Wiesenthal-Zentrum empört über Demjanjuks Freilassung

Folgende News wurde am 12.05.2011 um 16:45:12 Uhr veröffentlicht:
Wiesenthal-Zentrum empört über Demjanjuks Freilassung
Top-Themen

Tel Aviv (dpa) - Das israelische Wiesenthal-Zentrum hat mit großer Empörung auf die Freilassung des früheren KZ-Wachmannes John Demjanjuk nach dessen Verurteilung reagiert. «Er gehört ins Gefängnis», sagte der Leiter der Jerusalemer Einrichtung, Efraim Zuroff, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. «Das ist eine ganz fürchterliche Entscheidung», kommentierte Zuroff die Aufhebung des Haftbefehls für den 91-Jährigen durch das Landgericht München II. «Sein Alter hätte nicht berücksichtigt werden dürfen.» Demjanjuk sei wegen der Beteiligung an der Ermordung von rund 30 000 Juden verurteilt worden. «Ist es da angemessen, ihn freizulassen, so dass er die Gastfreundschaft der ukrainischen Gemeinde in Deutschland genießen kann?» Der Leiter des Wiesenthal-Zentrums berichtete von einer Achterbahnfahrt seiner Gefühle. Zuroff begrüßte anfangs die Entscheidung des Gerichts, das Demjanjuk zu fünf Jahren Haft verurteilt hatte. Er sprach unmittelbar nach dem Urteil von einer sehr starken Botschaft, dass die Täter auch viele Jahre nach den Verbrechen des Holocaust noch für ihre Vergehen belangt werden können. Nun räumte er ein: «Am Anfang war ich begeistert, jetzt bin ich sehr enttäuscht.»
 
Können die nicht mal vor ihrer eigenen Haustür putzen? Immer meckern, wenn irgendwas mit Nazi und H****r zu tun hat. Genauso wie sie immer meckern und jemanden als Nazi bezeichnen, wenn er mal etwas gegen Israel sagt...
 
Können die nicht mal vor ihrer eigenen Haustür putzen? Immer meckern, wenn irgendwas mit Nazi und H****r zu tun hat. Genauso wie sie immer meckern und jemanden als Nazi bezeichnen, wenn er mal etwas gegen Israel sagt...

Mach dich mal etwas schlauer über das Wiesenthal-Zentrum und insbesondere über Wiesenthal.

Aufarbeitung von Verbrechen sind die Grundlagen eines Rechtsstaates.
 
Pardon, aber bei einem 91-jährigen, der den Kopf nimmer gerade halten kann und der verdächtig nach Erde riecht, ist das keine Haustür sondern ein Friedhofsportal.
 
...

... wer sich halbwegs lange erfolgreich gegen Auslieferung und Verhaftung zu Wehr setzen kann, ist auch noch in der Lage mitzubekommen, dass die Menschheit derartig schlimme Verbrechen nicht vergisst.

Wer über fast oder gar 70! Jahre nicht mal etwas Reue oder Bedauern zeigt, der soll sich nicht auf die Gnade des kollektiven Gedächtnisses ausruhen, sondern hat vor seine Richter zu treten.
 
Pardon, aber bei einem 91-jährigen, der den Kopf nimmer gerade halten kann und der verdächtig nach Erde riecht, ist das keine Haustür sondern ein Friedhofsportal.

Es geht um das Aufarbeiten der Vergangenheit. Viele Zeitzeugen leben nicht mehr, jetzt ist quasi die letzte heiße Phase, in der solche Verfahren noch durchgeführt werden können.
In dem Alter endet es eh meist in Haftverschonung, aber symbolisch wurde damit auch dieser Fall aufgeklärt.
 
Deutschland: Haftantritt für 90-jährigen Ex-SS-Mann Heinrich Boere (Update)

Folgende News wurde am 15.12.2011 um 18:29:00 Uhr veröffentlicht:
Deutschland: Haftantritt für 90-jährigen Ex-SS-Mann Heinrich Boere (Update)
Shortnews

Der verurteilte Mörder und ehemaliges SS-Mitglied Heinrich Boere (90) hat am heutigen Donnerstag seine lebenslange Haftstrafe angetreten. Boere ist seit einiger Zeit auf den Rollstuhl angewiesen und leidet an einer Herzerkrankung. Er wurde aus dem Seniorenheim in Eschweiler abgeholt und mit dem Krankenwagen in ein Gefängnishospital irgendwo in Nordrhein-Westfalen gebracht, so die Meldung der zuständigen Staatsanwaltschaft in Aachen. Boere wurde letztes Jahr verurteilt, nachdem er vor Gericht drei Morde, die er im Zweiten Weltkrieg begangen hatte, gestand (ShortNews berichtete darüber). Ein Revisionsantrag wurde abgelehnt, mit der Begründung, dass Boere fit genug sei, um die Haft anzutreten.
 
Ich gehe mal davon aus, dass er nicht Jopie Heesters Gene hat und keine 108 Jahre alt wird; dem juckt es also jetzt wenig, ob er nun seine letzten Tage im Altenheim rumsitzt oder in ein Haftkrankhaus.
 
Wäre er direkt nach '45 inhaftiert worden, hätte ich das ja nachvollziehen können. Und natürlich kann man auch argumentieren, dass Mord nicht verjährt, aber jetzt nach 66 Jahren und dazu kommt noch, dass der Mann 90 ist und dazu krank.
In meinen Augen sind durch diese Umstände, die Richter und Anwälte die dieses Urteil angestrebt und ausgesprochen haben, nicht besser als jene die während des Holocaust Verbrechen verübt haben.
 
Wäre er direkt nach '45 inhaftiert worden, hätte ich das ja nachvollziehen können.

