem weil es ein riesen unterschied ist, ob ich nun auf ard :LOL:, rtl :LOL:, oder 9live irgentwas über religion erfahre, oder auf youtube wissenschaftliche präsentationen sehe.

sowas bekommt man nämlich nicht im fernsehn.

die frage ist nicht "Ist Fernsehgucken einfacher als Lesen?" ,sondern woher bekomme ich gute informationen. und die finde ich nicht in der bibel, darauf wolltest du wohl hinweisen...

Aber das ist nur meine Sicht der Dinge, muss auf Dich nicht zutreffen...
bei dem satz hast du was vergessen: "muss auf dich oder alle anderen nicht zutreffen"

nur weil du die bibel so siehst, musst du nicht gleich alle anderen auch so gleichsetzen. es liest sich nämlich bei dir so, als wenn es alle so sehen und keine kranken fanatiker gibt, die denken , dass es die evolution nicht gibt oder eine "theorie" ist :D. und ein museum eröffnen, wo gepriesen wird, dass menschen und dinos zusammengelebt haben, weil die erde ja nur 6000 jahre alt ist und es sonst nicht anders in den kram passt . homosexualität wird natürlich als sünde gesehn, aber sklaverei ist ja auch ganz schlimm, obwohl in der bibel steht dass es normal ist (war es zu der zeit ja auch)...
 
[...] nur weil du die bibel so siehst, musst du nicht gleich alle anderen auch so gleichsetzen. es liest sich nämlich bei dir so, als wenn es alle so sehen und keine kranken fanatiker gibt, die denken , dass es die evolution nicht gibt oder eine "theorie" ist :D.
Du, ich spreche immer nur für mich. Und hier war es ein Dialog -> meine Sicht der Dinge muss nicht Deine Sicht sein. Was andere denken, weiß ich nicht, aber sie können sich hier ja gerne äußern ;)

Aber ja, natürlich gibt es in jeder Religion immer auch Leute, die es übertreiben. Und wahrscheinlich gibt es auch noch genügend Leute, die Stein und Bein schwören, Charlie Darwin war ein Ketzer; Gott allein hat die Erde, die Menschen, Tiere und alles erschaffen. Soll ja auch jeder an das glauben, was ihn glücklich macht. Aber bitte nicht andere gewaltsam missionieren...

Ansonsten haben wir ja in Deutschland zumindest so viel Meinungsfreiheit, dass jedem der rhetorische Missionierungsversuch gestattet ist. Also kann es gerne jeder mal versuchen. Muss dann eben halt auch damit leben, dass ich oder jemand anderes anderer Meinung ist...

Gruß,
Photon
 
Aber ja, natürlich gibt es in jeder Religion immer auch Leute, die es übertreiben. Und wahrscheinlich gibt es auch noch genügend Leute, die Stein und Bein schwören, Charlie Darwin war ein Ketzer; Gott allein hat die Erde, die Menschen, Tiere und alles erschaffen. Soll ja auch jeder an das glauben, was ihn glücklich macht. Aber bitte nicht andere gewaltsam missionieren...
rate was die in amerika machen. die wollen die evolution aus der schule verbannen... es ist wirklich erschreckend wie es dort abgeht. klar, in deutschland ist es zum glück nicht so schlimm, aber ich hoffe mal, dass wir in 20 jahren darüber bzw. über die religiösen leute lachen werden :)