Wenn Du jede Meinung zuläßt, dann auch die, daß DU Deine Meinung nicht sagen darfst?

Ja.

Seine Meinung haben soll jeder dürfen. Seine Meinung sagen können muß der nicht dürfen, der sagt, daß andere keine eigene Meinung haben dürfen und sie erst recht nicht sagen dürfen sollen (ich hoffe, man kann's verstehen).

Kurios, oder? In einem faschistischen System wird genau das gelebt: derjenige, der meint, die Faschisten dürften ihre Meinung nicht sagen, darf seine Meinung nicht sagen. Deine Haltung ist in ihrer Konsequenz mit der faschistischen Position, so, wie du sie schilderst, identisch.
 
Seine Meinung haben soll jeder dürfen. Seine Meinung sagen können muß der nicht dürfen, der sagt, daß andere keine eigene Meinung haben dürfen und sie erst recht nicht sagen dürfen sollen (ich hoffe, man kann's verstehen).

Absolutes Paradoxon ;).

Wenn du die Meinung hast jemand dürfe seine Meinung nicht sagen, wenn er damit jemanden die Meinung verbietet, verbietest du jemanden die Meinung durch deine Meinung und darfst damit deine Meinung nicht äußern.

Vielleicht solltest du zur Polizei gehen und dich stellen? :ugly:

Genau die Unterdrückung des Gedankenguts macht es übrigens meistens erst übehaupt gefährlich. Wenn die Gesellschaft eine echte Diskussion über das Thema führen würde würden sich viele Probleme vermutlich lösen lassen. Eventuell würde man sogar einige faschistische Gedanken in die Tat umsetzen.
Wenn die Faschisten jedoch nicht angehört werden, ist es nur verständlich - wenn auch noch lange nicht "richtig" - wenn sie sich anderweitig Gehör verschaffen.

Will man möglichst viele Menschen am Leben erhalten ist es wichtig sämtliche Konflikte auf Wortebene auszutragen. Dies kann aber nur gelingen, wenn man sich alle Ideologien anhört, sie mit Argumenten bewertet und sie dann dementsprechend umwandelt, anwendet oder verwirft.
 
Die Faschisten sind nicht nur angehört worden. Sie hatten die Macht im Lande. Was draus geworden ist, sollte jedem bekannt sein. Und ich werde nicht auf Behauptungen antworten, daß man überhaupt nicht weiß, ob oder wie das alles passiert ist.

Ich werde auch nicht warten, bis Faschisten wieder salonfähig sind. Faschisten kann man nicht philosophisch begegnen. Philosophie ist für die nämlich "entartet". Sie wollen auch keinen Austausch von Argumenten. Ihr einziges Argument ist: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Bedingungen? Einschränkungen? Iwo!

Sie sind auch nicht daran interessiert, möglichst viele Menschen am Leben zu halten. Sie bewerten Leben nach "wert" und "unwert".
 
Ich werde auch nicht warten, bis Faschisten wieder salonfähig sind. Faschisten kann man nicht philosophisch begegnen. Philosophie ist für die nämlich "entartet".

Der Witz ist, dass der "Philosophie" egal ist, was ihr Gegenstand über sie denkt.

Sie wollen auch keinen Austausch von Argumenten. Ihr einziges Argument ist: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Bedingungen? Einschränkungen? Iwo!

Und deswegen willst du auch keinen Austausch sondern sie mit ihren eigenen Mitteln schlagen? Wie ungemein demokratisch und freiheitlich von dir...

Sie sind auch nicht daran interessiert, möglichst viele Menschen am Leben zu halten. Sie bewerten Leben nach "wert" und "unwert".

Das tun viele. Jeder, der in vollem Bewusstsein Fleisch ist, hält sein Leben für wertvoller als das des Tieres, welches er isst.
Und weil die Faschisten Leben als "wert" und "unwert" einstufen, sind sie für dich "unwert" und müssen zum Schweigen gebracht werden? Schon wieder ein Schlag gegen den Feind mit dessen eigenen Methoden...
 
Und schon wieder denkst du Faschistisch. Du willst die Faschisten nicht "retten", du willst sie eleminieren.
Du teilst die Menschen in "wert" und "unwert" ein. Faschisten sind für dich unwert.

Daran sieht man übrigens auch schon wieder, dass es ganz klar faschistisches Denken in den meisten Menschen gibt. Die meisten Menschen sehen sich als etwas besseres als bestimmte andere Menschen.

Auch unsere Staatsform macht nichts anders, als Menschen zu klassifizieren (nach ihren Taten) und sie dementsprechend verschieden zu bewerten (Mörder, Arzt, Dieb, Schüler...).
Also auch Gedankengut, was du dem Faschismus zuordnen würdest.
Unterschied ist nur, dass hier die als schelchter klassifizierten Menschen nicht ausgerottet werden, sondern versucht wird diese zu verbessern (man könnte auch sagen - gleich zu schalten). Und das hier erst eingegriffen wird, sobald eine Tat gegen uns verübt wurde.

