Ist die GEZ-Abgabe gerechtfertigt?


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Das erklärt mir aber immer noch nicht, wieso z.B. 2011 Monica Lierhaus so ein nettes Gehalt angeboten bekommen hat.

Das ist recht viel, wenn es denn stimmt. Aber als Argument eine Zahl aus 2011 zu benennen ist jetzt auch nicht so aktuell..

Wie auch immer, die öffentlich-rechtlichen haben einen Auftrag, den private nicht erfüllen (müssen). Und an den sind sie halt auch gebunden. Und sie sollen Angebote für die gesamte Bevölkerung schaffen.
 
Natürlich. Die KEF entscheidet am Ende, wie viel Geld die Ö-Re bekommen. Wenn Sie ihren Bedarf nicht begründen können, gibt es nicht mehr.

Komischerweise sehe ich immer nur, dass die KEF nur Empfehlungen ausspricht. Für mich ist diese KEF ein Witz. Den Intendanten scheint es recht wenig zu interessieren, was die KEF sagt. Einmal Macht und Geld geschnüffelt wollen sie immer mehr. Ich kann es nicht befürworten und bin seit längerem von den Öffentlich Rechtlichen Medien enttäuscht. Die KEF gleicht einem Feigenblatt nur um der Bevölkerung zu zeigen, dass es doch eine Institution gibt, die sich um das "finanzielle" kümmert.


Bei einem richtigen Finanziellen Nachweis müsste man doch auch mal ein paar Zahlen sehen, oder nicht?
Der öffentlich rechtliche Rundfunk ist doch von Tochterfirmen (die zum Teil auch Angestellten oder Intendanten gehören) durchspickt. Da geht viel Geld in die eigene Tasche. Es fehlt an völliger Transparenz daher bin ich gänzlich gegen unser öffentlich rechtliches Rundfunksystem.
Das ein Politiker mir vorschreibt, welche Medien ich zu finanzieren habe.... Ich muss immer irgendwie an NS-Zeiten denken, dabei sollten doch Staat und Medien sowas von getrennt sein. Auch ein Indiz dafür, dass wir in keiner anständigen Demokratie leben.
 
Das ist recht viel, wenn es denn stimmt. Aber als Argument eine Zahl aus 2011 zu benennen ist jetzt auch nicht so aktuell..

Wie auch immer, die öffentlich-rechtlichen haben einen Auftrag, den private nicht erfüllen (müssen). Und an den sind sie halt auch gebunden. Und sie sollen Angebote für die gesamte Bevölkerung schaffen.
Sorry das es keine neueren Angaben gab. Danach wurde diese Lottofee entlassen.
Dann sag mir doch bitte den Auftrag den die ÖR erfüllen und die Privaten nicht ! Werbung während ein Film läuft , kommt mittlerweile auch in den ÖR`s vor. Also das war vor knappen 20 Jahren ein Totschlagargument. (Wir bringen keine Werbung während eines Filme`s.)
Spätestens ab "Ein Colt für alle Fälle" war damit bei den ÖR schluss.
Und das andere Argument ; Nur die ÖR würden die Nachrichten nicht zu Werbezwecke verwenden . . . Sorry auch heute wird bei den Privaten keine Werbung in den Nachrichten eingeblendet.
Die ÖR haben bestimmt Ihre Berechtigung, jedoch nutzen Sie diese Schamlos zu Ihrer eigenen Bereicherung aus.
 
Das ist recht viel, wenn es denn stimmt. Aber als Argument eine Zahl aus 2011 zu benennen ist jetzt auch nicht so aktuell..

Wie auch immer, die öffentlich-rechtlichen haben einen Auftrag, den private nicht erfüllen (müssen). Und an den sind sie halt auch gebunden. Und sie sollen Angebote für die gesamte Bevölkerung schaffen.

@All4You
Der ÖRR hat die Aufgabe der Grundversorgung nachzukommen. Allerdrings kann man auch dies zu Recht in Frage stellen. Vorweg muss man aber sagen, dass die Schuld dabei nicht allein bei den Medien liegt, sondern auch wieder mal bei unserer Bundesregierung (typisch, diese Zusammenarbeit zwischen Staat und den "Unabhängigen" Medien). :roll:

"Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ergibt sich aus dem Grundgesetz, er ist darüber hinaus unter anderem im Rundfunkstaatsvertrag gesetzlich festgeschrieben. Danach soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinen Programmangeboten „zur Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung einen Beitrag zur Sicherung der Meinungsvielfalt und somit zur öffentlichen Meinungsbildung“ leisten. Grundversorgung meint, dass ein flächendeckender Empfang von Rundfunk für die Allgemeinheit genauso gewährleistet sein muss wie ein vielfältiges Programmangebot." Quelle:
https://daserste.ndr.de/ard_check/fragen/Aufgabe-und-Funktion-des-oeffentlich-rechtlichen-Rundfunks-der-ARD,antworten104.html

Laut Duden bedeutet der Begriff "Grundversorgung" Versorgung mit dem Notwendigsten. Wenn man sich mal das Programm des ÖRR anschaut, kann man schnell erkennen, dass nicht alles was dort ausgestrahlt wird auch notwendigt ist! Z.B. Fußball, oder überhaupt Sportsendungen und Unterhaltungsprogramme wie Tatort. Zum Überleben brauchen wir diese Sendungen nicht und daher können gerade an diesen Stellen enorme Summen eingespart werden!
 
