Bist Du bereit X Cent mehr für den Liter zu zahlen?

  • Ja.

    Stimmen: 72 69,9%
  • Nein.

    Stimmen: 31 30,1%

  • Umfrageteilnehmer
    103
@ (bier)kelle

Sich einen rentablen Beruf suchen...
Klingt erst einmal plausibel. Aber ich denke, den Bauernjob an den Nagel zu hängen wäre das schlimmste, was der Bauer tun kann.

Die meisten haben laufende Kredite am Nacken... ein sehr kluger Zeitpunkt seinen "job" zu kündigen.
Und was wär ein rentabler Job für einen Landwirt? Und woher soll er die freie Stelle kriegen? Wir befinden uns wirtschaftlich gesehen in einer Krise... es gibt keine Arbeit für Landwirte, egal was für eine Umschulung sie machen.
Du willst also, dass es nun alles HartzIVler werden, gefangen in der Schuldenfalle? Insolvent... Die Gläubiger sehen das Geld nicht wieder.. das bringt die Gläubiger in Schwierigkeiten...
 
Man muss es realistsich sehen - gäbe es keine Subventionen, dann wäre das Bauernsterben schon viel stärker!

In der Hinsicht bleibt den bauern nur noch 2 Möglichkeiten: komplett ZU machen, Hof und Flächen Abstoßen, möglichst seine Kredite los werden und was anderes machen, oder NOCH mehr Geld locker machen, investieren und sich seinen eigenen Markt schaffen - durch regionale Vermarktung und eigene Weiterverarbeitung, evtl. Bioprodukte.

So weitergehen wie Bisher kann es nicht - das ist sicher! Solange das Angebot am Markt zu groß ist, werden Discounter ihre Preise durchdrücken können - Fakt!
 
Der Handel ist es, der die Preise bestimmt. Da können die Bauern machen was sie wollen, die haben keine Chance.

Man schau sich doch nur mal z.B. die EDEKA Handelsgesellschaft an, u.a gehört auch NETTO, Spar oder Plus zu der EHG. Ein Gigant mit unvorstellbar vielen Märkten.
Dann die REWE Group und nicht zuletzt Aldi und Lidl.

Diese Unternehmen sagen was die Milch kostet und niemand anders.
Ein Streik der Bauern hat ja kurzfristig eine Preiserhöhung gebracht, bereits nach kurzer Zeit haben die Unternehmen die alten Preise wieder eingeführt weil sie genau wissen das die Bauern sowas nicht oft oder lange machen können.

Dem Endverbraucher (wie mir) ist es egal ob die Milch nun 55 cent oder 70 cent kostet, selbst in einer Harz4 Familie dürfte das nicht groß ins Gewicht fallen.

Der Verbraucher würde anstandslos den fairen Preis bezahlen, der Handel will es aber billig - also ist die Milch billig.
 
Was nicht vergessen werden darf: Landwirte erhalten usere Landschaft. Daher sollten sie für diese Tätigkeit auch vom Staat entlohnt werden, nicht als Subvention sondern ganz regulär, so wie Straßenreiniger auch bezahlt werden. Und das ist dann auch keine Subvention, die an eine Milchmenge gebunden ist sondern eine Entlohnung, die auch z.B. ohne Milchvieh,... gezahlt wird. Diese Idee ist vor allem in den Gebirgslagen interessant mit den kleinen Betrieben. :)
 
Klingt erst einmal plausibel. Aber ich denke, den Bauernjob an den Nagel zu hängen wäre das schlimmste, was der Bauer tun kann.

Die meisten haben laufende Kredite am Nacken... ein sehr kluger Zeitpunkt seinen "job" zu kündigen.

Ja und?
Insolvent ist insolvent!

Mein Kumpel musste im März auch Insolvenz für sein Unternehmen anmelden und arbeitet wieder als Angestellter.

Wie lange sollen wir den für die jahrelangen Fehler und Uneinsichtigkeiten der Landwirtschaft zahlen?

gruss kelle!
 
...Regulierung hat in einer Marktwirschaft eigentlich generell nix zu suchen.

Der Markt regelt sich von allein. Eine "Milchquote" würde ich verurteilen...


madhead
 
Vergiss nicht, wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft. Und da kann eine Regulierung durchaus Sinn machen...
 
Vergiss nicht, wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft. Und da kann eine Regulierung durchaus Sinn machen...

Sicher macht sie das. Aber die Form dieser Regulierung ist Schwachsinn. Weil sie europaweit etwas angleicht, was gar nicht vergleichbar ist. Da werden Milchquoten an Bauern verteilt, die alle zwar dieselben Preise erzielen, aber durch lokale Steuern kostenmässig völlig anders aufgestellt sind.

Wenn man reguliert, dann auch für alle gleich. Oder man lässt es ganz.

Marty
 
Ich kenne da die Fakten bei den Milchbauern zu wenig. Aber sicher hast du recht wenn es so gestaltet sein muss, dass alle in Europa damit leben können.
 
Ja und?
Insolvent ist insolvent!
Mein Kumpel musste im März auch Insolvenz für sein Unternehmen anmelden und arbeitet wieder als Angestellter.
Wie lange sollen wir den für die jahrelangen Fehler und Uneinsichtigkeiten der Landwirtschaft zahlen?
gruss kelle!
Dir ist schon bewusst, wer die Schulten zahlt wenn die Jahre der insolvenz um sind? Und du hast schon ungefähr eine Ahnung, wieviel das pro Landwirt sein wird? Glaub mir, die Subventionen dagegen sind NIX!
Beispiel Schleswig Holstein:
Das Land wälzt hier auch viel auf die Bauern ab, Knickpflege ect. Das würde dann auch alles wegfallen. Es muss aber getan werden. Es wäre dann wieder eine Ausgabe fürs Land mehr.
Fehler und Uneinsichtigkeiten in der Landwirtschaft? Welche? Wo?
Den einzigen Fehler, den ich im moment seh, ist die kommende Monokulter. Hier wird fast nur noch Mais angebaut für die Biogasanlagen, weils das einzige ist, womit man noch etwas verdienen kann... Ich denke, dass das noch üble Folgen haben wird.
Und was wären wir hier ohne Bauern? Wo kommt dann das Gemüse her? Mit dem Flieger aus Südamerika? na danke.

...Regulierung hat in einer Marktwirschaft eigentlich generell nix zu suchen.
Der Markt regelt sich von allein. Eine "Milchquote" würde ich verurteilen...
madhead
Die Milchquote gibt es bereits seit 1984.
 
Heute in der Tagesschau (Schweiz)

Seit bei uns die Milchquoten aufgehoben wurden, ist die Produktion um 7% angestiegen was zu einem Preisverfall von ca. 25% von 84/kg SRappen auf 57/kg SRappen aktuell geführt hat.

Ein Politiker der selbst Milchbauer ist, hat gemeint, dass die Bauern die sich nicht an die vorgaben halten (die Bauern haben untereinander anscheinend selbst Quoten vereinbart :ugly: ) daran Schuld hätten und man diesen nun auf die Füsse treten müsse, um einen weitern Preisverfall zu stoppen.

Quelle

In der Spalte da wo "1 weitere Video steht" Titel:
30.05.2009: Bangen für Milchbauern
(Fals jemand nen direkt link für den Player findet, der auch funktionert! darf er mir das gerne erklären^^, hab bis heute noch nicht gefunden/geschaft das es geht, ligt wohl daran das die Gebühren knapp wurden -.- )
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja und?
Insolvent ist insolvent!

Mein Kumpel musste im März auch Insolvenz für sein Unternehmen anmelden und arbeitet wieder als Angestellter.

Wie lange sollen wir den für die jahrelangen Fehler und Uneinsichtigkeiten der Landwirtschaft zahlen?
Dir ist scheinbar das ganze Ausmaß dieser Thematik nicht klar, wenn alle Bauern dicht machen wird es nur noch ein paar multinationale Agrarkonzerne geben.
Die ultima Ratio wäre lediglich eine Agrarwirtschaft nach Vorbild der DDR mit diesen mehr oder weniger großen staatseigenen Agrargenossenschaften - Lebenmittelproduktion als staatseigene Aufgabe? :roll:
Im Moment wird die Landwirtschaft derart reguliert um in der gegeben Marktsituation nachhaltig wirtschaften zu müssen. Die Versuchung wäre zu groß bei größeren Gewinnmargen einen Raubbau zu treiben. Damit ist hier eine klare politische Linie zu erkennen.
 
Die Versuchung wäre zu groß bei größeren Gewinnmargen einen Raubbau zu treiben. Damit ist hier eine klare politische Linie zu erkennen.

Also...

Die Bauern kämpfen mit sinkenden Preisen...

Preise sinken nur, wenn es keine Nachfrage gibt, oder zu viel Angebot.

Wenn man also weniger anbieten würde, um den Preis zu stabilisieren bzw. wirtschaftlich werden zu lassen, würde man Raubbau betreiben, weil weniger produziert würde.

Den Knoten krieg ich nicht in mein Gehrin!

gruss kelle!
 
Preise sinken nur, wenn es keine Nachfrage gibt, oder zu viel Angebot.

Nicht ganz einfach für die Bauern, wenn die -mal angenommen- 25% weniger Milch produzieren sollten um das Angebot zu reduzieren, müßten die jede 4. Milchkuh verkaufen oder Schlachten und hätten auch für einen unbestimmten Zeitraum 25% Umsatzverlußt, dürfte kaum möglich sein für einen Bauern der schon mit der derzeitigen Situation zu kämpfen hat.


Wie ich schon sagte, der Handel müßte die Milch von sich aus teurer verkaufen, von mir aus so um die 15%. Das dürfte keinen Menschen weh tun.
Wenn der Handel von diesen 15% jetzt 10% an die Bauern weitergeben würde, könnten alle glücklich und zufrieden sein.
 
...
Wie ich schon sagte, der Handel müßte die Milch von sich aus teurer verkaufen, von mir aus so um die 15%. Das dürfte keinen Menschen weh tun.
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Hebe in der ZEitung gelesen, dass es tatsächlich einen Trend zu "regionaler" hochwertiger Milch gibt (z.B: Bergbauernmilch) und dass die Verbraucher den MEhrpreis dafür von sich aus akzeptieren.
 
Nicht ganz einfach für die Bauern, wenn die -mal angenommen- 25% weniger Milch produzieren sollten um das Angebot zu reduzieren, müßten die jede 4. Milchkuh verkaufen oder Schlachten und hätten auch für einen unbestimmten Zeitraum 25% Umsatzverlußt, dürfte kaum möglich sein für einen Bauern der schon mit der derzeitigen Situation zu kämpfen hat.
So leid mir das tut: Dann müssen eben Bauern pleite gehen. So wie das immer am Markt ist, wenn das Angebot die Nachfrage überwiegt. Bei der Autoindustrie macht man mal kurzfristig eine Umweltprämie, trotzdem werden Anbieter vom Markt verschwinden. Wieso sollte das bei den Bauern anders sein?

Wie ich schon sagte, der Handel müßte die Milch von sich aus teurer verkaufen, von mir aus so um die 15%.
Jaja, als wenn sich Aldi, Lidl und Netto mal eben zusammensetzen und festlegen, Milchprodukte nun 15% teurer zu verkaufen... Gerade Milchprodukte sind im letzten Jahr am deutlichsten im Preis gefallen, weil genau der von Dir genannte Handel einen Preiskampf ausfechtet.

Das Angebot wird sich demnächst reduzieren, wenn nämlich die ersten Bauern aufgeben müssen.

Marty
 
Würde die EU endlich die Agrar-Subventionen streichen und die Milchquote aufheben, gebe es fairen Wettbewerb innerhalb der EU.

Nicht nur die einheimischen Bauern werden durch diese Subventionen und daraus resultierenden Preise ruiniert. Billige EU-Milch aus Überproduktion wird zu Trockenmilch, die dann per Schiff nach Afrika kommt und die dortigen Bauern ruiniert.