Deutschlands Wirtschaftsdaten standen schon Mitte/Ende der 90er auf der Bremse, weit vor Einführung des Euro. Grund war die Wiedervereinigung und die Politik des "Aussitzens". Hinzu kommt das Platzen der .com-Blase 2000, auch VOR Einführung des Euro.

Nichts desto trotz hat Sinn wahrscheinlich nicht Unrecht. Aber die Arbeitsmarktreformen wären auch ohne den Euro gekommen - weil sie (leider) notwendig waren - ebenso wie ein flächendeckender Mindestlohn heute notwendig wäre.
 
Jetzt aber, durch die dotcom Blase floss lange nicht so viel Kapital ab. Der Aufbau-Ost hätte auch aus der Portokasse gezahlt werden können, wäre der Euro nicht gewesen.
Das Gute ist, dass nur die profitabelsten Unternehmen diese Euro-Repression überlebt haben. Damit ist Deutschland hochgradig wettbewerbsfähig - daraus kann man doch was machen. Es wird Jahrzehnte dauern bis die Südstaaten dieses Niveau erreichen, wenn überhaupt.
Für einen Südstaatler ist das Lohnniveau in Deutschland übrigens mehr als mies - über 2000€ Monatslohn lachen die nur.
 
Jetzt aber, durch die dotcom Blase floss lange nicht so viel Kapital ab. Der Aufbau-Ost hätte auch aus der Portokasse gezahlt werden können, wäre der Euro nicht gewesen.

Zieh mal deine Eurokritik-Scheuklappen ab! Wann starteten die großen Infrasturktur-Investitionen in den Neuen Bundesländern? Erst 2001? :wall:

Und wenn du bei einem zweistelligen Milliardenbetrag von "Portokasse" redest, dann fehlen Dir etwas die Maßstäbe. Du vergisst außerdem, dass die Regierung Kohl höchstwahrscheinlich schon 1990 die Wahl verloren hätte wegen anhaltender Wirtschaftsflaute, wenn die Einigung nicht gewesen wäre. Aber sicherlich war schon in den späten Achtzigern der Euro schuld, dass es mit der deutschen Wirtschaft nicht so recht laufen wollte...

Für einen Südstaatler ist das Lohnniveau in Deutschland übrigens mehr als mies - über 2000€ Monatslohn lachen die nur.
Jo, schon recht - Jahres-Durchschnittlohn (netto) in Griechenland knapp 14000 € (2012)
 
Jo, schon recht - Jahres-Durchschnittlohn (netto) in Griechenland knapp 14000 € (2012)
Die Griechen zahlten bisher auch kaum Steuern. ;)
Die Wirtschaft lief in den 1980ern und 1990ern viel besser als in den 2000ern: https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/bilder/kul1.png (man beachte den Wert von 2008 - gab es in den letzten 60 Jahren nicht, ist vergleichbar mit 1930 oder 1945)
Damals gab es noch Wachstumsraten von vier oder fünf Prozent.
 
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Folgende News wurde am 01.08.2013 um 11:29:11 Uhr veröffentlicht:
"Bild": Friseur-Besuch wird deutlich teurer
Top-Themen

Berlin (dts) - Die Deutschen müssen für einen Friseur-Besuch in Zukunft wohl deutlich mehr bezahlen. Viele Friseurunternehmen würden die Kosten des neuen Mindestlohnes über höhere Preise auf die Kunden umlegen, berichtet die Onlineausgabe der "Bild-Zeitung". Sowohl die Friseurkette Klier als auch der Konkurrent Essanelle würden eine Preiserhöhung um bis zu 25 Prozent planen. Damit würde der Preis eines Trockenschnitts von zum Beispiel 10 Euro auf 12,50 Euro steigen. Dass durch die Einführung des Mindestlohns das Geschäft zurückgehen würde, glaubt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Friseurhandwerks, Rainer Röhr, nicht."In einem Jahr wissen wir, ob der Mindestlohn funktioniert hat – oder ob viele Betriebe schließen mussten", sagte er der "Bild".
 
Und was mit denen wo der Schnitt bereits 25 Euro kostet? ;)

Ob 10 oder 12,50, glaube das macht nicht so nen riesen Unterschied, außer man geht wöchtenlich hin...
 
Wenn ich die Friseurpreise von den 1980ern mit denen von heute vergleiche, zahle ich heute im Durchschnitt weniger als damals. Dabei sind die Lebenshaltungskosten doch um einiges seit damals gestiegen. Und der Friseurberuf ist auch nicht gerade leichte Arbeit: den ganzen Tag auf den Beinen (hallo, sagt der Rücken), ständig mit Chemie hantieren (echt reizend dufte, und die Haut kribbelt so schön, wenn es spritzt) ... Da sollte der Mindestlohn von 8,50 Euro/Stunde auch nur der erste Schritt in die gerechte Richtung sein. Trotzdem sollte man das Trinkgeld nicht vergessen, wenn man sein Spiegelbild nach getaner Arbeit der Friseure wieder besser leiden kann. Nicht jeder Friseur ist ein überbezahlter "Hair-Stylist".
 
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bei Klier bezahle ich für Waschen Schneiden Waschen ca. 15€... die Damen/Herren brauchen je nachdem zwischen 15-20 Minuten... d.h. effektiv könnten die in der Stunde ca. 3 MÄNNER abfertigen.... macht 45€ in der Stunde für den SALON.... da stehen 3 Personen drinne, die Haare schneiden, macht 135€ in der Stunde.... und dann sind die Personalkosten effektiv vll bei max. 20€ pro Stunde..... Mit Strom/Miete/Wasser und natürlich die Rechnung das nicht immer der Laden voll ist und Frauen für 30€ 2 Stunden dort sitzen, denke ich verdient der Laden immer sehr gut!
Ich finde es wichtiger das die Menschen für die Dienstleistungen egal welcher Art ein angemessenes Trinkgeld bekommen, egal ob Friseur, Lieferservice, Kellner etc. ... Die Leute Leben oftmals mehr davon als von ihrem normalen Gehalt!
Aber wenn man immer in ner Sparwelt lebt und jeden Cent kalkuliert und bei nem Top Service mit Kopfmassage- wie bei Klier- dann galtt seine 15€ bezahlt.... Soll jetzt schön draufzahlen! Ich zahle gerne 1-2€ mehr und gebe weiterhin Trinkgeld!
MINDESTLOHN FÜR ALLE ist das was zählt und nichts anderes!
 
@ Maske110
Du hast bei Deiner blauäugigen Rechnung ein paar Posten vergessen: Franchisegebühr, Versicherungen, Lohnnebenkosten, Unternehmerlohn etc. pp.

Die wenigstens Franchisenehmer von Friseurketten wie Klier/Essanelle/Express Hair etc. werden mit ihrem Laden reich. Wenn sie Glück haben, kommen sie und ihre Angestellten über die Runden. Nicht selten bedingen Billig-Haar-Tarife Billig-Löhne.
 
Umfrage: Klare Mehrheit der Deutschen für Einführung von Mindestlohn

Folgende News wurde am 14.08.2013 um 16:43:52 Uhr veröffentlicht:
Umfrage: Klare Mehrheit der Deutschen für Einführung von Mindestlohn
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Köln (dts) - Die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger hat sich für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland ausgesprochen. 83 Prozent sind für die Einführung eines bundeseinheitlichen und branchenübergreifenden Mindestlohns, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage für "RTL Aktuell" ergeben hat. 15 Prozent sind für einen branchenübergreifenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, zehn Prozent sehen einen Betrag von neun Euro als optimale Höhe an. Ein Drittel aller Befragten (33 Prozent) war der Meinung, der Mindestlohn solle bei mindestens zehn Euro pro Stunde liegen. Die Ablehnung eines Mindestlohns war insbesondere bei FDP-Anhängern hoch: 38 Prozent der Anhänger der Freidemokraten sprachen sich gegen die Einführung aus. Bei den Anhängern der Union waren 17 Prozent gegen die Einführung, während acht Prozent der Anhänger von SPD und Linkspartei und lediglich zwei Prozent der Grünen-Anhänger gegen die Einführung eines Mindestlohns waren.
 
83% ... hmmm... die Zustimmung in der Bevölkerung ist also in etwa genauso groß wie die Ablehnung gegen die Hartz IV Reform, den Afghanistaneinsatz oder die Banken/Griechenland"rettungen".
Ergo: Wird wohl wieder nix;)
Wer freut sich genauso wie ich auf die Wahl? Auf die eine demokratisch-leuchtende Sekunde innerhalb von 4 Jahren in der wir uns mit nur einem Kreuz alles einmal ganz kurz wünschen dürfen? Das wird wieder ein Spaß! *kotz*
 
Taxi-Preise würden durch Mindestlohn von 8,50 Euro um 20 Prozent ansteigen

Folgende News wurde am 18.10.2013 um 19:31:00 Uhr veröffentlicht:
Taxi-Preise würden durch Mindestlohn von 8,50 Euro um 20 Prozent ansteigen
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Laut ZDF-Politbarometer sind die meisten Deutschen für einen Mindestlohn von 8,50 Euro, aber sie scheinen nicht zu bedenken, was das bedeutet. Das Taxifahrergewerbe beispielsweise hat sich von einem Gutachter ausrechnen lassen, was dieser Mindestlohn für Folgen auf den Fahrpreis hätte. Dieser kommt zu dem Schluss, dass der Preis für das Taxifahren, bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro, um 20 bis 25 Prozent steigen müsste.
 
Dann spar sich die Kundschaft das Trinkgeld, und der Taxifahrer hat so viel wie vorher. :-D

Schöne neue Welt.

gruss kelle!
 
Eon Großteil der Fahrer ist doch eh selbstständig (15-25% vom Umsatz bekommt der Fahrer, der Rest der Fuhrparkbesitzer)...
 
Annäherung beim Mindestlohn: 8,50 Euro ab Mitte 2015

Folgende News wurde am 24.10.2013 um 08:46:01 Uhr veröffentlicht:
Annäherung beim Mindestlohn: 8,50 Euro ab Mitte 2015
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Berlin (dpa) - Beim Streitthema Mindestlohn kommt offenbar ein Kompromiss in Sicht. Die Spitzen von Union und SPD haben sich nach einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung» grundsätzlich darauf verständigt, bis August 2015 mit einer Stufenregelung einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn von 8,50 Euro einzuführen.
Vorbild sei der neue Tarifvertrag für Friseure. Für sie gibt es seit April einen Mindestlohn von 8,50 Euro im Westen und 7,50 Euro im Osten. Bis 2015 soll der Ost-Tarif schrittweise auf Westniveau angeglichen werden. Die SPD hat die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro pro Stunde in Ost und West zur Bedingung für eine Koalition mit der Union gemacht.
Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, warnte die künftige Regierung indes davor, den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in Ostdeutschland erst ab 2015 einzuführen. Er sagte der «Leipziger Volkszeitung»: «Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro ist sozialpolitisch geboten und auch ökonomisch gerechtfertigt, in West wie Ost - und das nicht erst 2015, sondern sofort.»
Großbritannien habe bewiesen, dass ein einheitlicher Mindestlohn für den Arbeitsmarkt «gut verträglich» sei. Bsirske: «Die Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten sind zwischen London und Cardiff oder Dundee nicht geringer als die zwischen Stuttgart und Gotha.»
Der Wirtschaftsflügel der Union macht derweil weiterhin Front gegen den von der SPD vorangetriebenen Mindestlohn. «Die wirtschaftsfeindlichen Vorhaben der SPD drohen die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nachhaltig zu verschlechtern», heißt es laut «Spiegel Online» in einem Papier, das der Parlamentskreis Mittelstand der Unionsbundestagsfraktion (PKM), die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) sowie der Wirtschaftsrat der CDU an diesem Donnerstag in Berlin vorstellen wollen.
«Deshalb lehnen wir Steuererhöhungen, einen flächendeckenden, von der Politik festgelegten Mindestlohn, Euro-Bonds sowie eine nicht europaweit eingeführte Finanztransaktionssteuer ab», so der Unions-Flügel. Gleiches gelte für Einschränkungen der Flexibilität im Arbeitsrecht wie die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung oder unverhältnismäßige Änderungen bei der Zeitarbeit. Man sehe keinen Grund, entsprechende Vorhaben der SPD zu Lasten der Unternehmen und des Wirtschaftsstandortes umzusetzen.