Dann sag mir doch bitte den Auftrag den die ÖR erfüllen und die Privaten nicht !

Wie viele gute Bildungssendungen kennst Du, die auf privaten laufen? Gute Politsendungen? Wo ist das Auslandsjournal, der Pressespiegel, etc?

Nicht zu vergessen die Nischensendungen, die vielleicht eher kleine Zielgruppen interessieren, die sich also aus wirschaftlicher Sicht nicht lohnen und deshalb von privaten nicht bedient werden. Ein gewisses Grundangebot davon zu schaffen halte ich gesamtgesellschaftlich für sehr wichtig. Wenn alles nur noch marktwirtschaftlich gesehen wird, dann gibts halt auch nur noch "Mainstream".

Die Idee, dass aus einer Grundgebühr zu finanzieren finde ich gut und richtig. Wegen mir könnte das auch eine Steuer sein. Wie gut die ÖR die wir haben diesen Auftrag erfüllen steht freilich auf einem anderen Blatt und ich will weiß Gott nicht alles verteidigen was da so läuft.
 
Der ÖRR hat die Aufgabe der Grundversorgung nachzukommen. [...] Laut Duden bedeutet der Begriff "Grundversorgung" Versorgung mit dem Notwendigsten.
Das ist aber nicht die Definition der Gerichte. Die von Dir zitierte Grundversorgung bezieht sich auf Nahrung. Bei Unterhaltung, Bildung, Information haben Gerichte halt eine andere Vorstellung (als ich).

Wie viele gute Bildungssendungen kennst Du, die auf privaten laufen? Gute Politsendungen? Wo ist das Auslandsjournal, der Pressespiegel, etc?
Nun lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob das Auslandsjournal, der Pressespiegel, die Tagesschau und andere Informationssendungen des ÖR "qualitativ hochwertig" sind oder nicht. Neutral und objektiv sind sie auf jeden Fall nicht. Bestenfalls und hoffentlich unabhängig.

Und welche guten Bildungssendungen es gibt, hängt wieder von der Definition von "gut" ab. Für den einen ist Pro7-Galileo schon zu hoch, für den anderen sind die mathematischen Herleitungen von Joseph Gaßner nicht vollumfänglich genug. Mal ganz davon abgesehen, dass die meisten Menschen vom Fernsehen gar nicht gebildet, sondern nur plump unterhalten werden wollen, was die Einschaltquoten ja beweisen.

Nicht zu vergessen die Nischensendungen [...] Ein gewisses Grundangebot davon zu schaffen halte ich gesamtgesellschaftlich für sehr wichtig.
Ich nicht. Es gibt in einer Gesellschaft immer die unterschiedlichsten Interessen. Je größer die Gesellschaft, desto mehr und breiter. Das kann gar nicht alles bedient werden und ich möchte auch nicht für jede Interessengruppe einen eigenen Sender haben und mitfinanzieren müssen.

Welche Nischensendungen meinst Du überhaupt?

Was ich vielleicht vermissen würde, wären so Sendungen wie "Die Anstalt" oder "extra 3". Aber wenn wir mal ehrlich sind, sind das auch nur Unterhaltungssendungen. Theoretisch müsste nach jeder Sendung das Volk mit Mistgabeln und Fackeln auf dem Weg zum Reichstag sein. Aber es ist dann doch, wie Pispers sagt. Man lässt sich unterhalten, lacht und amüsiert sich und tut nix. Sollte sich doch mal irgendwann irgendwas ändern, dann "holt man den großen Karton mit Kabarett-Eintrittskarten hervor und sagt: 'Ich war im Widerstand!'". Kann ich also darauf verzichten? Im Gegenzug zur Abschaffung der Zwangsabgabe - ja!
 
Wie viele gute Bildungssendungen kennst Du, die auf privaten laufen? Gute Politsendungen? Wo ist das Auslandsjournal, der Pressespiegel, etc?

Nicht zu vergessen die Nischensendungen, die vielleicht eher kleine Zielgruppen interessieren, die sich also aus wirschaftlicher Sicht nicht lohnen und deshalb von privaten nicht bedient werden. Ein gewisses Grundangebot davon zu schaffen halte ich gesamtgesellschaftlich für sehr wichtig. Wenn alles nur noch marktwirtschaftlich gesehen wird, dann gibts halt auch nur noch "Mainstream".

- WWM auf RTL
- Dokus auf N24 und N-TV
- Welt Der Wunder (TV)
- Galileo (früher mal besser, mittlerweile auch zunehmend sehr auf Mainstream bezogen, dennoch eine Wissenssendung)
- N-TV und N24 haben auch Politsendungen

Im Gegenzug möchte ich hier auch eine Sendung aus den ÖRR nennen, die auch sehr fragwürdig ist:
"Nicht nachmachen!".
Mittlerweile zwar nicht mehr ausgestrahlt, war trotz interesse aber auch sehr fragwürdig, da sehr verschwänderisch mit einigen Dingen umgengangen wurde, wie z.B. auch mit Lebensmitteln.

