Ist die GEZ-Abgabe gerechtfertigt?


  • Umfrageteilnehmer
    128
Ich denke der Größte Anstoß an dieser Steuer ist die Tatsache, das alle zahlen müssen und dafür keinerlei Rechte erhalten.
Die ÖR dürfen tun und lassen was Sie wollen und keiner der Zahler darf dagegen etwas tun.
Es ist keine Steuer. Und tun und lassen können die Sender auch nicht, was sie wollen, dafür sorgen die Fernsehräte.

Die Gehälter der Angestellten im ÖR sind nicht mit normalen Gehältern zu vergleichen, denn diese werden ja von den ÖR vorgenommen ohne das die Bürger darüber entscheiden können.
Die Gehälter im ö-re liegen meines Erachtens im Muttelfeld, wenn man sie mit Managergehältern in der freien Wirtschaft vergleicht. Der Intendant des WDR (größte öffentlich-rechtliche Sendeanstalt) bekommt knapp 370.000€ pro Jahr.

Welcher Konzernchef gibt sich mit so wenig zufrieden?


Es handelte sich um eine Gage für eine bestimmte Anzahl von Auftritten. Gagen sind frei verhandelbar. Warum verdienen Fußballer bis zu 100.000.000 pro Jahr, und keine regt sich auf? (Im übrigen glaube ich, dass die Lotterie das zumindest mit finanziert hat, bin mir da aber nicht sicher...)
 
Es ist keine Steuer. Und tun und lassen können die Sender auch nicht, was sie wollen, dafür sorgen die Fernsehräte.
Sorry, aber es sind nicht die Fernsehgeräte, sondern nur noch die Haushalte/Handy`s, die zählen.

Die Gehälter im ö-re liegen meines Erachtens im Mittelfeld, wenn man sie mit Managergehältern in der freien Wirtschaft vergleicht. Der Intendant des WDR (größte öffentlich-rechtliche Sendeanstalt) bekommt knapp 370.000€ pro Jahr.
Ich habe Dir den Link Zur Lottofee schon geschickt, also wieso hier kein einwandt?
Welcher Konzernchef gibt sich mit so wenig zufrieden?
Es kommt immer darauf an, was er dafür zu tun hat.



Es handelte sich um eine Gage für eine bestimmte Anzahl von Auftritten. Gagen sind frei verhandelbar. Warum verdienen Fußballer bis zu 100.000.000 pro Jahr, und keine regt sich auf? (Im übrigen glaube ich, dass die Lotterie das zumindest mit finanziert hat, bin mir da aber nicht sicher...)
Nö, jetzt bitte nicht auf andere Berufsfelder ausschweifen. Das hat nicht`s mit den Zwangsabgaben der Rundfunkanstalten zu tun. Ich kritisiere auch nicht den Gehalt von Zetsche. Denn ich muss Ihn nicht Zwangsweise finanzieren. Er bekommt seinen Gehalt von der Firma die er leitet und nicht durch Staatlich verordnete Abgaben., Die einer Steuer gleich zu setzen sind.
 
...Fernsehräte...
Sorry, aber es sind nicht die Fernsehgeräte, sondern nur noch die Haushalte/Handy`s, die zählen.
Echt jetzt? :roll:

Ich habe Dir den Link Zur Lottofee schon geschickt, also wieso hier kein einwandt?
Hab ich was dazu geschrieben. "Gage/Honorar" ungleich "Gehalt"
Und das Geld kam von der Lotteriegesellschaft, NICHT vom ö-re Rundfunk...

Nö, jetzt bitte nicht auf andere Berufsfelder ausschweifen. Das hat nicht`s mit den Zwangsabgaben der Rundfunkanstalten zu tun. Ich kritisiere auch nicht den Gehalt von Zetsche. Denn ich muss Ihn nicht Zwangsweise finanzieren. Er bekommt seinen Gehalt von der Firma die er leitet und nicht durch Staatlich verordnete Abgaben
Aber das Aufgabenfeld ist gleich. Hier wie da wird ein großer Konzern geführt. Wer soll denn eine Rundfunkanstalt leiten? Was ist denn ein angemessenes Gehalt dafür? Die Finanzierung dieses Gehalts ist zweitrangig. Ich persönlich halte z.B. das Geschäftsmodell von Rheinmetall oder Heckler und Koch für extrem unmoralisch, aber warum sollten deren Chefs nicht gemäß ihrer Stellung entlohnt werden?
Die einer Steuer gleich zu setzen sind.
sind sie nicht... :shifty:
 
Hier kommen wir auf den Punkt: Du geht von DEINEM Medienbedarf aus und projezierst ihn auf die Allgemeinheit. Im Endeffekt geht es doch überhaupt nicht um die Frage, ob du ARD und ZDF siehst, sondern darum, ob du anderen, deren Vorlieben sich von deinen unterscheiden und deshalb durchaus das Angebot nutzen, dieses gönnst oder nicht. In meinen Augen ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein soziologisches Umlagesystem - ALLE zahlen ein und alle KÖNNEN es nutzen - müssen aber nciht.
Aber Du siehst es als wertvoll an, ich nicht.

Theroretisch könnten wir es ja dann mit der Hundesteuer auch so machen. Alle zahlen ein, ob sie einen Hund haben oder nicht. Jeder KÖNNTE ja einen haben. Oder um das Wort "Steuer" zu vermeiden, führen wir einfach eine neue Abgabe ein, meinetwegen die Langhaarfrisurabgabe. Jeder zahlt die, jeder KÖNNTE ja lange Haare tragen. Und wem genetisch bedingt die Haare ausgehen, der hat halt ebenso viel Pech wie der, der gar keinen Fernseher hat.

Ich meine, verstehst Du, worauf ich hinaus will? Du diskutierst ja gar nicht mit mir, ob der ÖR notwendig ist oder nicht. Auch nicht, ob er wichtig ist. Du argumentierst, dass es da schöne Sendungen gibt, die andere als ich gern sehen. Und rechtfertigst die Existenz damit, dass die ÖR nach Deinem Empfinden eine höhere Qualität haben als die Privaten. Nach meinem Empfinden ist dem aber nicht so und selbst wenn, dann beziehe ich das Privatangebot noch immer kostenlos, während ich für den ÖR ziemlich viel Geld bezahlen muss. Und immer, wenn mir jemand in die Taschen greift, schaue ich gern ganz genau hin, wofür. Einem geschenkten Gaul (Privatsender) schaut man eben nicht ins Maul (sollen sie doch senden, was sie wollen - notfalls schalte ich ab, kost' ja nix).

Gefühlt 20 verschiedene parallele Tatort-Produktionen von den ARD-Stationen lassen sich doch nur rechtfertigen, weil JEDE Folge mindesten 6-8 Mio Zuschauer generiert. Würde zur selben Zeit eine Sendung laufen, die nur die Hälfte oder ein Viertel an Zuschauern generiert, wäre der Vorwurf, das man an den Sehgewohnheiten vorbei produziert.
Diesem Vorwurf sieht sich der ÖR doch ohnehin jetzt schon konfrontiert. Und es kann ihm auch egal sein, denn die Gebühren werden weiter eingezogen.

Und es ist ja nicht so, dass die ö-re nicht auf Änderungen im Sehverhalten reagieren: Die von dir angesprochenen großen Spielshows sind Geschichte. Weil sie heute nicht mehr funktionieren. Selbst die Formate, die in den privaten laufen, sind nicht mehr die überflieger.
Hier ist wieder die Argumentation, der ich gedanklich nur schwer folgen kann. Weil 6-8 Millionen Haushalte regelmäßig den Tatort schauen (warum auch immer), müssen rund 41 Millionen Haushalte die Abgabe zahlen. Und das soll dann fair sein aus welchem Grund?

Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Solidarprinzip. Vor allem bei Medizin und Pflege hat es nicht nur Sinn, sondern ist meiner Ansicht nach notwendig. Aber man muss nicht alles solidarisieren, vor allem nicht die Unterhaltung. Wenn man es dann doch macht, um beispielsweise die Nachrichten unabhängig zu halten und Bildungssendungen ausstrahlen zu können, die bei den Privaten tatsächlich fehlt, dann sollte man es dann aber auch dabei belassen, das Wort "Grundversorgung" endlich mal entsprechend klar definieren und die Höhe der Abgaben neu bemessen. Aber gerade Sachen wie "Tatort", also im Grunde eine "Crime-Serie", die es hundertfach bereits auf den Privaten gibt, ist nun wirklich keine "Grundversorgung", sondern Profitgier.

Nischenfernsehen für irgendwelche kleinen Interessengruppen gehören nicht mal gefühlt zur "Grundversorgung", egal wie man es dreht. Regionalfernsehen notfalls ja, aber auch hier sollte man sich dann auf das Notwendige beschränken: Nachrichten und Reportagen aus der Region.

In meinen Augen sowohl als auch.
Das kann man auch wieder umdrehen: Kann es sein, dass nur diejenigen ein Fan der ÖR sind, die deren Sendungen in der Hauptsache konsumieren und ideologisch in der gleichen Spur sind?

Davon abgesehen: Politisch würde ich sagen: Nein. Da sind die ÖR ja auf einer Linie mit den Privaten. Die Nachrichten sind auch ähnlich oder sogar deckungsgleich sowohl in Thema, als auch der Aussage. Was Bildung angeht - ja, da hat meiner Meinung nach der ÖR die Nase vorn, obwohl beispielsweise ZDFnano auch nicht nur hoch komplexe Physik erklärt und auch viel Bullshit sendet. Aber insgesamt sind sie dann doch noch über dem Niveau der Privaten. Aber in puncto Unterhaltung (und das ist ja wohl mit Abstand der teuerste Posten) sind sie abgeschlagen.

Wobei die Diskussion hier fast überflüssig wäre, wenn man einfach dazu mal einen Volksentscheid machen würde. Ich weiß, wird gar nicht gern gesehen, wenn man Demokratie will. Aber der ÖR Rundfunk soll doch nur für das Volk sein, oder? Ist denn tatsächlich die Mehrheit der Deutschen für dieses Modell oder nicht? Ganz unabhängig davon, ob nun Unterhaltung wie Tatort, Musikantenstadl oder was weiß ich. Mit Nachrichten, Bildung, Sport, ... alles das jetzt auch zur undefinierten Grundversorgung gehört und aktuell 17,50 Euro/Monat kostet und spätestens 2021 über 19 Euro. Will die Mehrheit die ÖR oder nicht? Einfache Frage, simples Ja oder Nein und kein "Vielleicht, aber nur wenn...". Würde mich brennend interessieren.
 
Ich meine, verstehst Du, worauf ich hinaus will? Du diskutierst ja gar nicht mit mir, ob der ÖR notwendig ist oder nicht. Auch nicht, ob er wichtig ist. Du argumentierst, dass es da schöne Sendungen gibt, die andere als ich gern sehen. Und rechtfertigst die Existenz damit, dass die ÖR nach Deinem Empfinden eine höhere Qualität haben als die Privaten. Nach meinem Empfinden ist dem aber nicht so und selbst wenn, dann beziehe ich das Privatangebot noch immer kostenlos, während ich für den ÖR ziemlich viel Geld bezahlen muss. Und immer, wenn mir jemand in die Taschen greift, schaue ich gern ganz genau hin, wofür. Einem geschenkten Gaul (Privatsender) schaut man eben nicht ins Maul (sollen sie doch senden, was sie wollen - notfalls schalte ich ab, kost' ja nix).
Ich reagiere genau auf die Vorwürfe, die du gegenüber dem ö-re geäußert hast: Einseitige Berichterstattung, Politikhörigkeit, dröges Programm, wenig innovativ. Das waren DEINE Kritikpunkte, die habe ich gekontert. In meinen Augen ergibt sich die Antwort auf die Frage doch: Ja, er IST notwendig UND wichtig, weil die privaten (aus Finanzierungsgründen) ein relativ breites Programmspektrum NICHT abdecken können und wollen, und in anderen mehr oder weniger starke (diesmal durch die Art und Weise der Finanzierung) Schwächen haben.

Hier ist wieder die Argumentation, der ich gedanklich nur schwer folgen kann. Weil 6-8 Millionen Haushalte regelmäßig den Tatort schauen (warum auch immer), müssen rund 41 Millionen Haushalte die Abgabe zahlen. Und das soll dann fair sein aus welchem Grund?
Weil die "uninteressierten" 34-36 Mio Haushalte irgendwann eine andere gebührenfinanzierte Sendung konsumieren. Die mag vielleicht nicht so teuer sein wie eine Tatort-Produktion, aber auch nicht so viele Zuschauer haben.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Solidarprinzip. Vor allem bei Medizin und Pflege hat es nicht nur Sinn, sondern ist meiner Ansicht nach notwendig. Aber man muss nicht alles solidarisieren, vor allem nicht die Unterhaltung. Wenn man es dann doch macht, um beispielsweise die Nachrichten unabhängig zu halten und Bildungssendungen ausstrahlen zu können, die bei den Privaten tatsächlich fehlt, dann sollte man es dann aber auch dabei belassen, das Wort "Grundversorgung" endlich mal entsprechend klar definieren und die Höhe der Abgaben neu bemessen. Aber gerade Sachen wie "Tatort", also im Grunde eine "Crime-Serie", die es hundertfach bereits auf den Privaten gibt, ist nun wirklich keine "Grundversorgung", sondern Profitgier.
Die Frage ist, warum man Unterhaltungsformen aus der Grundversorgung 'raushalten sollte oder muss.

Nischenfernsehen für irgendwelche kleinen Interessengruppen gehören nicht mal gefühlt zur "Grundversorgung", egal wie man es dreht. Regionalfernsehen notfalls ja, aber auch hier sollte man sich dann auf das Notwendige beschränken: Nachrichten und Reportagen aus der Region.
Gerade da bin ich anderer Meinung. Den gerade das Bedienen der Nische führt doch zu Vielfalt. Wenn immer nur dem Mainstream nachgerannt wird, sieht jedes Sendeschema irgendwann aus wie das von Sat1, RTL und Pro7. Hier sieht man doch, WAS Programm ohne Nische bedeutet

Das kann man auch wieder umdrehen: Kann es sein, dass nur diejenigen ein Fan der ÖR sind, die deren Sendungen in der Hauptsache konsumieren und ideologisch in der gleichen Spur sind?
Oh, ich fraternisiere also? ;)
Meinetwegen. Ja, ich befürchte, dass ohne das öffentlich-rechtliche Fernsehen die Medienlandschaft nachhaltig schaden nehmen würde aus den oben (wiederholt) genannten Gründen. Nenne das Ideologie, wenn du willst, ich sehe es anders. Ich für meinen Teil kann auch gut (mit dem nicht allzukleinen) Teil des ö-re Programms leben (und ihn finanzieren), der mir von Interesse und Geschmack periphär am Heck vorbei geht.
Du ich finde auch, dass man deutlich Kosten-bewusster haushalten müsste und sicherlich mit den richtigen Einsparungen die Gebühren spürbar senken könnte.
Davon abgesehen: Politisch würde ich sagen: Nein. Da sind die ÖR ja auf einer Linie mit den Privaten. Die Nachrichten sind auch ähnlich oder sogar deckungsgleich sowohl in Thema, als auch der Aussage. Was Bildung angeht - ja, da hat meiner Meinung nach der ÖR die Nase vorn, obwohl beispielsweise ZDFnano auch nicht nur hoch komplexe Physik erklärt und auch viel Bullshit sendet. Aber insgesamt sind sie dann doch noch über dem Niveau der Privaten. Aber in puncto Unterhaltung (und das ist ja wohl mit Abstand der teuerste Posten) sind sie abgeschlagen.
Da bin ich sogar mit dir einer Meinung - Was in ARD und ZDF "Unterhaltungssendung" heißt, lässt bei mir auch die Fußnägel nach oben rollen... aber 8-12 Mio Zuschauer bei Musikantenstadl, Helene Fischer oder Carmen Nebel sind halt weder Ausdruck von grauseligem Niveau oder Erfolglosigkeit...

Wobei die Diskussion hier fast überflüssig wäre, wenn man einfach dazu mal einen Volksentscheid machen würde. Ich weiß, wird gar nicht gern gesehen, wenn man Demokratie will. Aber der ÖR Rundfunk soll doch nur für das Volk sein, oder? Ist denn tatsächlich die Mehrheit der Deutschen für dieses Modell oder nicht? Ganz unabhängig davon, ob nun Unterhaltung wie Tatort, Musikantenstadl oder was weiß ich. Mit Nachrichten, Bildung, Sport, ... alles das jetzt auch zur undefinierten Grundversorgung gehört und aktuell 17,50 Euro/Monat kostet und spätestens 2021 über 19 Euro. Will die Mehrheit die ÖR oder nicht? Einfache Frage, simples Ja oder Nein und kein "Vielleicht, aber nur wenn...". Würde mich brennend interessieren.
So wie beim Brexit?:ugly: Wie objektiv könnte so eine Abstimmung denn laufen? Ich frage dich: gibt es irgend ein Argument, - irgend eins - dass deine Meinung ändern würde? So eine Volksabstimmung wäre eine Don Quichoterie - für die Befürworter. Weil für 60-70% der Gegner der Unterschied erst nach dem Ende sichtbar werden würde. Im Großteil der Fälle läuft die Argumentation der Gegner doch so ab: schau ich nicht - will ich nicht zahlen. Die Frage, in wie weit das ö-re die privaten Sender mäßigt oder beeinflusst, haben wir ja noch gar nicht erörtert. Du sagst ja selber - sie sind weitestgehend auf einer Linie. Glaubst du, es würde so bleiben? Ich denke, es könnte bei reinem Privatfernsehen zu einer Lagerbildung kommen wie in den USA: auf der einen Seite Links-liberale Sender, auf der anderen Seite rechts-konservative. In den 90ern galt SAT1 schon als "der Haussender Helmut Kohls" - dank der Freundschaft zwischen Kohl und Leo Kirch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frage ist, warum man Unterhaltungsformen aus der Grundversorgung 'raushalten sollte oder muss.
Mit meiner mir lockeren Zunge geantwortet: Weil es Nutten auch nicht auf Rezept gibt.

Es mag ja von staatlicher Seite gern gesehen sein. Ein Volk mit Unterhaltung denkt weniger nach und beschwert sich seltener. Vergleiche "Brot und Spiele". Nun bin ich aber Volk und nicht Herr. Für mich ist Unterhaltung schön und gut, aber nicht Notwendig. Ich bekomme mich auch hervorragend ganz ohne TV beschäftigt. Davon ausgehend, dass die Menschen vor 100 Jahren sich auch nicht vor Langeweile den Strick genommen haben, unterstelle ich einfach mal, dass es auch heute bei jedem möglich wäre.

Man darf ja auch nicht vergessen, dass der Staat auch andere Formen der Unterhaltung subventioniert, wie beispielsweise das Theater. Sicherlich ist Theater ohne Untertitel und Gebärdendolmetscher. Oper auch. Aber dem könnte man ja sogar noch bei kommen mit speziellen Versionen der aufgeführten Stücke. Außerdem gibt es eine ganze Fülle privater Angebote, wie Kinos und Bars. Also langweilig muss niemandem sein.

Und schon sind wir wieder beim Thema "Grundversorgung" und was ich darunter verstehe und was Du. Damit drehen wir uns im Kreis. Da kommen wir wohl auch nicht raus.

Gerade da bin ich anderer Meinung. Den gerade das Bedienen der Nische führt doch zu Vielfalt. Wenn immer nur dem Mainstream nachgerannt wird, sieht jedes Sendeschema irgendwann aus wie das von Sat1, RTL und Pro7. Hier sieht man doch, WAS Programm ohne Nische bedeutet
Hier drehen wir uns ärgerlicherweise auch im Kreis. Ja, ich stimme zu - DAS ist Vielfalt. Aber das macht keine Aussage zu Qualität oder Notwendigkeit. Du kannst auch ein Restaurant auf machen und hundert verschiedene Speisen kochen, die keiner isst. Das ist dann zwar vielfältig, aber weder notwendig, noch erfolgreich.

Ich sage es ganz deutlich: Ich finde das Programm von RTL/RTL2, Pro7, Sat1 und Tele5 zum Kotzen. Ganz furchtbar und völlig niveaulos. Hat ja auch seinen Grund, warum ich kein TV mehr habe. Aber ich sage auch: "So what?". Diese Sender orientieren sich daran, was das Volk sehen will. Sinken die Einschaltquoten und verlieren sie Marktanteile, fangen sie an zu experimentieren. Meist kommt dabei Müll raus, aber manchmal (ja, selten) auch eine Perle. Und die Sau wird dann geritten bis sie kein Geld mehr abwirft. Dann experimentieren sie wieder. Auch so entsteht Vielfalt, nur eben nacheinander und nach Wunsch des Publikums. Und das Beste daran: Alles für den Konsumenten kostenlos. Dafür muss er Werbung ertragen. Naja, das machen ja die meisten. Die stört es offensichtlich nicht mal, dass der "Super-Blockbuster" alle 10 Minuten für 5 Minuten unterbrochen wird.


Oh, ich fraternisiere also? ;)
Mit dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk? Na vielleicht nicht gleich "fraternisieren", aber offensichtlich ja sympathisieren und in der Argumentationslinie zu kolaborieren ;) Ist ja auch ok, sonst hätten wir ja hier nichts zu diskutieren.

So wie beim Brexit?:ugly:
Naja, ja :)

Wie objektiv könnte so eine Abstimmung denn laufen? Ich frage dich: gibt es irgend ein Argument, - irgend eins - dass deine Meinung ändern würde?
Ist schwer, gebe ich zu. Einfach schon deshalb, weil ich für mich den Preis, den ich jeden Monat zahlen muss, direkt ins Verhältnis mit der Leistung setze, die ich bekommen kann und letztlich in Anspruch nehme.

Grundsätzlich gilt: Je billiger, desto sympathischer. Wenn kostenlos, bin ich kein Gegner mehr. Dann hat sich zwar am Prinzip noch immer nichts geändert, aber dann können sie produzieren was und für wen sie wollen. Es gilt im Umkehrschluss aber auch: Je teurer, desto kritischer werde ich. Ich meine, ich kaufe ja auch kein Ford Ka zum Preis eines Mercedes AMG und erfreue mich dann zwangsweise an dem hohen Fahrgastraumlautstärkepegel und der beklemmenden Sitzweise.

Ich folge aber auch Deiner Argumentation nicht, dass der ÖR einen wesentlichen und wichtigen Beitrag zur Medienlandschaft leistet. Nicht nur, weil ich problemlos darauf genauso verzichten kann wie auf das privat produzierte "Circus Halligalli" (und anderen Schrott), sondern weil ich nicht sehe, dass sich die Privaten irgendwie am ÖR orientieren (bzw. der ÖR das Gesamtniveau nennenswert in der Gesamtheit anhebt). Sie stehen in direkter Konkurrenz zu ihm und senden verzweifelt CSI:Irgendwo, in der Hoffnung, dass es genauso oder besser einschlägt als Tatort. Produzieren Game-Shows bis zum Abknicken, Reportagen, Dokus, Talksendungen (politisch und unpolitisch) und versuchen verzweifelt zu kopieren, was in den USA erfolgreich war/ist. Ich könnte auch argumentieren, dass wenn es keine Bildungssendungen des gehobenen Niveaus mehr in den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen gäbe, würden auch die Privaten anfangen, entsprechende Formate zu produzieren. So schließen sie eigentlich nur die Nische zum Hauptschulabbrecher mit "Galileo" (Pro7), "Schau Dich schlau" (RTL2), "Einfach tierisch" (SuperRTL), "Planetopia" (SAT1) und - ich weiß nicht, vielleicht "GZSZ" von RTL :D Dann würde vielleicht "Alarm für Cobra 11" mehr Zuschauer haben und die Leute würden gar nicht merken, dass sie das oder "Kommissar Rex" schauen, statt Tatort.

So eine Volksabstimmung wäre eine Don Quichoterie - für die Befürworter. Weil für 60-70% der Gegner der Unterschied erst nach dem Ende sichtbar werden würde.
Meiner Argumentation folgend wäre es genau umgekehrt: Die Befürworter würden, falls der ÖR abgewählt würde, erst merken, dass ihnen eigentlich gar nichts fehlt. Vielleicht nicht sofort, weil ja - einige Sendungen würden ja tatsächlich fehlen. Aber ich behaupte, dass diese Lücken wahnsinnig schnell von den Privaten geschlossen werden würden und schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit (wenige Monate) das Programmangebot das gleiche wäre.

Im Großteil der Fälle läuft die Argumentation der Gegner doch so ab: schau ich nicht - will ich nicht zahlen. Die Frage, in wie weit das ö-re die privaten Sender mäßigt oder beeinflusst, haben wir ja noch gar nicht erörtert.
Dann mach das doch mal bitte aus Deiner Sicht.

Du sagst ja selber - sie sind weitestgehend auf einer Linie. Glaubst du, es würde so bleiben?
Nein, glaube ich nicht. Will ich aber auch nicht.

Ich denke, es könnte bei reinem Privatfernsehen zu einer Lagerbildung kommen wie in den USA: auf der einen Seite Links-liberale Sender, auf der anderen Seite rechts-konservative. In den 90ern galt SAT1 schon als "der Haussender Helmut Kohls" - dank der Freundschaft zwischen Kohl und Leo Kirch.
Ja, das kann passieren. Und wird vermutlich auch genau so passieren. Na und? Ich meine - selbst jeder Deutsche weiß, dass beispielsweise FOX pro-republikanisch ist. Dieser Tage sogar Trump-treu. MSNBC ist selbst den Demokraten schon zu weit links. CNN ist weitestgehend liberal, ... usw. Das gleiche, was wir heute doch auch bei Zeitungen und Magazinen haben. Dann eben auch im Fernsehen.

An der Stelle die Frage: Wo stehen die einzelnen Sender des ÖR? Ich weiß es nicht. Ob nun der Intendant irgendwo mit Namen und Schuhgröße erwähnt wird, hilft mir dabei auch nicht weiter, sofern er nicht gerade ein bekanntes Parteimitglied irgendwo ist. Und selbst dann ist es nicht ganz klar, denn wir wollen mal nicht vergessen, dass auch ein Herr Gauland viele Jahre bei der CDU war, wie ein Herr Lafontaine bei der SPD. Ich hoffe also, dass der ÖR objektiv ist. Wenn er es nicht ist, woran merke ich das? Dann doch lieber klare Fronten.
 
Die Frage ist, warum man Unterhaltungsformen aus der Grundversorgung 'raushalten sollte oder muss.

Weil Unterhaltung eben ein privates Vergnügen ist und eben dafür eine Zwangsabgabe nicht zu rechtfertigen ist. Gibt genug Menschen in diesem Land die nicht genug Geld für ihren Strom, eine warmes Heim oder anständiges Essen haben -wie kann man denen sowas aufhalsen? Und dann ist die Summe für den Einkommensmillionär noch genauso hoch wie für diese Menschen die eventuell kaum ihre Miete bezahlen können aber sich aus guten Gründen fern halten wollen von staatlichen Leistungen.
 
Na Ja
wenn man sieht wie viel die Mitarbeiter bekommen wundert es mich nicht wirklich das das Geld nicht ausreicht.

https://www.welt.de/kultur/medien/a...n-Intendanten-und-Redakteure-bei-der-ARD.html

Sekretärin verdient bis zu 6180 Euro
Auch andere Jobs bei der ARD sind vergleichsweise gut bezahlt. So erhält ein Kameramann oder eine Kamerafrau 2421 Euro bis 7691 Euro, ein Grafiker 2421 bis 6984 Euro pro Monat und eine Sekretärin oder ein Sachbearbeiter monatlich 2398 bis 6182 Euro. Auszubildende kommen auf einen Lohn von 694 bis 1020 Euro und Volontäre auf 1438 bis 2120 Euro.


---

Es gibt auch ehrmalige EuGh Richter die sich gegen den Rundfunkbeitrag aussprachen und klar stellten das es keine Vernünftige Rechtsprechung hier geben wird, da einfach der einfluss für den Rundfunkbeitrag zu hoch ist.
 
Sekretärin verdient bis zu 6180 Euro
Was eigentlich schon jenseits von Gut und Böse ist. Also ich kenne nicht viele Leute, die überhaupt in diesen Regionen verdienen. Aber alle haben Führungspositionen.

Dass auch eine Sekretärin über 6000 Euro verdienen kann, wird vermutlich die zehn- oder hunderttausenden Sekretärinnen und Bürokauffrauen freuen, die in den letzten 10 Jahren freundlicherweise von der ARGE entsprechend umgeschult wurden... :biggrin: Ich habe das mal (gemein, wie ich manchmal bin) "meinem" Grafiker weitergeleitet. Der verdient aktuell 2900 Euro brutto mit 15 Jahren Berufserfahrung und freut sich bestimmt zu lesen, dass er da noch Luft nach oben hat bis zu knapp 7000 Euro im Monat...

Dieser Artikel wirft doch allerdings die Frage auf, was die Arbeit der KEF taugt. Weil diese Löhne ja im Grunde die aktuellen Löhne der Wirtschaft gut und gerne verdoppeln. Mit welchem Recht?
 
Was eigentlich schon jenseits von Gut und Böse ist. Also ich kenne nicht viele Leute, die überhaupt in diesen Regionen verdienen. Aber alle haben Führungspositionen.
Unsere Vorstandssekretärinnen (heissen eher Assistentinnen) liegen auch in einem Rahmen jenseits der 50.000 Euro pro Jahr. Immerhin haben die meist studiert, sprechen mehrere Sprachen, Zusatzqualifikationen und sind Geheimnisträgerinnen. Da steht ausserdem "Sekretärinnen und Sachbearbeiter" und "bis zu".

Dass auch eine Sekretärin über 6000 Euro verdienen kann, wird vermutlich die zehn- oder hunderttausenden Sekretärinnen und Bürokauffrauen freuen, die in den letzten 10 Jahren freundlicherweise von der ARGE entsprechend umgeschult wurden...
Wenn die sich um den Job bewerben und dann bekommen, verdienen die mit der passenden Qualifikation auch so viel Geld.

Ein Programmierer kann schliesslich in der freien Wirtschaft auch mit 30.000 Euro nach Hause gehen oder mit 200.000 Euro, je nach Qualifikation.

Im Übrigen sind das keine Geschenke, sondern verhandelte Tarifverträge.
 
Unsere Vorstandssekretärinnen (heissen eher Assistentinnen) liegen auch in einem Rahmen jenseits der 50.000 Euro pro Jahr. Immerhin haben die meist studiert, sprechen mehrere Sprachen, Zusatzqualifikationen und sind Geheimnisträgerinnen. Da steht ausserdem "Sekretärinnen und Sachbearbeiter" und "bis zu".
Ok, meine "Assistentin der Geschäftsführung" bekommt nicht so viel. Die ist mit 48.000 dabei. Spricht ebenfalls mehrere Sprachen und ist ein optisches Leckerli. Vermutlich wird sie wohl auch Geheimnisse tragen, wie eigentlich jeder in meiner Firma (von der Klofrau vielleicht mal abgesehen).

Und wie ich es verstehe, hängt das "bis zu" allein von den Dienstjahren und nicht von der Qualifikation oder der Anzahl der Geheimnisse ab, die sie tragen. Also eine Art Quasi-Besoldungsgruppe ohne Beamtenstatus.

Wenn die sich um den Job bewerben und dann bekommen, verdienen die mit der passenden Qualifikation auch so viel Geld.
Ja, schon klar. Das ist ja die Sache mit dem Kapitalismus. Jeder verdient so viel, wie er verhandelt und den Entscheidungsträger um den Finger gewickelt bekommt. Leistung spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Wenn es eine Firma ist, dann muss die das Geld erwirtschaften und wenn sie ihr Geld in horrende Löhne ihrer Angestellten investiert - völlig ok! Gut für die Wirtschaft und vor allem die, die da arbeiten. Aber wenn es die ÖR sind - naja, dann ist da vielleicht auch ein öffentliches Interesse, wie unter anderem mein Geld dort verwendet wird. Die Leute dort sollen gutes Geld verdienen (auch wenn meiner Meinung nach die Leistung keine gute Entlohnung rechtfertigen), aber doch bitte nicht so überzogen viel mehr.

Ein Programmierer kann schliesslich in der freien Wirtschaft auch mit 30.000 Euro nach Hause gehen oder mit 200.000 Euro, je nach Qualifikation.
Also berufsbedingt kenne ich ja nun in der Hauptsache Programmierer. Ich kenne zwar niemanden, der 200.000 Euro/Jahr verdient, aber ich kenne auch niemanden, der für die NASA arbeitet oder Software für Atomkraftwerke schreibt. Kann aber gut sein, dass Leute in diesen Bereichen wirklich so gut verdienen.

Aber so einen Quatsch brauchen wir ja nicht zu vergleichen, weil die ÖR keine Reise zum Mond machen und auch keine Atomkraftwerke betreiben wollen. Also kann man es am ehesten vergleichen mit Leuten, die in gleichen oder ähnlichen Branchen arbeiten. Hier passt "Mediendesigner" und ähnliche. Nun, davon kenne ich nun wieder einige. Und da ist keiner auch nur annähernd in diesen Regionen.

Und das Thema "Intendanten" und "Direktoren" hatten wir noch gar nicht, die besser verdienen als ein Bundeskanzler. Und dann das Ding mit den Pensionen. Das vergleicht man mit welcher Leistung in der Privatwirtschaft? Rente wohl eher nicht.

Im Übrigen sind das keine Geschenke, sondern verhandelte Tarifverträge.
Ja, mag sein. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie "schwer" die Verhandlungen von ver.di bei den Öffentlich-Rechtlichen sind. Aber das sind nur Vermutungen, da kann ich natürlich nichts beweisen. Also streich' das gedanklich :)
 
Und das Thema "Intendanten" und "Direktoren" hatten wir noch gar nicht, die besser verdienen als ein Bundeskanzler. Und dann das Ding mit den Pensionen. Das vergleicht man mit welcher Leistung in der Privatwirtschaft? Rente wohl eher nicht.


Die private Konkurrenz ist (teilweise) an der Börse notiert und deshalb ist die Vergütung der Vorstände auch gut dokumentiert: Pro7Sat1 zahlte seinen Vorständen 2016 bis zu 1,5 Mio (plus Boni bis 2,5 Mio) PLUS Pensionsansprüche... der Bestverdiender unter den Intendanten der ARD kriegt knapp 360.000 fix.

Und bei der letzten Hauptversammlung ist eine weitere Erhöhung nicht durchgekommen: https://app.handelsblatt.com/untern...n-verguetungssystem-durchfallen/19794172.html
 
Die private Konkurrenz ist (teilweise) an der Börse notiert
Ja, aber die verdienen auch ihr Geld am Markt, statt es mittels Zwangsabgabe aus dem Volk zu pressen. Wenn ein Vorstandschef der Deutschen Bank oder Siemens oder Thyssen-Krupp das 10- oder 100-fache bekommt, dann ist das zwar kapitalistischer Wahnsinn und de facto auch schon unmoralisch, aber mir letztlich auch egal.

Außerdem und abseits der höchsten Führungsebene kommen ja auch noch Betriebsrenten und Pensionen hinzu, die ich in der Höhe wie beim ÖR sonst von keinem Unternehmen kenne.

Und bei der letzten Hauptversammlung ist eine weitere Erhöhung nicht durchgekommen: https://app.handelsblatt.com/untern...n-verguetungssystem-durchfallen/19794172.html
Schön und gut. Aber ob das beim ÖR Rundfunk auch so ähnlich funktioniert? Oder wird da durch gewunken, (fast) egal was es kostet? Kommt mir beinahe so vor.
 
Außerdem und abseits der höchsten Führungsebene kommen ja auch noch Betriebsrenten und Pensionen hinzu, die ich in der Höhe wie beim ÖR sonst von keinem Unternehmen kenne.
Offensichtlich gibt es bei den Privaten ähnliches, denn auch dort wird von "Pensionsansprüchen" gesprochen. Aber das ist imho egal. Der FAZ-Artikel hat ja vollkommen recht. die Pensionsansprüche bei den ö-Re sind der Wahnsinn, das gehört reformiert. Nur kommen wir zu einem ganz praktischen Dilemma, dass der FAZ-Artikel ja auch anspricht: Man wird die Leute besser bezahlen müssen, wenn sie auf ihre Pensionsansprüche verzichten sollen. Ob das kurz- bis mittelfristig so viel Geld spart?

Schön und gut. Aber ob das beim ÖR Rundfunk auch so ähnlich funktioniert? Oder wird da durch gewunken, (fast) egal was es kostet? Kommt mir beinahe so vor.
Gehen wir doch mal ganz rational mit Okhams Rasiemesser an deine These: wäre es so, dass alles "durchgewunken" wird, wären die Kosten (und damit die Beiträge) NOCH höher.
 
Nur kommen wir zu einem ganz praktischen Dilemma, dass der FAZ-Artikel ja auch anspricht: Man wird die Leute besser bezahlen müssen, wenn sie auf ihre Pensionsansprüche verzichten sollen. Ob das kurz- bis mittelfristig so viel Geld spart?
Wenn man den Leuten die Pensionsansprüche abschwatzen will, dann sollte man auch mehr zahlen. Das ist dann aber in jedem Fall besser. Erstens hat man dann keine Fixkosten mehr in der Bilanz, die keinerlei Gegenwert mehr bringen auf (zweitens) unbestimmte Zeit.

Aber um eine Reform kommen sie trotzdem nicht herum. Also ja, ich halte das Argument für völlig nachvollziehbar, dass man deswegen diese hohen Gehälter zahlt, damit nicht jeder beliebig leicht von den Privaten abgeworben werden kann. Aber bitte - das lässt sich ja wohl auch anders regeln.

Erstens braucht der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk keine "Spitzenkräfte". Bei "Spitzenkräfte" denke ich nicht mal an die Qualität, sondern an das Gehalt. Dann hat man eben keinen Jauch, Kerner, Gottschalk, Raab, Will, Maischberger, ... den eigenen Reihen, na und? Dann müssen sich ARD und ZDF als Öffentlich-Rechtliche Anstalten eben selbst um den Nachwuchs kümmern. Auch wenn ich sie da nicht unbedingt in der Pflicht sehe, aber da sie aus öffentlichen Geldern finanziert sind, wäre das zumindest ein großer Pluspunkt. Stattdessen balgen sie sich mit den Privaten um die Top-Leute. Was soll der Quatsch?

Und dann kann man eben Zeitverträge schließen. Ähnlich wie bei der Bundeswehr. "Du willst Hubschrauberpilot werden? Ok, das geht nur, wenn Du eine XY-Laufbahn einschlägst, zu der Du Dich für X Jahre verpflichten musst". Bums, aus. Kann man für jeden anderen Beruf auch machen. Egal ob Moderator, Kameramann, Redakteur, ... ja sogar Intendant. Dann ist man weitestgehend sicher, dass auf planbare Zeit die selbst ausgebildete Fachkraft nicht sofort ihre Ausbildung bei den Privaten versilbert.
 
Ok, meine "Assistentin der Geschäftsführung" bekommt nicht so viel. Die ist mit 48.000 dabei.
Und wie ich es verstehe, hängt das "bis zu" allein von den Dienstjahren und nicht von der Qualifikation oder der Anzahl der Geheimnisse ab, die sie tragen. Also eine Art Quasi-Besoldungsgruppe ohne Beamtenstatus.
Das ist in jedem Tarifvertrag so. Mir ist kein Tarifvertrag bekannt, der keine Stufen nach Beschäftigungsjahren hat. Metall, Textil, Verdi... überall. Schau Dir mal den TVÖD an, der treibt das mit Steigerungen bis zum 25. Jahr auf die Spitze.

Ja, schon klar. Das ist ja die Sache mit dem Kapitalismus. Jeder verdient so viel, wie er verhandelt und den Entscheidungsträger um den Finger gewickelt bekommt. Leistung spielt da eher eine untergeordnete Rolle.
Richtig. Ist in fast jedem Unternehmen so. Wie möchtest Du das gerade im ÖR unterbinden?

Aber wenn es die ÖR sind - naja, dann ist da vielleicht auch ein öffentliches Interesse, wie unter anderem mein Geld dort verwendet wird. Die Leute dort sollen gutes Geld verdienen (auch wenn meiner Meinung nach die Leistung keine gute Entlohnung rechtfertigen), aber doch bitte nicht so überzogen viel mehr.
Auch da gilt wieder: Wenn ich die guten Leute haben will, dann muss ich bei den Gehälter mit der freien Wirtschaft mithalten. Die TOP-Assistentin verdient nun mal nebenan im Dax-Unternehmen mehr.

Aktuell bekommt die besten LKW Fahrer der, der am meisten zahlt. Mangel vorhanden, Preise steigen. So ist das auch mit anderen Spitzenpositionen. Natürlich stellt man auch mal nachträglich fest, dass man von einer Null verarscht worden ist, aber das ist in der Wirtschaft ebenfalls so.

Aber so einen Quatsch brauchen wir ja nicht zu vergleichen, weil die ÖR keine Reise zum Mond machen und auch keine Atomkraftwerke betreiben wollen. Also kann man es am ehesten vergleichen mit Leuten, die in gleichen oder ähnlichen Branchen arbeiten.
Genau. Und das wären doch die Menschen, die denselben Job im Privatrundfunk machen, oder nicht? Also vergleicht man den Intendanten mit einem Vorstand der RTL Group oder ProSieben/Sat 1. Und die Kameraleute etc. ebenfalls. Und die Reporter.

Und das Thema "Intendanten" und "Direktoren" hatten wir noch gar nicht, die besser verdienen als ein Bundeskanzler.
Der Geschäftsführer meines Unternehmens (Mittelstand, 700 Mitarbeiter, 120 Mio. Umsatz) liegt vermutlich schon über der Bundeskanzlerin. Das ist maximal ein Plädoyer für besere Bezahlung von Top-Politikern, damit man da endlich mal qualifizierte Leute zur Wahl hat und nicht nur Lehrer und Beamte, die auf ein bisschen mehr Geld schielen.

Und dann das Ding mit den Pensionen. Das vergleicht man mit welcher Leistung in der Privatwirtschaft? Rente wohl eher nicht.
Nein. Besser nicht. Gehört einfach abgeschafft, ganz meine Meinung. Ist aber auch wieder ein Gehaltsbestandteil. Viele Polizisten machen den Job ja auch nur, weil sie auf die Sicherheit und Pension schielen, und nicht auf monatliche Gehalt und den Spaß bei der Arbeit.

Ja, mag sein. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie "schwer" die Verhandlungen von ver.di bei den Öffentlich-Rechtlichen sind. Aber das sind nur Vermutungen, da kann ich natürlich nichts beweisen. Also streich' das gedanklich :)
Der Unterton lässt dann vermuten, dass Du meinst "Ist nicht unser Geld, wir kriegen auch mehr, wir stimmen jeder Forderung zu"? Warum wird beim Staat dann immer gestreikt... Ist doch auch nur das unendliche Geld des Steuerzahlers? Die letzten Tarifrunden im ÖR landeten übrigens bei 2,x% Erhöhung... nach Warnstreiks. Sieht nicht nach dem "goldenen Füllhorn" aus.

Wenn man den Leuten die Pensionsansprüche abschwatzen will, dann sollte man auch mehr zahlen. Das ist dann aber in jedem Fall besser. Erstens hat man dann keine Fixkosten mehr in der Bilanz, die keinerlei Gegenwert mehr bringen auf (zweitens) unbestimmte Zeit.
Ganz meine Meinung.

Erstens braucht der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk keine "Spitzenkräfte". Bei "Spitzenkräfte" denke ich nicht mal an die Qualität, sondern an das Gehalt. Dann hat man eben keinen Jauch, Kerner, Gottschalk, Raab, Will, Maischberger,
Vor der Kamera, OK, das sehe ich ein. Hinter der Kamera aber vielleicht schon.

Dann müssen sich ARD und ZDF als Öffentlich-Rechtliche Anstalten eben selbst um den Nachwuchs kümmern.
Die dann zu den Privaten abwandern, wenn sie fertig gelernt haben, da verdient man ja dann mehr. Kann man machen, muss aber nicht unbedingt sein. Jahrelang Medienassistenten auszubilden, die dann zu RTL gehen, weil sie da mehr verdienen...
 
Auch da gilt wieder: Wenn ich die guten Leute haben will, dann muss ich bei den Gehälter mit der freien Wirtschaft mithalten. Die TOP-Assistentin verdient nun mal nebenan im Dax-Unternehmen mehr.
Deswegen habe ich ja zur Disposition gestellt, ob der ÖR überhaupt mit den Privatsendern in Konkurrenz stehen muss, darf und sollte. Dreht man den Spieß um, müsste man de facto von "Wettbewerbsverzerrung" reden. Denn der ÖR ist weder auf Einschaltquoten, noch auf die daraus resultierenden Werbeeinnahmen angewiesen.

Und das wären doch die Menschen, die denselben Job im Privatrundfunk machen, oder nicht? Also vergleicht man den Intendanten mit einem Vorstand der RTL Group oder ProSieben/Sat 1. Und die Kameraleute etc. ebenfalls. Und die Reporter.
Auch das Ding drehe ich jetzt einfach mal um und sage, dass die Gehälter in den privaten Sendeanstalten nur so hoch sind, damit sie mit dem ÖR mithalten können. Henne-Ei-Problem?

Der Unterton lässt dann vermuten, dass Du meinst "Ist nicht unser Geld, wir kriegen auch mehr, wir stimmen jeder Forderung zu"?
Sicherlich nicht jeder Forderung. Aber ich denke schon, dass es sich leichter zustimmt, wenn man nicht mit eigenem Geld spielt, ja.

Und wieder das Thema mit "Grundversorgung". Da es keine Definition gibt, kann ich doch davon ausgehen, dass jeder einzelne im Gremium seine eigene Vorstellung davon hat, was eine Grundversorgung ist. Ganz ähnlich zu den Meinungen hier im Forum. Mir reicht ein Nachrichtenkanal und ein Bildungskanal. Ein anderer will Vollprogramm und jede Menge Eigenproduktionen (um die ganzen arbeitslosen Schauspieler von der Straße zu holen vielleicht). Wenn man nun beides beziffert, dann liegen die Unterschiede doch Lichtjahre voneinander entfernt. Und wenn es jetzt keinen Deckel gibt (den es ja per Definition nicht gibt), dann steigen die Beiträge nach "Bedarf". Genau das tun sie.

