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- 25 April 2006
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[N] Koalitionspoker in Hessen: CDU und SPD melden Ansprüche an
Folgende News wurde am 28.01.2008 um 12:05:35 Uhr veröffentlicht:
Koalitionspoker in Hessen: CDU und SPD melden Ansprüche an
DPA-News
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Koalitionspoker in Hessen: CDU und SPD melden Ansprüche an
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Berlin (dpa) - Nach dem Wahlkrimi in Hessen hat am Montag das Koalitionspoker begonnen. Sowohl die CDU als auch die SPD beanspruchen nach dem äußerst knappen Ausgang der Landtagswahl das Amt des Ministerpräsidenten für sich. Der amtierende Regierungschef Roland Koch (CDU) erklärte sich trotz der schweren Verluste bereit, weiterhin «Verantwortung» zu tragen. In der Union wurde über eine große Koalition nachgedacht. Dagegen will die SPD ihre Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin machen, möglichst an der Spitze einer Ampel-Koalition mit Grünen und FDP. In Niedersachsen kann die schwarz-gelbe Koalition von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) weiterarbeiten. In Berlin und München berieten die Führungsgremien der Parteien über den Ausgang der beiden Landtagswahlen vom Sonntag. In Hessen, wo die bislang alleinregierende CDU mit 36,8 Prozent nur noch ganz knapp vor der SPD (36,7 Prozent) stärkste Partei blieb, werden langwierige Gespräche erwartet. Die konstituierende Sitzung des neuen hessischen Landtags findet am 5. April statt. Bis zur Wahl eines neuen Regierungschefs bleibt Koch im Amt. In Niedersachsen wird dagegen mit einer raschen Einigung auf die Fortsetzung der CDU/FDP-Koalition gerechnet. Erstmals zog die Linke in die Landtage von zwei westdeutschen Flächenländern ein. Die CDU nahm für sich in Anspruch, trotz der dramatischen Verluste in Hessen vom Wähler mit der Regierungsbildung beauftragt worden zu sein. Generalsekretär Ronald Pofalla sagte im ZDF: «Roland Koch hat den Regierungsauftrag, er bleibt der Kandidat und wird Gespräche führen. » Koch selbst sagte: «Wir werden bereit sein, Verantwortung für das Land zu tragen. » Zugleich äußerte er sich skeptisch über eine große Koalition. Angesichts der sehr großen inhaltlichen Unterschiede zur SPD sei ein solches Bündnis «fast nicht vorstellbar». Auch die SPD meldete Anspruch auf das Amt des Regierungschefs in Wiesbaden an. «Wir werden die Ministerpräsidentin stellen, da bin ich mir ziemlich sicher», sagte Generalsekretär Hubertus Heil im ZDF. Bei der Regierungsbildung müsse berücksichtigt werden, dass es eine «Koch-muss-weg-Stimmung» gebe. Eine Koalition mit der Linken oder auch nur eine Tolerierung schloss Heil aus. Die SPD machte Druck auf die FDP, sich zu Gesprächen über eine Koalition bereitzuerklären. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die FDP auf Dauer verweigern wird, denn es geht ja darum, dass das Land regierungsfähig wird», sagte Bundestags-Fraktionschef Peter Struck im Deutschlandradio Kultur. Der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn erteilte in einem dpa-Gespräch einer Ampel-Koalition erneut eine Absage:*«Die FDP ist nicht das Stützrad von Rot-Grün. »Im Unterschied zu den ersten Hochrechnungen wurde die CDU in Hessen doch noch stärkste Kraft. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte sie 36,8 Prozent (2003: 48,. Die SPD legte auf 36,7 Prozent (29,1) zu. Der Abstand zwischen den beiden Parteien beträgt lediglich 3595 Stimmen. Mit 9,4 (7,9) Prozent konnte die FDP die Grünen vom dritten Platz verdrängen. Sie erreichten 7,5 (10,1) Prozent. Der Linken gelang mit 5,1 Prozent knapp der Einzug in den Wiesbadener Landtag. CDU und SPD haben dort nun jeweils 42 Sitze. Die FDP verfügt über 11 Mandate, die Grünen über 9 und die Linke über 6. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,3 (64,6) Prozent. In Niedersachsen verlor die CDU nach dem vorläufigen Endergebnis fast 6 Punkte und erzielte 42,5 Prozent (2003: 48,3). Die SPD erzielte mit 30,3 Prozent (33,4) das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. Die FDP verbuchte 8,2 Prozent (8,1), die Grünen kamen auf 8 Prozent (7,6). Die Linke kam auf 7,1 Prozent. Die CDU erreichte 68 Sitze, die SPD 48, die FDP 13, Grüne 12 und die Linke 11 Mandate. Die Wahlbeteiligung ging von 67 auf 57 Prozent zurück.