Fraglich ist auch, ob die Öffentlich rechtlichen Sender, den privaten sendern nicht auch eine Marktnische nehmen, die sich eigentlich auch selbst privat finanzieren könnte?

Was die Nischensendungen angeht muss ich ganz klar sagen PECH GEHABT! Meine Serien und Sendungen hat auch keiner mit finanziert, die dann am Ende aufgrund geringeren Budget immer schlechter wurden und dann eingestampft wurden.
Das Argument, diese Nieschensendungen auf kosten aller zu betreiben, kann man nur gelten lassen, wenn man es auch wirklich für alle Sendungen machen würde. Dies würde die Gebühr aber vermutlich ins dreistellige pro Monat treiben. Zudem hätten wir dann ein kommunistisches System (Was nicht unbedingt schlecht sein muss). So nach dem Motto: Alle finanzieren und jeder nimmt sich was er braucht.
Abgsehen davon würde es auch keine privaten Sender mehr geben.
... daher trage ich klar die Meinung: Unterhaltungsmedien gänzlich nach Angebot und Nachfrage finanzieren! Ist ja auch keine Notwendigkeit der Grundversorgung (Im sinne der Definition!).
 
Das ist aber nicht die Definition der Gerichte. Die von Dir zitierte Grundversorgung bezieht sich auf Nahrung. Bei Unterhaltung, Bildung, Information haben Gerichte halt eine andere Vorstellung (als ich).

Es ist traurig, dass unsere Gerichte nicht mal die deutsche Sprache beherschen. Auf welcher Grundlage soll man nur aufbauen, wenn man nicht mal die gemeinsame Sprache spricht? :roll:

..."Die Anstalt" oder "extra 3". Aber wenn wir mal ehrlich sind, sind das auch nur Unterhaltungssendungen.

Stimmt nicht ganz. Die von dir genannten Sendungen und auch die "Heute-Show" schaue ich auch total gerne. Aber eine Studie hat bereits auch gezeigt, dass gerade Satire-Sendungen weitaus besser bilden, als Nachrichten.
Ich vermute das liegt daran, weil Satire-Sendungen vieles auch in Frage stellen und auch die Grundlagen der Ursachen darstellen und nicht immer nur die aktuellen Geschehnisse.
 
Es ist traurig, dass unsere Gerichte nicht mal die deutsche Sprache beherschen. Auf welcher Grundlage soll man nur aufbauen, wenn man nicht mal die gemeinsame Sprache spricht? :roll:
Der Punkt ist, dass "Grundversorgung" in puncto Fernsehen nirgends definiert ist. Die Meinung der Gerichte ist daher am ehesten, dass alles, was der ÖR so verbricht und in den Äther rotzt, eine Grundversorgung sei.

Und meiner Meinung nach scheut man sich auch, hier "Grundversorgung" eindeutig zu definieren wie der Teufel das Weihwasser. Weil es nämlich dann einen Maßstab gäbe, anhand dessen eine Beurteilung von Umfang und Qualität möglich wäre. Dann würde man anfangen, viele Dinge zu hinterfragen und zu prüfen. Im Besonderen die Höhe der Gebühr und die Verwendung der Gelder. Und das will von den Damen und Herren der ÖR nun wirklich niemand.

Stimmt nicht ganz. Die von dir genannten Sendungen und auch die "Heute-Show" schaue ich auch total gerne. Aber eine Studie hat bereits auch gezeigt, dass gerade Satire-Sendungen weitaus besser bilden, als Nachrichten.
Mag sein. Aber aus den Sendungen folgt nie eine (nachhaltige) Reaktion aus dem Volk. Im Grunde ist es also egal, was sie senden.

Und auch hier gilt, dass sie nicht objektiv sind. Sie greifen zwar vieles aus einem anderen Blickwinkel auf, schürfen oft auch tiefer, aber letztlich liefern sie auch kein objektives Bild. Mal abgesehen von komplexen Themen der Weltpolitik - ein ganz kleines Thema: ÖR gegen Private. Ich erwarte von Privatsendern nicht, dass sie selbstkritisch sind. Höchstens so wie es ist. Der Tele5-Kalkofe meckert und karikiert das Müllhalden-Niveau von RTL/RTL2 - kurz bevor Tele5 dann den allerletzten Billigschrott aus Hollywood ausstrahlt. Mich würde hingegen mal freuen, wenn die Heute-Show oder extra3s-"Realer Irrsinn" die maßlose Geldverschwendung der ÖR auf's Korn nimmt. Ob es sowas jemals geben wird? na, ich glaube nicht :D
 
Nun lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob das Auslandsjournal, der Pressespiegel, die Tagesschau und andere Informationssendungen des ÖR "qualitativ hochwertig" sind oder nicht. Neutral und objektiv sind sie auf jeden Fall nicht. Bestenfalls und hoffentlich unabhängig.
Hier stimme ich Dir zu.

Das kann gar nicht alles bedient werden und ich möchte auch nicht für jede Interessengruppe einen eigenen Sender haben und mitfinanzieren müssen.
Es ist meiner Meinung nach auch nicht nötig für jeden Kram gleich einen eigenen Sender zu konzipieren. Dennoch versuchen die ÖR ja, das gesamte Spektrum abzubilden und unterhalten deshalb auch solche Dinge wie GZSZ usw., da sie sich eben doch an sämtliche Zuschauer wenden sollen.