Vor der Kamera, OK, das sehe ich ein. Hinter der Kamera aber vielleicht schon.
Selbst da sehe ich es nicht ein. Man braucht keinen Peter Jackson oder Roland Emmerich für einen Tatort. Da muss auch kein Jürgen Prochnow den Kommissar spielen und der Kameramann muss auch kein Held sein. Scharf stellen können reicht. Genau das gleiche für Tonmeister, Beleuchter, Pyrotechniker, Stuntmen, Maskenbildner, ... . Überhaupt stellt sich die Frage, ob und wenn wie viele Eigenproduktionen einer "Grundversorgung" entsprechen. Aber hier kommen wir ja mangels Definition nicht weiter.

Die dann zu den Privaten abwandern, wenn sie fertig gelernt haben,
Deswegen mein Vorschlag mit Zeitverträgen.
 
Deswegen habe ich ja zur Disposition gestellt, ob der ÖR überhaupt mit den Privatsendern in Konkurrenz stehen muss, darf und sollte.
Sie tun es. Fakt. Sie können auch gar nicht anders. Natürlich kannst Du als Intendanten auch einen BWL-Studenten nehmen, die Nachrichten werden von Jaqueline vorgelesen, die die Hauptschule in der 9. Klasse beendet hat und der Auslandskorrespondent ist Vitali, der meint, Mallorca wäre ein Bundesland. Sorry, Sarkasmus. Aber ein Unternehmen (oder Rundfunk) kann man nicht führen, ohne mit anderen in Konkurrenz zu stehen.

[quuote]Auch das Ding drehe ich jetzt einfach mal um und sage, dass die Gehälter in den privaten Sendeanstalten nur so hoch sind, damit sie mit dem ÖR mithalten können. Henne-Ei-Problem?[/quote]Genau, Angebot und Nachfrage. Gäbe es den ÖR nicht, wäre das Angebot höher, die Gehälter würden sinken, später das Angebot an fähigen Leuten abnehmen. Kann man in jedem Beruf in Zyklen sehen. Aktuell bei LKW-Fahrern z.B. und Pflegekräften.

Sicherlich nicht jeder Forderung. Aber ich denke schon, dass es sich leichter zustimmt, wenn man nicht mit eigenem Geld spielt, ja.
Der DAX-Vorstand spielt auch nicht mit eigenem Geld. Haushalten muss man auch beim ÖR.

Und wieder das Thema mit "Grundversorgung".
Ja, müssen wir nicht zum 1000. Mal diskutieren. Oder?

Selbst da sehe ich es nicht ein. Man braucht keinen Peter Jackson oder Roland Emmerich für einen Tatort. Da muss auch kein Jürgen Prochnow den Kommissar spielen und der Kameramann muss auch kein Held sein. Scharf stellen können reicht.
Dann brauchen sie das nicht mehr zu drehen. Ein Tatort, der qualitativ niedriger liegt als "Privatdetektive im Einsatz", ist überflüssig. Wäre ja auch Dein Vorschlag.
 
Sie tun es. Fakt. [...] Sie können auch gar nicht anders. [...] Aber ein Unternehmen (oder Rundfunk) kann man nicht führen, ohne mit anderen in Konkurrenz zu stehen.
Sehe ich anders. Natürlich kann man immer nur einen Kanal zur gleichen Zeit schauen (das mit dem zeitversetzten Senden und Aufnehmen klammere ich jetzt mal aus). Folglich entsteht eine gewisse Konkurrenzsituation. Man kann eben nicht "Tatort" und gleichzeitig "Alarm für Cobra 11" sehen. Schon klar.

Aber genau das folgt ja auch meiner Argumentation: Dann eben entweder keinen Tatort produzieren (spart einen Haufen Geld und ist nach meinem Gefühl auch keine "Grundversorgung" mehr) oder eben statt 20:15 Uhr dann um 23:15 Uhr ausstrahlen. Oder um 2:15, wenn auf den Privaten ohnehin nur noch Tittenwerbung läuft.

Nachrichtenthemen sucht man sich selbst und sendet sie völlig unabhängig davon, was die Privaten senden. Das gleiche gilt für Bildung, denn dafür hat man ja einen "Auftrag". Und so weiter und so fort. Man kann (wenn man will) der Konkurrenz aus dem Weg gehen. Oder schlicht und ergreifend senden was man will ohne nach links und rechts zu schauen.

Gäbe es den ÖR nicht, wäre das Angebot höher, die Gehälter würden sinken, später das Angebot an fähigen Leuten abnehmen. Kann man in jedem Beruf in Zyklen sehen. Aktuell bei LKW-Fahrern z.B. und Pflegekräften.
Auch das sehe ich nicht. Es gibt 2 große und diverse kleine private Sendeanstalten. Allein die würden sich schon Konkurrenz machen. Hier sehe ich keine Notwendigkeit, dass der ÖR auch noch maßgeblich mit im Teich fischt. Klar braucht man auch hier fähige Leute. Aber die kann man sich auch aus eigener Zucht holen und muss gar nicht mit den privaten um den Kameramann des Jahres oder die Sekretärin mit den schönsten Beinen in Konkurrenz stehen.

Ja, müssen wir nicht zum 1000. Mal diskutieren. Oder?
Nein, müssen wir nicht. Ist und bleibt aber die Basis des Ganzen. Deswegen wird sich jede Diskussion auch zukünftig immer nur im Kreis drehen. Und so lange es dazu keine offizielle Definition gibt, können sie sogar ein Testbild als "Grundversorgung" verkaufen für 100 Euro im Monat. Wobei ehrlich gesagt ein Testbild deutlich näher an meiner Definition einer Grundversorgung liegt, als das aktuelle Vollprogramm :)
 
Meiner Meinung nach ist dieses Gesetz auch total schwachsinnig. Ich persönlich schaue an sich schon weniger TV, da ich seit Amazon Prime, Netflix und co. gar nicht mehr wirklich das Interesse am Fernsehprogramm habe, zumal ja das Programm ja auch nicht mehr das ist, was es mal war. Wenn ich mich dann mal dazu entscheide den Fernseher anzustellen, bin ich ausschließlich auf den privaten Sendern unterwegs und welche ich davon in Verwendung habe, kann man bei mir an einer Hand abzählen. Die öffentlich rechtlichen sollten etwas mehr mit der Zeit mitgehen, seit Jahren flimmert immer das gleiche Programm über den Bildschirm, deswegen schalte ich auch schon seit Jahren nicht mehr ein. Daher finde ich sollte jeder selbst entscheiden, ob er die Sender braucht oder nicht. Letztendlich empfängt jeder über Satelliten Receiver, Satellitenschüssel oder Antenne die Programme und sollte dann auch entscheiden können, welche davon er braucht und welche nicht!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: