Israel rüstet sich für Verschärfung des Gaza-Krieges

Folgende News wurde am 21.08.2014 um 19:07:33 Uhr veröffentlicht:
Israel rüstet sich für Verschärfung des Gaza-Krieges
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Tel Aviv/Gaza (dpa) - Israel bereitet sich auf eine erneute Verschärfung des Gaza-Krieges vor und beruft 10 000 Reservisten ein. Zugleich setzte die Luftwaffe ihre Angriffe in dem palästinensischen Gebiet am Mittelmeer fort.
Dabei starben mindestens 22 Menschen, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben 41 Ziele im Gazastreifen an. Die Lage der 1,8 Millionen Menschen dort wurde immer verzweifelter. Militante Palästinenser schossen seit Mitternacht mindestens 81 Raketen auf Israel ab. Dort mussten die Menschen immer wieder in die Bunker hasten.
Ziel der israelischen Luftschläge wurden nun auch Anführer der radikal-islamischen Hamas. Am frühen Morgen starben bei einem solchen Angriff in Rafah drei hochrangige Militärchefs der Hamas: Mohammed Abu Schimala, Raed al-Attar und Mohammed Barhum.
Der militärische Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden, gaben sich kämpferisch: «Die Tötung unserer Führer wird uns nicht schwächen», hieß es in einer Mitteilung. Die drei Führer hätten ihr Blut für ihr Volk geopfert. Die erneute Mobilisierung in Israel wurde als Warnsignal gedeutet, dass eine neue Bodenoffensive Israels bevorstehen könnte. Als Israel zwischen dem 17. Juli und dem 3. August mit Bodentruppen in den Gazastreifen schickte, waren 82 000 Reservisten einberufen worden.
Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon sagte, die drei getöteten Hamas-Führer seien verantwortlich für «schwere Angriffe auf Zivilisten und Soldaten». Sie seien auch an der Entführung des Soldaten Gilad Schalit im Jahr 2006 beteiligt gewesen.
Regierungschef Benjamin Netanjahu lobte die Arbeit der Geheimdienste. Durch ihren Einsatz seien «tödliche Anschläge» auf Israelis verhindert worden. Zugleich deutete er bei einer Rede am Mittwochabend jedoch auch vage die Möglichkeit einer Friedensregelung an: «Wer sagt, dass wir den Frieden aufgegeben haben?». Ohne Einzelheiten zu nennen kündigte Netanjahu dabei einen «neuen diplomatischen Horizont» an.
Bei dem gezielten Angriff Israels auf den Militärchef der Hamas, Mohammed Deif, ist auch dessen Tochter getötet worden. Die Leiche sei erst zwei Tage später in den Trümmern des Hauses gefunden worden, sagte Aschraf al-Kidra, Sprecher des Gaza-Gesundheitsministeriums. Bei dem Angriff am Dienstagabend waren auch Deifs Frau und sein kleiner Sohn getötet worden.
Ob Deif selbst noch am Leben ist, war weiter unbekannt. Israel soll in den vergangenen Jahren schon fünf mal versucht haben, den 1962 geborenen Deif umzubringen. Dabei trug er dauerhafte Behinderungen davon. Israel wirft ihm die Beteiligung an zahlreichen tödlichen Angriffen auf Israelis und auch die Steuerung des derzeitigen Gaza-Krieges vor.
Der gemäßigte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas traf sich nach palästinensischen Angaben am Donnerstag in Katar mit dem Exil-Chef der Hamas, Chaled Maschaal, um die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen zu besprechen.
Der UN-Sicherheitsrat in New York rief die Konfliktparteien im Nahen Osten «dringend» dazu auf, Verhandlungen über eine erneute und «langanhaltende» Waffenruhe aufzunehmen. Israel und die Palästinenser sollten eine Eskalation des Konflikts verhindern und stattdessen eine sofortige Feuerpause vereinbaren, sagte der Vorsitzende des Rats, der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant, am Mittwoch in New York.
Die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der israelischen Angriffe am 8. Juli stieg nach palästinensischen Angaben auf 2075. Mehr als 10 000 Menschen seien verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben, Hunderte wurden verletzt.
 
Israel beginnt nach Anschlag mit Häuserzerstörungen

Folgende News wurde am 19.11.2014 um 19:20:10 Uhr veröffentlicht:
Israel beginnt nach Anschlag mit Häuserzerstörungen
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Jerusalem (dpa) - Nach dem blutigen Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem hat Israel Strafmaßnahmen gegen palästinensische Attentäter und deren Familien eingeleitet. Ministerpräsident Netanjahu kündigte die rasche Zerstörung der Häuser der beiden Angreifer an.
Er sieht sein Land in einem «Kampf um Jerusalem». Bereits in der Nacht zum Mittwoch demolierten israelische Sicherheitskräfte die Wohnung eines Palästinensers, der im Oktober mit seinem Auto an einer Straßenbahnhaltestelle in Jerusalem Wartende überfahren hatte.
Israels Wirtschaftsminister Naftali Bennett forderte nach dem neuen Anschlag einen Militäreinsatz im arabischen Ostteil Jerusalems. Ziel sei es, dort die «Terror-Infrastruktur zu zerstören», sagte der Vorsitzende der Siedlerpartei Jüdisches Haus dem israelischen Armeesender.
Bei dem Angriff auf die Synagoge im vornehmlich von ultraorthodoxen Juden bewohnten Stadtteil Har Nof hatten zwei Palästinenser aus dem arabischen Osten Jerusalems fünf Menschen getötet. Bewaffnet mit einer Axt, Messern und einer Pistole griffen sie am Dienstag die dort Betenden an. Vier Rabbiner - drei US-Staatsbürger und ein Brite - wurden getötet, ein Polizist starb später im Krankenhaus. Die Angreifer wurden von Polizisten erschossen.
Die Bundesregierung rief Israelis und Palästinenser zu «äußerster Zurückhaltung und Mäßigung» auf. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: «Eine solche Tat an einem Ort des Gebets ist eine weitere entsetzliche Grenzüberschreitung.» Die Bundesregierung sehe die Entwicklung mit großer Sorge.
Das Auswärtige Amt verschärfte seine Reisehinweise für Israel. Alle deutschen Bürger, die sich in Israel und den palästinensischen Gebieten aufhalten, sollten sich auf der Homepage des Amtes registrieren. Das gelte auch für Touristen, die nur kurz in der Region seien. Sie würden im Krisenfall kontaktiert. Bereits seit Ende Oktober wird geraten, in Jerusalem vorsorglich auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten. Größere Menschenansammlungen in der Stadt und im Gaza-Streifen seien möglichst zu meiden.
Netanjahu erklärte am Dienstagabend: «In diesem Kampf (um Jerusalem) müssen wir zusammenhalten. Das ist das Gebot des Tages.» Die beiden Attentäter hatte er zuvor als «Tiere in Menschengestalt» bezeichnet und schärfere Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt angekündigt.
Am Morgen nach der Tat versammelten sich wieder Dutzende gläubige Juden zum Gebet in dem Gotteshaus - unter ihnen auch Wirtschaftsminister Bennett. Der Eingang wurde von Sicherheitspersonal bewacht. Medienberichten zufolge sollen vor allem Schulen in Jerusalem nun besser geschützt werden. Das israelische Radio berichtete auch, an Ausfahrten von arabischen Stadtteilen in Ostjerusalem seien Straßensperren aufgestellt worden.
In Israel und den Palästinensergebieten kommt es seit Wochen zu Ausschreitungen und auch Anschlägen. Ein Streitpunkt ist die Nutzung des Tempelbergs in Jerusalem (Haram al-Scharif), der Muslimen und Juden heilig ist. Zuletzt hatte der Tod eines arabischen Busfahrers die Stimmung aufgeheizt. Der Mann war am Sonntag erhängt aufgefunden worden. Nach einer Autopsie sprachen die israelischen Behörden von einem Suizid, Palästinenser vermuten einen Lynchmord jüdischer Siedler.
Nach Schweden hat sich jetzt auch das spanische Parlament für die offizielle Anerkennung eines Staates Palästinas ausgesprochen. In einer am Dienstagabend in Madrid mit 319 zu 2 Stimmen gebilligten Vorlage wird die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy zu diesem Schritt aufgefordert. Die friedliche Koexistenz zweier Staaten - Israel und Palästina - sei die einzig mögliche Lösung für den Nahost-Konflikt.
 
Nach welchem Recht gehst du denn?

In den USA werden auch Häuser konfesziert, wenn diese für Straftaten benutzt werden, wie zum Beispiel für den Drogenverkauf.

In Deutschland wird auch alles konfesziert was mit Straftaten zu tun hat oder mit denen finanziert wurden.

Da ja bekannt ist das die Familien von Selbstmordattentäter Geld für die Tat bekommen, womit auch deren Häuser finanziert werden, finde ich die Handlung gerechtfertigt um den Anreiz für die Attentäter zu nehmen.
 
Rechtsstaatliche Logik sieht anders aus.

Ich kenne die Gesetze Israels nicht, aber vielleicht ist diese Konsequenz in deren Gesetzen einfach so verankert.

Aber dennoch überstimme ich mit dir ein, das es rechtstaatlich nicht korrekt ist. Ich würde ein Prozess begrüßen wo erstmal geprüft werden sollte inwieweit die Familie in diese Taten involviert waren, wer genau wen hierbei unterstützte und zu guter letzt die Überprüfung des Eigentümers dieses Wohnobjekt.


Werden eigentlich auch die Häuser der Familien von israelischen Staatsbürgern zerstört? :think: [...]

8O Nein, dafür zielt die Hamas nicht gut genug bzw. durchdringt das israelische Raketenabwehrsystem nicht immer.
 
Ich gehe eher davon aus, dass - wie in Deutschland auch - eher enteignet wird. Die Frage wäre, ob dies in der gegebenen Situation ebenso möglich gewesen wäre und auch zielführend. Wer hätte dann das Haus danach zu Geld machen können/sollen? Und wie wären eventuelle NAchbesitzer von der Umgebung aufgenommen worden? Von der Dauer der Reaktion ganz zu schweigen, da ist so ein Bagger einfach schneller vor Ort und das Ergebnis offensichtlicher...
 
Wir würdest du denn vorgehen?

Die Täter können sie nicht mehr belangen. Die sind schliesslich tot. Der Anreiz für die Täter war die finanzielle Unterstützung, der Hamas und anderen Unterstützern, für die Familie.


Glaub mir ich bin bei weitem kein Unterstützer der israelischen Politik was die Palästinenser angeht aber man kann hier nicht im schön sicheren Deutschland sitzen und etwas mit "Rechtstaatlichkeit" kritisieren was man nicht mal im Ansatz versteht oder nachvollziehen kann.

Ich glaube kaum das solche Sprüche wie Rechtstaatlichkeit aufkommen wenn man jeden Tag erleben muss wie seine Frau und seine Kinder heulend in den Bunker laufen müssen und in Todesangst aufschreien, wenn sie den Knall des Aufschlages oder der abgefangenen Rakete hören.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Anreiz für die Täter war die finanzielle Unterstützung, der Hamas und anderen Unterstützern, für die Familie.
Der Anreiz für die Täter ist erstmal der Schaden an den Opfern. 25.000 Häuserzerstörungen haben daran nichts geändert. Man könnte sogar mutmaßen, dass die Zerstörung von den Drahtziehern mitlerweile Kalkül ist. Der Anreiz für die liegt in der weiteren Radikalisierung und mehr Rekruten. Diese Methode der Häuserzerstörung ist so alt wie ineffektiv. Sogar kontraproduktiv. Es verschafft doch nur kurzfristig Befriedigung. Das Volk will einfach jemanden hängen sehen. Und dann hängt jemand.

Ich glaube kaum das solche Sprüche wie Rechtstaatlichkeit aufkommen(...)
Eben. Umso wichtiger ist das Urteil und die Hilfe von Außen, um ein für allemal die Spirale zu durchbrechen in der man sich dreht.
 
Glaub mir ich bin bei weitem kein Unterstützer der israelischen Politik was die Palästinenser angeht aber man kann hier nicht im schön sicheren Deutschland sitzen und etwas mit "Rechtstaatlichkeit" kritisieren was man nicht mal im Ansatz versteht oder nachvollziehen kann.
Doch, das kann man. Das muss man sogar. Der Punkt ist nämlich, dass "nicht-rechtsstaatliches" Vorgehen von Seiten Israels nur einem nützt - der Gegenseite. Und Bestrafung ohne Anklage, ohne das Recht auf Verteidigung und ohne Urteil ist per Definition Unrecht. Und alten Mütterchen (z.B.) die Bude nieder zu walzen, treibt den Radikalen doch eher neue willige Täter zu, als dass es abschreckt: "Sieh her, die Israelis zerstören Häuser von Unschuldigen Omas, die nie einer Fliege was zu leide getan haben." Das dahinter Propaganda steckt, ist klar, aber: Sie wirkt! Denn moralisch steht Israel da auf sehr dünnem Eis. Sippenhaft hat in einem Rechtsstaat unter keinem Umstand etwas zu suchen!

Auch wenn man damit kurzfristig innenpolitisch Erfolge erzielen kann - es ist doch offensichtlich: Israel kann militärisch und polizeilich auch 100.000 oder 1.000.000 Schlachten gewinnen - den Krieg an sich werden sie so nie gewinnen.
 
Zumal es ja auch ganz winzig kleine internationale Früchte trägt. Schweden hat ja als Reaktion auf den Terrorakt Israels nun Palästina als Staat anerkannt.

Wie auch schon im Artikel steht: Viel Wirkung hat es nicht und auch sonst ist ja Schweden kein Land, dass sich durch seine glorreiche Außenpolitik hervor tut. Aber es ist ein Anfang. Und dann stellt sich irgendwann die Frage, ob sich die Welt einst an der Palästina-Israel-Position spalten wird.

Erkennt man Palästina als Staat an, interpretiert das Israel sofort als Angriff auf sich und Palästina glaubt, einen Unterstützer gewonnen zu haben. Dabei meine ich, dass es dringen notwendig ist, dass Palästina als Staat anerkannt wird, damit sie eben nicht mehr Israels Freiwild sind und eine Basis haben, sich an den internationalen Gerichtshof zu wenden. Was ja überhaupt erst eine gewaltfreie Lösung ermöglichen kann. Das sieht Israel natürlich ganz anders:
Die Anerkennung wecke nur die völlig abwegigen, unrealistischen Hoffnungen und Wahrnehmungen, dass die Palästinenser ihre Ziele anders als allein durch Verhandlungen mit Israel erreichen könnten.
Ja, das hätte Israel wohl gern :D Den Leuten ihre Bedingungen diktieren und wilde Sau spielen oder ihren Willen durch eigene terroristische Aktionen zu brechen. Alles ohne Konsequenzen, da man ja nur gegen eine lobbylose Horde staatenloser Terroristen vorgeht. Eigentlich wäre es die moralische Pflicht der Staaten auf dieser Welt, Palästina anzuerkennen. Das schafft zwar ganz sicher nicht über Nacht Frieden, aber wäre aus meiner Sicht mal ein Anfang.
 
Das grosse Problem ist ja auch das in diesem Gebiet dort im Grunde 4 verschiedene Gesetze gelten, innerisr. Strafrecht, in Zone B und C sogar zwei verschiedene Militärrechte (eins für die isr. siedler und eins für die dort lebenden Palästinenser) und dann in Zone das pal. Strafrecht. Es wird jedes Jahr aufs neue kritisiert von den NGO's das dies ganz klar zu unterschiedlichen Massstäben führt und auch immer wieder ausgenutzt wird.
Siehe z.B. hier nachzulesen, von yesh-din (erst vor wenigen Tagen herausgekommen, in unseren Breitengraden nicht einmal medial aufgenommen!)
https://yesh-din.org/postview.asp?postid=284
In nicht einmal 7.5% der Fälle wo isr. Siedler, Polizei, oder IDF als Täter vorgesetzt werden ,kommt es überhaupt zur Anklageschrift. Und in noch weniger Fällen zu Strafen. Die dann so umfangreich sind, wie eh und je, mit paar Tagen Haft (gerade bei der IDF).
So ist natürlich klar das isr. Siedler weiterhin ihre "price-tag-Aktionen" durchführen, wenn man in nicht mal 8 von 100 Fällen zur Anklage gebeten. Wie z.B. der, für mich, Auslöser der letzten Unruhen. Viele behaupten das die Palästinenser diese "Autounfällen" begannen, als Terrorakte. Dabei sind solche "price-tag-Vorgehen" der isr. Siedler schon lange bekannt.
So kam es 3 Tage vor dem ersten "Autounfall" der Palästinenser, zu einem "Autounfall" durch einen isr. Siedler. Dieser isr. Siedler begann Fahrerflucht und ging dann im Kibbutz zur Polizei, so schlecht ja nicht, da somit eine Strafe noch ehrherblich reduziert wird.
Bei diesem Unfall wurden 2 paläst. Kinder überfahren ("run over") eins der beiden Opfer verstarb dann im Krankenhaus. Bis heute habe ich weder in den paläst. noch in den isr. Medien eine Aussage vom Täter über Bedauern oder ähnliches gefunden. Nur in unseren Medien wird dies nicht einmal aufgegriffen!