Welche Nischensendungen meinst Du überhaupt?
Welcher private Sender überträgt denn Debatten im Parlament? Welcher Private kooperiert mit Frankreich, Schweiz, Österreich und trägt zum kulturellen Austausch bei? Welcher private Sender unterhält (wie die ARD) Regionalanstalten, die nicht nur reißerisch Probleme vor Ort behandeln, sondern auch gezielt regionalpolitische Erscheinungen zeigen?
Mir persönlich würde z.B. auch 'nano' fehlen.

Fraglich ist auch, ob die Öffentlich rechtlichen Sender, den privaten sendern nicht auch eine Marktnische nehmen, die sich eigentlich auch selbst privat finanzieren könnte?
Das ist in der Tat zu beachten, aber wie gesagt im Rundfunktstaatsvertrag geregelt, dass eben alle Fernsehzuschauer (freilich nicht zur gleichen Zeit) Anspruch auf Informationen entsprechend ihrer Interessen haben.

Ist ja auch keine Notwendigkeit der Grundversorgung (Im sinne der Definition!).
Nur, dass die Definition in dem Fall eben eine andere ist. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln usw., die über die Zahlung von HarzIV sichergestellt wird, erfüllt eben Basisbedürfnisse (Stichwort Bedürfnispyramide nach Maslow). Darüber hinaus leben wir in einer hochentwickelten und reichen Gesellschaft in der eben auch höhere Bedürfnisse zu befriedigen sind. Und dazu leistet der ÖR m.e. einen Beitrag.

Aber eine Studie hat bereits auch gezeigt, dass gerade Satire-Sendungen weitaus besser bilden, als Nachrichten.
Ich vermute das liegt daran, weil Satire-Sendungen vieles auch in Frage stellen und auch die Grundlagen der Ursachen darstellen und nicht immer nur die aktuellen Geschehnisse.
Der Anspruch von Satiresendungen liegt, denke ich, vornehmlich in der Unterhaltung. Der von Nachrichtensendungen in der Information. Zur vertiefenden Information gibt es Dokumentationen. Die 'Tagesthemen' versuchen vertiefte Informationen im Rahmen einer ausführlicheren Nachrichtensendung zu geben.
Nicht alle Sendungen haben also den Anspruch, überhaupt zur Bildung beizutragen.

Darüber hinaus ist klar, dass durch Werbung (und ihre Beschränkung auf gewisse Zeiten) beim ÖR ohnehin nur eine Teilfinanzierung erfolgen soll. Die Sicherstellung der Sendefähigkeit liegt aber in der diskutierten Zwangsabgabe.
 
Welcher private Sender überträgt denn Debatten im Parlament?
Dann stelle ich mal die Gegenfrage: Ist es denn notwendig, dass Parlamentsdebatten live übertragen werden? Wenn sich die Damen und Herren im Parlament dort einer mehr oder weniger spannenden Debatte hin geben, bin ich normalerweise arbeiten. Höchstens im Urlaub kann ich da mal was verfolgen, wozu ich aber meist auch aus Zeitgründen gar nicht komme. Am Ende schaut man es sich dann doch auf YouTube oder in der Mediathek irgendwo an. Reicht mir voll und ganz. Ich denke, den meisten geht es ähnlich oder die haben erst gar kein Interesse daran.

Welcher Private kooperiert mit Frankreich, Schweiz, Österreich und trägt zum kulturellen Austausch bei?
Böse Zungen könnten jetzt fragen, welchen "kulturellen Austausch" Du mit Frankreich, Schweiz und Österreich haben willst. Wir gehören zum gleichen Kulturkreis und teilen seit Jahrhunderten mehr oder weniger die gleichen Kunst- und Kulturformen. Und das hat schon immer ohne Fernsehen ganz vortrefflich funktioniert. Übrigens funktioniert der kulturelle Austausch mit Luxemburg auch ohne RTL gut.

Welcher private Sender unterhält (wie die ARD) Regionalanstalten, die nicht nur reißerisch Probleme vor Ort behandeln, sondern auch gezielt regionalpolitische Erscheinungen zeigen?
In meinem Fall beträgt die Gesamtzeit, die ich zum Schauen von Regionalsendern in meinem gesamten Leben aufgewendet habe, sicherlich weniger als 50 Stunden. Da läuft ja noch viel mehr Grütze als auf ARD, ZDF und den Dritten. Und Nachrichten aus meiner Region beziehe ich aus dem Internet, also entsprechenden Portalen. Da gibt es auch Videobeiträge. Und die kann ich mir unterwegs auf dem Smartphone oder zuhause auf dem Computer bzw. TV genauso bequem anschauen.

Der Punkt ist, dass die technischen Möglichkeiten heute jeden Fernsehsender problemlos ersetzen können. Man stelle sich mal vor, wenn ARD, ZDF und die Dritten alle nichts mehr senden, sondern ihr Programm nur über das Internet verfügbar machen würden (und gleichzeitig der Netzausbau in Deutschland massiv forciert würde). Was die an Geld sparen und trotzdem weiter ihre völlig überteuerten Sendungen produzieren könnten. Nur dass man die Sendungen nur noch gezielt über die Mediatheken abrufen könnte. Für mich längst Alltag. Wäre das auch für Dich denkbar? Und dann weiter gedacht: Wäre es denkbar, dass es für alle Realität würde?