Einzig und allein eine Anarchie klassifiziert nach meinen Wissen nach Menschen nicht. Hier klassifiziert jeder individuell.
 
Taliesyn, DeadMansHorror, das, was Ihr beide propagiert, ist Jesus' "wenn Dich einer auf die rechte Wange schlägt, so halt ihm auch noch die linke hin". Mögen Euch die Eisbeutel nie ausgehen!
 
Taliesyn, DeadMansHorror, das, was Ihr beide propagiert, ist Jesus' "wenn Dich einer auf die rechte Wange schlägt, so halt ihm auch noch die linke hin". Mögen Euch die Eisbeutel nie ausgehen!

Ähm... nein ;)

Wir lassen uns nur geistig angreifen, einen körperlichen Angriff stellen wir unter Strafe.

Was du propagandierst ist übrigens "Kreuzigt Jesus!". ;)

Aber irgendwie bringt uns die Transformation der Ansichten in das Zeitalter von Jesus nicht weiter :D.
 
Taliesyn, DeadMansHorror, das, was Ihr beide propagiert, ist Jesus' "wenn Dich einer auf die rechte Wange schlägt, so halt ihm auch noch die linke hin". Mögen Euch die Eisbeutel nie ausgehen!

Wir propagieren einen freiheitlichen Ansatz, der in jeder Demokratie allein schon aus Vernunftgründen üblich sein sollte. Wenn du das auf Jesus zurückführen möchtest, bitte...^^

Ich möchte übrigens meinen Vorredner ein wenig korrigieren: zu sagen, dass ich körperliche Angriffe unter Strafe stelle(n würde), ist etwas zu einfach gehalten ;)
 
Die Kreuziger waren die Verfechter des alten, gewalttätigen, unterdrückerischen Systems. Es war noch nicht vergangen - das ist der Unterschied.

Daß wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin für Demokratie. Deshalb bin ich noch lange nicht für unser jetziges System, weil es nämlich keine Demokratie ist.

Die Faschisten sind aber gegen Demokratie, und deshalb bin ich gegen sie. Wir brauchen kein schlechteres System, das unser schlechtes System ablöst.
 
Ich bin für Demokratie.

Eine Demokratie ohne Meinungsfreiheit? :think:

Kann nicht funktionieren. Zu einer Demokratie gehört es, dass alle Gedanken geäußert und diskutiert werden dürfen - sonst könnte sich ja auch nicht demokratisch für eine Meinung entschieden werden. Oder wie siehst du das?

Eine Demokratie kann in meinen Augen dementsprechend auch zu einer "Diktatur auf Wunsch" führen. Wenn sich die Mehrheit dazu entscheidet, ihre Entscheidungsfreiheit abzugeben, dann ist das so.

Aber nur mal so.. was sagt dir, dass unser System und selbst deine Vorstellung eines idealen Systems nicht von späteren Generationen als ein gewaltätiges und unterdrückerisches System gilt? Fakt ist, dass jedes System unterdrückt, denn in jedem System gibt es Regeln.
 
Eine Demokratie ohne Meinungsfreiheit? :think:
Wäre ja keine Demokratie. Aber muß eine Demokratie sich wehrlos machen, um "echte" Demokratie zu sein?
Kann nicht funktionieren. Zu einer Demokratie gehört es, dass alle Gedanken geäußert und diskutiert werden dürfen - sonst könnte sich ja auch nicht demokratisch für eine Meinung entschieden werden. Oder wie siehst du das?

Eine Demokratie kann in meinen Augen dementsprechend auch zu einer "Diktatur auf Wunsch" führen. Wenn sich die Mehrheit dazu entscheidet, ihre Entscheidungsfreiheit abzugeben, dann ist das so.
1. Zu einer echten Demokratie gehört eine Mehrheit von Demokraten, die sich zumindest in einem Punkt einig sind: Daß sie in einer Demokratie leben wollen.

2. Diktatur auf Wunsch? Hört sich für mich an wie unsere aktuelle Staatsform. Das Volk will verarscht, belogen und betrogen werden. Erste Ansätze einer Tendenz zur Änderung sind erkennbar, aber ob diese Tendenz stärker wird oder sogar mal die Mehrheit darstellt, wage ich derzeit noch zu bezweifeln.
Aber nur mal so.. was sagt dir, dass unser System und selbst deine Vorstellung eines idealen Systems nicht von späteren Generationen als ein gewaltätiges und unterdrückerisches System gilt? Fakt ist, dass jedes System unterdrückt, denn in jedem System gibt es Regeln.
Weiß ich heute nicht. Wird die Zeit zeigen. "Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen." (Mark Twain)

Auch wenn die Regel lautet: keine Regel - auch das ist eine Regel. Im engsten Sinne gibt es kein regelloses System. Und wenn es System ist, kein System zu sein, ist auch das ein System. Die Katze beißt sich in den Schwanz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wäre ja keine Demokratie. Aber muß eine Demokratie sich wehrlos machen, um "echte" Demokratie zu sein?