Er wurde 46 inhaftiert und hat bereits damals die Morde gestanden und wurde verurteilt. 47 sollte er zum Haftantritt antreten - da hat er Gebrauch gemacht von seine Deutsche Staatsbürgerschaft (hat er per Hitlererlass automatisch bekommen, weil er sich in den Niederlanden freiwillig zur SS gemeldet hat) und floh nach Deutschland. Seitdem ist man hinter ihm her, aber Deutschland liefert ja bekanntlich keine Deutsche Staatsbürger aus.

Hätte man den verflixten Hitlererlass direkt nach dem Krieg null und nicht gemacht (bis heute nicht geschehen), hätte man Boere mit einen Tritt unterm Hintern wieder in die Niederlande befördern können. Er wäre dort in den Knast gegangen und heute schon seit gut 30 Jahren wieder ein freier Mensch (max. Haftstrafe in NL beträgt 30 Jahre - nur in absoluten Ausnahmefällen wirklich bis Lebensende).

Was ihm jetzt geschieht, hat er sich also selbst zu verdanken - er hätte sich nicht über Jahrzehnte für die Strafe drücken brauchen...

Nachtrag: Boere lebte übrigens keine 3 Kilometer von mir entfernt. Als er noch gehen konnte, habe ich den öfters gesehen. Vor 5 Jahren war der übrigens erneut in den niederländischen Schlagzeilen, weil man ihn bei Neonazi-Aufmärschen in Stolberg mitlaufen sah.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja gut, dass er ein "gesetzliches" Schlupfloch genutzt hat, kann man ihm ja nicht vorwerfen, auch wenn es moralisch und vielleicht auch aus Sicht der Vernunft anders beurteilt wird. Dass er trotz allem weiter der Ideologie anhängt und bei Aufmärschen auffiel, dass darf man ihm verübeln.
Nichts destotrotz finde ich es persönlich nicht richtig einen alten kranken Mann noch einzusperren, egal was er für Fehler in seiner Vergangenheit gemacht hat.
 
Ich finde nicht, dass das Alter in irgend einer Form als strafmildernd angerechnet werden sollte. Verbrechen bleibt Verbrechen.
 
Kriegsverbrecher Faber (89) muss Haftstrafe in Deutschland absitzen (Update)

Folgende News wurde am 18.01.2012 um 16:45:00 Uhr veröffentlicht:
Kriegsverbrecher Faber (89) muss Haftstrafe in Deutschland absitzen (Update)
Shortnews

Das ehemalige SS-Mitglied Claas Karel Faber (89) muss demnächst doch ins Gefängnis. Faber konnte bislang eine Auslieferung in die Niederlande entgehen (ShortNews berichtete). Die Staatsanwaltschaft in Bayern will nun neue Wege gehen und Faber die Reststrafe in Deutschland absitzen lassen. Faber wurde 1947 in den Niederlanden Zum Tode verurteilt, weil er im Zweiten Weltkrieg an mehreren Morden beteiligt war. Später wurde das Todesurteil in eine lebenslangen Haftstrafe umgewandelt. 1952 konnte er aus der Haftanstalt fliehen und landete durch den Verein "Stille Hilfe" in Deutschland. Dank den so genannten "Führererlass", ist Faber automatisch Deutscher geworden, als er freiwillig der SS beitrat. Da Deutschland keine deutschen Staatsbürger ausliefert, blieb Faber bis heute auf freiem Fuß. In Ingolstadt liegt also nun seit einer Woche ein Haftantrag gegen ihn vor.
 
Erneut stellt sich mir die Frage (wie schon so oft in den letzten 30 Jahren): wieso ist dieser Führererlass heute noch gültig bzw. wieso richtet man sich immer noch danach? Wieso lässt man es zu, dass sich Verbrecher auf einen Erlass eines anderen Verbrechers ausruhen können? Es wäre so einfach zu sagen, dass alle Führererlass-Einbürgerungen ungültig sind - hätte man schon vor Jahrzehnten machen können - und das Problem wäre sowas von schnell gelöst und man könnte die restlichen Verbrecher einfach über die Grenze setzen, da keine Deutsche Staatsbürger mehr. Ich kapiere das einfach nicht, wieso man so einen Führererlass bis heute "in Ehren" hält. Mein Rechtsempfinden sagt mir, dass so etwas völlig falsch ist.
 
...

Viel schlimmer finde ich, das verurteilte Straftäter nicht ausgeliefert werden, sofern es sich nicht um die Todesstrafe oder ein nicht rechtsstaatliches Verfahren handelt, wo in diesem Falle aber von auszugehen war. Für Verbrecher darf es keinen Schlupfwinkel geben.
 
Alles was man braucht, ist ne 2/3-Mehrheit zur Änderung des Grundgesetzes, wobei zu beachten ist, daß die Art. 1 - 19 in ihrem Wesensgehalt nicht angetastet werden dürfen.

Die SS ne kriminelle Organisation? Daran scheiden sich die Geister. Sie hat ne Menge Kriegsverbrechen begangen, keine Frage, aber sicher war nicht jeder SSler kriminell. SS-Chef Himmler ist natürlich ne Kategorie für sich, nicht nur höchstgradig kriminell sondern auch selbst erbärmlich feige.

Die per Führererlaß eingebürgerten haben ihre deutsche Staatsbürgerschaft geschenkt gekriegt. Nach geltendem deutschen Recht kann man Geschenke nur zurück fordern, wenn man entweder die Rückgabe des Geschenkes braucht, um nicht pleite zu gehen oder aber bei grobem Undank des Beschenkten. Sehe ich beides nicht als gegeben.