Ich bin auch jetzt schon extrem selektiv geworden. Ich fühle mich sogar sehr wohl dabei, dass mein einziger Werbekonsum nur noch im Internet stattfindet, den man dann oft auch einfach blocken, auf jeden Fall aber einfacher ignorieren kann als im Fernsehen. Ich suche mir aus, wann ich worüber von wem informiert werden möchte. Ich nutze Amazon Prime und Netflix um mir die Filme und Serien anzuschauen, die mich vom Genre her interessieren. Ich vermisse TV überhaupt nicht mehr und ich halte jede Wette, dass es jedem so ginge, der es mal versucht.
 
Nur, dass die Definition in dem Fall eben eine andere ist. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln usw. ...

Den Begriff "Grundversorgung" gibt es nur einmal! Es ist kein Homonym. Damit kann man weitestgehend klar regeln, was in den Medien reingehört und was nicht. Unterhaltungsmedien hat nichts mit Grundversorgung zu tun. Dabei spreche ich die eigentliche, deutsche, nach Duden ausgestellte Definition an und nicht eine "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt."-Definition a la Staat (bestimmt mal von irgendeinem Politiker) oder Rundfunkanstalten (bestimmt von den Intendanten)! :ugly:

Den Beweis muss man mir erst mal liefern, dass Unterhaltungsprogramme wie Sportsendungen oder Tatort lebensnotwendig für unsere Gesellschaft ist. Ich meine die Menschen haben vor 200 Jahren auch ohne TV überlebt. :biggrin:
... und sollte es tatsächlich einen Beweis geben, so müssten die Sender auch gleich alle Programme ausstrahlen (siehe meinen vorherigen Kommentar) oder mir gleich die nächste Kinokarte bezahlen, weil es ja Lebensnotwendig sei, dass ich den nächsten Star-Wars Film im Kino sehen muss. :evil:
 
Nun lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob das Auslandsjournal, der Pressespiegel, die Tagesschau und andere Informationssendungen des ÖR "qualitativ hochwertig" sind oder nicht.

Ich will auch gar nicht sagen, dass ich mit der Qualität des Gebotenen zu 100% zufrieden bin. Wie ich bereits schrieb, ich will den Zustand der ÖR gar nicht verteidigen.

Ich will lediglich sagen, dass ich den Gedanken von Rundfunk und Fernsehen, was nicht ausschließlich marktwirtschaftlichen Gesetzen gehorchen muss und deshalb auch wenig mainstreamtaugliches machen kann, sehr begrüße. Und von den Sendungen des ÖR fühle ich mich deutlich objektiver informiert als davon was auf den Privaten läuft. Für Unterhaltung sind die prima und das darf auch gerne deren Aufgabe sein, das müssen die ÖR von mir aus nicht abdecken. Aber Fernsehen ist nicht nur zur Unterhaltung da, also nicht ausschließlich jedenfalls.


Ich nicht. Es gibt in einer Gesellschaft immer die unterschiedlichsten Interessen. Je größer die Gesellschaft, desto mehr und breiter. Das kann gar nicht alles bedient werden und ich möchte auch nicht für jede Interessengruppe einen eigenen Sender haben und mitfinanzieren müssen.
Was die Nischensendungen angeht muss ich ganz klar sagen PECH GEHABT!

Ja da sind wir eben unterschiedlicher Meinung und werden es bleiben. Und das ist auch okay so. Ich bin durchaus der Meinung, dass es ein Indikator einer gut funktionierenden pluralistischen Gesellschaft ist, dass man auch an kleinere Interessengruppen denkt und nicht alles glatt bügelt. Das sieht jeder anders und zum Glück haben wir die Meinungs- und Redefreiheit das offen zu diskutieren.

Welche Nischensendungen meinst Du überhaupt?

Alles was eben abseits des Mainstreams liegt. Zum Beispiel Musikgeschmack: sei es klassische Musik oder Volksmusik oder was auch immer, auch wenn ichs nicht mag finde ich es gut, dass es bedient wird. Oder Sport der mal nicht nur Fußball und Formel 1 ist. Hörfilme für Menschen mit Sehschwäche. Gottesdienste unterschiedliche Religionsgemeinschaften. Ratgeber für bestimmte Interessengruppen. Oder oder oder.

- WWM auf RTL
- Dokus auf N24 und N-TV
- Welt Der Wunder (TV)
- Galileo (früher mal besser, mittlerweile auch zunehmend sehr auf Mainstream bezogen, dennoch eine Wissenssendung)
- N-TV und N24 haben auch Politsendungen

Also WWM als Bildungssendung zu bezeichnen, der war gut, danke für den Lacher :p
Galileo ist ein gutes Beispiel für das was an Wissenssendung übrig bleibt wenn man es mainstreamtauglich macht. Für mich ist das kein Bildungsfernsehen. Unterhaltsam, ja, natürlich. Gerne. Aber TV ist nicht nur Unterhaltung, jedenfalls für mich nicht. Und ich finde es sehr bedenklich immer alles darauf reduzieren zu wollen.

Und N24 wo während der Nachrichten drei mal Werbung kommt? Also ich weiß ja nicht, vielleicht bin ich da empfindlich, aber ich finde das schwer zu ertragen.


Ich betone es lieber einmal zu viel als einmal zu wenig: Ich will nicht den aktuellen Stand der ÖR verteidigen. Dass da unheimlich viel Geld verschwendet wird und viel Schund läuft der da nichts zu suchen hätte: keine Frage! Dass die Praxis der Rundfunkgebühren gelinde gesagt fragwürdig ist: ebenfalls keine Frage. Dass man da viel verbessern könnte: natürlich! Vor allem würde ich mir mehr Mitsprache wünschen dafür, dass ich das mitfinanziere. Gleichzeitig ist es für mich trotzdem klar, dass es eine irgendwie geartete Instanz wir ÖR braucht, weil man eben nicht alles werbefinanziert abdecken kann.

Klar, langfristig gesehen wird das Fernsehen eh aussterben. Dann gibts nur noch on-demand und man streamt sich alles irgendwo her. Prinzipiell kein Problem, so lange das Angebot denn reichhaltig genug ist. Meine Befürchtung ist halt, dass dann Formate wie anspruchsvolle Bildungs- oder Politsendungen gar nicht mehr produziert werden weil ihnen der Markt fehlt. Weil man sich lieber von kurzweiliger Unterhaltung "berauschen" lässt als mal seine Birne anzustrengen... und ruckzuck gibts nur noch Unterhaltungssendungen, Hauptsache die Quote stimmt.
 
[Nischensendungen] Alles was eben abseits des Mainstreams liegt. Zum Beispiel Musikgeschmack: sei es klassische Musik oder Volksmusik oder was auch immer, auch wenn ichs nicht mag finde ich es gut, dass es bedient wird. Oder Sport der mal nicht nur Fußball und Formel 1 ist. Hörfilme für Menschen mit Sehschwäche. Gottesdienste unterschiedliche Religionsgemeinschaften. Ratgeber für bestimmte Interessengruppen. Oder oder oder.
Aber Grundversorgung?

Ich meine ja, für die, die sich dafür interessieren, gut und schön (hoffentlich). Aber wie groß muss denn die Interessengruppe sein? Wir haben jetzt den Sender ALEX. Abgesehen davon, dass jeder aus meinem Freundeskreis dachte, dass das ein eigener Schwulen- und Lesbensender wäre, hat den vermutlich noch niemand wirklich aktiv geschaut. Klar wird sogar der Sender ein paar Zuschauer haben, aber das müssen schon ganz spezielle Leute sein. Künstler oder so. Jetzt haben wir hier den RBB, B1, ALEX und TVBerlin (bis vor einigen Jahren auch Fenster aus Berlin - FAB, allerdings ein Privatsender). Dazu unzählige Radiostationen. Hauptstadt hin oder her, aber wenn man da mal einschaltet, dann läuft dort nur alter Müll, den man überall auf DVD für unter einen Euro auf dem Ramschtisch findet. Das soll noch zur Grundversorgung gehören?

Ich freue mich ja auch, dass es das Musikantenstadl gibt für jene, die das ertragen und überleben können. Aber für meine Musik gibt es gar keine eigene Sendung. Warum gehört also Volksmusik zur Grundversorgung, während ich Altrocker/Metaller YouTube nutzen muss?

Ich freue mich auch, dass es Tatort gibt, aber ist der nun wertvoller/besser/spannender als irgendwas, das beispielsweise auf RTL Crime läuft? Oder auch nur auf irgendeinem Privaten? Das gleiche gilt für Dokus. Ich sehe weder qualitativ, noch inhaltlich so große Unterschiede. Und da es de facto dafür einen großen Markt gibt, bedarf es hier auch keiner teuer produzierten "Grundversorgung".

Sport gehört zur Grundversorgung bei den Preisen für Übertragungsrechte? Sehe ich nicht. Weder bei Fußball, noch für Formel 1. Ich interessiere mich beispielsweise für American Football. Muss ich mir auf ran Football anschauen oder im Internet. Kenne viele, die gern Basketball gucken. Wird auch nicht gezeigt. Oder überhaupt mal die ganzen anderen 1000 Sportarten, die es so gibt. Und wer ein echter Fan (oder Fanatiker) ist, der hat auch heute schon Sky Sport. Ist das also Grundversorgung?

Und so weiter und so fort. Am Ende steht aber die alles entscheidene Frage: Warum zur Hölle orientieren sich die ÖR an den Einschaltquoten? Als durch aus dem Volk gepresstem Geld finanzierte Anstalten könnten die dem ÖR doch völlig egal sein. Sie sind schlicht konkurrenzlos; geben sich aber einer künstlich erzeugten Konkurrenz zu den Privaten hin, die ich eben auch mit finanzieren muss (beispielsweise bei dem Poker um die Übertragungsrechte der WM etc).

Ich bin kein Feind der ÖR. Aber wenn ich die Wahl hätte zwischen deren Existenz mit meiner Zahlungsverpflichtung oder deren Nichtexistenz und dafür gebührenbefreit zu sein, könnte ich ohne Probleme und Einschränkungen sofort darauf verzichten. Interessant für mich wäre zu wissen, wie vielen es geht wie mir und wie viele freiwillig die Gebühr zahlen würden (auch ohne einen Fernseher zu haben!), damit es einen ÖR gibt. Mehr als die Hälfte der Menschen im Land oder nicht?
 