Nein, aber sie muss sich zumindest anhören, dass es noch andere Dinge gibt.

Demokratie = Herrschaft des Vokes. Eine Volksherrschaft kann aber nur existieren, wenn das Volk seine Meinung einer Herrschaft äußern kann.
Wir reden hier nach wie vor davon, dass du Faschisten für ihre Aussagen wegsperren willst. Das widerspricht jeglichem Demokratiegedanken.

Unserer System würde ich übrigens als eine Dikatur auf Zeit bezeichnen (von mehr als 1 Person). Das ist aber auch nicht unbedingt was schlechtes. Eine Dikatur, die meine Ideale verfolgt (womit ich nicht sagen will, dass die aktuelle "Diktatur" das tut) ist für meine Lebensqualität 10.000 mal besser als eine Demokartie. Das ist traurig, aber fakt und gilt für jederman.

Eine Frage hätte ich dann aber noch. Nehmen wir mal an, wir haben eine reine Demokratie. Jemand äußert die Meinung, es ist besser in bestimmten Instanzen keine reine Demokratie zu haben - beispielsweise in der Strafverfolgung (80mio Richter halten die Urteilsfindung ganz schön hin :D).
Ist es dann demokratischer der Mehrheit des Volkes zu folgen und einzelne Personen zur Rechtssprechung zu legitimieren oder ist es demokratischer die Meinung der Mehrheit des Volkes durch zu setzen?

Bist du der Ansicht ersteres ist der Fall würd ich sagen reden wir hier über Ideologien. Es ist unrealistisch zu glauben, alle Aufgaben könnten vom Volk direkt entschieden werden (oder nicht?).
Dann brauchen wir aber gar nicht weiter zu reden, denn in deinem Ideal gibt es sicherlich keine Faschisten.

Bei zweiterem müssten doch auch nicht-demokratische Gedanken, also zum Beispiel der Faschismus zugelassen werden, oder?

Was mir aber gerade auffällt, was das eigendliche Problem ist: Die Frage ist, was für dich eine Demokratie ist. Ist es eine Demokratie, wenn die Mehrheit des Volkes die Minderheit des Volkes beliebig behandeln darf? Dann hast du natürlich recht, dass eine Demokratie auch Faschisten ausrotten darf.
dazu fällt mir dann aber nur ein Gedicht ein in dem es sinngemäß hieß:
"Als sie die Juden verfolgten sagte ich nichts.
Als sie die Schwarzen verfolgten sagte ich nichts.
[...]
Und als sie mich verfolgten gab es niemanden mehr, der etwas sagen konnte."

Spricht durch das Auslöschen der Minderheit entsteht in anderen Fragen sicherlich wieder eine Minderheit, die ausgelöscht wird usw. , bis nur noch 2 Menschen übrig sind. Denn jeder Mensch hat eine andere Meinung zu irgendetwas. (2 Menschen, weil diese keine Minderheit mehr ausbilden können - da sie aber wohl nicht miteinander verkehren würden, wären es dann schnell 0 Menschen)

Oder aber ist dein Gedanke der Demokratie derjenige, dass es bestimmte Grundlinien gibt, etwa, dass kein Mensch verletzt werden darf und das nur darüber hinnaus demokratisch entschieden werden darf.

Allgemein ist einfach die Frage, was darf eine Demokratie. Eine reine Demokratie ist eine Dikatur der Mehrheit und somit im Prinzip nichts anderes als der Faschismus. Aber diese Demokratie willst du sicherlich nicht. Vielleicht ist es deshalb wirklich mal nötig, dass du dein Bild einer echten Demokratie erklärst.

@Taliesyn: Da hast du natürlich nicht ganz unrecht, ich gehe aber davon aus, dass eine Unterdrückung nur von anderen Menschen stattfinden kann, sonst müsste man ja auch sagen, die Erde unterdrückt uns, weil sie uns mit der Schwerkraft an sie bindet. Das finde ich in diesem Kontext nicht angebracht.
Vorraussetzung ist aber eigendlich, dass es keine anderen Menschen gibt, denn sonst unterdrücken eine die Umstände, die die anderen Menschen schaffen tatsächlich, dass man Einsiedler wird.
 
Bis heute hat es der ottobrunner Bürgermeister nicht geschafft Herrn Scheungraber die Ehrenwürde zu entziehen... Was es doch ausmacht, wenn der Kriegsverbrecher und der Bürgermeister beide Mitglieder der CSU sind... :evil:
 
Demokratie = Herrschaft des Vokes. Eine Volksherrschaft kann aber nur existieren, wenn das Volk seine Meinung einer Herrschaft äußern kann. Wir reden hier nach wie vor davon, dass du Faschisten für ihre Aussagen wegsperren willst. Das widerspricht jeglichem Demokratiegedanken.
Kurz: Tolerieren wir die Intoleranz der Toleranz wegen. :roll: