Ist die GEZ-Abgabe gerechtfertigt?


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Ist Sky wirklich so gut?
Ich glaube nicht das Ihr nun Sky und die ÖR vergleichen könnt. Ich will mich jetzt nicht auf die Seite der ÖR schlagen, aber man muß schon ehrlich bleiben: Das Programm bei Sky bildet sich aus Angebot u. Nachfrage.

Die ÖR sollen dagegen ein sehr breites Programmspektrum abdecken welches auch Randgruppen und Sparten beinhaltet, so was wird man mit privat finanzierten Modellen nie realisieren können.

Jedoch würde ich es sehr begrüßen, wenn die ÖR sich dann vorzugsweise auf diese Sparten konzentrieren und das bereits existierende Mainstream-Programm dann weitgehend den privaten überlassen, denn als Grundversorger kann man ja auch etwas flexibler sein und sich eher in die Richtungen orientieren die die privaten nicht senden.

Dies funktioniert allerdings nur, wenn die OR sich nicht als Wettbewerber verstehen würden. Es sollte ein klares Verbot für Werbung auf den ÖR geben, dann gäbe es nicht diesen Druck dem sich sich selbst aussetzen indem sie versuchen; mit den Privaten zu konkurrieren und Einschaltquoten zu ergattern damit die Werbung mehr Geld bringt. Denn das ist nicht der Auftrag den sie haben.
 
Viel zu gering denkst Du? Sky finanziert sich aus weit weniger Abonnenten und kann immer die neuesten Serien und Filme zeigen. Dazu so ziemlich alles, was es an Sport zu sehen gibt. Dazu Dokus und und und. Wollen wir mal Sky das Geld aus den GEZ-Gebühren aller deutschen Haushalte zukommen lassen und mal staunen, was die in der Lage sind, daraus zu wirtschaftlich rentabel zu zaubern? Auch mit Bildungsauftrag und dessen Überwachung der Einhaltung?

Also unabhängig davon, dass ich die Gebühr als zu hoch empfinde, weil ich denke, dass wir es langsam auch mit der Programmvielfalt aber auch den Gehältern übertreiben. So kannst du Sky nicht so komplett pauschal mit dem ÖR vermischen.

Nehmen wir mal den Sport, den du mit einwirfst. Den bezahlt man ja als Paket extra oben drauf. Wähle ich alle von dir genannten Punkte aus, dann muss ich eigentlich das Gesamtpaket nehmen. Dann bin ich aber bei 40€ monatlich (GEZ 17,98).

Nehme ich nun nur das Grundpaket, bin ich bei 16,99. Die machen dann aber wesentlich weniger Eigenproduktionen und auch der weltweite Journalismus muss nicht so abgedeckt sein.

Ich denke schon, dass staatliches Fernsehen sinn macht. Ob man aber wirklich 50 ÖR-Sender braucht und dann einer Lottofee Unmengen an Geld zahlen muss sei dahin gestellt. Dann wäre es meines Erachtens nach auch möglich günstiger zu werden. Aber vergleichbar mit Premiere wäre es dann immer noch nicht, weil die halt ein anderes Konzept haben.
 
Ist Sky wirklich so gut?
Ich habe auch kein Sky, weil es mir zu teuer ist. Aber wenn ich vergleiche, was mir auf Sky geboten wird und was auf den ÖR, ziehe ich Sky jederzeit vor.

Ich habe kein Sky und kenne mich damit auch nicht aus, aber bieten die auch wirklich so ein umfangreiches Angebot wie die ÖR Sender?
Um Himmels Willen, nein! Du kannst Dir eben zu Deinem Grundpaket dazu buchen, was Du vorzugsweise sehen willst. Kostet halt alles extra. Dafür aber komplett werbefrei, alles in HD und ungeschnitten. Die meisten Filme (auch P18), die auf unverschlüsselten, werbeverseuchten Kanälen ausgestrahlt werden, sind geschnitten. Sieht man zuerst den Film im TV und kauft sich dann die BluRay, fällt einem das meistens schon sofort auf.

Ich glaube nicht das Ihr nun Sky und die ÖR vergleichen könnt.
So kannst du Sky nicht so komplett pauschal mit dem ÖR vermischen.
Ok, dann bleibt als Vergleich nur die ProSieben-Sat1-Gruppe:

Sat1: 14-59 Jahre
Sixx: Frauen 14-39 Jahre
Sat1 Gold: 40-64 Jahre
ProSieben: 14-49 Jahre
(Quelle: digitalfernsehen.de)

Damit bliebe die Zielgruppe der ÖR (65-165 Jahre) unangetastet :D

Spaß beiseite. Also wenn ich mir die ProSieben-Gruppe mal so anschaue - da wäre zunächste mal die genannten, dazu N24 als Nachrichtensender. Kabel 1 und Kabel 1 Classics für die Uraltschinken, Sat1 Comedy, ProSieben Fun, ProSieben Maxx, Sat 1 emotions, Wetter.com TV - ja, dann werde ich vollumfänglich nur von der ProSieben Gruppe bedient. Jetzt habe ich aber auch noch die ganze RTL-Gruppe zur Verfügung. Auch mit RTL, RTL 2, RTL Passion, RTL Crime, RTL Living, RTL Nitro, n-tv und SuperRTL. Dazu kommen dann noch so Billigsender wie Tele 5 und Vox.

Also selbst wenn ich lange nachdenke - mir fehlt es an nichts. Eher habe ich das Gefühl, ein Überangebot zu haben. Wie muss es erst den Amerikanern gehen? Und weil ich trotz Überangebot nur selten was finde, das ich mir gern anschauen möchte, bin ich auch noch Kunde bei NetFlix, Maxdome und Amazon Prime Video. Was könnte mir irgendein staatlicher Sender bieten, das ich überhaupt mal darüber nachdenke, den einzuschalten?

Jedoch würde ich es sehr begrüßen, wenn die ÖR sich dann vorzugsweise auf diese Sparten konzentrieren und das bereits existierende Mainstream-Programm dann weitgehend den privaten überlassen, denn als Grundversorger kann man ja auch etwas flexibler sein und sich eher in die Richtungen orientieren die die privaten nicht senden.
Ok, gute Idee. Aber welche Sparten? Was können die noch senden, was von Privaten nicht gesendet wird?

[...] Es sollte ein klares Verbot für Werbung auf den ÖR geben,
Absolut meiner Meinung. Über die unverschämt überteuerten Rundfunkgebühren nehmen sie bereits mehr ein als jede private Sendeanstalt. Es gibt absolut keinen Grund, mich auf diesen Kanälen (so uninteressant sie für mich auch sein mögen und gleichgültig, ob ich sie schaue oder nicht, mit Werbung in ähnlicher Form zu malträtieren, wie es die Privaten tun. Nur die müssen es machen, um Geld einzunehmen. Das Staatsfernsehen macht es aus Gier.

Ich denke schon, dass staatliches Fernsehen sinn macht.
Ok, aber wofür? Quasi die gleiche Frage, die ich schon an Daric richtete: Was kann mir das Staatsfernsehen bieten, das ich nicht auch von den Privaten bekomme?
 
Du kannst Dir eben zu Deinem Grundpaket dazu buchen, was Du vorzugsweise sehen willst. Kostet halt alles extra. Dafür aber komplett werbefrei, alles in HD und ungeschnitten.
Wo finde ich da den Sender mit politischen Themen? Diskussion, Bildung? Kann ich die buchen?

Wo ist das Bildungsfernsehen? Wo das Programm für Behinderte? Wo finde ich Übertragungen von wichtigen Debatten im Bundestag?

Also selbst wenn ich lange nachdenke - mir fehlt es an nichts. Eher habe ich das Gefühl, ein Überangebot zu haben.
Richtig, und dann ist der ÖR nichts für Dich. So, wie viele noch nie in einer Bücherei oder einem Museum waren, es aber trotzdem mitfinanzieren.

Ok, gute Idee. Aber welche Sparten? Was können die noch senden, was von Privaten nicht gesendet wird?


Absolut meiner Meinung. Über die unverschämt überteuerten Rundfunkgebühren nehmen sie bereits mehr ein als jede private Sendeanstalt. Es gibt absolut keinen Grund, mich auf diesen Kanälen (so uninteressant sie für mich auch sein mögen und gleichgültig, ob ich sie schaue oder nicht, mit Werbung in ähnlicher Form zu malträtieren, wie es die Privaten tun. Nur die müssen es machen, um Geld einzunehmen. Das Staatsfernsehen macht es aus Gier.

Ok, aber wofür? Quasi die gleiche Frage, die ich schon an Daric richtete: Was kann mir das Staatsfernsehen bieten, das ich nicht auch von den Privaten bekomme?
Die vermutlich gar nichts. Aber all denen, die nicht mehr in der werberelevanten Gruppe sind.

Ich bin übrigens (wie man in dem Thread mehrfach lesen kann) weit weg davon, die Höhe der Kosten auch nur ansatzweise rechtfertigen zu wollen. Es gibt beim ÖR so viel Potential für Einsparungen. Ich bin aber keineswegs für eine Abschaffung.

Wie soll sich zum Beispiel ein Gehörloser im Fernsehen informieren? Untertitel, Nachrichten in Gebärdensprache etc. gibt es meist nur im ÖR. Und selber finanzieren (per PayTV) könnte diese Gruppe das sicher nicht. Das ist aus meiner Sicht Aufgabe der Solidargemeinschaft.
 
Wo finde ich da den Sender mit politischen Themen? Diskussion
Kommt darauf an, was Du darunter verstehst. Auf den privaten Nachrichtensendern wird Politik thematisiert. Vermutlich geht es Dir aber um Talkrunden, wie etwa die von Jauch, Illner, Maischberger oder Will. Ok, die findet man auf den Privaten nicht, aber dazu mal 2 Sachen:

Erstens senden das Staatsfernsehen an 5 Tagen pro Woche :!: politische Talkshows. N24 hat es ja damals mit Maischberger versucht und muss wohl gescheitert sein. Jetzt bleibt nur noch Friedman bei N24 übrig. Der dient aber mehr der Unterhaltung, als der Bildung. Kann man einschalten, wenn man sehen will, wie ein Gastgeber seine Gäste schulmeistert und manchmal auch beleidigt. Also eher ein politischer Kalkofe im Format eines humorlosen Raabs. Aber ohne nennenswertes Niveau. Aber das bleibt halt übrig, wenn man sich einer Monopolstellung des Staatsfernsehens konfrontiert sieht.

Und zweitens: Ich will mal ganz ehrlich sein. Ich streife manchmal durch YouTube und schaue mir ein oder zwei Talksendungen vom Staatsfernsehen an, wenn mich das Thema interessiert. Ja, ich schaue also so gesehen auch Staatsfernsehen. Aber mich stört fast immer eine Sache: Entweder der Moderator hat Probleme, die Diskussion für mich interessant zum Laufen zu bringen, oder die Gäste können schon gleich von Anfang an kaum an sich halten. Kaum mal was dazwischen. Und wenn eine Diskussion langsam an den Punkt kommt, da man sich vielleicht einem Ergebnis annähern könnte, ist "die Sendezeit leider vorbei". So gut wie nie habe ich eine Talkrunde gesehen, die mir persönlich geholfen hätte, mir eine Meinung zu bilden. Weil keiner von beiden genug Zeit hatte, seinen Standpunkt bis zuende darzulegen.

Ich könnte meine Ansicht zum Staatsfernsehen überdenken, wenn es einen Kanal gäbe, der eben nur solche politischen Diskussionen ausstrahlt, jeden Tag eine und auch Wiederholungen. Und dann dauert so eine Talkrunde halt entweder so lange sie dauert oder sie wird gleich von Anfang an für 1 bis 3 Stunden ausgelegt. Alternativ (oder auch parallel) sollten auch weniger Theman zur Sprache gebracht werden, weil man es sonst schwer hat, den Überblick zu behalten. 6 Themen (allesamt gehören sie zum Thema der Sendung) mit 6 Gästen in 1 Stunde können nun mal nicht in einer Qualität abgearbeitet werden, dass jeder seinen Standpunkt ausreichend darlegen kann. Ein oder 2 Themen mit 4 Gästen in 2 oder 3 Stunden hielte ich für angemessener.

