Ziemlich selten sowas sinnfreies gelesen.

Das Gehalt bestimmt sich im wesentlichen darüber, zu welchem Preis ich meine Ware/Dienstleistung auf dem Markt los werde.

Danke für das sachliche Urteil ;)
Ob Frisör oder Gastro, die Arbeitgeber verkaufen ihre Dienstleistung unter Wert und geben das unternehmerische Risiko an die Arbeitnehmer weiter, anstatt einen angemessenen Preis zu verlangen und mal ein gesundes Selbstvertrauen zu zeigen.
In fast jeder Sendung zeigen Profis den Unternehmern, dass sie entweder schlecht kalkuliert haben oder sich zu schlecht profiliert haben, was man daran erkennt, dass die Angebotspalette zu groß ist. Im Gastrobereich führt das entweder dazu, dass mit Konserven gekocht wird oder dass Lebensmittel weggeschmissen werden.
 
Er zahlt mehr, wenn Gesetze, Tarifverträge (...) ihn zwingen.

Oder er zahlt gar nichts mehr, da er seine Produkte dann am Markt nicht mehr absetzen kann.

Gilt sicher nicht für Friseure oder Gastronomen, da deren Konkurrenz lokal beschränkt ist, aber bei Herstellern die mit Produzenten aus dem Ausland konkurrieren, kann es durchaus passieren.

gruss kelle!
 
Möglich ist alles, es hängt nur viel mit am Verbraucher selbst.

Wenn ich Berichte über Arbeitsbedingungen bei amazon, Zalando und Co. sehe, lehne ich mich entspannt zurück.
Schuhe werden im Schuhladen/ArmyShop anprobiert und gekauft, Bücher werden im Buchladen bestellt und meine neue Kameraausstattung wurde beim örtlichen Händler des Vertrauens bestellt.

Nur mit dem Unterschied, ich kann mir es leisten, im Fachhandel ein paar Prozent mehr auszugeben.

Kneipe, Restaurant, Taxi da bin ich auch bereit ein paar Prozent Trinkgeld zu geben, nur wie viele können sich denn erstmal kein Hefeweizen für 3,50 € leisten, geschweige denn das Trinkgeld?
Da setzt man sich doch lieber mit ein paar Kumpels woanders zusammen, und trinkt das Hefe für 70 Cent (oder wie viel das im Handel kostet).

gruss kelle!
 
Da setzt man sich doch lieber mit ein paar Kumpels woanders zusammen, und trinkt das Hefe für 70 Cent (oder wie viel das im Handel kostet).
Mal abgesehen davon, daß das mächtig Ansehen bei mir kostet :ugly: ist der Umsatzrückgang imho mehr Folge des um sich greifenden Rauchverbots als des knapper werdenden Geldes.

Wenn ich in meiner Stammkneipe mit Freunden am Stisch sitze, ist mir doch wurscht, ob der 6-Liter-Krug Guinness nun 40 € kostet, oder ab am Ende jeder nen Fuffi aufn Tisch legt und wir der Bedienung noch nen schönen Feierabend wünschen, auch wenn sie mit keinem von uns mitgeht (was wir alle sehr bedauern).
 
Wenn ich Berichte über Arbeitsbedingungen bei amazon und zalando sehe, lehne ich mich entspannt zurück.
Amazon zahlt derzeit nach Verdi-Berichten ab 9,56 Euro/Stunde, zalando 8,79 Euro. Wohlgemerkt, für die Packer im Lager. Das sind bei ca. 175 Stunden pro Monat 1.538 Euro bei zalando.
Schuhe werden im Schuhladen/ArmyShop anprobiert und gekauft, Bücher werden im Buchladen bestellt
ich befürchte, dass sowohl die qualifizierte Verkäuferin in der Buchhandlung und die Fachverkäuferin im Schuhladen da nicht mehr verdient.

Diese Amazon-Bashing scheint da Mode zu sein, dabei zahlen die jetzt schon mehr als 1 Euro über der Mindestlohn-Forderung der SPD.

Nur mit dem Unterschied, ich kann mir es leisten, im Fachhandel ein paar Prozent mehr auszugeben.
Meine Frau kann beim Frisör auch 100 Euro ausgeben, blöderweise bekommt die Frisörin trotzdem nur 7,50 Euro die Stunde...

Marty
 
Meine Frau kann beim Frisör auch 100 Euro ausgeben, blöderweise bekommt die Frisörin trotzdem nur 7,50 Euro die Stunde...
Das hab ich anders geregelt. Mein Sohn läuft seit jetzt 3 Jahren rum, als wär er der kleine Bruder von
JaredLeto-PinkMohawk.jpg
Diese Frisur kostet alle 2 Monate 70 €. Das macht eine mobile Friseurin, die ins Haus kommt und voll auf eigene Rechnung arbeitet. Eigenes Gewerbe, keine Schwarzarbeit.

Klar könnt ich das auch bei ner Friseur-Kette wie Klier oder Hairkiller haben, aber ich hab gefragt: Das würde nicht wesentlich billiger (Kostenvoranschläge zwischen 65 und 70 €), es würden nur mehr Leute mitverdienen - z. B. die Vermieter der jeweiligen Räumlichkeiten des Friseur-Salons.

Und weil ich ihr öfter mal neue Kunden bringe, frisiert die Dame mich gratis. Ok, die Arbeit ist nicht sehr aufwendig :mrgreen:
 
die feinen Herrn Punks
auf den Schock brauch ich noch ein Maternus Gold :p
Für den Ausdruck "Punk" hab ich schon jemandem mit Klage gedroht, weil Jared Leto sicher vieles ist - genau wie mein Sohn - aber KEIN Punk. Und wenn Du statt Maternus auch nur Scharlachberg verkasematuckelst, wird auch Dich die Erleuchtung treffen :mrgreen:
 
US-Ökonom kritisiert deutsches Lohnniveau

Folgende News wurde am 21.11.2013 um 14:44:05 Uhr veröffentlicht:
US-Ökonom kritisiert deutsches Lohnniveau
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Düsseldorf (dts) - Der US-Ökonom Adam Posen kritisiert in der Debatte um den Exportüberschuss das Lohnniveau in Deutschland."Im Verhältnis zur Produktivität sind die Löhne in Deutschland zu niedrig. Die Arbeiter werden abgezockt", sagte er im Interview mit "Handelsblatt-Online". Posen, der das Peterson Institute in Washington leitet und zu den renommiertesten Geldpolitik-Experten der Welt zählt, sieht niedrige Löhne und schwache Investitionen als Ursache für den hohen deutschen Exportüberschuss. Der Überschuss schade anderen Ländern – vor allem in Europa. Außerdem befürwortet Posen einen Mindestlohn. Die Bedenken deutscher Ökonomen, dass ein Mindestlohn Jobs in Ostdeutschland vernichten könnte, hält er für übertrieben."Ich sehe durch so eine kleine Lohnerhöhung keine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit Ostdeutschlands", sagte er. Ein Mindestlohn werde an einigen Stellen Jobs kosten - an anderen Stellen aber auch neue Jobs schaffen. Dies sei normal in einer Marktwirtschaft. Einen Mindestlohn einzuführen habe genauso Konsequenzen, wie auf ihn zu verzichten."Alle entwickelten Demokratien der Welt haben einen Mindestlohn", sagte Posen."Es ist verrückt zu glauben, dass ein Mindestlohn ausgerechnet in Deutschland besonderen Schaden anrichtet."
 
Hat der gute Mann seinem eigenen Land in den letzten Jahren eigentlich auch mal auf die Finger geklopft?
https://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/a-805363.html

Das dürfte dem Mann aber schwer fallen und es würde auch nichts daran ändern, dass er auf Deutschland bezogen m.E. recht hat.

Was er aber nicht erwähnt: Unser "toller" Exportüberschuss bringt unserem Land wirtschaftlich unterm Strich garnichts. Wir können den großartigen Überschuss nämlich nur deswegen aufrechterhalten weil wir den Ländern in die wir größtenteils exportieren das Geld vorher "geliehen" haben was sie uns dann zur Zahlung unserer Exporte wiedergeben. Quasi rechte Tasche, linke Tasche. Drum bleibt auch unterm Strich nichts über um es an die "abzockten" Arbeiter weiterreichen zu können.
 
@ Gandist

Was ich meinte ist, dass die USA in den letzten Jahren auf Billig-Lohn-Land unter China-Niveau herunter gesunken sind, weil sie nicht einmal deren Produktqualität halten können. Trotzdem wollen sie ihren Schrott in der EU verkaufen und maulen, weil wir ihn nicht haben wollen. Da sollten ihre "tollen" Wissenschaftler eher zusehen, dass sie das Qualitätsniveau der unterwertigen US-Produkte steigen als zu fordern, dass wir unsere hochwertigen Produkte mit höheren Lohnkosten produzieren, was im Endeffekt nur dazu führt, dass unsere Preise, Mieten, Energiekosten steigen und sich in Deutschland kaum noch jemand etwas "made in germany" leisten kann. Der US-Wirtschaft wird das zwar nichts bringen, aber wenigstens liegt dann auch die deutsche Wirtschaft am Boden. Ausverkauft zu Schrottpreisen für die US-Spekulanten.