Aber Grundversorgung?

Ich meine ja, für die, die sich dafür interessieren, gut und schön (hoffentlich). Aber wie groß muss denn die Interessengruppe sein?

In entsprechend fein dosierten Mengen fände ich das gut. Wie man das dosiert ist ne andere Frage.

Ich freue mich ja auch, dass es das Musikantenstadl gibt für jene, die das ertragen und überleben können. Aber für meine Musik gibt es gar keine eigene Sendung. Warum gehört also Volksmusik zur Grundversorgung, während ich Altrocker/Metaller YouTube nutzen muss?

Mir wäre es lieber wenn jede Gruppe bedient würde. Und zum Teil wird das ja versucht. Arte überträgt immerhin jedes Jahr das gesamte Wacken und überhaupt viele Konzerte. Dass die Balance nicht immer stimmt mag sein. Die Frage ist wie man damit umgeht. Deshalb das System abschaffen oder versuchen es zu verbessern?

Ich freue mich auch, dass es Tatort gibt, aber ist der nun wertvoller/besser/spannender als irgendwas, das beispielsweise auf RTL Crime läuft? Oder auch nur auf irgendeinem Privaten?

Tatort müsste imho nicht unbedingt sein auf den ÖR.

Das gleiche gilt für Dokus. Ich sehe weder qualitativ, noch inhaltlich so große Unterschiede.

Da geht's mir anders, da sehe ich qualitativ große Unterschiede.

Sport gehört zur Grundversorgung bei den Preisen für Übertragungsrechte?

Jein. Wenn ich was zu sagen hätte würde ich sagen lieber breit abdecken, gerade die weniger populären Sportarten. Große und teure Dinge wie Fußballspiele kann gerne von PayTV übernommen werden àla Sky.

Und so weiter und so fort. Am Ende steht aber die alles entscheidene Frage: Warum zur Hölle orientieren sich die ÖR an den Einschaltquoten?

Da bin ich auch dagegen, das sollen die Privaten machen. Wobei es natürlich schwierig ist, irgendwie muss man ja Qualität messen. Und das geht natürlich immer leicht wenn man Zahlen hat. Vielleicht könnte man das aber auch anders machen.
 
Deshalb das System abschaffen oder versuchen es zu verbessern?
Jetzt sind wir wieder beim Thema "Grundversorgung" und der entsprechenden Definition. "Verbessern" hieß bisher immer, das Angebot zu erweitern. Das stellt aber nach meinen Maßstäben/Ansprüchen nur eine Ausweitung von Müll dar, aber keine Qualitätsverbesserung. Da es aber eben keine Definition der Grundversorgung offiziell gibt, lässt sich das auch nicht messen. In der Folge auch nicht verbessern, weil man Anfangs- und Endzustand eben nicht messbar machen kann.

Deswegen mal an Dich persönlich die Frage: Wenn Du die Wahl hättest. Würdest Du persönlich freiwillig die Gebühr in aktueller Höhe für die aktuell gebotene Leistung bezahlen (und dafür ÖR haben) oder nicht (und dafür auf ÖR verzichten)?

Da geht's mir anders, da sehe ich qualitativ große Unterschiede.
Hast Du da mal ein Beispiel von inhaltlich vergleichbaren Dokus?

Was auf National Geographic und History Channel läuft (seltener auch bei SyFy), ist meiner Ansicht nach hochwertig, gut bis sehr gut recherchiert und umgesetzt. Für mich stimmt da sowohl die Informationstiefe, als auch die Didaktik (heißt, ich brauche kein Lexikon, um die Informationsflut zu verstehen und schlafe auch nicht ein vor Langeweile). Das macht beispielsweise die BBC genauso gut. Müssten sie aber nicht, weil ich alles schon einmal gesehen habe. Klar gibt es auch "Dokus", die keiner braucht. Wie etwa "Pawn Shop" oder "Axe Men". Aber ist doch schön, dass selbst die Privaten was für die einfachen Geister anbieten. Für mich absolut keine Notwendigkeit, dass hier der ÖR eine Lücke schließen müsste.

[...] irgendwie muss man ja Qualität messen. Und das geht natürlich immer leicht wenn man Zahlen hat. Vielleicht könnte man das aber auch anders machen.
Na muss man? Wozu? Selbst wenn sie keinen einzigen Zuschauer hätten, müssten sie niemanden entlassen. Wozu Werbung noch zusätzlich?

Will sagen: Es ist ja gar nicht so, dass der ÖR Lücken in der Versorgung findet und stopft, sondern sie geben sich bewusst und gezielt der Konkurrenz hin...
 
Deswegen mal an Dich persönlich die Frage: Wenn Du die Wahl hättest. Würdest Du persönlich freiwillig die Gebühr in aktueller Höhe für die aktuell gebotene Leistung bezahlen (und dafür ÖR haben) oder nicht (und dafür auf ÖR verzichten)?

Ersteres. Ich schaue zwar selbst sehr wenig fern, trotzdem finde ich die Instanz ÖR ansich sinnvoll (aus vorher genannten Gründen) auch wenn ich mit der Programmausgestaltung nicht zufrieden bin. Trotzdem bin ich dafür, so eine allgemeinfinanzierte Instanz zu haben.

Was auf National Geographic und History Channel läuft (seltener auch bei SyFy), ist meiner Ansicht nach hochwertig, gut bis sehr gut recherchiert und umgesetzt.

Hm okay, bei History hatte ich offenbar immer Pech. Wann immer ich da schaute gings entweder um Panzer im zweiten Weltkrieg oder um Ufos und Aliens.

National Geographic klingt in der Tat gut, leider empfange ich den Sender bei mir nicht.

Na muss man? Wozu? Selbst wenn sie keinen einzigen Zuschauer hätten, müssten sie niemanden entlassen.

Hm naja woher weißt Du dann ob der Programmdirektor seinen Job gut macht? Wie evaluierst Du ihn? Irgendein Maß braucht man doch um Qualität zu beurteilen.
 
Hm naja woher weißt Du dann ob der Programmdirektor seinen Job gut macht? Wie evaluierst Du ihn? Irgendein Maß braucht man doch um Qualität zu beurteilen.
Machen wir es mal anders und betrachten die ÖR als gemeinnützig. Letztlich sollen sie ja angeblich einen "Bildungsauftrag" haben, fördern angeblich Kunst und Kultur, wollen für jeden etwas bieten und müssen nicht gewinnorientiert arbeiten. Also könnte man sie doch als "gemeinnützig" betrachten.

Ein gemeinnütziger Verein muss einen Jahresbericht abliefern. Nebst Einnahmen und Ausgaben muss er noch aufführen, was er denn so alles gemacht hat. Damit stehen sie nicht mehr in direkter Konkurrenz zu den Privaten Sendern, sondern müssen (erstmals) ihr Programmangebot anhand ihrer eigenen Maßstäbe rechtfertigen. Es würde ja dann eine Satzung existieren, die das Gemeinwohl dabei definiert. Also welche Sendungen haben sie ausgestrahlt/produziert, die dem Bildungsauftrag dienten? Welche der Erziehung, Kunst, Kultur und dergleichen. Dieser Bericht wäre öffentlich und könnte geprüft werden. Und dann hätten wir endlich mal einen Maßstab, was überhaupt diese ominöse "Grundversorgung" laut deren eigener Definition sein soll. Das bis heute gültige "alles, was sie senden" finde ich wenig befriedigend und ungeeignet als Maßstab.

Und dann noch eine Sache. Wir leben ja in einer Art Demokratie. Wir alle finden uns damit ab, dass die Partei (oder Parteien) regieren, für die die meisten Wähler gestimmt haben. Überall im Leben begegnet uns das Mehrheitsprinzip. Das hat sich bewährt und es funktioniert auch verhältnismäßig gut in kleinen und in großen Gruppen. Was die Mehrheit will, wird gemacht. Die Minderheit hat sich unterzuordnen und sich anzupassen. Aber beim ÖR soll es spiegelverkehrt sein? Die sollen senden, wofür sich die wenigsten interessieren (Nischenfernsehen)? Wäre es kostenlos (würden also die Minderheiten ihre Sendungen im Ehrenamt produzieren und von Spenden ausstrahlen, wie etwa im Offenen Kanal), wäre mir das egal. Aber warum sollen im Fall des ÖR alle für die Interessen weniger bezahlen? Nach meiner Definition von einer "Grundversorgung" wäre genau das Gegenteil der Fall. Die würde nämlich ähnlich lauten wie:

Wenn morgen alle privaten Fernsehsender abschalten würden, muss durch das ÖR ein Sendeangebot gewährleistet sein, welches für die meisten Menschen im Lande ausgewogen ist. Dabei müssen die Bereiche Bildung (Schule und Erwachsenenbildung), Information (Nachrichten, Dokus, ...), Kunst und Kultur (Sport, Malerei, Musik, Religion, ...) und Unterhaltung (Spielfilme, Serien, TV Shows, ...) zu gleichen Teilen abgedeckt werden. Als gemeinnützige Organisation ist es verboten, Werbung auszustrahlen und wegen öffentlicher Finanzierung in Konkurrenz mit Privatsendern zu treten. So dürfen die ÖR zwar die Ergebnisse von Fußballspielen verkünden, nicht aber das Spiel zeigen, wenn dieses Angebot bereits von einem Privatsender angeboten wird. Spielfilme, die älter als 20 Jahre sind, dürfen sie senden und Eigenproduktionen, sofern sie erforderlich sind. Außerdem sind die Sendezeiten so anzupassen, dass sie eben nicht zeitgleich mit Privatsendern gleiche Programminhalte ausliefern. Also kein "Wer wird Millionär?" auf Pro7 und zeitgleich "Entweder-Oder" auf ZDF. Wobei zu prüfen ist, ob der ÖR überhaupt solche Gewinnshows veranstalten darf. Außerdem darf es je Region nur noch maximal einen Sender geben und der ist dann auch ausschließlich nur für regionale Themen zuständig. Wenn es in der Nacht keine regionalen Themen gibt - abschalten oder Testbild statt die milliardste Wiederholung von Edgar Wallace.

Und selbst wenn das so wäre, würde ich persönlich lieber auf die Abgabe (und den ÖR) verzichten, als zu bezahlen :)