Bildung? Wo ist das Bildungsfernsehen?
Na was suchst Du denn? Die Privaten bieten Dir History Channel, National Geographic, Bio, Dazu kommt bald noch die ProSieben-Sat1-Gruppe (Quelle). Auf N24 laufen auch ständig mehr oder weniger interessante Dokus, meist über H****r, die mir schon zum Halse raus hängen. Aber auch über so ziemlich alle anderen Themen, die jemanden interessieren könnten. Für Kinder gibt es den Disney-Channel, der (nach eigenen Angaben) Kinder neugierig auf die Welt machen soll - und dabei auch bildet (Quelle). Über die Qualität im Vergleich von KIKA und Disney kann ich nichts sagen, bin nicht Zielgruppe.

Für den geistig recht armen Zuschauer, den es aber gegen Abend recht häufig vor den Bildschirm zu treiben scheint, gibt es Galileo und Galileo 360 Grad (gut dass der namensgebende Galilei schon tot ist, der wäre wohl zutiefst beleidigt). Dazu noch "Welt der Wunder", "Planetopia", und was-weiß ich. Qualitativ allerdings alle mit sehr großer Luft nach oben (Quelle).

Was fehlt, ist vielleicht sowas wie "Schulfersehen", was oft der BRalpha ausstrahlt. Also Sendungen, die ich mir früher auch gern mal angeschaut habe, um mein verstaubtes Schulwissen (vor allem Chemie und Bio) nochmal aufzupolieren. Aber das habe ich auch schon lange aufgegeben, weil die meisten Sendungen vormittags liefen, wo ich nicht zuhause war. Und ich kann mich noch an einen "Professor" erinnern, der an einer Tafel mit magnetischen Figuren hantierte und selbst gekleidet war wie aus den 70ern. Auch mit Rauschebart, sah aus wie einer von der RAF oder den Grünen. Da war mir klar, dass diese Sendung tatsächlich in den 70er Jahren aufgenommen wurde und bis in die späten 90er ausgestrahlt wurde. Entsprechend emotionslos und steif moderiert der Herr auch - recht unerträglich und hat mich so gar nicht neugierig gemacht. Habe mich aus eigenem Antrieb durch gequält, aber Spaß geht anders.

Kurz gesagt: Wenn es um Bildung geht, fühle mich mich von den Privaten in gleichem Maße schlecht bedient, wie vom Staatsfernsehen, trotz Ranga Yogeshwar.

Wo das Programm für Behinderte? Wo finde ich Übertragungen von wichtigen Debatten im Bundestag?
Also das Programm "für Behinderte" zeigt was genau? Vor allem ist ja ein Behinderter nicht gleich behindert wie ein anderer. Ist ähnlich wie mit "Ausländern". Meiner Frau ist beispielsweise kein bißchen geholfen, wenn sie noch 10 türkische Sender einspeisen nebst 5 Russen und 3 Polen.

Du meist vermutlich Taubstumme und den Gebärdendolmetscher bei den Nachrichten. Ok, der fehlt bei den Privaten. Könnte man über Gesetze regeln, meine ich. Nachrichten müssen also für jeden zugänglich sein. Also die Webseiten für Nachrichten barrierefrei und im Fernsehen ein Gebärdendolmetscher. Bin ich dafür.

Wichtige Debatten im Bundestag kann ich, da ich arbeiten muss, de facto nie live mitverfolgen. Ist es was wichtiges, muss ich auf die Mediathek oder YouTube hoffen. Und selbst dazu fehlt mir häufig die Zeit, sodass ich mir letztlich nur eine Zusammenfassung auf N24 anschauen kann. Ja, ist suboptimal, weil ich da natürlich bereits vorgekauten Inhalt zu sehen bekomme. Deswegen auch parallel dazu Zeitungen lesen. Mehr schaffe ich zeitlich nicht. Für mich also weitestgehend irrelevant. Aber ich bin nicht gegen einen Sender, der ganztags einen LiveStream aus dem Bundestag sendet. Letztlich ist es nur fair, dass man sich anschaut, was unsere Vertreter da so "leisten". Und ich bin auch schon deshalb dafür, weil man so einen LiveStream einen ganzen Monat senden kann zum Preis von 1 Tatort...

Wie soll sich zum Beispiel ein Gehörloser im Fernsehen informieren? Untertitel, Nachrichten in Gebärdensprache etc. gibt es meist nur im ÖR. Und selber finanzieren (per PayTV) könnte diese Gruppe das sicher nicht. Das ist aus meiner Sicht Aufgabe der Solidargemeinschaft.
Zum Thema Gehörlose hatte ich ja gerade was gesagt. Aber auch das Staatsfernsehen kann nicht jede Minderheit und Randgruppe bedienen. Wie sähe das denn aus? BibelTV haben wir ja schon. Jetzt noch KoranTV? Buddha-Channel? Hindi Today? SikhTV? Dabei sind noch nicht mal die ganzen religösen Strömungen berücksichtigt, für die man sich anderenorts gegenseitig abschlachtet.

Ok, scheiß auf die Religion. Einen Sender nur für Homosexuelle, RainbowTV? Wozu? Sind Schwule so anders, dass sie einen eigenen Sender brauchen mit Bruce Willis im rosa Tutu? Ansonsten gibt es doch DMAX für Männer und SIXX für Frauen mit jeweils entsprechend der Zielgruppe mehr oder weniger passend ausgewählten Inhalten. Was fehlt?

So und zum Schluss noch das Thema Regionalsender. Also ja, ein privater Regionalsender dürfte reichlich unprofitabel sein und somit sicherlich auch zukünftig nicht dauerhaft entstehen. Aber ich kann auch völlig problemlos auf die verzichten. Ich empfange hier ALEX Berlin, TV Berlin und RBB nebst MDR, BR, WDR, SR, HR und so weiter, die mich noch viel weniger interessieren. Also diese Sender schalte ich nur ein, wenn ich voller Enttäuschung über die Privaten bis auf die hinteren Programmplätze des Staatsfernsehens komme. Hinter ARD, ZDF und N3. Und wenn ich es einschalte, dann gab es eine Doku über irgendeinen Bauern, der über eine Dürre sprach und was ihn die Feldbewässerung kostet. Oder einen Tierarzt, der eine Kuh ins Arschloch fasste. Oder es wurde über eine Schule berichtet, wieviele Unterrichtsstunden da ausgefallen sind. Achja - und dass mal wieder ein brandenburgischer Jugendlicher vor einen Baum gegurkt ist - natürlich besoffen von einer Disco kommend. Alles super Themen zum Einschlafen, aber mehr auch nicht. Und wenn es mal einen Film gibt, dann einen Edgar Wallace. Stilecht in schwarz-weiß. Kann ich alle mitsprechen. Oder (wohl aus Nostalgiegründen) auch mal ein "Polizeiruf 110", den ich mir schon zu Ostzeiten nicht angeschaut habe und heute etwa genauso oft sehe wie Tatort - gar nicht.

Weißt Du, ich stimme ja zu, dass eine Solidargemeinschaft sich auch um Randgruppen kümmern muss. Und ich halte jede Wette, dass es auch ein paar Leute geben wird, die sich jeden Scheiß ansehen. Es gibt ja auch reichlich, die sich so einen Mist wie "Barbara Salesch", "Alexander Hold" oder sonstwas angucken. Es wird also auch ein paar Leute geben, die sich ein Testbild anschauen. Aber hey - man kann nicht jeden Spinner medial bedienen. Und das gehört auch für mich nicht zu einer Grundversorgung. Wenn es etwas nennenswertes aus einer deutschen Region zu berichten gibt (Hochwasser, Unwetter, Massenkarambolage, ...), dann berichten davon auch die überregionalen Sender. Alles andere ist auch nicht viel interessanter als der berühmte Reissack. Sehe hier keinen Grund, das finanzieren zu müssen.
 
Der dient aber mehr der Unterhaltung, als der Bildung.
Und da sehe ich generell ein Problem bei den privaten Nachrichten. Erstmal sind die Themen eher Unterhaltungsorientert, dort kommen nur zu gern Leute, die polarisieren zu Wort und selbst ein n-tv News Sprecher scheut sich nicht in einer Live-Schaltung seinen Interviewpartner bewusst zu provozieren.
Ganz zu schweigen von der extrem unseriösen Werbung drum herum (Elitepartner, German Pellets etc.).

Na was suchst Du denn? Die Privaten bieten Dir History Channel, National Geographic, Bio, Dazu kommt bald noch die ProSieben-Sat1-Gruppe (Quelle). Auf N24 laufen auch ständig mehr oder weniger interessante Dokus, meist über H****r, die mir schon zum Halse raus hängen. Aber auch über so ziemlich alle anderen Themen, die jemanden interessieren könnten.
U-Boot Verschrottung XXL?

Also mein Youtube-Verlauf ist voll mit ÖR-Dokus, gerade arte, zdf oder 3sat haben Themen/Sichtweisen/Methoden die andere Sender nicht bieten. Finde mal bei dem ganzen aus den USA zugekauften Schrott der privaten ne vernünftige Doku über europäische, deutsche oder US-Kritische Themen.
Mag sein, dass da auch was brauchbares bei ist, aber bei den ÖR ist die Doku-Welt eben eine ganz andere.
Galileo und Galileo 360 Grad (gut dass der namensgebende Galilei schon tot ist, der wäre wohl zutiefst beleidigt)
Haha, hab ich beinahe wortwörtlich mal an Pro7 geschrieben (keine Antwort).
 
Zuletzt bearbeitet:
Alles gute Punkte, die Du ansprichst, aessitt. Dagegen kann man auch nichts sagen, weil ich es genauso sehe. ABER:

Im Grunde gilt es auch für das Staatsfernsehen. Natürlich haben die noch andere Formate im Portfolio, wie etwa "Die Anstalt", was man in der Form (und dem doch gehobenen Niveau) leider nicht bei Privaten findet. Aber politische Satire und Kabarett statt noch eine bescheuerte Sendung á la "Die dreisten Drei", "Switch" oder anderer von jedwedem Witz befreiten Müll wäre vielleicht auch mal eine Goldgrube für einen privaten Sender.

Ich stimme allerdings zu: Ja, das würde fehlen, auch wenn ich mir nur gelegentlich solche Sendungen anschaue und dann nur auf YouTube. Aber sie müssen halt produziert werden. Aber sich aus diesen Sendungen heraus eine Meinung zu bilden ist natürlich auch Bullshit. Ich lese zum Beispiel unglaublich gerne Bücher von Peter Scholl-Latour. Was er schreibt, ist natürlich auch selbstredend subjektiv, aber zeigt Dinge auf, die sonst nirgends in der Deutlichkeit und in diversen Zusammenhängen beleuchtet werden. Auch nicht vom Kabarett.

Aber zu Dokus allgemein: U-Boot-Verschrottung XXL interessiert mich persönlich nicht die Bohne. Aber es gibt sicherlich Leute, die es interessiert. Und nicht nur Menschen, die mal auf einem U-Boot gedient haben. Ebenso diese ganzen "XXL"-Folgen wie "Supermaschinen", "Die größten Explosionen", "Die schlimmsten Wetterkatastrophen" und was-weiß-ich. Alles nicht meine Welt. Liegt vielleicht daran, dass ich allgemein nicht so stumpf bin und aus praktischen Erwägungen in einer Großstadt lieber einen Kleinwagen als einen SUV fahre und folglich auch nicht vor dem Fernseher sitze und sage: "Boah ey" :D

Davon abgesehen sind die Dokus von BBC, National Geographic, History und Bio stets sehr gut gemacht, anschaulich und aufwändig produziert. Klar, ich war auch angenehm überrascht von der ZDF-Doku "Die Deutschen". Auch sehr gut gemacht. Aber bei der Frage, ob ich auf diese Doku verzichtet hätte im Gegenzug dafür auch keine GEZ-Gebühren (oder nur die vorgeschlagenen 5 Euro monatlich) bezahlen müsste, würde ich auf diese Doku aber auch verzichten.

Will sagen, dass es genügend Quellen gibt, sich auch abseits der auf den Hauptschulabgänger zugeschnittene Programmauswahl der privaten Sender zu bilden und zu bereichern. Es besteht also nicht die Notwendigkeit eines Staatsfernsehens, auch wenn es hier und da interessante Sendungen geben mag. Und eigentlich geht es mir ja genau darum. Denn mit dieser Quasi-Steuer GEZ-Gebühr wird ja eine Notwendigkeit für die Allgemeinheit postuliert. Und eben die sehe ich nicht.
 
Kommt darauf an, was Du darunter verstehst. Auf den privaten Nachrichtensendern wird Politik thematisiert.
Jetzt hast Du soviel geschrieben und nicht darauf geachtet, dass meine Frage sich auf Deinen Vergleich PAY-TV (Sky) mit dem ÖR bezog. Deshalb waren meine Fragen rein auf SKY bezogen.

Na was suchst Du denn? Die Privaten bieten Dir History Channel, National Geographic, Bio, Dazu kommt bald noch die ProSieben-Sat1-Gruppe
Du gibst die Antwort selber...

Was fehlt, ist vielleicht sowas wie "Schulfersehen", was oft der BRalpha ausstrahlt. Also Sendungen, die ich mir früher auch gern mal angeschaut habe, um mein verstaubtes Schulwissen (vor allem Chemie und Bio) nochmal aufzupolieren.

Also das Programm "für Behinderte" zeigt was genau? Vor allem ist ja ein Behinderter nicht gleich behindert wie ein anderer.
Eben, also muss es viele Inhalte geben für die unterschiedlichen Interessengruppen. Für Gehörlose, Blinde, körperlich Behinderte. Aber auch die Darstellung des Umfelds Behinderter für Nichtbehinderte.

Wichtige Debatten im Bundestag kann ich, da ich arbeiten muss, de facto nie live mitverfolgen. Ist es was wichtiges, muss ich auf die Mediathek oder YouTube hoffen.
Du hattest ja schon gesagt, es geht nicht um Dich, sondern um die Allgemeinheit.

Weißt Du, ich stimme ja zu, dass eine Solidargemeinschaft sich auch um Randgruppen kümmern muss.
Richtig, das muss der ÖR nicht in Gänze. Deine Aufzählung von "Randgruppen" hatte aber eher was Sarkastisches, deshalb gehe ich darauf nicht ein.
 
Du hattest ja schon gesagt, es geht nicht um Dich, sondern um die Allgemeinheit.[...]Deine Aufzählung von "Randgruppen" hatte aber eher was Sarkastisches, deshalb gehe ich darauf nicht ein.
Ok, ohne Sarkasmus und rosa Tutu:

Ein Blinder hat keinen Fernseher. Hat er weder mit, noch ohne staatliche Sender. Er hat ein Radio. Je nach Region stehen im damit ohne ÖR aber auch mindestens 12 Sender zur Verfügung. Mit ÖR verdoppelt sich die Zahl nochmal. Mit Kabelanschluss explodiert sie. Da ist bereits für jeden Musikgeschmack etwas dabei; von Klassik über Jazz und Rock/Pop bis Metal. Die meisten senden die Charts rauf und runter. Da leistet der ÖR nicht mehr als die Privaten. Auch qualitativ kann ich da keinen Unterschied aus machen.

Gehörlose - wie gesagt: Es sollte Gesetz sein, dass auch alle Informationssendungen untertitelt werden. Das dürfte kein großes Problem sein. Alle Filme, die man über DVB-T empfangen kann (also natürlich auch über DVB-S und C) sind bereits untertitelt. Weiß ich deshalb, weil meine Frau immer alles untertitelt schaut, damit sie es besser versteht. Eigenproduktionen und Nicht-Live-Shows muss man halt noch untertiteln, sollte aber kein Problem sein.

Für alle anderen Behinderten gilt meines Erachtens, dass sie ebenso Teil der Gesellschaft sind wie alle anderen. Sie haben also (sofern sie nicht völlig weich im Kopf sind) die gleiche Programmauswahl wie alle anderen und ich wüßte auch nicht, warum sie damit nicht zufrieden sein sollten.

Was andere Randgruppen betrifft, fällt mir kein einziger Grund ein, warum die in einer Grundversorgung bedient werden sollten, auch wenn niemand bislang "Grundversorgung" definiert hat. Wenn der Bedarf nach einem eigenen Format oder gar Sender besteht, müssen die ihn sich halt selbst schaffen. Da sehe ich aber die Allgemeinheit nicht in der Pflicht. Die ist nur in der Pflicht, sie gleich zu behandeln, aber nicht etwa, sie zu bevorzugen.

Bundestagssitzungen: Hey! Eine Hand voll Kameras fest installiert und einen Knilch samt Assistent, der den Live-Schnitt macht plus einem Techniker, falls mal was kaputt geht. Was wird sowas wohl kosten? Das könnte man bequem vom Steuergeld ganz ohne einen Cent GEZ-Gebühr realisieren.

So und nun noch das Bildungsfernsehen. Ich warte schon lange darauf, dass die Privaten sowas auch mal ins Portfolio aufnehmen. Das könnte sehr billig über Steuererleichterungen realisiert werden. Solche Anreize dürften auch für die privaten Sender interessant sein. Momentan kleistern sie ihre Sendepläne mehr notdürftig mit Billigschrott zu, um die irgendwie voll zu bekommen. Bildungsfernsehen auszustrahlen dürfte aber noch viel billiger sein, zumal man das sogar gewollt etliche Male über Jahre hinweg wiederholen kann. Hier wären womöglich sogar Eigenproduktionen denkbar. Zwar müssten sie in der Zeit auf Werbung weitestgehend verzichten, aber dafür senden sie auch billiger als je zuvor. Noch dazu könnte man die Qualität der Sendung (also einen Mindestinhalt, der vermittelt werden muss) gesetzlich vorgeben und entsprechende Produktionen prüfen bevor sie frei gegeben werden. Hier ist viel Potenzial vorhanden, wenn Du mich fragst. Und besser/interssanter als der 70er-Jahre Matheprofessor wäre es obendrein wohl auch noch.

Aus meiner Sicht ist die Frage gar nicht, ob Staatsfernsehen und die Quasi-Steuer nötig sind, sondern wie weit man willens ist, darauf zu verzichten. Es gab mal eine Zeit, als es in Deutschland keine privaten Sender gab. Als Kind kannte ich nur ARD und ZDF. Aber das ist heute anders und diese Programme wurden meiner Ansicht nach von der Zeit überholt und sind heute fast vollständig überflüssig.
 
Davon abgesehen sind die Dokus von BBC, National Geographic, History und Bio stets sehr gut gemacht, anschaulich und aufwändig produziert.
Geb ich dir recht, und meinetwegen kann auch Fällmaschinen XXL laufen.
Aber so ne Doku wie z.B. Lobbyismus in Brüssel kannst du bei National Geographic nicht einkaufen, weil nicht deren Zielgruppe.
Und wenn die privaten die produzieren wollen würden, gäbs dafür kaum Budget weil es wahrscheinlich nicht annähernd so viele gucken wie Kanalreinigung XXL. Das ist dann ne Lücke, wo ich bezweifle, dass die privaten das decken. Da soll sich nen Journalist dann ruhig die Zeit nehmen und ohne Kostendruck ins Thema verbeißen können, statt dann irgendwas halbgares mit Entertainmentfaktoren aufzukochen für den Programmchef. Weil das eben wichtig ist. Was nicht wichtig ist, ist (altes Beispiel) für ne Livesendung ne Stierkampfarena in Spanien zu mieten, oder überhaupt mit privaten Formaten konkurrieren zu wollen, die es schon zu Hauf gibt oder für teuer teuer Geld der Quote wegen prominente Namen von den privaten abwerben oder noch 9 Digitalsender zu launchen oder Top-Serien aus den USA für Spartensender einzukaufen.

Mein Problem mit dem ÖR ist eher der Dimension geschuldet.

Will sagen, dass es genügend Quellen gibt, sich auch abseits der auf den Hauptschulabgänger zugeschnittene Programmauswahl der privaten Sender zu bilden und zu bereichern. Es besteht also nicht die Notwendigkeit eines Staatsfernsehens, auch wenn es hier und da interessante Sendungen geben mag. Und eigentlich geht es mir ja genau darum. Denn mit dieser Quasi-Steuer GEZ-Gebühr wird ja eine Notwendigkeit für die Allgemeinheit postuliert. Und eben die sehe ich nicht.
Notwendig ist fast gar nichts worüber wir hier reden ;)
 
Ein Blinder hat keinen Fernseher.
Nicht? Dann muss ich meinem Nachbarn erklären, dass er nicht blind sein kann, er hat einen.

Er hat ein Radio. Je nach Region stehen im damit ohne ÖR aber auch mindestens 12 Sender zur Verfügung.
Und die senden etwas wie WDR5 oder Kiraka für Kinder? Wäre mir neu. Die privaten Initiativen, die es gibt, können auch nur deshalb senden, weil sie Sendezeit im ÖR bekommen.

Da ist bereits für jeden Musikgeschmack etwas dabei; von Klassik über Jazz und Rock/Pop bis Metal. Die meisten senden die Charts rauf und runter.
Hast Du dabei übersehen, dass Sehbehinderte evtl. etwas anderes an Programm wünschen als nur Musik den ganzen Tag, unterbrochen von Werbung, Staumeldungen und 3 Minuten immer die gleichen Nachrichten?

Alle Filme, die man über DVB-T empfangen kann (also natürlich auch über DVB-S und C) sind bereits untertitelt.
In Wuppertal besteht DVB-T nur aus dem ÖR, zumindest wenn ich der Senderliste glauben darf. Kein ÖR, keine DVB-T, keine Untertitel.

Für alle anderen Behinderten gilt meines Erachtens, dass sie ebenso Teil der Gesellschaft sind wie alle anderen. Sie haben also (sofern sie nicht völlig weich im Kopf sind) die gleiche Programmauswahl wie alle anderen und ich wüßte auch nicht, warum sie damit nicht zufrieden sein sollten.
Weil sie andere Ansprüche haben. Verstehst Du das nicht? Behinderte wollen auch Diskussionen, wo es um ihre Themen geht, nicht nur rund um die Uhr um Flüchtlingskrisen. Sie wollen Lebenshilfe, Information etc. ganz speziell zu ihren Themen.

Was andere Randgruppen betrifft, fällt mir kein einziger Grund ein, warum die in einer Grundversorgung bedient werden sollten, auch wenn niemand bislang "Grundversorgung" definiert hat.
Mir auch nicht. Du hast sie als "Randgruppen" genannt, nicht ich.

Bundestagssitzungen: Hey! Eine Hand voll Kameras fest installiert und einen Knilch samt Assistent, der den Live-Schnitt macht plus einem Techniker, falls mal was kaputt geht. Was wird sowas wohl kosten? Das könnte man bequem vom Steuergeld ganz ohne einen Cent GEZ-Gebühr realisieren.
Man kann den ganzen Rundfunk in staatliche und steuerlich finanzierte Hand legen. Hat Erdogan auch gerade gemacht. Und was passiert, wenn dann mal jemand in der Regierung entscheidet, dass bei der TTIP Diskussion im Bundestag die Kameras kaputt sind?

So und nun noch das Bildungsfernsehen. Ich warte schon lange darauf, dass die Privaten sowas auch mal ins Portfolio aufnehmen. Das könnte sehr billig über Steuererleichterungen realisiert werden. Solche Anreize dürften auch für die privaten Sender interessant sein.
Und wenn die privaten dafür "bezahlt" werden, dass zu machen, warum macht man es dann nicht selber? Ach, machen wir doch schon, im ÖR.
Aber das ist heute anders und diese Programme wurden meiner Ansicht nach von der Zeit überholt und sind heute fast vollständig überflüssig.
Und wieder mal: für Dich. Aber das hast Du oft genug betont, dass Du verstanden hast, dass es eben nicht nur um dich geht.
 
Ein Blinder hat keinen Fernseher. Hat er weder mit, noch ohne staatliche Sender.

Die meisten "blinden" Menschen (ca. 10, aus beruflichen Gründen) die ich kenne haben einen Fernseher entweder um dem normalen Fernsehprogramm nur zuzuhören oder sie haben genug Restsehvermögen um grobe Umrisse zu erkennen oder sie nutzen Dienste wie audiodeskription*. Solche Nischenangebote sind sicher nicht lukrativ für private Anbieter, ist daher sicherlich eher Aufgabe der ÖR als den privaten Sendern die Fußballspiele teuer wegzukaufen.
*audiodeskription
https://www.ndr.de/fernsehen/servic...tion-Mit-Ohren-sehen,audiodeskription101.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Nicht? Dann muss ich meinem Nachbarn erklären, dass er nicht blind sein kann, er hat einen.
Oh, darf ich jetzt auch mal sagen, dass ich bei so viel arkasmus nicht antworte? :D Nee, mach ich nicht, bin ja kein Mädchen *g*
Die meisten "blinden" Menschen (ca. 10, aus beruflichen Gründen) die ich kenne haben einen Fernseher entweder um dem normalen Fernsehprogramm nur zuzuhören oder sie haben genug Restsehvermögen um grobe Umrisse zu erkennen oder sie nutzen Dienste wie audiodeskription*. Solche Nischenangebote sind sicher nicht lukrativ für private Anbieter, ist daher sicherlich eher Aufgabe der ÖR als den privaten Sendern die Fußballspiele teuer wegzukaufen.
Ah, ok. Kannte ich nicht. Ich kenne auch keinen Blinden, folglich war es eigentlich auch nur geraten, dass sie keinen Fernseher haben. Aber Beethoven hat taub komponiert, warum sollte ein Blinder also nicht auch fernsehen? Insofern: Ok.

Weil sie andere Ansprüche haben. Verstehst Du das nicht? Behinderte wollen auch Diskussionen, wo es um ihre Themen geht, nicht nur rund um die Uhr um Flüchtlingskrisen. Sie wollen Lebenshilfe, Information etc. ganz speziell zu ihren Themen.
Doch doch. Verstehe ich schon. Und Ich halte jede Wette, dass jeder einzelne Mensch ein eigenes Bedürfnis hat, was mal gesendet werden sollte. Der Karnickelzüchter würde vermutlich auch gern häufiger was über Rammler hören. Der Angler vielleicht was übers Angeln. Der Kleingärtner vielleicht mehr darüber, wann man wie am besten die Rosen schneidet. Und so weiter und so fort. Und so wollen sicherlich Behinderte, dass häufiger über Therapien und Krankheitsbilder gesprochen wird. Jeder ist eben fokussiert auf sein Leben, seine Probleme und seine Interessen.

Und das alles zu bedienen ist jetzt "Grundversorgung"?

Man kann den ganzen Rundfunk in staatliche und steuerlich finanzierte Hand legen. Hat Erdogan auch gerade gemacht. Und was passiert, wenn dann mal jemand in der Regierung entscheidet, dass bei der TTIP Diskussion im Bundestag die Kameras kaputt sind?
Ok, haste recht. Das ist dann tatsächlich eine Sache, wofür der ÖR gut ist, obwohl das auch bequem ein privater oder gesponsorter Sender übernehmen könnte.

Und wenn die privaten dafür "bezahlt" werden, dass zu machen, warum macht man es dann nicht selber? Ach, machen wir doch schon, im ÖR.
Weil das Auferlegen einer Pflicht für einen privaten Sender bedeutend kostengünstiger sein dürfte, als alles doppelt und dreifach selbst zu produzieren und auszustrahlen. Ganz besonders in Hinblick dessen, dass der ÖR grundsätzlich nicht mit Geld umgehen kann.

Und wieder mal: für Dich. Aber das hast Du oft genug betont, dass Du verstanden hast, dass es eben nicht nur um dich geht.
Ja, habe ich verstanden. Habe aber noch nicht verstanden, warum jedes Bedürfnis einer noch so kleinen Randgruppe von den ÖR befriedigt werden sollte. Ist das die Aufgabe des Staates oder einer Grundversorgung?

Oder machen wir es doch mal anders, sonst kommen wir hier nicht weiter: Was ist denn für Dich eine "Grundversorgung"?
 
Solange Du den Karnickelzüchter und sein selbstgewähltes Hobby mit körperlich oder geistig Behinderten gleichsetzt und das immer wieder als Argument bringst, macht das wenig Sinn, Dir das zu erklären. Wenn ich dann nämlich damit komme, auch den Randgruppen unserer Gesellschaft ein vernünftiges Medienprogramm anzubieten mit abgestimmten Inhalten, dann kommst Du wieder mit dem Karnickelzüchter...

Und mit "Randgruppe" meine ich die Menschen, die aufgrund einer Behinderung oder eines aussergewöhnlichen Ereignis auch wirtschaftlich nicht in der Lage sind, sich einen eigenen Rundfunk zusammenzukaufen.
 
Und mit "Randgruppe" meine ich die Menschen, die aufgrund einer Behinderung oder eines aussergewöhnlichen Ereignis auch wirtschaftlich nicht in der Lage sind, sich einen eigenen Rundfunk zusammenzukaufen.
Aber Marty, der menschliche Körper ist so komplex, dass da etliche Sachen kaputt gehen können. Je älter der alte Seelenbehälter ist, desto eher und schlimmer. Es ist unfassbar, wieviele Krankheiten es gibt, die alle einen eigenen Namen haben. Letztlich stellt jede (chronische) Krankheit eine Behinderung dar, nicht nur genetischer Matsch.

Du kannst doch nicht alle ins Boot holen und zur Staatsaufgabe erklären, diese ganzen Krankheiten und das Leben damit zu thematisieren. Das ist weit entfernt von dem, was ich (und wohl die meisten) unter einer "Grundversorgung" verstehen.

Deswegen auch meine Frage, was für Dich eine "Grundversorgung" ist. Ich hatte ja meine Vorstellung dazu in der Vergangenheit kund getan. Aber gern nochmal. Das Maximum, das ich mir vorstellen könnte, wäre je ein Sender:
  • für Nachrichten (24/7)
  • für Dokumentationen und Bildung (einschließlich Schulfernsehen)
  • für Sportnachrichten und -übertragungen abseits des Rampenlichts
  • für Kinder (einschließlich Ferienprogramm)
  • für Serien und Filme
  • für Unterhaltung, Theater, Kunst, Kultur
  • für einen Livestream aus dem Bundestag, Empfängen, ... auch gern international
  • für interaktives Fernsehen, Quiz, Spiele, Treffpunkt, ... gern auch regional je Bundesland

Mir persönlich wäre kein Kanal davon wirklich wichtig, weil ich mich - wie gesagt - von den Privaten vollumfänglich genug unterhalten und informiert fühle. Aber das würde ich als Maximum unter "Grundversorgung" verstehen und mir insgeheim denken, dass es keine "Grundversorgung" mehr ist, sondern "Vollversorgung". Unter "Grundversorgung" würde ich einen oder maximal 2 Sender verstehen, die aus jeder Sparte etwas im Programm haben. Aber ok. Jedenfalls alle ganztags werbefrei wäre Voraussetzung.

Und für Dich gehört nun noch ein Sender oder mehrere Sendungen dazu, die die Themen von Randgruppen aufgreifen?
 
Aber Marty, der menschliche Körper ist so komplex, dass da etliche Sachen kaputt gehen können. Je älter der alte Seelenbehälter ist, desto eher und schlimmer. Es ist unfassbar, wieviele Krankheiten es gibt, die alle einen eigenen Namen haben. Letztlich stellt jede (chronische) Krankheit eine Behinderung dar, nicht nur genetischer Matsch.

Du kannst doch nicht alle ins Boot holen und zur Staatsaufgabe erklären, diese ganzen Krankheiten und das Leben damit zu thematisieren. Das ist weit entfernt von dem, was ich (und wohl die meisten) unter einer "Grundversorgung" verstehen.

Um fernsehen zu können muss man für jeweils Betroffene genau 2 Sinne ausgleichen "sehen + hören", das sollte auch Auftrag der Grundversorgung sein. Alles was weiter hinten in der Signalverarbeitungskette durch geistige Behinderung oder Nervenkrankheiten etc. eventuell kaputt ist kann man im Auftrag einer Grundversorgung sicher nicht kompensieren, da bin ich bei Dir.
 
[...] im Auftrag einer Grundversorgung [...].
Ok, aber dann auch an Dich die Frage: Was verstehst Du persönlich unter "Grundversorgung"?

Wir haben ja noch immer keine offizielle Definition, also leite ich mir aus den Worten her, dass eine staatliche "Versorgung" durch (irgendwelche) Inhalte gewährleistet sein muss, die die Anschaffung eines Fernsehgerätes bzw. Rundfunkempfängers "grundsätzlich" rechtfertigt, weil es einen Mehrwert darstellt.

Und das habe ich bewusst so schön juristisch schwammig geschrieben, weil so im Grunde sogar ein Testbild als solches dieses Kriterium erfüllt. Denn ohne Fernseher gibt es kein Testbild und ein solches ist durch seine pure Existenz gegenüber der Nichtexistenz bereits ein "Mehrwert". Also definiere ich mal für mich: 1 Sender, 1 Testbild 24/7 = Grundversorgung...
 
Ok, aber dann auch an Dich die Frage: Was verstehst Du persönlich unter "Grundversorgung"?

- vor allem neutrale Informationen über die Welt
- maximal 10 Sender mit Informationen und Unterhaltung für verschiedene Altersklassen, nicht zu schwachsinnig und nicht zu niveauvoll
- keine teuren Sportlizenzen, generell nichts was über ca. 15.000 Euro pro Sendeminute kostet
- der Versuch zumindest an wichtigen Stellen die beiden Sinne auszugleichen die man zum fernsehen braucht

Wenn man meint man braucht Musikantenstadl oder seltsame Vorabendserien die meiner Meinung nach im Privatfernsehen sein sollten dann bitte, aber nur wenn es ins Budget passt ;)
 
NDR gegen Rundfunkbeitragsenkung: "Erhöhung wäre später umso heftiger"

Folgende News wurde am 20.05.2016 um 19:32:00 Uhr veröffentlicht:
NDR gegen Rundfunkbeitragsenkung: "Erhöhung wäre später umso heftiger"
Shortnews

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat empfohlen, den Rundfunkbeitrag auf 17,20 Euro zu senken (ShortNews berichtete).

Dies sieht der NDR-Rundfunkrat ganz anders und stellte nach seiner Sitzung klar, dass man gegen eine Senkung sei.


"Den Beitragszahlern brächte eine Senkung um einen Cent pro Tag keine nennenswerte Entlastung. Würde dem KEF-Vorschlag gefolgt, den Beitrag jetzt zu senken, käme auf die Bürgerinnen und Bürger vier Jahre später womöglich eine umso kräftigere Erhöhung zu", so die Begründung des NDR.
 
Den Beitragszahlern brächte eine Senkung um einen Cent pro Tag keine nennenswerte Entlastung.
Sehe ich auch so. Wie wärs mit 30 Cent?
Würde dem KEF-Vorschlag gefolgt, den Beitrag jetzt zu senken, käme auf die Bürgerinnen und Bürger vier Jahre später womöglich eine umso kräftigere Erhöhung zu"
Dieses Selbstverständnis. In vier Jahren sollte die Kürzung umso kräftiger ausfallen.